{"id":115100,"date":"2022-09-09T07:26:00","date_gmt":"2022-09-09T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=115100"},"modified":"2022-09-05T15:35:16","modified_gmt":"2022-09-05T13:35:16","slug":"gruner-wasserstoff-statt-kohlebergbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gruner-wasserstoff-statt-kohlebergbau\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcner Wasserstoff statt Kohlebergbau"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p><strong>In einer Kleinstadt im S\u00fcden Spaniens soll <a href=\"https:\/\/www.iberdrola.com\/press-room\/news\/detail\/his-majesty-the-king-inaugurates-green-hydrogen-plant-puertollano\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Europas gr\u00f6\u00dfte Fabrik f\u00fcr klimafreundlich produzierten Wasserstoff<\/a> den Betrieb aufnehmen. Die Regierung in Madrid hat ehrgeizige Pl\u00e4ne &#8211; auch f\u00fcr den Export.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/fabrik-wasserstoff-105_v-gross20x9.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-115122\" width=\"768\" height=\"345\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/fabrik-wasserstoff-105_v-gross20x9.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/fabrik-wasserstoff-105_v-gross20x9-300x135.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/fabrik-wasserstoff-105_v-gross20x9-150x67.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/fabrik-wasserstoff-105_v-gross20x9-768x345.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/09\/fabrik-wasserstoff-105_v-gross20x9-400x180.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Rund 250 Kilometer s\u00fcdlich von Madrid liegt die Stadt Puertollano. Jahrzehntelang war diese Region von der Steinkohle gepr\u00e4gt, in den siebziger Jahren wurde dann das letzte Bergwerk geschlossen. Es entstanden Industrieanlagen, die chemische Produkte aus Erdgas herstellten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch mit den fossilen Brennstoffen soll in Puertollano jetzt Schluss sein: In der spanischen Kleinstadt soll Europas gr\u00f6\u00dfte Fabrik f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff in den Regelbetrieb gehen. Daf\u00fcr investiert das Energieunternehmen Iberdrola&nbsp;im ersten Schritt 150 Millionen Euro, um 3000 Tonnen gr\u00fcnen Wasserstoff zu erzeugen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Solarmodule sind auf R\u00fcckseite lichtempfindlich<\/h3>\n\n\n\n<p>14 Gruppen von Solarpanels schmiegen sich in Puertollano bereits an eine H\u00fcgelkette. Hier startet der ganze Prozess, sagt Ingenieur Carlos Funez von Iberdrola. Die Module k\u00f6nnen sogar das Licht nutzen, das der Boden reflektiert, dann auch die R\u00fcckseite ist lichtempfindlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zu 100 Megawattstunden Strom liefern die Zellen, Pufferakkus k\u00f6nnen ein F\u00fcnftel davon speichern. Nach Sonnenuntergang speisen sie noch einige Zeit Strom in eine unterirdische Leitung. Sie f\u00fchrt zu einem Industriegel\u00e4nde, das von dem kleinen Solarkraftwerk aus zu sehen ist.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/bilder\/solarmodule-103~_v-videowebl.jpg\" alt=\"Gr\u00fcner Strom f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff - die Solarmodule in Puertollano.\" width=\"720\" height=\"405\" title=\"Solarmodule | Reinhard Spiegelhauer\"\/><figcaption>Gr\u00fcner Strom f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff &#8211; die Solarmodule in Puertollano.&nbsp;Bild: Reinhard Spiegelhauer<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Im Herzen der Anlage rauscht Wasserstoffgas in einen der elf wei\u00dfen, senkrecht stehenden Tanks am Rand des Industriegebietes. Fast 25 Meter hoch sind diese Tanks und haben einen Durchmesser von knapp drei Metern. Unz\u00e4hlige Rohrleitungen und Manometer sind zu sehen. Die meisten kommen aus einem gr\u00fcn und wei\u00df gestrichenen Geb\u00e4ude nebenan. Es herrscht ohrenbet\u00e4ubender L\u00e4rm.Gr\u00fcne Wasserstoffanlage Puertollano<\/p>\n\n\n\n<p>In der spanischen Kleinstadt Puertollano&nbsp;hat der Stromversorger Iberdrola die gr\u00f6\u00dfte &#8220;gr\u00fcne&#8221; Wasserstoffanlage f\u00fcr den industriellen Einsatz in Europa in Betrieb genommen.