{"id":11445,"date":"2009-02-03T00:00:00","date_gmt":"2009-02-02T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090203-03n"},"modified":"2017-12-12T11:45:28","modified_gmt":"2017-12-12T10:45:28","slug":"nachhaltigkeit-der-eigenen-wpc-produktion-einfach-bewerten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltigkeit-der-eigenen-wpc-produktion-einfach-bewerten\/","title":{"rendered":"Nachhaltigkeit der eigenen WPC-Produktion einfach bewerten"},"content":{"rendered":"<p><b>Produkte auf Basis Nachwachsender Rohstoffe haben gro\u00dfes Potenzial, zum bedeutenden Standbein einer nachhaltigen Entwicklung zu werden. Doch welchen Einfluss haben einzelne, insbesondere kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen (KMU) auf die Nachhaltigkeit ihrer bio-basierten Produkte? Welchen Beitrag k\u00f6nnen sie leisten und wie ihre Produktion nachhaltiger gestalten? Bei Produkten aus WPC hilft ein neu entwickeltes Tool des S\u00fcddeutschen Kunststoff-Zentrums (SKZ) bei der Beantwortung dieser Fragen.<\/b><\/p>\n<div style=\"float: right; margin-left: 10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090203-03\/Abb_1_WPC-Extrusion.jpg\" alt=\"WPC-Extrusion &lt;br \/&gt;Bilder: SKZ\" align=\"left\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size: 10px;\" align=\"left\">WPC-Extrusion<br \/>\nBilder: SKZ<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Vor allem f\u00fcr KMU ist es eine Herausforderung, nachhaltiges Wirtschaften in der t\u00e4glichen Praxis umzusetzen \u2013 nicht zuletzt, weil der Begriff zwar in aller Munde ist, meist jedoch wenig greifbar bleibt. Hier l\u00e4sst sich Nachhaltigkeit nur umsetzen, wenn sie messbar und somit bewertbar ist. Methoden wie die \u00d6kobilanz, mit der sich nachhaltige Entwicklung in Teilaspekten quantifizieren l\u00e4sst, erfordern jedoch Ressourcen, die den KMU nicht zur Verf\u00fcgung stehen. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, ein Instrument zu entwickeln, das es WPC-Verarbeitern erlaubt, ihre Produkte und Prozesse eigenst\u00e4ndig zu bewerten. In einem zweij\u00e4hrigen Forschungsprojekt wurden dazu Kosten und Umweltauswirkungen von extrudierten Profilen aus WPC umfassend untersucht.<\/p>\n<p>Ergebnis dieses Projekts ist das Programm Elwood, das Unternehmen den Einstieg in ein Lebenszyklusmanagement f\u00fcr WPC-Produkte erm\u00f6glicht. Lebenszyklusmanagement bedeutet, \u00f6kologische und \u00f6konomische Aspekte eines Produkts \u00fcber seinen gesamten Lebensweg von der Herstellung bis zur Entsorgung zu verfolgen. Eine Besonderheit Elwoods ist, dass mit der WPC-Verarbeitung jene Phase des Lebenswegs fokussiert wurde, auf die Anwender des Programms direkt Einfluss nehmen k\u00f6nnen. Es entstand ein praxisorientiertes Instrument, das auch bei begrenzten M\u00f6glichkeiten und Kapazit\u00e4ten von KMU genutzt werden kann, um nachhaltigere Produkte zu entwickeln.<\/p>\n<p><b>Lebenszyklusmanagement umsetzen<\/b><br \/>\nAls Grundlage der Bewertung dienen die \u00d6kobilanzierung nach DIN EN ISO 14040 und die Lebenszykluskostenrechnung. Die gezielte Vorabdefinition verschiedener Parameter und eine Datenbank mit allen ben\u00f6tigten \u00f6kologischen Kennzahlen vereinfachen und beschleunigen die Analyse f\u00fcr den Anwender stark. Elwood bietet dabei gleichzeitig ein hohes Ma\u00df an Flexibilit\u00e4t. W\u00e4hrend eine einzelne \u00d6kobilanz oder Lebenszykluskostenrechnung stets nur eine genau definierte Produktanwendung betrachtet, kann Elwood f\u00fcr unterschiedliche Anwendungen extrudierter WPC-Profile genutzt werden. \u00d6kobilanz und Lebenszykluskostenrechnung werden jeweils aus den Nutzerangaben und den im Programm hinterlegten Daten berechnet.