{"id":11473,"date":"2009-01-19T00:00:00","date_gmt":"2009-01-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090119-05n"},"modified":"2009-01-19T00:00:00","modified_gmt":"2009-01-18T22:00:00","slug":"niedersachsen-mais-fuer-biogasanlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/niedersachsen-mais-fuer-biogasanlagen\/","title":{"rendered":"Niedersachsen: Mais f\u00fcr Biogasanlagen"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Anbauzahlen und die hervorragenden Ergebnisse in 2008 untermauern erneut, dass Mais die Hauptkultur f\u00fcr die Biogaserzeugung ist und bleiben wird. \u00dcberdurchschnittliche Ergebnisse vieler neuer Sorten deuten an, dass zuk\u00fcnftig noch bessere Leistungen m\u00f6glich sind. Trotzdem sollten Fruchtfolge und die Einbindung alternativer Fruchtarten nicht aus den Augen verloren werden.<\/b><\/p>\n<p>Die Zahl neuer Biogasanlagen hat 2008 nur einen bescheidenen Umfang erreicht, dennoch ist die Maisanbaufl\u00e4che f\u00fcr die Biomasseproduktion nochmals um ca. 10.000 ha angestiegen. F\u00fcr die ca. 650 Biogasanlagen in Niedersachsen mit einer Leistung von etwa 350 Megawatt wurden ca. 120.000 ha Mais angebaut. Das bedeutet, dass durchschnittlich ca. 175 ha Mais f\u00fcr eine 500 KW-Anlage bestellt wurden. Damit nimmt der Mais nach wie vor die bedeutendste Rolle f\u00fcr die Beschickung der Anlagen ein. Nicht unerw\u00e4hnt bleiben sollte, dass ein zunehmender Anteil der Energielandwirte auch weitere Kulturen, wie Getreide-GPS, Gr\u00fcnlandaufw\u00fcchse, Sonnenblumen und Hirsen als Substrate in ihren Anlagen nutzen, wobei deutliche regionale Unterschiede bestehen.<\/p>\n<p>Die praktischen Erfahrungen der letzten Jahre bei der Auswahl der Sorten hat teilweise zu einem gewissen Umdenken gef\u00fchrt. Viele Landwirte haben erkannt, dass Sorten, die in den offiziellen Landessortenversuchen Silomais ihr Leistungsverm\u00f6gen unter Beweis gestellt haben, auch f\u00fcr Biogasanlagen empfehlenswert sind. Hierbei werden sicherlich vornehmlich die ertrags- und weniger die besonders qualit\u00e4tsbetonten Sorten ber\u00fccksichtigt. <\/p>\n<p>Eine ausf\u00fchrliche Darstellung des g\u00fcnstigen Anbaujahres 2008 mit dem entsprechend hohen Ertragsniveau beim Mais, sowie die Ergebnisse der Silomais-Sortenversuche f\u00fcr die fr\u00fche und mittelfr\u00fche Reifegruppe wurde bereits im Bericht zu den Silomaispr\u00fcfungen vorgenommen. Darin wurde u.a. auch aufgezeigt, dass Sorten der mittelsp\u00e4ten Reifegruppe in klimatisch g\u00fcnstigen Regionen mit einer l\u00e4ngeren Wachstumsdauer ertragliche Vorteile bieten k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Aus diesem Grunde werden im Folgenden die Ergebnisse der mittelsp\u00e4ten Landessortenversuche vorgestellt. Diese Reifegruppe wird ebenfalls in allen Regionen Niedersachsens gepr\u00fcft und bildet in Erg\u00e4nzung mit den Versuchsstandorten aus Nordrhein-Westfalen eine solide Datengrundlage. In Niedersachsen wurden die Versuche in Poppenburg (LK Hildesheim), Werlte (LK Emsland), Stapel (LK Rotenburg-W\u00fcmme), Hamerstorf (LK Uelzen) und Dasselsbruch (LK Celle) angelegt. Aufgrund nur begrenzter Standortergebnisse, ist eine regionsbezogene Anbauempfehlung nicht vorgenommen worden.