{"id":11402,"date":"2008-11-03T00:00:00","date_gmt":"2008-11-02T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20081103-05n"},"modified":"2008-11-03T00:00:00","modified_gmt":"2008-11-02T22:00:00","slug":"saarland-waldholz-mit-orc-technik-zu-strom-und-waerme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/saarland-waldholz-mit-orc-technik-zu-strom-und-waerme\/","title":{"rendered":"Saarland: Waldholz mit ORC-Technik zu Strom und W\u00e4rme"},"content":{"rendered":"<p><b>Mit einer Feier zum offiziellen Baubeginn am 3. November auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Bergwerks Warndt startete Evonik New Energies GmbH ein f\u00fcr das Saarland bisher einmaliges Projekt. Das Unternehmen errichtet dort auf 4.500 Quadratmetern mit einem Investitionsaufwand von 12,3 Millionen Euro ein Biomasse-Heizkraftwerk auf Basis von naturbelassenem Holz.<\/b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20081103-05\/Spatenstich03110809Dk.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"von links: Peter Duchene, B\u00fcrgermeister Gemeinde Gro\u00dfrosseln, <br \/>Rainer Gr\u00fcn, Staatssekret\u00e4r Ministerium f\u00fcr Umwelt Saarland,<br \/>Thomas Billotet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung Evonik New Energies GmbH.<br \/>Bild: Evonik&#8221;><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">von links: Peter Duchene, B\u00fcrgermeister Gemeinde Gro\u00dfrosseln, <br \/>Rainer Gr\u00fcn, Staatssekret\u00e4r Ministerium f\u00fcr Umwelt Saarland,<br \/>Thomas Billotet, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung Evonik New Energies GmbH.<br \/>Bild: Evonik<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Auch die Kraftwerkstechnik, der Organic Rankine Cycle (Abk\u00fcrzung ORC), wird erstmals im Saarland eingesetzt. In seiner Begr\u00fc\u00dfungsrede betonte Thomas Billotet, Mitglied der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung Evonik New Energies GmbH, dass Evonik das Projekt zu einem Vorzeigeobjekt im Saarland machen wolle. &#8220;In der guten Tradition, technische Kompetenz in die Entwicklung neuer und zeitgem\u00e4\u00dfer Energiel\u00f6sungen einzubringen, sieht sich Evonik New Energies, und in dieser Tradition steht das Projekt Biomasse-Heizkraftwerk Warndt.&#8221;<\/p>\n<p>Das landeseigene Forstunternehmen SaarForst, das auf dem Gel\u00e4nde eine Scheitholzaufbereitung und Holztrocknung errichtet, beliefert die Anlage pro Jahr mit rund 40.000 Tonnen Holz. Der erzeugte Strom wird nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) ins Netz eingespeist. Die erzeugte W\u00e4rme wird zum gr\u00f6\u00dften Teil in die vorhandenen Fernw\u00e4rmenetze von Gro\u00dfrosseln, Warndt und Velsen eingespeist. Im Sommer wird SaarForst die W\u00e4rme zur Holztrocknung nutzen. Die geplante Strommenge liegt bei rund 13.400 Megawattstunden pro Jahr, die geplante W\u00e4rmeerzeugung bei rund 57.100 Megawattstunden. Mit dem erzeugten Strom k\u00f6nnten rund 3.350 Einfamilienhaushalte, mit der erzeugten W\u00e4rme 3.172 Einfamilienhaushalte versorgt werden. Die neue Anlage wird voraussichtlich im dritten bis vierten Quartal 2009 in Betrieb genommen werden. <\/p>\n<p><b>ORC-Technik f\u00fcr mittleren Leistungsbereich<\/b><br \/>Die ORC-Technik ist ein Verfahren des Betriebs von Dampfturbinen mit einem anderen Arbeitsmittel als Wasserdampf. Statt Wasser wird zum Beispiel Silikon\u00f6l verwendet, das bereits bei niedrigen Temperaturen und Dr\u00fccken verdampft, \u00fcberhitzt und zur Stromerzeugung in der Turbine genutzt werden kann. Diese Technik eignet sich wegen ihrer ausgezeichneten Teillast- und Lastwechself\u00e4higkeit besonders