&nbsp;Nach eigenen Angaben investiert das Unternehmen &nbsp;150 Millionen Euro. In der Anlage soll Wasserstoff zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien hergestellt werden. So sollen k\u00fcnftig bis zu 48.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Produktion f\u00fcr D\u00fcngemittelhersteller<\/h3>\n\n\n\n<p>16 gro\u00dfe Elektrolysezellen spalten hier Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff. Mit bis zu 20 Megawatt gr\u00fcnem Strom aus den Solar-H\u00fcgeln. Das ist Weltrekord &#8211; keine andere Anlage ist so leistungsf\u00e4hig. &#8220;Tags\u00fcber geht nur ein Teil direkt zum Verbraucher. Den Rest verdichten und speichern wir in den Tanks. So k\u00f6nnen wir unseren Abnehmer auch in der Nacht beliefern&#8221;, erkl\u00e4rt Carlos Funez.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Abnehmer ist Fertiberia, einer der gr\u00f6\u00dften D\u00fcngemittelhersteller in Spanien. Die Produktionshallen f\u00fcr die D\u00fcnger-Herstellung stehen direkt neben der Anlage f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff. Sie sind riesig &#8211; ebenso wie der Bedarf an Wasserstoff.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00fcner Wasserstoff spart CO2<\/h3>\n\n\n\n<p>Normalerweise wird Wasserstoff aus Erdgas gewonnen. Dieser Prozess hei\u00dft Dampfreformierung. F\u00fcr die gleiche Menge Wasserstoff braucht er doppelt so viel Wasser wie die Elektrolyseanlage. Und es entsteht jede Menge Klimagas.<\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00fcner Wasserstoff ist da deutlich umweltfreundlicher: &#8220;Gr\u00fcner Wasserstoff spart zehn Tonnen Kohlendioxid pro Tonne Wasserstoff ein. Wir werden mit dieser Anlage zwischen zehn und 30.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden&#8221;, sagt Ingenieur Funez.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gr\u00f6\u00dfte Anlage Europas<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Anlage in Puertollano&nbsp;ist die gr\u00f6\u00dfte ihrer Art in Europa. Und deckt damit gerade einmal 10 Prozent des Bedarfs der D\u00fcngemittelfabrik. Trotzdem: Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez glaubt, dass Spanien bei gr\u00fcnem Wasserstoff ganz vorne mitspielen wird &#8211; so wie jetzt schon beim Thema Windkraft.<\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr soll Puertollano ein Paradebeispiel sein. Denn tats\u00e4chlich hat Spanien viele Standortvorteile, unter anderem n\u00e4mlich viel Platz. Hinzu kommt, dass B\u00fcrgerinitiativen gegen Windkraftanlagen oder Solarkraftwerke etwas h\u00f6chst Exotisches in Spanien sind. Darum ist das Vorhaben, preiswerten gr\u00fcnen Strom f\u00fcr die Elektrolyse herzustellen in Spanien durchaus machbar.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Infrastruktur muss gebaut werden<\/h3>\n\n\n\n<p>Hilft das auch der chemischen Industrie in Deutschland? Vielleicht mittel- und langfristig. Spanien kann zum Saudi Arabien des gr\u00fcnen Wasserstoffs werden, glaubt Iberdrola-Ingenieur Funez.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit gr\u00fcner Wasserstoff exportiert werden kann, muss aber noch viel passieren. Es braucht nicht nur mehr und noch gr\u00f6\u00dfere Anlagen, so der Ingenieur: &#8220;Europa arbeitet am &#8216;European Hydrogen Backbone&#8217; &#8211; einem wasserstofff\u00e4higen Pipelinenetz f\u00fcr ganz Europa.&#8221; Erstmal rauscht aber nur ein bisschen gr\u00fcner Wasserstoff in die D\u00fcngerfabrik von Puertollano.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Kleinstadt im S\u00fcden Spaniens soll Europas gr\u00f6\u00dfte Fabrik f\u00fcr klimafreundlich produzierten Wasserstoff den Betrieb aufnehmen. Die Regierung in Madrid hat ehrgeizige Pl\u00e4ne &#8211; auch f\u00fcr den Export. Rund 250 Kilometer s\u00fcdlich von Madrid liegt die Stadt Puertollano. 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