{"id":11524,"date":"2009-04-15T00:00:00","date_gmt":"2009-04-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090415-06n"},"modified":"2014-08-14T11:31:49","modified_gmt":"2014-08-14T09:31:49","slug":"nova-kongressbericht-nachhaltige-verpackungen-erobern-die-maerkte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-kongressbericht-nachhaltige-verpackungen-erobern-die-maerkte\/","title":{"rendered":"nova-Kongressbericht: Nachhaltige Verpackungen erobern die M\u00e4rkte"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Materialwahl bei Lebensmittelverpackungen kann die Nachhaltigkeit des gesamten Produkts optimieren. Entscheidend ist jedoch, die Verpackungsl\u00f6sung insgesamt zu betrachten \u2013 Materialeffizienz und Gewichtseinsparung spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Verwendung Nachwachsender Rohstoffe, der optimale Schutz des Produkts, raumsparende Verpackungsformen und Verwertungsoptionen. Neben Klassikern der nachhaltigen Lebensmittelverpackung wie Papier und Verbundkarton \u00fcberzeugen Biokunststoffe, die inzwischen optimale L\u00f6sungen f\u00fcr vielf\u00e4ltige Verpackungsf\u00e4lle bieten. Auf der &#8220;Conference on sustainable packaging&#8221; der nova-Institut GmbH im Rahmen der Anuga FoodTec in K\u00f6ln diskutierten am 12. M\u00e4rz rund 70 Experten aus Industrie, Forschung und Verb\u00e4nden die Zukunft der Lebensmittelverpackung.<\/b><\/p>\n<div style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" alt=\"Angeregte Fachgespr\u00e4che im Foyer pr\u00e4gten &lt;br \/&gt;die Pausen zwischen den Themenbl\u00f6cken.\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090415-06\/SusPack2.jpg\" align=\"left\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size: 10px;\" align=\"left\">Angeregte Fachgespr\u00e4che im Foyer pr\u00e4gten<br \/>\ndie Pausen zwischen den Themenbl\u00f6cken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Bioverpackungen in immer neuen M\u00e4rkten und Anwendungen<br \/>\nVerpackungen f\u00fcr Trockenes, Nasses, Hei\u00dfes, Kaltes: Die rasante Materialentwicklung bei Biokunststoffen erweitert deren Einsatzm\u00f6glichkeiten und damit ihr Marktpotenzial st\u00e4ndig. Wie Andy Sweetman von Innovia Films betont, antwortet der britische Hersteller jetzt stets mit &#8220;Yes, we can!&#8221;, wenn es um Biokunststoffe zur Verpackung trockener Lebensmittel geht. Seit Kurzem bietet der Hersteller eine mehrschichtige Biofolie mit hervorragender Barrierewirkung gegen\u00fcber Feuchtigkeit und Gasen an, die Lebensmittel wie z.B. Kekse dauerhaft knusprig h\u00e4lt. FKuR aus Willich setzt ebenfalls auf \u00fcberlegene Barrierewirkung: Das Unternehmen produziert unter anderem mehrschichtige Biofolien, die auch in \u00d6ko-Babywindeln f\u00fcr Auslaufsicherheit sorgen. Besonders f\u00fcr tiefe Temperaturen geeignete Bioverpackungen, eine Neuentwicklung von FKuR, werden f\u00fcr die Verpackung von Tiefk\u00fchlkost eingesetzt. Ein Meilenstein auf dem Weg der Biokunststoffe zum Massenmarkt ist der Einzug in die Lebensmitteldiscounter. Bei ALDI S\u00fcd gibt es jetzt kompostierbare Einkaufst\u00fcten aus dem BASF-Material Ecovio auf PLA-Basis. Bislang allerdings kosten die Biot\u00fcten das Vierfache der weiterhin angebotenen Tragetaschen aus Recycling-Kunststoff.