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend dazu werden im Nachfolgenden auch spezielle Versuche zur Biomasseproduktion vorgestellt. In diesen Versuchen wurden die aus Sicht der Z\u00fcchter bzw. Sortenvertreter interessantesten Sorten und Neuz\u00fcchtungen auf drei Standorten in Niedersachsen und jeweils auf einem Standort in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen mit jeweils 2 Ernteterminen gepr\u00fcft. Die Ergebnisse dieser Versuche bieten eine sinnvolle Erg\u00e4nzung zu den Landessortenversuchen. Sorten, die gleichzeitig im Landessortenversuch stehen, erh\u00f6hen damit ihre Aussagekraft der Landessortenversuchsergebnisse und neue Sorten bzw. Pr\u00fcfst\u00e4mme geben Auskunft \u00fcber das k\u00fcnftige Leistungsverm\u00f6gen neuer Sorten.<\/p>\n<p>Die Sortenbeurteilung bzw. -empfehlung im Sortenratgeber zur Biogasproduktion 2009 basieren auf Grund breiterer Datenbasis in erster Linie auf den Ergebnissen der Landessortenversuche.<\/p>\n<p><b>Parameter zur Sortenbeurteilung<\/b><br \/>Nachdem im vergangenen Jahr die Bewertung der Gasausbeute auf Grundlage bayerischer Untersuchungen mit hinzugezogen wurde, diese im Nachhinein als doch fragw\u00fcrdig angesehen wurden, wird in diesem Jahr auf Aussagen zur Gasausbeute anhand unsicherer Berechungsmodelle verzichtet. Vielmehr sind die Ertrags- und f\u00fcr die Rindviehf\u00fctterung relevante Qualit\u00e4tsparameter dargestellt. Da der \u00fcberwiegende Teil des angebauten Maises f\u00fcr die Biogasanlagen auf Basis der Ertragsleistungen bewertet wird, so steht der Parameter Trockenmasseertrag im Vordergrund. Ertrag alleine reicht jedoch nicht; es muss auch in ung\u00fcnstigen Jahren eine sichere Abreife gew\u00e4hrleistet sein, wobei die Pflanzen zum Zeitpunkt der Ernte \u00fcber eine noch vitale, wenig lignifizierte Restpflanze verf\u00fcgen sollten. Hinweise zum Abreifeverhalten wird in der Darstellung bei den Sortenempfehlungen mit der farblichen Charakterisierung des Abreifeverhaltens der Restpflanze dargestellt. Sorten mit l\u00e4nger gr\u00fcn bleibender Restpflanze, sogenannte Stay Green Typen bieten in der Regel ein breiteres Erntefenster, so dass eine flexiblere Ernte der Sorten m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Um den Mais ohne nennenswerten Sickersaftanfall ernten zu k\u00f6nnen, sind Trockenmassegehalte mit ca. 30 bis 34% anzustreben. In den diesj\u00e4hrigen Sortenversuchen zeigte sich, dass die Sorten \u00fcberdurchschnittlich hohe St\u00e4rkegehalte und damit auch hohe Kolbenanteile an der Gesamtpflanze aufwiesen. In diesem Fall stellen auch h\u00f6here TM-Gehalte von \u00fcber 34% bei st\u00e4rkereichen Silagen kein Problem bei der Silierung dar, da die Restpflanze in der Regel noch wenig Abreifeerscheiungen zum Zeitpunkt der Ernte aufwies. Eine verfr\u00fchte Beerntung mit Trockenmassegehalten von unter 30% bedeutet bei vitalen Best\u00e4nden einen nicht unerheblichen Ertragsverzicht.