<\/p>\n<p>Das betrachtete Produktsystem umfasst die WPC-Herstellung und -Verarbeitung, die Entsorgung des Produkts sowie die Transporte zwischen den verschiedenen Abschnitten des Lebenswegs. Die Nutzungsphase eines Produkts kann nicht bilanziert werden, denn sie w\u00fcrde die genaue Definition der Produktanwendung im Vorfeld der Untersuchung erfordern. Alle Kosten und Umweltbelastungen werden bezogen auf die Einheit &#8220;Ein Meter extrudiertes Profil&#8221; bilanziert.<\/p>\n<p>Im ersten Schritt der Analyse werden f\u00fcr ein bestimmtes Referenzprodukt alle relevanten Produkt- und Prozessdaten ermittelt und eingegeben. Wichtige Kenngr\u00f6\u00dfen sind z.B. Materialzusammensetzung und -kosten, Ausschussanteile, Maschinen- und Personalkosten sowie Transporte. Eine besondere Bedeutung kommt dem Energiebedarf bei der WPC-Verarbeitung zu. Denn die Bereitstellung dieser Energie ist prim\u00e4r verantwortlich f\u00fcr die mit der Verarbeitung verbundenen Umweltsch\u00e4digungen. Der Energiebedarf der Verarbeitungsmaschinen wird deshalb als Kenngr\u00f6\u00dfe f\u00fcr die gesamten \u00f6kologischen Auswirkungen der Verarbeitung herangezogen. Auch aus Kostensicht stellt der Energieverbrauch eine wichtige Stellschraube mit erheblichem Reduzierungspotenzial dar.<\/p>\n<p><b>Produktvarianten vergleichen<\/b><br \/>\nIm Anschluss an die Erfassung des Referenzprodukts kann untersucht werden, wie sich die \u00d6kobilanz und Lebenszykluskosten durch \u00c4nderung einzelner oder mehrerer Parameter positiv beeinflussen lassen. Im n\u00e4chsten Schritt werden daher Daten f\u00fcr eine Variante des Produkts eingegeben, die sich z.B. hinsichtlich Rezeptur oder Verarbeitungsverfahren vom Referenzprodukt unterscheidet.<\/p>\n<p>Das Ergebnis dieser vergleichenden Bewertung zweier Produktvarianten ist eine Gegen\u00fcberstellung ihrer \u00d6kobilanzen und Lebenszykluskosten. Anhand der Gesamtkosten ist schnell zu erkennen, wie sich die \u00c4nderungen finanziell auswirken. Eine detaillierte Darstellung einzelner Kostenpositionen offenbart bisher oft unentdeckte Kostentreiber und Einsparpotenziale. Die \u00d6kobilanz gibt Aufschluss dar\u00fcber, wie gro\u00df einzelne Umweltbelastungen im Detail sind und in welchen Phasen des Lebenswegs eines Produkts sie verursacht werden. Mit einer speziell f\u00fcr Elwood entwickelten Darstellung kann zudem auf einen Blick beurteilt werden, wie sich die Umweltbelastung insgesamt \u00e4ndert. Die beiden Produktvarianten werden dabei in Bezug auf acht Umweltproblemfelder, z.B. das Treibhauspotenzial, jeweils mit relativen Kennwerten gegen\u00fcbergestellt. Anschlie\u00dfend werden die Ergebnisse in den einzelnen Umweltproblemfeldern in Relation zum Ausma\u00df der jeweils insgesamt in Deutschland verursachten Umweltsch\u00e4digung gesetzt und daraus Gewichtungsfaktoren ermittelt.<\/p>\n<div style=\"float: left; margin-right: 10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090203-03\/Abb_2_Lebenszyklusmanagement_mit_Elwood.jpg\" alt=\"Lebenszyklusmanagement mit dem Berechnungsprogramm Elwood\" align=\"left\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size: 10px;\" align=\"left\">Lebenszyklusmanagement mit dem Berechnungsprogramm Elwood<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><br style=\"clear: left;\" \/><br \/>\n<b>Der praktische Nutzen im Mittelpunkt <\/b><br \/>\nDie komfortable und effiziente Durchf\u00fchrung des Produktvarianten-Vergleichs war ein wichtiger Ansatzpunkt f\u00fcr die Konzipierung des Programms. Das Ziel lag in erster Linie in einer einfachen Bedienung mit hoher Benutzerfreundlichkeit. Dies konnte erreicht werden, indem:<\/p>\n<ul>\n<li>Elwood mit MS Excel umgesetzt wurde, um Kosten f\u00fcr Software und den Schulungsbedarf