<\/p>\n<p><b>Biokunststoffe: Viele Verwertungsoptionen<\/b><br \/>\n&#8220;100% kompostierbar&#8221;, so lautet die un\u00fcbersehbare Aufschrift der neuen ALDI-T\u00fcten. \u00dcber die k\u00fcnftige Bedeutung dieser Eigenschaft vieler Biokunststoffe gingen die Meinungen auf dem Kongress auseinander. Je nach Material und Technologie k\u00f6nnen nicht alle Kompostieranlagen Biokunststoffe verwerten. Die energetische Verwertung z.B. in Ersatzbrennstoffkraftwerken beurteilt Carmen Michels von Fraunhofer UMSICHT, Oberhausen, als unproblematisch, vor allem bei kompostierbaren Biokunststoffen. J\u00f6ran Reske, stellvertretender Sprecher des Branchenverbands European Bioplastics, stellt klar: Die Kompostierbarkeit er\u00f6ffnet eine zus\u00e4tzliche Verwertungsoption, die dort genutzt werden sollte, wo dies vorteilhaft ist. So ist die Kompostierung von Bioverpackungen gemeinsam mit anhaftenden Lebensmittelresten m\u00f6glich, eine Verschmutzung von Materialien in der Wertstoffsammlung wird so vermieden.<\/p>\n<p>Auch bei der stofflichen Verwertung m\u00fcssen sich Biokunststoffe nicht verstecken: Wie eine Analyse der Innovia Films zeigt, existieren mehrere Verfahren zur automatischen Trennung von Biokunststoffen und herk\u00f6mmlichem Plastik. Sortenreine Biokunststoffe sind grunds\u00e4tzlich recyclingf\u00e4hig, zu den praktischen M\u00f6glichkeiten des Recyclings gebrauchter Biokunststoffverpackungen fehlen laut Carmen Michels jedoch systematische Untersuchungen. Der springende Punkt beim Biokunststoff-Recycling bleibt die kritische Masse: Bei den derzeitigen Mengen erweisen sich Biokunststoffe weder als Fluch noch als Segen f\u00fcr Verwerter. Eine \u00dcberschreitung der &#8220;kritischen Masse&#8221;, ab der eine getrennte Erfassung und Verwertung von Biokunststoffen sinnvoll ist, wird bei dem signifikanten Anstieg des Biokunststoffverbrauchs bald eintreten, davon ist Carmen Michels \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p><b>Nachhaltigkeit als Gesamtkonzept<\/b><br \/>\nDie Teilnehmer des Industriekongresses waren sich weitgehend einig: Soll die Nachhaltigkeit bei Lebensmittelverpackungen optimiert werden, sind neben den Herstellern und Anbietern von Verpackungsmaterial weitere Glieder der Wertsch\u00f6pfungskette gefragt: So m\u00fcssen sich Material und Gestaltung der Verpackung f\u00fcr Produkt und Konsumentengruppe eignen, Packungsgr\u00f6\u00dfe und -form entscheiden \u00fcber die M\u00f6glichkeit raumsparender Logistik, Entsorgungswege m\u00fcssen beurteilt und ggf. neu erschlossen werden.<\/p>\n<p>&#8220;Nachhaltige Verpackungen ohne nachhaltige Produkte, ohne nachhaltige Produzenten &#8211; macht das Sinn?&#8221; fragte Matthias Giebel vom Deutschen Verpackungsinstitut, Berlin und von Berndt &amp; Partner Packaging Consultants. Er warb f\u00fcr einen umfassenden Ansatz auf Unternehmensebene. Dies lohnt sich durchaus. Immerhin ist, so der Berater, &#8220;ein nachhaltiges Produkt ohne nachhaltige Verpackung eine verpasste Chance.&#8221; Denn schlie\u00dflich hat die Verpackung eine Signalfunktion f\u00fcr den Kunden bei der Einsch\u00e4tzung des Produkts.<\/p>\n<div style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" alt=\"Materialeinsparung \u2013 ein Aspekt &lt;br \/&gt;nachhaltiger Verpackungen, den &lt;br \/&gt;mehrere Aussteller der Anuga &lt;br \/&gt;FoodTec aufgriffen. &lt;br \/&gt;Fotos: nova-Institut\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090415-06\/SusPack1.jpg\" align=\"left\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size: 10px;\" align=\"left\">Materialeinsparung \u2013 ein Aspekt<br \/>\nnachhaltiger Verpackungen, den<br \/>\nmehrere Aussteller der Anuga<br \/>\nFoodTec aufgriffen.