{"id":114053,"date":"2022-08-09T07:26:00","date_gmt":"2022-08-09T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=114053"},"modified":"2022-08-04T14:47:43","modified_gmt":"2022-08-04T12:47:43","slug":"nachhaltiges-start-up-aus-kiel-mit-algen-gitarre-spielen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltiges-start-up-aus-kiel-mit-algen-gitarre-spielen\/","title":{"rendered":"Nachhaltiges Start-up aus Kiel: Mit Algen Gitarre spielen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>In der Werkstatt des Kieler Wissenschaftsparks riecht es nach Algen. Im Raum steht ein Ofen, in dem eine gr\u00fcne Masse erhitzt wird. F\u00fcr den Studenten und Start-up-Gr\u00fcnder Salim Dinzad ist es ein Schritt in eine bessere Welt. Sein gro\u00dfes Ziel ist es, Alltagsprodukte aus Plastik zuk\u00fcnftig aus kompostierbaren Rohstoffen herzustellen. Daf\u00fcr nutzt der 24-j\u00e4hrige Reststoffe von Algen oder Kaffee, die er kostenfrei von einer Kosmetikfirma und einer R\u00f6sterei aus Kiel bekommt. Salim schafft aus diesen Abf\u00e4llen Neues und gr\u00fcndet mit der Idee das Start-up &#8220;napur&#8221;. Neben Salim besteht das angehende Start-up aus vier weiteren Kieler Studierenden aus den Bereichen Wirtschaft und Agrarwissenschaften.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/08\/algen254_v-contentxl-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-114075\" width=\"768\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/08\/algen254_v-contentxl-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/08\/algen254_v-contentxl-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/08\/algen254_v-contentxl-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/08\/algen254_v-contentxl-768x432.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/08\/algen254_v-contentxl-400x225.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/08\/algen254_v-contentxl.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aus Alt mach Neu: Abf\u00e4lle wiederverwerten<\/h3>\n\n\n\n<p>&#8220;Wir haben erst mal \u00fcberlegt aus dem Material, das wir haben, was ist das Leichteste, das wir herstellen k\u00f6nnen. Dann dachten wir, ein Plektrum ist zweidimensional und das k\u00f6nnen wir relativ leicht herstellen.&#8221; Gitarrenplektren werden benutzt, um die Saiten einer Gitarre zu spielen. &#8220;Es sind kleine Chips, die in aller Regel aus Plastik bestehen. Nach einer Zeit des intensiven Gitarrenspielens werden sie weggeschmissen. Unsere k\u00f6nnen auf den Kompost&#8221;, erkl\u00e4rt Salim. Die Studierenden experimentieren viel und probieren verschiedene Mischverh\u00e4ltnisse aus Algenresten und dem Bindemittel PLA aus, eine Plastikalternative, die aus Maisst\u00e4rke hergestellt wird. &#8220;Weil es gut ist, wenn wir von diesen Reststoffen, die normalerweise im M\u00fcll landen, m\u00f6glichst viele einsammeln und upcyclen k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Muskelkraft und Lasercutter<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/08\/algen256_v-contentgross.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-114076\" width=\"426\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/08\/algen256_v-contentgross.jpg 568w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/08\/algen256_v-contentgross-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/08\/algen256_v-contentgross-150x85.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/08\/algen256_v-contentgross-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 426px) 100vw, 426px\" \/><figcaption>Vorsichtig holen Salim (links) und Bo das hei\u00dfe Algengranulat f\u00fcr ihre Gitarrenplektren aus dem Ofen.