<\/p>\n<p>Neben dem Trockenmasseertrag sind der Trockenmassegehalt und das Abreifeverhalten der Sorten &#8211; insbesondere in der Restpflanze \u2013 derzeit die wichtigsten Kriterien zur Sortenbewertung. Anlagenbetreiber, die st\u00e4rker qualit\u00e4tsbetonte Sorten f\u00fcr die Beschickung der Biogasanlagen einsetzen m\u00f6chten, k\u00f6nnen durch die Ergebnisse der Qualit\u00e4tsparameter MJ Nel\/kg, St\u00e4rkegehalt bzw. \u2013Ertrag sowie die Restpflanzenverdaulichkeit wichtige Hinweise ablesen.<\/p>\n<p>Es bleibt zu hoffen, dass die umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen zur Ermittlung der Gasausbeute in naher Zukunft aussagekr\u00e4ftige Ergebnisse liefern werden, die vor allem auch auf die praktischen Belange der Biogasanlagen \u00fcbertragbar sind. Auch bei k\u00fcnftiger Ber\u00fccksichtigung der Gasausbeute wird der Trockenmasseertrag nach wie vor eines der wichtigsten Kriterien bei der Sortenwahl bleiben.<\/p>\n<p><b>Landessortenversuch mittelsp\u00e4tes Sortiment<\/b><br \/>Die Bedeutung von Sorten aus dieser Reifegruppe hat in den vergangenen Jahren sp\u00fcrbar zugenommen, vor allem f\u00fcr die Biomasseproduktion. Viele Sorten zeichnen sich dabei dadurch aus, dass sie auf Grund ihrer Wuchsl\u00e4nge als gro\u00dfrahmige und damit massenbetonte Typen anzusprechen sind, die auch \u00fcber ein st\u00e4rkeres &#8220;stay green&#8221;-Verhalten verf\u00fcgen. Die Ergebnisse der vergangenen Jahre, aber auch 2008 zeigen (Tabelle 1), dass L\u00e4nge nicht in jedem Fall mit Spitzenertrag einhergehen muss, sondern letztlich die Waage und nicht der optische Eindruck die tats\u00e4chliche Leistung charakterisiert. Dies gilt auch f\u00fcr die als Energiemaissorten beworbenen Kandidaten.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite sind auch im mittelsp\u00e4ten Sortiment Sorten vorzufinden, die mit Reifezahl S 260 durchaus als Kombinationstypen anzusprechen sind, die sowohl ertraglich, aber auch qualitativ sehr gute Leistungen erbringen. Daher sollten Sorten dieser Reifegruppe nicht ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Biomasseproduktion herangezogen werden, sondern auch f\u00fcr die Rindviehf\u00fctterung finden sich empfehlenswerte Sorten.<\/p>\n<p><b>Sorten f\u00fcr die Biomasseproduktion<\/b><br \/>F\u00fcr die Biomasseproduktion empfehlen sich f\u00fcr den Anbau die ertragsst\u00e4rksten Sorten. Dazu z\u00e4hlt neben den bereits erw\u00e4hnten PR38H20, Kabanas und Ingrid die massenbetonten Sorten Franki, Seiddi, PR38V12, Atletico und Agro Gas. Von den einj\u00e4hrig gepr\u00fcften Sorten erreichten sowohl Aabsolut als auch Busti CS gute Ergebnisse. Zu beachten ist, dass auch im Abreifeverhalten der mittelsp\u00e4ten Sorten relativ gro\u00dfe Unterschiede im Hinblick auf die erreichten TM-Gehalte und im Abreifeverhalten der Restpflanze bestehen. Besonders g\u00fcnstig sind die Sorten einzustufen, die bei hohem Kolbenanteil und gleichzeitig ausgesprochenem &#8216;stay green&#8217; Verhalten ein breites Erntefenster aufweisen, da in diesem Fall h\u00f6here TM-Gehalte ohne die Gefahr st\u00e4rkerer Lignifizierung akzeptiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Ergebnisse der &#8220;Biogas-Sortenversuche&#8221;<\/b><br \/>Wie oben bereits erw\u00e4hnt, wurden diese Versuche auf insgesamt f\u00fcnf Standorten im norddeutschen Raum durchgef\u00fchrt, wobei ein Gro\u00dfteil der Sorten auf allen Standorten identisch war. Von den 5 Pr\u00fcfstandorten befanden sich drei in Niedersachsen und jeweils ein Standort in Nordrhein-Westfalen bzw. in Schleswig-Holstein.