zu minimieren,<\/li>\n<li>die relevanten Sachbilanzdaten f\u00fcr die \u00f6kologische Bewertung in einer Datenbank hinterlegt wurden,<\/li>\n<li>die komplexen Abl\u00e4ufe der \u00d6kobilanz und Lebenszykluskostenrechnung automatisch im Hintergrund stattfinden,<\/li>\n<li>die Ergebnisse in einfach zu interpretierenden Darstellungen zusammengefasst werden und<\/li>\n<li>ein Handbuch erstellt wurde, das den Anwender Schritt f\u00fcr Schritt durch das Programm f\u00fchrt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Zeitbedarf, um die Bedienung zu erlernen und die Analyse durchzuf\u00fchren ist daher vergleichsweise gering. Spezifische Vorkenntnisse, die insbesondere f\u00fcr die Erstellung einer \u00d6kobilanz notwendig w\u00e4ren, sind nicht erforderlich.<\/p>\n<p>Mit Elwood ist es erstmals gelungen, ein Lebenszyklusmanagement und damit eine M\u00f6glichkeit zur Nachhaltigkeitsbewertung speziell auf die Anforderungen WPC-verarbeitender KMU auszurichten. Diese k\u00f6nnen eigenst\u00e4ndig \u00f6kologische und \u00f6konomische St\u00e4rken und Schw\u00e4chen ihrer Produkte identifizieren und bewerten. Elwood erm\u00f6glicht damit, Kostensenkungen bei gleichzeitig verminderter Umweltbelastung zu realisieren und so einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten.<\/p>\n<p>Das Programm kann beim SKZ bestellt werden. Interessierte Unternehmen erhalten hier auch weitere Informationen zu Anwendungsm\u00f6glichkeiten und zur Benutzung von Elwood. Das Forschungsvorhaben wurde im Programm zur F\u00f6rderung der &#8220;Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF)&#8221; vom Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Technologie \u00fcber die AiF finanziert (Nr. 14987N). Das SKZ bedankt sich f\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p><b>Ausblick<\/b><br \/>\nDer n\u00e4chste wichtige Schritt bei der Umsetzung eines Lebenszyklusmanagements im Unternehmen ist es, die Nutzungs- und Entsorgungsphase umfassender als bisher einzubeziehen. Viele Produkte k\u00f6nnen ihre Umwelt- und Kostenvorteile erst in der Nutzungsphase realisieren, weil sie z.B. durch ihre lange Lebensdauer oder geringen Pflegeaufwand der Konkurrenz \u00fcberlegen sind. Es besteht auch Bedarf, WPC anderen Werkstoffen wie z.B. Tropenh\u00f6lzern gegen\u00fcberzustellen und zu analysieren, mit welchem Werkstoff und unter welchen Bedingungen sich ein Produkt am nachhaltigsten gestalten l\u00e4sst. Gemeinsam mit interessierten Unternehmen plant das SKZ ein Forschungsprojekt, um diese Fragen zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>\nSKZ<br \/>\nKyra Seibert<br \/>\nFriedrich-Bergius-Ring 22<br \/>\n97076 W\u00fcrzburg<br \/>\nTel. : 0931-41 04-260<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:k.seibert@skz.de\">k.seibert@skz.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Produkte auf Basis Nachwachsender Rohstoffe haben gro&szlig;es Potenzial, zum bedeutenden Standbein einer nachhaltigen Entwicklung zu werden. Doch welchen Einfluss haben einzelne, insbesondere kleine und mittelst&auml;ndische<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[906],"class_list":["post-11445","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-sueddeutsches-kunststoff-zentrum-skz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11445","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11445"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11445\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11445"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11445"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11445"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11445"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}