f\u00fcr Kraft-W\u00e4rme- Kopplungsanlagen auf Biomassebasis im mittleren Leistungsbereich (200-2.000 kWel). Bei niedrigen Temperaturen und Druckniveau l\u00e4sst sich ein hoher Gesamtwirkungsgrad erzielen. <\/p>\n<p><b>SaarForst liefert Holzhackschnitzel<\/b><br \/>F\u00fcr den Prozess der Energieerzeugung werden die vom SaarForst gelieferten Holzhackschnitzel mittels Schubboden und Kettenf\u00f6rderer vom Holzbunker in den Biomassekessel bef\u00f6rdert. Dort verbrennt das Holz bei einer Temperatur von bis zu 1.000 Grad Celsius. Die hierbei entstehenden Rauchgase erhitzen in einem Thermo\u00f6lerhitzer Thermo\u00f6l auf bis zu 315 Grad Celsius. Das hei\u00dfe Thermo\u00f6l wird in einen Verdampfer geleitet, wo es das Arbeitsmittel Silikon\u00f6l zum Verdampfen bringt. Der Silikon\u00f6ldampf wird nun in eine Turbine (Axialturbine) geleitet. In der langsam laufenden Axialturbine, in der er unter Entspannung ins Vakuum mechanische Arbeit leistet, erzeugt er im direkt an die Turbine gekoppelten Generator Strom. Das im Turbinenprozess entspannte Silikon\u00f6l gelangt dann in den Regenerator (Vorerw\u00e4rmung f\u00fcr das Kondensat), von hier aus zum Kondensator. Im Kondensator gibt der Silikon\u00f6ldampf seine W\u00e4rme ans Fernw\u00e4rmenetz ab. <\/p>\n<p><b>Zyklonabscheider und Elektrofilter s\u00e4ubern Abluft<\/b><br \/>Die Rauchgase, die bei der Holzverbrennung entstehen, werden in der Rauchgasanlage behandelt. Sie besteht im Wesentlichen aus einem Vorentstauber (Zyklonabscheider) und einem Elektrofilter, der die schadstoffbelasteten Staubteile abscheidet. Als Reststoff verbleibt Flugasche, die entsorgt wird. <\/p>\n<p>Das Biomasse-Heizkraftwerk wurde nach der vierten Bundesimmissionsschutz- Verordnung genehmigt. Die Anlage unterliegt hierbei den Anforderungen der Grenzwerte der TA-Luft. Die Einhaltung der vorgegebenen Emissionsgrenzwerte wird durch regelm\u00e4\u00dfige Messungen \u00fcberwacht. <\/p>\n<p>Die \u00f6kologischen Vorteile des Biomasse-Heizkraftwerkes sind betr\u00e4chtlich. Bei der Verbrennung des Holzes wird nicht mehr Treibhausgas freigesetzt als das Holz bei seinem Wachstum aufgenommen und gespeichert hat. Die CO<sub>2<\/sub>-neutrale Verbrennung erspart der Umwelt im Vergleich zu herk\u00f6mmlich gewonnener Energie im Jahr rund 23.000 Tonnen CO<sub>2<\/sub>. <\/p>\n<p><b>Evonik heute: Zehn Biomasse-Kraftwerke liefern \u00fcber 300 Gigawattstunden Strom<\/b><br \/>Evonik New Energies GmbH geh\u00f6rt in Deutschland zu den gr\u00f6\u00dften Akteuren bei der energetischen Nutzung von Biomasse. Zehn Biomasse-Kraftwerke erzeugten im Jahr 2007 aus rund 400.000 Tonnen Altholz 314,1 Gigawattstunden W\u00e4rme und 307,8 Gigawattstunden Strom. Damit k\u00f6nnen rund 17.500 Einfamilienh\u00e4user mit W\u00e4rme und etwa 77.000 Einfamilienh\u00e4user mit Strom versorgt werden. Gegen\u00fcber herk\u00f6mmlicher Energiegewinnung werden pro Jahr etwa 350.000 Tonnen <sub>2<\/sub> eingespart. Die Anlagen, die Evonik New Energies GmbH zum Teil allein, zum Teil mit Partnern gebaut hat und betreibt, stehen in Neuwied, Gro\u00dfaitingen (Kreis Augsburg), Neufahrn (Kreis Freising), Werl (Kreis Soest), Ilmenau, Traunreut (Kreis Traunstein), Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis), Dresden, Buchenbach (Kreis Breisgau Hochschwarzwald) und L\u00fcnen (Kreis Unna).<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20081103-05\/ppt_Warndt_221008_nx_(5).pdf\" >Pr\u00e4sentation zum Biomasse-Heizkraftwerk Warndt<\/a> (PDF-Dokument, 2,1 MB)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Mit einer Feier zum offiziellen Baubeginn am 3. 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