<br \/>Die drei Pr\u00fcfstandorte in Niedersachsen waren der humose Sandstandort Wehnen im Landkreis Ammerland, der lehmige Sandstandort Buchholz in der Nordheide im Landkreis Harburg sowie der schwach tonige Schluffstandort Poppenburg in der Hildesheimer B\u00f6rde. Der nordrhein-westf\u00e4lische Standort Seppenrade liegt im Landkreis Coesfeld und hat einen lehmigen Sandboden. In Schuby im Landkreis Schleswig-Flensburg wurde der schleswig-holsteinische Versuch auf einem leichten, humosen Sandboden angelegt.<\/p>\n<p>Da die Sorten eine gro\u00dfe Spannbreite in der Einstufung der Reife aufweisen, wurden die Sorten in 2 Gruppen unterteilt.<\/p>\n<p>Insgesamt wurden in Niedersachsen 27 Sorten in der fr\u00fchen Gruppe mit einer Siloreifezahl bis S 260 und 16 Sorten in einer sp\u00e4ten Gruppe (Siloreifeifezahl ] S 260) getestet. Dabei wurden nicht alle Sorten auch auf allen Standorten gepr\u00fcft, sodass die Aussagekraft einzelner Sortenergebnisse mit abnehmender Standortzahl entsprechend eingeschr\u00e4nkt zu beurteilen ist. Als Vergleichssorten wurden PR39T45 in der fr\u00fchen und Atletico in der sp\u00e4ten Gruppe eingesetzt, wobei beide Sorten in beiden Gruppen als Vergleichssorten mit gepr\u00fcft wurden. Beide Gruppen wurden zu jeweils zwei Ernteterminen, d.h. bei ca. 28-30% TM-Gehalt und bei 32-34% TM-Gehalt beerntet. Beim zweiten Termin der fr\u00fchen Gruppe wurden die sp\u00e4ten Sorten zum 1. Termin geh\u00e4ckselt. Um einen Vergleich zwischen den Reifegruppen vornehmen zu k\u00f6nnen, bildete in der fr\u00fchen Gruppe die Bezugsbasis das Mittel der auf allen Standorten gepr\u00fcften Sorten zum 2. Erntetermin, w\u00e4hrend in der sp\u00e4ten Gruppe die auf allen Standorten gepr\u00fcften Sorten zum 1. Erntetermin als Bezugsbasis gew\u00e4hlt wurden.<\/p>\n<p>Die Ernte erstreckte sich \u00fcber einen Zeitraum vom 8. September bis zum 20. Oktober. Die Erntetermine lagen 7 bis max. 20 (sp\u00e4te Gruppe, Seppenrade) Tage auseinander, wobei die Beerntung auf dem Standort Schuby am 20. September erst begann, als in Wehnen und Poppenburg bereits der 2. Termin beerntet war.<\/p>\n<p>Im Mittel der f\u00fcnf Pr\u00fcfstandorte und Sorten konnte ein sehr hoher Ertrag von \u00fcber 210 dt TM\/ha erzielt werden. Die h\u00f6chsten Ertr\u00e4ge mit \u00fcber 265 dt TM\/ha wurden auf dem Standort Poppenburg bei einzelnen sp\u00e4ten Sorten zum 2. Erntetermin erreicht. Auf dem n\u00f6rdlichsten Standort in Schuby konnten mit ca. 180 dt TM\/ha auch noch hohe Leistungen erzielt werden.<\/p>\n<p><b>Ergebnisse<\/b><br \/>In den Tabellen 2 und 3 sind die Ergebnisse der f\u00fcnf Pr\u00fcfstandorte dargestellt. Neben den Relativertr\u00e4gen der Einzelstandorte wurden auch die Mittelwerte des Trockenmasseertrages und des TM-Gehaltes in der Gesamtpflanze dargestellt. Zus\u00e4tzlich wurde der in der Rindviehf\u00fctterung gebr\u00e4uchliche Qualit\u00e4tsparameter Energiedichte MJ NEL\/kg TM sowie die Energie- und St\u00e4rkeertr\u00e4ge aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>In der &#8220;fr\u00fchen Gruppe&#8221; (bis S 260) wurden von den insgesamt 26 Sorten 23 auf allen f\u00fcnf Standorten gepr\u00fcft. Lavena, Crispi, Subito und EGZ8206 wurden nicht in Schleswig-Holstein und letztere auch nicht in Wehnen angebaut. Im Mittel der Bezugssorten (orthogonaler Block) und Erntetermine wurde ein Trockenmassertrag von 210 dt TM\/ha erzielt. Die Beerntung der Sorten zum 2. Termin bei durchschnittlich 33,9% gegen\u00fcber 31,6% TM-Gehalt beim 1. Termin brachte nur einen geringen Mehrertrag, was sicherlich auf die gute Abreife zum 1. Termin zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>Bei den Sortenertr\u00e4gen f\u00e4llt auf, dass die 5 ertragsst\u00e4rksten Sorten\/Pr\u00fcfst\u00e4mme KXA 7211, AM 6163, LG 3216, Amara und AM 7141 allesamt Neuz\u00fcchtungen sind, die derzeit in Landessortenversuchen noch nicht stehen; ein deutliches Zeichen daf\u00fcr, dass in den kommenden Jahren sehr viel versprechendes Sortenmaterial f\u00fcr die Praxis zu erwarten ist. Sehr positiv zu erw\u00e4hnen ist \u00fcberdies, dass es sich bei diesen Sorten bzw. St\u00e4mmen um Material handelt, welches von der Abreife vornehmlich der mittelfr\u00fchen Reifegruppe zuzuordnen ist.<\/p>\n<p>Aber auch etablierte und erstmalig in Landessortenversuchen stehende Sorten, wie Filippo, Agro Lux, Cristiano, Amaryl, Sebastiano, NK Magitop, Kabanas, und Ingrid lieferten sehr gute Leistungen.<\/p>\n<p>Bei den insgesamt 16 Pr\u00fcfsorten der &#8220;sp\u00e4ten Gruppe&#8221; (] S 260) wurden 9 Sorten orthogonal auf allen Standorten gepr\u00fcft, w\u00e4hrend vornehmlich die sp\u00e4teren Sorten in Schleswig-Holstein nicht angebaut wurden. Insgesamt wurde \u00fcber die f\u00fcnf Orte im Mittel der Bezugsvarianten ein durchschnittliches Ertragsniveau von 215 dt\/ha Trockenmasse erreicht. Damit lag der Durchschnittsertrag lediglich 5 dt\/ha h\u00f6her als bei den fr\u00fcheren Sorten. Es zeigt sich jedoch, dass in dieser Gruppe auf den ertragsst\u00e4rksten Standorten durch den sp\u00e4teren Erntetermin noch deutliche Ertragszuw\u00e4chse erzielt werden konnten. Insgesamt waren die Ertragsunterschiede zwischen den beiden Ernteterminen, die mit durchschnittlich 31,0% bzw. 35,9% TM-Gehalt beerntet wurden, recht bescheiden, weil auf den Standorten Schuby und Buchholz sogar ein gewisser Ertragsr\u00fcckgang festzustellen war.<\/p>\n<p>Auch bei dieser sp\u00e4t abreifenden Sortengruppe erreichten neue Sorten bzw. Pr\u00fcfst\u00e4mme mit Abstand die besten Ertragsleistungen und zeigen auch f\u00fcr diese Reifegruppe positive Ertragsentwicklungen auf. Hierzu z\u00e4hlen AM 7254, Cannavaro, Deco, AM 6221 und AM 6229. Diese Sorten erreichten gegen\u00fcber den derzeit aktuell empfohlenen mittelsp\u00e4ten Sorten PR38V12, Atletico und Agro Gas einen um ca. 20 dt TM\/ha h\u00f6heren Ertrag. Die sehr sp\u00e4t abreifende Sorte PR34B39 mit 27,6% TM-Gehalt erzielte zwar wie im vergangenen Jahr hohe Ertragsleistungen, ein Anbau derart sp\u00e4t abreifender Sorten ist allerdings nicht zu empfehlen. Auf vergleichbarem Ertragsniveau wie PR38V12, Atletico und Agro Gas lagen auch die Sorten MAS 33A, MAS 48V, NX 17066, Cultura, Maxxis, Seiddi und Codisco. NX 17066 fiel dar\u00fcber hinaus durch den h\u00f6chsten St\u00e4rkeertrag und beste Energiedichte auf.