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Das Gemisch aus Algen und Biokunststoff wird so lange im Schmelzofen erhitzt, bis es weich genug ist, um mit einem Eisenblock zu einer Platte geschlagen zu werden. Daf\u00fcr benutzen Salim und sein Teamkollege Bo Schmid-Bonde noch reine Muskelkraft. Danach schneidet ein Lasercutter in Sekundenschnelle und millimetergenau Gitarrenplektren aus der erkalteten, gr\u00fcnen Platte. &#8220;Da kann man dann auch ein bisschen die urspr\u00fcnglichen Ressourcen rausriechen&#8221;, sagt Bo. &#8220;Aber wir wollen nat\u00fcrlich auch nicht, dass die Kunden dann sp\u00e4ter nur Kaffee oder Algen riechen, wenn sie ihre Produkte in der Hand halten.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aller Anfang ist schwer<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Team fand im Mai 2021 zusammen, um abbaubare Plastikalternativen zu schaffen. Die erste Idee, einen kompostierbaren Kaffeebecher herzustellen, musste wieder verworfen werden, da der verwendete Rohstoff Lignin in der Lebensmittelbranche nicht zul\u00e4ssig ist. Doch die Gruppe gab nicht auf. Die L\u00f6sung fanden sie in der Ostsee und einer Kieler Kaffeer\u00f6sterei. Seit drei Monaten stellen sie Gitarrenplektren, Einkaufschips und Brillenetuis aus Algen und Kaffeeresten her. Knappe 1.000 Euro haben sie bisher f\u00fcr Reinigung der Maschinen, Bindemittel und Werbung ausgegeben. Sie finanzieren sich haupts\u00e4chlich \u00fcber gewonnene Wettbewerbe und F\u00f6rderpreise. &#8220;Das Sch\u00f6ne ist, in dieser Nachhaltigkeits-Start-up-Schiene findest du nur nette Menschen, die Bock draufhaben, was zu ver\u00e4ndern und dich zu unterst\u00fctzen&#8221;, freut sich Salim.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Optimistischer Blick in die Zukunft<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Ziel sei auf jeden Fall, mit dem Projekt sp\u00e4ter den Lebensunterhalt bestreiten zu k\u00f6nnen. &#8220;Wir sind da auch ganz optimistisch, weil es einfach mehr Plastikalternativen braucht und die Menschen das immer mehr wollen.&#8221; Mit dem Start-up &#8220;napur&#8221; m\u00f6chten die f\u00fcnf den Zugang dazu erleichtern. Momentan stellen sie die Produkte auf Anfrage her. Um sich zu erweitern, sind sie auf der Suche nach Kooperationen mit Optikern und Musikgesch\u00e4ften und wollen sich schnellere Maschinen anschaffen. F\u00fcr die notwendigen finanziellen Mittel haben sie eine Crowd-Funding-Kampagne ins Leben gerufen und bewerben sich im September auf das Gr\u00fcndungsstipendium Schleswig-Holstein. &#8220;Schleswig-Holstein ist ein guter Standort, denn die Start-up F\u00f6rderung ist super&#8221;, sagt Salim. Mit dem Gr\u00fcndungsstipendium st\u00fcnden den innovativen K\u00f6pfen ausreichend Mittel zur Verf\u00fcgung, um ihren Traum eines nachhaltigen Unternehmens zu verwirklichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Werkstatt des Kieler Wissenschaftsparks riecht es nach Algen. Im Raum steht ein Ofen, in dem eine gr\u00fcne Masse erhitzt wird. F\u00fcr den Studenten und Start-up-Gr\u00fcnder Salim Dinzad ist es ein Schritt in eine bessere Welt. Sein gro\u00dfes Ziel ist es, Alltagsprodukte aus Plastik zuk\u00fcnftig aus kompostierbaren Rohstoffen herzustellen. Daf\u00fcr nutzt der 24-j\u00e4hrige Reststoffe [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"  Mit kleinen Dingen Gro\u00dfes bewirken: Das zeigen f\u00fcnf Studierende aus Kiel, die aus Algen und Kaffeeresten Alltagsprodukte herstellen und mit dieser Idee das Problem Plastikm\u00fcll angehen","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[11861,10681,12875,11841,5885],"supplier":[20805],"class_list":["post-114053","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-algen","tag-biomasse","tag-kompostierbarkeit","tag-kreislaufwirtschaft","tag-pla","supplier-napur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114053","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=114053"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114053\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=114053"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=114053"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=114053"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=114053"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}