{"id":11549,"date":"2009-03-27T00:00:00","date_gmt":"2009-03-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090327-03n"},"modified":"2009-03-27T00:00:00","modified_gmt":"2009-03-26T22:00:00","slug":"dbu-braunkohle-aus-pflanzenteilen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/dbu-braunkohle-aus-pflanzenteilen\/","title":{"rendered":"DBU: Braunkohle aus Pflanzenteilen"},"content":{"rendered":"<p><b>Die meisten Verfahren zur energetischen Nutzung von Biomasse sind auf bestimmte Biomassearten (Energiepflanzen) ausgerichtet. Demgegen\u00fcber k\u00f6nnen bei der sogenannten Hydrothermalen Carbonisierung (HTC) ohne Einschr\u00e4nkung alle Biomassearten, insbesondere biogene Reststoffe und Bioabf\u00e4lle genutzt werden.<\/b> <\/p>\n<p>Bei diesem Verfahren wird organisches Material durch einen chemisch-physikalischen Prozess in ein festes, kohle\u00e4hnliches Produkt umgewandelt, das einen h\u00f6heren Brennwert besitzt als das Ausgangsmaterial. Die Umsetzung der Biomasse erfolgt unter Druck und Luftabschluss bei einer Temperatur von 185 \u00b0C in Wasser. Dank der Zugabe eines speziellen Katalysators verk\u00fcrzt sich die Reaktionszeit auf nur wenige Stunden. Die Reaktion verl\u00e4uft exotherm. Die Prozessf\u00fchrung erm\u00f6glicht zudem  eine Optimierung des W\u00e4rmebedarfs durch W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung. Ebenso l\u00e4sst sich durch Prozesswasserrecycling der Rohwasserbedarf und der Umfang der zu entsorgenden Abw\u00e4sser entscheidend verringern. <\/p>\n<p>In zwei F\u00f6rderprojekten der DBU erfolgt derzeit eine Weiterentwicklung des bekannten HTC-Verfahrens bez\u00fcglich Optimierung des Reaktionsprozesses, Behandlung der w\u00e4ssrigen Phase, Katalysatoreneinsatz und Verwertung der HTC-Produkte. <\/p>\n<p>Innerhalb des Projekts HydroCarb hat die Firma Schlitt (Kirtorf) mit einem Team um Prof. Richarts und Dipl. Ing. Altensen von der FH Gie\u00dfen-Friedberg als Kooperationspartner die Machbarkeit des Verfahrens im Laborma\u00dfstab demonstriert. Parallel dazu wurde ein 3,5-m<sup>3<\/sup>-Versuchsreaktor mit einer Tagesproduktion von rund 1,5 t Pflanzenkohle entwickelt; die Peripherieger\u00e4te der Reaktoranlage wurden in Zusammenarbeit mit dem zweiten Projektpartner R\u00f6\u00dfner Maschinenbau (Alsfeld) konstruiert. Die Anlage wird in K\u00fcrze den Betrieb aufnehmen und die ersten Testl\u00e4ufe absolvieren. Ziel des Projekts ist es, das HTC-Verfahren zur Marktreife weiterzuentwickeln. <\/p>\n<p>In einem weiteren Vorhaben hat Prof. Dr.-Ing. H.-G. Ramke, Hochschule Ostwestfalen-Lippe, die Eignung des HTC-Verfahrens f\u00fcr organische Siedlungsabf\u00e4lle untersucht. Unter anderem wurden dabei folgende Erkenntnisse gewonnen: <\/p>\n<ul>\n<li>Die Carbonisierungen waren mit den meisten Materialien erfolgreich. <\/li>\n<li>Die erzeugten Materialien (&#8220;Biokohlen&#8221;) sind hinsichtlich ihrer Hauptbestandteile und der Brennwerte als braunkohleartig zu bezeichnen. <\/li>\n<li>Der Gro\u00dfteil (ca. 80%) des eingesetzten Kohlenstoffs in Form von Braunkohlepartikeln wird durch die Reaktion im festen Reaktionsprodukt eingebettet. Ein Teil des Kohlenstoffs, je nach Reaktionsbedingungen ca. 15%, verbleibt innerhalb der fl\u00fcssigen Phase. Ein geringer Rest (ca. 5%) ist in der Gasphase wieder zu finden. <\/li>\n<li>Die fl\u00fcssige Phase besitzt als Reaktionsprodukt u. a. einen nicht unerheblichen Anteil an organischen S\u00e4uren und ist nach bisherigem Kenntnisstand anaerob umsetzbar. Hierdurch ist eine energetische Verwertung der fl\u00fcssigen Phase in Form von Methan (CH4) m\u00f6glich. <\/li>\n<li>Das freigesetzte Gas besteht vorwiegend aus Kohlendioxid. <\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>DBU-Projekte:\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.dbu.de\/projekt_25656\/_db_1036.html\" >Hydrothermale Karbonisierung: Gro\u00dftechnische Demonstrierung<\/a> (Willi Schlitt GmbH &#038; Co KG)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.dbu.de\/projekt_25604\/_db_1036.html\" >Hydrothermale Karbonisierung: Organische Siedlungsabf\u00e4lle<\/a> (Hochschule Ostwestfalen-Lippe)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.dbu.de\/projekt_25738\/_db_1036.html\" >Hydrothermale Karbonisierung &#8211; Neuer Brennstoff aus Biomasse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.dbu.de\/stipendien_20007\/916_db.html\" >Experimentelle Untersuchungen und Optimierung eines Verfahrenskonzeptes zur kontinuierlichen hydrothermalen Karbonisierung von Biomasse<\/a> (Stipendium)<\/li>\n<\/ul>\n<p><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.dbu.de\/index.php?menuecms=550&#038;objektid=28492&#038;menuecms_optik=135\" >DBU auf der Hannover Messe 2009<\/a>: U.a. Pr\u00e4sentation der Projekte &#8220;Energiegewinnung durch hydrothermale Karbonisierung&#8221; und &#8220;Energetische Verwertung organischer Abf\u00e4lle mit hydrothermaler Karbonisierung&#8221;<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die meisten Verfahren zur energetischen Nutzung von Biomasse sind auf bestimmte Biomassearten (Energiepflanzen) ausgerichtet. 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