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser speziellen Biomasseversuche zeigen auf, dass sowohl in der fr\u00fchen Pr\u00fcfgruppe als auch in der sp\u00e4ten Gruppe sehr ertragsstarke Neuz\u00fcchtungen bzw. Sorten zuk\u00fcnftig zur Verf\u00fcgung stehen k\u00f6nnten. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass ein Gro\u00dfteil dieser Sorten\/Pr\u00fcfst\u00e4mme nicht nur reine massenbetonte Typen sind, sondern dass sie gegen\u00fcber Sorten wie Atletico und Agro Gas auch im St\u00e4rkeertrag und in der Energiedichte verbesserte Ergebnisse zeigten. Eine \u00dcberbewertung dieser positiven Ergebnisse sollte jedoch auch nicht vorgenommen werden, da es sich vornehmlich um einj\u00e4hrige Daten handelt, deren Konstanz k\u00fcnftig unter Beweis gestellt werden muss. Die Ergebnisse deuten tendenziell darauf hin, dass neue f\u00fcr die Biomasseproduktion ausgerichtete Sorten qualitativ gegen\u00fcber den etablierten ertragsbetonten Sorten besser sind und unter g\u00fcnstigen Standortbedingungen ihr Ertragsverm\u00f6gen unter Beweis stellen k\u00f6nnen. Es gilt k\u00fcnftig zu pr\u00fcfen, ob auch unter ung\u00fcnstigeren Standort- und Witterungsbedingungen die Ergebnisse best\u00e4tigt werden.<\/p>\n<p><b>Sortenempfehlungen<\/b><br \/>Grundlage zur Sortenempfehlung f\u00fcr die Produktionsrichtung Biomasseanbau bilden die Ergebnisse aus den Landessortenversuchen. Viele Sorten, die im Landessortenversuch ihr Ertragsverm\u00f6gen mehrj\u00e4hrig gezeigt haben, konnten dieses auch in den Biogassortenversuchen untermauern. Die Ergebnisse aus den Biogassortenversuchen liefern insbesondere f\u00fcr Neuz\u00fcchtungen sehr wertvolle Erkenntnisse, die dann bei Weiterpr\u00fcfungen in Landessortenversuchen mit ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In den dargestellten Sortenempfehlungen f\u00fcr die Biomasseproduktion sind aus jeder Reifegruppe die ertragsst\u00e4rksten Sorten mit zus\u00e4tzlichen Qualit\u00e4tsparametern aufgef\u00fchrt. Dabei sollte vor allem auch das sortenspezifische Abreifeverhalten beachtet werden. Als Qualit\u00e4tsparameter sind die (errechnete) Restpflanzenverdaulichkeit, die Energiedichte, der St\u00e4rkegehalt und der St\u00e4rkeertrag aufgef\u00fchrt. Der Trockenmasseertrag war dabei das wichtigste Entscheidungskriterium. Schw\u00e4chen, wie beispielsweise eine z\u00fcgige Restpflanzenabreife m\u00fcssen bei der Sortenwahl individuell ber\u00fccksichtigt und gewertet werden. Gleichzeitig ist darauf hinzuweisen, dass sicherlich eine Reihe weiterer Sorten, die sich in erster Linie durch eine ausgewogene Leistung von Ertrag und Qualit\u00e4tsmerkmalen f\u00fcr die Rindviehf\u00fctterung empfehlen, sicherlich auch f\u00fcr die Biogasproduktion anbauw\u00fcrdig sind, jedoch aus ertraglicher Sicht nicht zu den st\u00e4rksten Sorten z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Eine zeitige Aussaat vorausgesetzt, kommen vornehmlich ertragsbetonte Sorten der mittelfr\u00fchen Reifegruppe f\u00fcr die Anbauplanung in Frage. Fr\u00fchere Sorten sind auf klimatisch ung\u00fcnstigeren Fl\u00e4chen und bei der Gefahr von