{"id":11542,"date":"2009-04-01T00:00:00","date_gmt":"2009-03-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090401-04n"},"modified":"2009-04-01T00:00:00","modified_gmt":"2009-03-31T22:00:00","slug":"naturschutz-und-biomasse-im-spannungsfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/naturschutz-und-biomasse-im-spannungsfeld\/","title":{"rendered":"Naturschutz und Biomasse im Spannungsfeld"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8220;Der Anbau von Energiepflanzen r\u00fcckt zunehmend in ein Spannungsfeld mit dem Naturschutz. Vornehmliches Ziel muss es sein, einem weiteren Verlust an biologischer Vielfalt zu verhindern!&#8221;, forderte Prof. Dr. Beate Jessel, Pr\u00e4sidentin des Bundesamtes f\u00fcr Naturschutz (BfN), gestern in ihrer Rede bei der Internationalen Konferenz &#8220;Biomass in Future Landscapes&#8221; in Berlin.<\/b><\/p>\n<p>Mit der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft und st\u00e4rker werdender Fl\u00e4chenkonkurrenz seien aus Naturschutzsicht ung\u00fcnstige Trends zu beobachten. Denn Anbaumethoden mit enger Fruchtfolge, Monokulturen oder h\u00f6herer D\u00fcngemittel- und Herbizideinsatz gingen vielfach mit dem Verlust an Kulturartenvielfalt, biologischer Vielfalt und von Landschaftsstrukturen einher.<\/p>\n<p>Vor allem der Gr\u00fcnlandumbruch zugunsten des Anbaus von Energiepflanzen nehme bedenkliche Ausma\u00dfe an. Dabei seien regional oftmals gravierende Ver\u00e4nderungen der Gr\u00fcnlandanteile zu beobachten, w\u00e4hrend die Situation auf L\u00e4nderebene noch gar nicht dramatisch erscheine, so Jessel.<\/p>\n<p>Mit dem Energiepflanzenanbau k\u00f6nnen aber auch positive Auswirkungen oder Synergieeffekte auf Natur und Landschaft verbunden sein. &#8220;Diese gilt es jedoch weitaus st\u00e4rker als bisher zu nutzen und durch aktive Anreize zu f\u00f6rdern&#8221;, sagte die BfN-Pr\u00e4sidentin. Solche Synergieeffekte k\u00f6nnen immer dann eintreten, wenn \u00fcber den Biomasseanbau Verbesserungen gegen\u00fcber dem Ausgangszustand erreicht werden. So k\u00f6nne es in ausger\u00e4umten, strukturarmen Landschaften durch den Einsatz bestimmter Anbauformen, wie Kurzumtriebsplantagen oder Agroforstsystemen zu einer Aufwertung des Landschaftsbilds und der Kulturartenvielfalt kommen. Die Verwendung alter Kultursorten, die Erhaltung von extensivem Gr\u00fcnland und naturschutzfachlich wertvollen Fl\u00e4chen k\u00f6nne sich g\u00fcnstig auf die Tier- und Pflanzenartenvielfalt und das Landschaftsbild auswirken. Besonders \u00fcber die energetische Nutzung von Landschaftspflegematerial lie\u00dfen sich Synergien zwischen Naturschutz und Bioenergieproduktion realisieren.<\/p>\n<p>Nach Ansicht von BfN-Pr\u00e4sidentin Jessel muss der Ausbau der Bioenergienutzung unter Integration des Naturschutzes auch von umfassenden Nachhaltigkeitskriterien flankiert, sowie mit relevanten Strategien und Instrumenten naturvertr\u00e4glich ausgestaltet werden. In Deutschland sollten die Regeln &#8220;Guter fachlicher Praxis in der Landwirtschaft&#8221; mit Blick auf die spezifischen Anforderungen des Biomasseanbaus in der ganzen Fl\u00e4che fortentwickelt werden. Insgesamt kommt es jedoch vor allem auf die Ausgestaltung entsprechender finanzieller Anreize an. Nur so k\u00f6nnten nachhaltige und auch Naturschutzzielen f\u00f6rderliche Biomasseanbauformen auch mit anderen Anbauformen konkurrieren. R\u00e4umliche Steuerungselemente der Regional- und Landschaftsplanung sollten als unterst\u00fctzende Ma\u00dfnahme dazu beitragen, die Bioenergieproduktion in Einklang mit den Anspr\u00fcchen des Natur- und Landschaftsschutzes zu bringen. Dies k\u00f6nne etwa \u00fcber die Ausarbeitung entsprechender r\u00e4umlicher Leitbilder erfolgen, die der notwendigen landschaftsr\u00e4umlichen Differenzierung der Bioenergieproduktion gerecht werden.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"http:\/\/www.biomass-in-future-landscapes.de\/\" >Konferenz: Biomass in future landscapes<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>&#8220;Der Anbau von Energiepflanzen r&uuml;ckt zunehmend in ein Spannungsfeld mit dem Naturschutz. 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