{"id":114050,"date":"2022-08-09T07:20:00","date_gmt":"2022-08-09T05:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=114050"},"modified":"2022-08-04T15:01:08","modified_gmt":"2022-08-04T13:01:08","slug":"europaisches-projekt-zur-verstarkten-verwendung-von-recycelten-kunststoffen-in-elektronik-produkten-gestartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/europaisches-projekt-zur-verstarkten-verwendung-von-recycelten-kunststoffen-in-elektronik-produkten-gestartet\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4isches Projekt zur verst\u00e4rkten Verwendung von recycelten Kunststoffen in Elektronik-Produkten gestartet"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.izm.fraunhofer.de\/de\/news_events\/tech_news\/europaeisches-projekt-zur-verstaerkten-verwendung-von-recycelten-kunststoffen-in-elektronik-produkten-gestartet\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.4col.large.jpg\/1658405085358\/INCEACE-Bild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.izm.fraunhofer.de\/de\/news_events\/tech_news\/europaeisches-projekt-zur-verstaerkten-verwendung-von-recycelten-kunststoffen-in-elektronik-produkten-gestartet\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1658405085358\/INCEACE-Bild.jpg\" alt=\"\" width=\"711\" height=\"473\" title=\"INCREACE -Orig\"\/><\/a><figcaption>\u00a9 Fraunhofer IZM<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Als Teil des EU-Aktionsplans zur Kreislaufwirtschaft wurde im Jahr 2018 die Strategie f\u00fcr Kunststoffe verabschiedet: Ihr Ziel ist es, den Anteil recycelter Kunststoffe in neuen Produkten zu erh\u00f6hen. Als zentrales Element soll sichergestellt werden, dass bis 2025 zehn Millionen&nbsp; Tonnen recycelter Kunststoffe in neuen Produkten in den europ\u00e4ischen Markt einflie\u00dfen<sup>1<\/sup>, w\u00e4hrend es 2016 noch weniger als vier Millionen Tonnen waren<sup>2<\/sup>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hintergrund<\/h3>\n\n\n\n<p>2016 sind lediglich 5,3 Millionen Tonnen Kunststoff-Material in die EURecyclinganlagen eingegangen. Nach dem Recyclingprozess verringert sich die Ausbeute an Recyclingkunststoffen \u00fcblicherweise nochmals um die H\u00e4lfte. Es gilt also, die Sammelquote sowie Ausbeute&nbsp; deutlich zu steigern und mehr gesammeltes Material in die Anlagen einzuspeisen, so dass es nicht verbrannt, deponiert oder exportiert wird. Dar\u00fcber hinaus ist es wichtig, die Nachfrage nach recyceltem Kunststoff, besonders bei h\u00f6herwertigen Anwendungen wie Elektro-&nbsp; und Elektronikger\u00e4ten (EEE), anzukurbeln. Derzeit werden recycelte Kunststoffe vorwiegend im Baugewerbe (46%), der Verpackungsindustrie (24%) und in der Landwirtschaft (13%) eingesetzt \u2013 nur 2% der Rezyklate landen aktuell in den EEE. Dies entspricht circa 80.000 Tonnen recycelter Kunststoffe in neuen elektrischen und elektronischen Ger\u00e4ten, das theoretische Marktpotenzial in der EU betr\u00e4gt dabei j\u00e4hrlich rund 2.100.000 Tonnen3.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber das Projekt<\/h3>\n\n\n\n<p>Das INCREACE-Projekt wird von der Europ\u00e4ischen Exekutivagentur f\u00fcr Gesundheit und Digitales (HaDEA) der Europ\u00e4ischen Kommission im Rahmen des Horizon Europe Cluster 4 Programms gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Projekt soll der Einsatz recycelter Kunststoffe in verschiedenen Produkten mittels innovativer und interdisziplin\u00e4rer L\u00f6sungen entlang der Recycling-Wertsch\u00f6pfungskette gesteigert werden. Dieser systemische Rahmen ist in den EEE-Kontext eingebettet. Mit dem Einsatz der Kunststoffe aus EE-Altger\u00e4ten (WEEE) werden im INCREACE-Projekt Bereiche adressiert, in denen der Gebrauch recycelter Kunststoff- Materialien heute noch marginal ist: Im Mittelpunkt des Projekts stehen f\u00fcnf Anwendungsf\u00e4lle, die mitunter komplexe Aspekte&nbsp; im EEE-Bereich wie Lebensmittelkontakt, Medizinanwendungen, Elektrostatische Entladung (ESD) und UL94-Entflammbarkeitsnormen und Hightech-Kunststoffkomponenten in Elektro- und Elektronikger\u00e4ten abdecken. Um die technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen&nbsp; Herausforderungen zu meistern, bringt INCREACE Schl\u00fcsselakteure verschiedener Sektoren wie Forscher*innen, Recycler*innen, Produktdesigner*innen, Komponentenund EEE-Hersteller*innen, Softwareentwickler*innen, ein Extended Producer Responsibility-System sowie&nbsp; Berater*innen zusammen. Technologien und Methoden aus den unterschiedlichen Disziplinen werden kombiniert, um zu demonstrieren, dass gezielte Ma\u00dfnahmen entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette eine effektive L\u00f6sung sind, um mehr Post-Consumer-Kunststoffe&nbsp; in EEE einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Ansatz<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Projektpartner entwickeln neue datenbasierte Sortiersysteme, die verhindern, dass potenziell gef\u00e4hrliche Stoffe in den Kreislauf des Kunststoff-Recyclings gelangen. Zudem kombinieren sie komplement\u00e4re Recyclingtechnologien (mechanisch, chemisch und&nbsp; l\u00f6sungsmittelbasiert), um die Gesamtausbeute bei der Verwertung zu erh\u00f6hen. Die R\u00fcckverfolgbarkeit der Materialien spielt dabei eine entscheidende Rolle. Daher st\u00fctzt sich INCREACE auf einen innovativen Blockchain-Ansatz. Das gesamte Konzept wird auf konkrete&nbsp; Fallbeispiele angewandt und danach validiert. Ebenfalls werden in INCREACE die Auswirkungen systematischer Transformationen in der Kunststoffindustrie aus wirtschaftlichem, regulatorischem, technologischem und materiellem Blickwinkel analysiert. Dar\u00fcber hinaus soll&nbsp; das Projekt Menschen und Gemeinden dazu anregen, die eigene Rolle bei der Umstellung auf Kreislaufwirtschaft und zirkul\u00e4re Kunststoffe zu st\u00e4rken: Beispielsweise durch eine optimierte Sammlung von Kunststoffabf\u00e4llen und eine Steigerung der Nachfrage nach Produkten&nbsp; mit Kunststoffrezyklateinsatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren Verlauf kann die Wirksamkeit der erworbenen Kenntnisse durch gezielte Anregungen zur Standardisierung (z.B. Definition von Rezyklaten, R\u00fcckverfolgbarkeit und Pr\u00fcfverfahren, Qualit\u00e4tskontrolle, Beurteilung der Anwendbarkeit f\u00fcr bestimmte Produkte, etc.), im&nbsp; Rahmen politischer Entscheidungsfindung ebenso wie f\u00fcr die aktive und umfassende Einbindung aller relevanten Interessengruppen als Akteure im Transformationsprozess hin zum Kunststoffkreislauf gesteigert werden. Auf dieser Grundlage leistet INCREACE Beitr\u00e4ge zur EU-Kunststoffstrategie, zum ersten und zweiten Aktionsplan f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft sowie zum Green Deal, der im Besonderen Ma\u00dfnahmen f\u00fcr ressourcenintensive Branchen wie die Elektronik und den Kunststoffsektor vorsieht<sup>4<\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p>In den n\u00e4chsten Monaten werden die Projektpartner technische Anforderungen sowie f\u00fcr die Produktion von Recyclingprodukten notwendige Mengen von Kunststoffabfall definieren, Stakeholder und Wertsch\u00f6pfungsketten f\u00fcr die einzelnen Fallbeispiele erfassen, um dann geeignete Recyclingtechnologien f\u00fcr jede Produktlinie zu identifizieren. Der interdisziplin\u00e4re und datenbasierte Ansatz verspricht, aktuelle Herausforderungen zu meistern und er\u00f6ffnet die Perspektive, Rezyklate zum neuen Rohstoff der Zukunft werden zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Projektpartner<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Fraunhofer-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der angewandten Forschung \u2013<br>(Fraunhofer IZM Koordinator, Fraunhofer IVV Projektpartner)<\/li><li>Vlaamse instelling voor technologisch onderzoek (VITO)<\/li><li>Katholieke Universiteit Leuven &#8211; KU Leuven<\/li><li>Pezy Group<\/li><li>Plastika Skaza<\/li><li>Vorwerk Elektrowerke GmbH<\/li><li>Neste Oyj<\/li><li>Partners for Innovation<\/li><li>Mirec<\/li><li>Cabka Spain Sociedad Limitada<\/li><li>PAS Deutschland GmbH<\/li><li>Universiteit Maastricht<\/li><li>SAP SE<\/li><li>EGEN<\/li><li>Philips Electronics Nederland<\/li><li>Erion Compliance Organization S.c. a r.l.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><sup>1&nbsp;<\/sup>European Commission (2018) \u2013 A European Strategy for Plastics in a Circular Economy \u2013 Annex III (1)<br><sup>2<\/sup>&nbsp;European Commission (2019) \u2013 Assessment report of the voluntary pledges under Annex III of the European<br>Strategy for Plastics in a Circular Economy<br><sup>3&nbsp;<\/sup>PlasticsEurope (2019) &#8211; The Circular Economy for Plastics \u2013 A European Overview (p. 26)<sup><br>4&nbsp;<\/sup>European Commission COM(2019) 640 final \u2013 The European Green Deal<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Gergana Dimitrova<br>Fraunhofer-Institut f\u00fcr Zuverl\u00e4ssigkeit und Mikrointegration IZM<br>Telefon&nbsp;+49 30 46403-7963<br><a>E-Mail: <\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"mailto:gergana.dimitrova@izm.fraunhofer.de\" target=\"_blank\">gergana.dimitrova@izm.fraunhofer.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Teil des EU-Aktionsplans zur Kreislaufwirtschaft wurde im Jahr 2018 die Strategie f\u00fcr Kunststoffe verabschiedet: Ihr Ziel ist es, den Anteil recycelter Kunststoffe in neuen Produkten zu erh\u00f6hen. 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