Fr\u00fchfr\u00f6sten im Herbst bzw. bei sp\u00e4terer Aussaat im Mai zu bevorzugen. Sorten der mittelsp\u00e4ten Reifegruppe k\u00f6nnen in klimatisch g\u00fcnstigen Lagen mit gesicherter Abreife angebaut werden und dort dann ihr hohes Ertragsverm\u00f6gen nutzen. Um das Ertragsverm\u00f6gen der leistungsstarken Sorten auszusch\u00f6pfen, muss jedoch die N\u00e4hrstoff- und Wasserversorgung gew\u00e4hrleistet sein. Auf den ertragsschw\u00e4cheren leichten Standorten mit regelm\u00e4\u00dfig auftretenden Trockenperioden sind Sorten mit hoher Ertragskonstanz zu bevorzugen.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><br \/>Die hohe Anbaubedeutung des Maises f\u00fcr die Biogasproduktion hat sich durch die Anbauzahlen, aber auch durch die hervorragenden Ergebnisse in 2008 wieder best\u00e4tigt. Insbesondere die \u00fcberdurchschnittlichen Ergebnisse vieler neuer Sorten deuten an, dass zuk\u00fcnftig neue Sorten zur Verf\u00fcgung stehen k\u00f6nnen, die durchaus noch bessere Ergebnisse liefern, ohne auf eine standortangepasste termingerechte Beerntung verzichten zu m\u00fcssen. Die st\u00e4rkeren klimatischen Schwankungen, d. h. ausgedehnte Trockenperioden und intensivere Sonneneinstrahlung bergen die Gefahr, dass in einzelnen Jahren auch Missernten auftreten k\u00f6nnen. Hier gilt es auch im Hinblick auf Risikominderung nicht alles auf eine Karte, sprich Kultur oder Sorte zu setzen. Die trockenen Standorte im nord\u00f6stlichen Niedersachsen k\u00f6nnten davon in st\u00e4rkerem Ma\u00dfe betroffen sein. Hier gilt es auch m\u00f6gliche Anbaualternativen mit in die Planungen aufzunehmen.<\/p>\n<p>Zur F\u00f6rderung der Akzeptanz des Energiepflanzenanbaus sollte der Maisanbau in \u00f6kologisch und \u00f6konomisch sinnvollem Rahmen erfolgen. Fruchtfolgen und die Einbindung alternativer Fruchtarten sind dabei wichtige Ansatzpunkte.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090119-05\/biogas_sotenempfehlung__2009__internet.pdf\" >Biogas Sortenempfehlung 2009<\/a><\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Landwirtschaftskammer Niedersachsen<br \/>Fachbereich Gr\u00fcnland und Futterbau<\/p>\n<p>Carsten Rieckmann<br \/>Tel.: 0511-36 65-13 57<br \/>Fax: 0511-36 65-15 00<\/p>\n<p>Dr. Matthias Benke (Leiter) <br \/>Tel.: 0441-801-420<br \/>Fax: 0441-801-432<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Anbauzahlen und die hervorragenden Ergebnisse in 2008 untermauern erneut, dass Mais die Hauptkultur f&uuml;r die Biogaserzeugung ist und bleiben wird. &Uuml;berdurchschnittliche Ergebnisse vieler neuer<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[547],"class_list":["post-11473","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-landwirtschaftskammer-niedersachsen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11473","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11473"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11473\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11473"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11473"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11473"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11473"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}