{"id":11512,"date":"2009-04-22T00:00:00","date_gmt":"2009-04-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090422-04n"},"modified":"2009-04-22T00:00:00","modified_gmt":"2009-04-21T22:00:00","slug":"strohballenhaus-ueberlebt-im-test-mega-erdbeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/strohballenhaus-ueberlebt-im-test-mega-erdbeben\/","title":{"rendered":"Strohballenhaus \u00fcberlebt im Test Mega-Erdbeben"},"content":{"rendered":"<p><b>In einer Erdbeben-Simulation an der University of Nevada in Reno hat ein vier mal vier Meter gro\u00dfes Geb\u00e4ude aus Strohballen Schwingungen widerstanden, die um 200 Prozent st\u00e4rker waren als das Erdbeben in Kalifornien im Jahr 1994. Au\u00dfer, dass eine Wolke aus Staub und Strohteilchen aus den W\u00e4nden kamen, hat das Haus, das von der Ingenieurin Darcey Donovan konstruiert wurde, die Versuche unbeschadet \u00fcberstanden, berichtet das Wissenschaftsmagazin Science Daily.<\/b><\/p>\n<p>Seit 2006 arbeitet Donovan an einer kosteng\u00fcnstigen Variante eines erdbebensicheren und erdbebentauglichen Geb\u00e4udes f\u00fcr die entlegenen pakistanischen Provinzen am Fu\u00dfe des Himalayas. &#8220;F\u00fcr die Konstruktion dieses au\u00dfergew\u00f6hnlichen Geb\u00e4udes hat die Ingenieurin Strohballen verwendet, die mit Lehm verputzt waren&#8221;, meint Rudolf Bintinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gruppe Angepasste Technologien (GrAT) an der TU-Wien im pressetext-Interview. Offensichtlich habe man hier Wert darauf gelegt, m\u00f6glichst g\u00fcnstig mit lokal verf\u00fcgbaren Ressourcen zu arbeiten, so der Experte. &#8220;Wir haben auch in \u00d6sterreich Erfahrungen mit Strohh\u00e4usern, denn diese weisen sehr viele Vorteile auf.&#8221; Einerseits sei die W\u00e4rmed\u00e4mmung von Stroh sehr gut. &#8220;Auch die W\u00e4rmespeicherkapazit\u00e4t von Stroh ist sehr hoch und entspricht etwa dem drei- bis vierfachen von Mineralwolle.&#8221;<\/p>\n<p>Die Gruppe Angepasste Technologien ist federf\u00fchrend, was die Forschung und Entwicklung im Bereich Strohbau http:\/\/www.s-house.at betrifft. &#8220;Seit Ende der 90er Jahre arbeiten wir daran, den Strohbau auch in \u00d6sterreich salonf\u00e4hig zu machen. Bis heute gibt es ca. 300 Geb\u00e4ude in \u00d6sterreich. Die Tendenz ist steigend&#8221;, so Bintinger. &#8220;Der Strohballen ist als Baustoff nicht nur f\u00fcr Katastrophengebiete geeignet &#8211; die GrAT arbeitet daran, die Rahmenbedingungen f\u00fcr diesen Baustoff auch in \u00d6sterreich weiter zu verbessern.&#8221; Dazu geh\u00f6re auch die Zulassung des Strohs als ganz normaler Baustoff.<\/p>\n<p>&#8220;Dank optimierter Ressourcen und technischem Kow-how wird Stroh als Bau- und D\u00e4mmstoff f\u00fcr Planer, Baumeister und Zimmereibetriebe immer interessanter. Aktuelle Beispiele und verbesserte Nutzungsbedingungen geben sowohl Produzenten wie auch Anwendern die M\u00f6glichkeit, nachhaltige sowie \u00f6kologische Rauml\u00f6sungen zu generieren&#8221;, erkl\u00e4rt Bintinger. Mit dem S-House wurde das &#8220;Faktor 10&#8221;-Konzept im Baubereich umgesetzt und den Kriterien nachhaltigen Bauens entsprochen. Durch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe und die Minimierung fossiler und mineralischer Materialien verringert sich der Ressourcenverbrauch ebenfalls betr\u00e4chtlich. Der Vergleich einer Strohwandkonstruktion mit einem konventionellen Wandaufbau habe gezeigt, dass die Strohwand in allen Berechnungskriterien um bis zum Faktor zehn besser abschneidet. Durch die Verwendung von Stroh als Baustoff k\u00f6nnen somit die negativen Auswirkungen auf die Umwelt wesentlich verringert werden, schlie\u00dfen die Experten.<\/p>\n<p>Zufrieden mit dem Ergebnis zeigt sich auch Donovan, die auch Gr\u00fcnderin und CEO der Non-Profit-Organisation &#8220;Pakistan Straw Bale and Appropriate Building&#8221; (PAKSBAB) ist. Die meisten der insgesamt 100.000 Todesopfer beim schweren Erdbeben in Pakistan 2005 waren jene, die von herabst\u00fcrzenden Geb\u00e4udetr\u00fcmmern getroffen wurden oder deren H\u00e4user direkt \u00fcber ihnen zusammenst\u00fcrzten. &#8220;Neben einer geeigneten Geb\u00e4udekonzeption, die auch solchen Beben standh\u00e4lt, ist der Kostenfaktor ein weiteres wichtiges Argument&#8221;, so Donovan. &#8220;Strohh\u00e4user gibt es \u00fcberall, aber die, die wir brauchen, m\u00fcssen einfach hergestellt werden&#8221;, betont die Ingenieurin. Daher habe man das ganze Geb\u00e4ude aus Strohballen gebaut. Die Ballen wurdn mit einer im Punjab \u00fcblichen Strohpresse gepresst. Neben seiner Standhaftigkeit wies das Strohgeb\u00e4ude auch noch eine um 80 Prozent bessere Energiebilanz als konventionelle H\u00e4user auf, die Baukosten lagen sogar nur bei der H\u00e4lfte.<\/p>\n<p>&#8220;Auch die GrAT plant ein \u00e4hnliches Projekt&#8221;, so Bintinger. &#8220;Strohballenbau in Wiederaufbaugebieten in Pakistan mit einem lokalen pakistanischen Partner (Aga Khan Foundation) sowie einem Schweizer Projektpartner&#8221;, erkl\u00e4rt Bintinger abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"\" >Video der University of Nevada zum Versuch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>In einer Erdbeben-Simulation an der University of Nevada in Reno hat ein vier mal vier Meter gro&szlig;es Geb&auml;ude aus Strohballen Schwingungen widerstanden, die um 200<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[2883,1189],"class_list":["post-11512","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-technische-universitaet-wien","supplier-university-of-nevada-in-reno-usa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11512","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11512"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11512\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11512"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}