{"id":11443,"date":"2009-02-04T00:00:00","date_gmt":"2009-02-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20090204-02n"},"modified":"2009-02-04T00:00:00","modified_gmt":"2009-02-03T22:00:00","slug":"fraunhofer-biogas-aus-maisstroh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fraunhofer-biogas-aus-maisstroh\/","title":{"rendered":"Fraunhofer: Biogas aus Maisstroh"},"content":{"rendered":"<p><b>Forscher haben eine Biogasanlage entwickelt, die statt mit Lebensmittel-Rohstoffen nur mit Reststoffen betrieben wird &#8211; Reststoffe werden so zu Wertstoffen. Die Anlage erzeugt 30 Prozent mehr Biogas als bisherige. Eine Brennstoffzelle verstromt das Gas effizient.<\/b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20090204-02\/newsimage.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Bild: Fraunhofer IKTS\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">Bild: Fraunhofer IKTS<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>&#8220;Mais geh\u00f6rt auf den Teller, nicht in Biogasanlagen&#8221;, solche Einw\u00e4nde werden immer \u00f6fter laut. Sie richten sich gegen die Verg\u00e4rung von Lebensmitteln in Biogasanlagen, mit denen Strom und W\u00e4rme erzeugt werden. Gegner bef\u00fcrchten unter anderem, dass diese Energieerzeugung die Lebensmittelpreise nach oben treibt. Forscher des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden haben mit mehreren kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen eine Biogasanlage entwickelt, die g\u00e4nzlich ohne lebensmitteltaugliche Rohstoffe auskommt. &#8220;In unserer Pilotanlage verwenden wir ausschlie\u00dflich Reststoffe aus der Landwirtschaft, etwa Maisstroh, also die Maispflanze ohne Kolben. Wir erzeugen damit 30 Prozent mehr Biogas als in herk\u00f6mmlichen Anlagen&#8221;, sagt Dr. Michael Stelter, Abteilungsleiter am IKTS. Bisher k\u00f6nnen Biogasanlagen nur einen gewissen Anteil an Reststoffen verarbeiten, da sich diese meist schlechter in Biogas umwandeln lassen als etwa reines Getreide oder Mais.<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorteil: Die Verweilzeit der sauer eingelagerten Reststoffe, der Silage, in der Anlage kann um 50 bis 70 Prozent reduziert werden. \u00dcblicherweise g\u00e4rt die Biomasse 80 Tage im Fermenter, wobei Biogas entsteht. Durch eine geeignete Vorbehandlung dauert dies in der neuen Anlage nur noch etwa 30 Tage. &#8220;Maisstroh enth\u00e4lt Zellulose, die nicht direkt vergoren werden kann. In unserer Anlage spalten Enzyme die Zellulose auf, bevor die Silage g\u00e4rt&#8221;, erkl\u00e4rt Stelter.<\/p>\n<p>Auch die Verstromung des Biogases haben die Forscher optimiert. Sie lenken das Gas in eine Hochtemperaturbrennstoffzelle, die einen elektrischen Wirkungsgrad von 40 bis 55 Prozent hat. Zum Vergleich: Der Gasmotor, den man hier \u00fcblicherweise einsetzt, erreicht nur einen Wirkungsgrad von durchschnittlich 38 Prozent. Die Brennstoffzelle arbeitet bei 850 Grad Celsius, die W\u00e4rme eignet sich zum Heizen oder l\u00e4sst sich ins Nahw\u00e4rmenetz einspeisen. Rechnet man den elektrischen und thermischen Wirkungsgrad zusammen, hat die Brennstoffzelle einen Gesamtwirkungsgrad von bis zu 85 Prozent. Der Gesamtwirkungsgrad des Verbrennungsmotors liegt meist bei etwa 38 Prozent, denn seine W\u00e4rme l\u00e4sst sich nur schwer nutzen. <\/p>\n<p>Eine Pilotanlage mit 1,5 Kilowatt elektrischer Leistung, ausreichend f\u00fcr den Bedarf eines Einfamilienhauses, haben die Forscher bereits realisiert. Auf der Hannover-Messe vom 20. bis 24. April stellen die Forscher das Konzept der Anlage vor (Halle 13, Stand E20). In den folgenden Projektphasen wollen die Wissenschaftler die Biogasanlage mit den Industriepartnern schrittweise auf zwei Megawatt hochskalieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Forscher haben eine Biogasanlage entwickelt, die statt mit Lebensmittel-Rohstoffen nur mit Reststoffen betrieben wird &#8211; Reststoffe werden so zu Wertstoffen. 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