<br \/>\nFotos: nova-Institut<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><b>Materialeffizient \u2013 Ressourcenschonend \u2013 Recyclingf\u00e4hig<\/b><br \/>\nNach dem Motto &#8220;Weniger ist mehr&#8221; geht ein Trend klar zur Materialeinsparung: Geringere Materialst\u00e4rken, flexible Verpackungen statt aufw\u00e4ndiger Schalen, geringere Anteile ressourcenintensiver Materialien wie Aluminium. Auch auf der Anuga Foodtec spielte Gewichtsreduzierung eine Rolle \u2013 ging es auf den St\u00e4nden der Verpackungshersteller um Nachhaltigkeit, so wurden meist materialsparende L\u00f6sungen vorgestellt. Auf dem Kongress stellte Dr. Kerstin R\u00f6hrich f\u00fcr die Deutsche Materialeffizienzagentur demea, Berlin, bereits erreichte Fortschritte vor: Bei Aluminiumverpackungen beispielsweise ist der Materialeinsatz seit den 1980er Jahren je nach Produktgruppe um 15 bis 42 Prozent gesunken. F\u00fcr Unternehmen, die k\u00fcnftig mit Materialeinsparung punkten wollen, f\u00f6rdert die demea einzelbetriebliche Beratungen und Materialeffizienznetzwerke.<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr die kontinuierliche Arbeit an einer umweltvertr\u00e4glichen Verpackungsl\u00f6sung pr\u00e4sentierte Dr. Heike Schiffler von TetraPak, Hochheim. Die aseptischen Getr\u00e4nkekartons des Marktf\u00fchrers sind heute um ein F\u00fcnftel leichter als vor 20 Jahren, 80% der Rohkartonlieferungen verf\u00fcgen \u00fcber Systeme zur R\u00fcckverfolgbarkeit. Seine CO<sub>2<\/sub>-Emissionen will der Konzern bis 2010 um 10% gegen\u00fcber 2005 reduzieren \u2013 bei wachsender Produktionsmenge.<br \/>\nInformationen zum CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck eines Produktes und seiner Verpackung helfen den zehn im PCF Pilotprojekt Deutschland engagierten Unternehmen, Einsparm\u00f6glichkeiten in der Wertsch\u00f6pfungskette aufzusp\u00fcren. Ein solcher aggregierter Indikator \u2013 zum Beispiel als Carbon Label \u2013 l\u00e4sst sich aber nicht dem Verbraucher kommunizieren, so die Projektteilnehmer. Zu viele wichtige Faktoren fehlen bei der Berechnung. Anders als beispielsweise in Frankreich und Gro\u00dfbritannien wird es daher in Deutschland zun\u00e4chst keine einheitliche Kennzeichnung des Carbon Footprint f\u00fcr Konsumenten geben.<\/p>\n<p>Offensichtliche Vorteile bei der Ressourcenschonung haben Verpackungen, die auf Nachwachsenden Rohstoffen wie Papier, Pappe oder auch Biokunststoffen aufbauen. Zudem setzen Hersteller bereits h\u00e4ufig erneuerbare Energien ein und praktizieren Stoffkreisl\u00e4ufe. Wie Roland Rex von der Kartonfabrik Moritz J. Weig aus Mayen betonte, ist die Branche von mittelst\u00e4ndischen Unternehmen gepr\u00e4gt, die durch feste Mitarbeiterbindung und stabile Lieferantenverh\u00e4ltnisse auch beim sozialen Aspekt des Nachhaltigkeitsbegriffs positiv abschneiden. Vor dem Hintergrund der h\u00f6heren Preisstabilit\u00e4t pflanzlicher Ressourcen gegen\u00fcber fossilen Rohstoffen stellte Rex klar: &#8220;Der Einsatz Nachwachsender Rohstoffe ist auch ein Beitrag zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit.&#8221;<\/p>\n<p>Wie die aufschlussreichen Diskussionen auf der &#8220;Conference on sustainable packaging&#8221; neben den Pr\u00e4sentationen der Referenten zeigten, hat das Thema Nachhaltigkeit in der Verpackungsindustrie den Weg zu den Entscheidern der Branche gefunden. S\u00e4mtliche Vortr\u00e4ge stehen gegen eine Geb\u00fchr von 50 Euro unter www.nova-shop.info zum Herunterladen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.sustainable-packaging.de\/\">www.sustainable-packaging.de<\/a>: Internetseiten des Kongresses<br \/>\n<a href=\"http:\/\/bio-based.eu\/proceedings\/\" target=\"_blank\">http:\/\/bio-based.eu\/proceedings\/<\/a>: Bestellm\u00f6glichkeit f\u00fcr die Vortr\u00e4ge (50 \u20ac)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Pressemitteilung als PDF:\u00a0<a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/09-04-14_pressetext_nova-institut_suspack.pdf\">09-04-14_pressetext_nova-institut_suspack<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Materialwahl bei Lebensmittelverpackungen kann die Nachhaltigkeit des gesamten Produkts optimieren. 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