{"id":11391,"date":"2008-11-07T00:00:00","date_gmt":"2008-11-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20081107-08n"},"modified":"2008-11-07T00:00:00","modified_gmt":"2008-11-06T22:00:00","slug":"bmbf-foerdert-forschungsprojekte-zur-weissen-biotechnologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bmbf-foerdert-forschungsprojekte-zur-weissen-biotechnologie\/","title":{"rendered":"BMBF f\u00f6rdert Forschungsprojekte zur Wei\u00dfen Biotechnologie"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Erbgut vieler Mikroorganismen ist entschl\u00fcsselt \u2013 die Basis daf\u00fcr, dass Produkte der industriellen Biotechnologie entstehen. Nun hat das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) eine neue F\u00f6rderinitiative zur Unterst\u00fctzung anwendungsorientierter Forschungsprojekte mit Mikroorganismen gestartet.<\/b><\/p>\n<p>Bereits seit 2001 unterst\u00fctzt das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) die Erforschung von Mikroorganismen \u2013 zun\u00e4chst um ihren genetischen Grundlagen auf die Spur zu kommen und diese f\u00fcr Medizin, Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Industrie zu nutzen. Innerhalb der F\u00f6rderinitiative &#8220;Genomforschung an Mikroorganismen&#8221; wurde die in Deutschland vorhandene Expertise der Genomforschung an Mikroorganimsen in drei Kompetenzzentren in Bielefeld, G\u00f6ttingen und W\u00fcrzburg geb\u00fcndelt. <\/p>\n<p>Mit unterschiedlichsten Zielstellungen hatten sich die Forscher dort zum Ziel gesetzt, zun\u00e4chst das Potenzial verschiedener ausgew\u00e4hlter Bakterien zu erschlie\u00dfen, die f\u00fcr einzelne Anwendungfelder in Medizin, Landwirtschaft oder Industrie von Interesse waren. Pro Standort haben sich jeweils rund 20 Kooperationspartner aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammengefunden, um an speziellen Fragestellungen in verschiedenen Gruppen zu arbeiten. Die hier aufgebauten Kompetenzen werden inzwischen seit 2006 unter dem Dach der Folgef\u00f6rderinitiative &#8220;GenoMikPlus&#8221; weiter vom BMBF unterst\u00fctzt, um vor allem kommerziell interessante Ergebnisse f\u00fcr den Markt zu entwickeln.<\/p>\n<p><b>Neue F\u00f6rderinitiative &#8220;Anwendungsorientierte Forschung an nicht-pathogenen Mikroorganismen f\u00fcr Gesundheit, Ern\u00e4hrung und ressourceneffiziente Industrieproduktion&#8221;<\/b><br \/>Ein solcher Ansatz wird auch im Rahmen der neuen F\u00f6rderinitiative &#8220;Anwendungsorientierte Forschung an nicht-pathogenen Mikroorganismen f\u00fcr Gesundheit, Ern\u00e4hrung und ressourceneffiziente Industrieproduktion&#8221; verfolgt. Anders als bisher k\u00f6nnen nun auch Forschungsprojekte gef\u00f6rdert werden, die sich nicht nur Bakterien, sondern auch mit anderen Mikroorganismen wie Pilzen oder Hefen besch\u00e4ftigen \u2013 unter Einsatz von neuen Technologien und Methoden aus der Genom-, Metagenom-, Proteom- und Metabolomforschung. Dabei sind vor allem integrative Kooperationen gefragt, die sowohl Mikrobiologie und Molekularbiologie als auch Biochemie, Chemie, Verfahrenstechnik, Biophysik sowie Informatik miteinander verkn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Inhaltlich sind folgende Themenschwerpunkte erw\u00fcnscht:<\/p>\n<ul>\n<li>Funktionelle Genom-, Metagenom-, Proteom-, Metabolom- und Fluxomanalysen an Mikroorganismen mit wichtigen Eigenschaften f\u00fcr Gesundheit, Ern\u00e4hrung und industrielle Verfahren sowie Produkte. Hierbei k\u00f6nnen nicht nur Prokaryonten, sondern auch Eukaryonten wie Hefen und Pilze (keine Pflanzen) bearbeitet werden, sofern der Bezug zur industriellen Produktion besteht (wie z.B. Saccharomyces cerevisiae, Candida rugosa, etc.). Die Vorhaben m\u00fcssen nicht notwendigerweise auf einer bekannten Sequenz aufbauen. Hier k\u00f6nnen auch bestehende Metabolomdatenbanken (sofern vorhanden) benutzt werden. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen nicht nur Endo-Metabolome, sondern auch Exo-Metabolome (z.B. aus dem Habitat) untersucht werden.<\/li>\n<li>Methodenentwicklung im Bereich der Genom-, Proteom- sowie der Metabolom-\/ Fluxomforschung. Dies schlie\u00dft die Entwicklung neuer Expressionssysteme sowie neuer Messverfahren zur quantitativen Erfassung von Metaboliten von der Probennahme, \u00fcber die Probenprozessierung bis zur Probenanalyse und automatisierten Auswertung (Bioinformatik) ein. Auch Methoden zur reversen Genomik k\u00f6nnen hier entwickelt werden<\/li>\n<li>Neue oder neuartige Naturstoffe mit funktionellen Eigenschaften und industrieller Relevanz, welche unter Verwendung mikrobieller Systeme (Prokaryonten und auch Eukaryonten) hergestellt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Einsatz von modernen Methoden der Genomforschung bei mikrobiellen Prozessen; dabei geht es auch um die Kombination von Stammentwicklung und Bioprozesstechnik im Sinne der Optimierung mikrobiologischer Stoffwechselwege.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vorhaben k\u00f6nnen auch integrative Forschungsans\u00e4tze umfassen, die \u00fcber alle Anwendungsfelder zur Verbesserung bestehender oder der Entwicklung neuer mikrobieller Verfahren auf Basis genombasierter Ans\u00e4tze beitragen. Dabei werden auch verbesserte Eigenschaften von Mikroorganismen ber\u00fccksichtigt, die eine deutliche Effizienzsteigerung des jeweiligen Gesamtverfahrens (inklusive Aufarbeitung \u2013 Downstream Processing) zulassen. Auch eine Verkn\u00fcpfung bestehender Verfahren mit Analytikverfahren (Biochips, z.B. elektrisch auslesbare Transkriptomanalyse) mit dem Ziel eines unmittelbaren Eingriffs in den Herstellungsprozess ist darunter zu verstehen.<\/p>\n<p>Antr\u00e4ge k\u00f6nnen f\u00fcr drei Module (A, B, C) beim Projekttr\u00e4ger J\u00fclich eingereicht werden, die unterschiedliche Abgabefristen haben:<\/p>\n<p>Modul A: Transfer (Antragsfrist: 15. Januar 2009)<br \/>Bewerben sollten sich hier Verbundvorhaben aus der akademischen Forschung mit kommerziell interessanten Ideen. Neben der Kooperation von Hochschulen und au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtungen sollte die fr\u00fchzeitige Einbindung von Unternehmen &#8211; insbesondere auch von kleinen und mittleren Unternehmen &#8211; angestrebt werden.<\/p>\n<p>Modul B: Nachwuchsgruppen (Antragsfrist: 15. Januar 2009)<br \/>Hier werden anwendungsorientierte F&#038;E-Projekte von Post-Docs unterst\u00fctzt, die gemeinsam mit Unternehmen durchgef\u00fchrt werden. Hierbei sind insbesondere auch Forscher im Ausland angesprochen, die an eine Einrichtung in Deutschland zur\u00fcckkehren wollen.<\/p>\n<p>Modul C: Industrie (Antragsfrist: 15. Juli 2009)<br \/>In Erg\u00e4nzung zu Modul A k\u00f6nnen sich hier Unternehmen mit Einzel- oder Verbundvorhaben bewerben, die ein F&#038;E-Projekt in den oben genannten Themenschwerpunkten verfolgen wollen, dass auf eine konkrete Produkt- und\/oder Verfahrensentwicklung abzielt.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/foerderungen\/13117.php\" >Offizielle Bekanntmachung des BMBF<\/a><\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Projekttr\u00e4ger J\u00fclich<br \/>Christoph Wennemann<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:c.wennemann@fz-juelich.de\">c.wennemann@fz-juelich.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Das Erbgut vieler Mikroorganismen ist entschl&uuml;sselt &ndash; die Basis daf&uuml;r, dass Produkte der industriellen Biotechnologie entstehen. 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