{"id":11387,"date":"2008-11-11T00:00:00","date_gmt":"2008-11-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20081111-03n"},"modified":"2008-11-11T00:00:00","modified_gmt":"2008-11-10T22:00:00","slug":"algen-gegen-industrieabgase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/algen-gegen-industrieabgase\/","title":{"rendered":"Algen gegen Industrieabgase"},"content":{"rendered":"<p><b>Diese Woche geht eine neuartige Algenzuchtpilotanlage zur CO<sub>2<\/sub>-Konversion in Industrieabgasen in Niederau\u00dfem bei K\u00f6ln in Betrieb. Die Anlage, die Teil des dortigen Braunkohlenkraftwerks der RWE ist, soll Abgase in industriellem Ausma\u00df reduzieren. Laurenz Thomsen, Professor of Geosciences an der Jacobs University Bremen ist der wissenschaftliche Leiter des Projektes.<\/b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20081111-03\/1226053121i8203.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"&copy; Jacobs University Bremen\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">&copy; Jacobs University Bremen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Beteiligt sind auch das Forschungszentrum J\u00fclich sowie die Bremer Phytolutions GmbH. Die CO<sub>2<\/sub>-Abtrennung aus Industrieabgasen wird nach Ansicht von Forschern in Zukunft eine bedeutende Rolle zur Reduktion von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen spielen. Neben chemisch-physikalischen Optionen und der unterirdischen Speicherung werden zunehmend M\u00f6glichkeiten zur Umwandlung und Nutzung von CO<sub>2<\/sub> diskutiert.<\/p>\n<p>Bisher haben Wissenschaftler in erster Linie damit spekuliert, das CO<sub>2<\/sub> wieder in die Erde zu pumpen und dort endzulagern. &#8220;Was uns aber interessiert hat, war die Schaffung eines neuen vollst\u00e4ndigen Kreislaufs, der das CO<sub>2<\/sub> sinnvoll bindet&#8221;, erkl\u00e4rt Thomsen im pressetext-Interview. &#8220;Das Konzept der RWE-Pilotanlage basiert auf dem biochemischen Prozess der Photosynthese, bei dem Pflanzen CO<sub>2<\/sub> aufnehmen und Lichtenergie in chemische Energie umwandeln.&#8221; Im Vergleich zu Landpflanzen haben Mikroalgen eine sieben- bis zehnfach h\u00f6here Wachstumsrate. In Folge bedeutet dies schnelleres Wachstum, st\u00e4rkere Photosyntheseleistung und somit h\u00f6herer CO<sub>2<\/sub>-Verbrauch&#8221;, erkl\u00e4rt der Wissenschaftler.<\/p>\n<p>&#8220;An der Bremer Jacobs University haben wir zun\u00e4chst eine solche Testanlage errichtet, die sich als effektiv herausgestellt hat.&#8221; Die Algen eignen sich f\u00fcr verschiedene Anwendungen. &#8220;Aus den Algen kann man Biotreibstoffe herstellen, man kann sie f\u00fcr die Chemie und in der Biogas-Anlage zur Veredelung verwenden oder man kann aus ihnen Baustoffe fertigen&#8221;, so Thomson. &#8220;Da auf der Erde Wasser zu 98 Prozent als Meerwasser vorliegt, nutzen wir Meeresalgen und ben\u00f6tigen daf\u00fcr lediglich Fl\u00e4chen, die f\u00fcr die Landwirtschaft v\u00f6llig ungeeignet sind.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Das gemeinsame Projekt mit der RWE erm\u00f6glicht es uns, die Forschung und Entwicklung f\u00fcr eine real taugliche Nutzung von Meeresalgen voranzutreiben&#8221;, erkl\u00e4rt Thomsen. In der rund 600 Quadratmeter gro\u00dfen Versuchsanlage kann nun erstmals in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab und unter normalen Bedingungen des Kraftwerksbetriebes das System getestet werden. &#8220;Neben technischen Fragestellungen, die mit der Entwicklung dieser Technologie einhergehen, steht vor allem der Nachweis im Vordergrund, ob die Gesamtenergiebilanz von Algenproduktion und Konversion positiv ist und tats\u00e4chlich eine Netto-CO<sub>2<\/sub>-Minderung erzielt wird&#8221;, meint der Fachmann, der davon ausgeht, dass j\u00e4hrlich ca. 20.000 Tonnen CO<sub>2<\/sub> pro Quadratkilometer gebunden werden k\u00f6nnen. &#8220;Ein weiterer Vorteil einer solchen Anlage sei au\u00dferdem, dass das gesamte Rauchgas f\u00fcr die Algenzucht verwendet werden kann und nicht wie bei Carbo-Capture-Systemen vorher abgeschieden werden muss.&#8221;<\/p>\n<p>Die Pilotanlage erm\u00f6gliche zudem eine Optimierung der gesamten Prozesskette &#8211; von der Algenproduktion bis zum Endprodukt. &#8220;Mit rund 55.000 Litern Algensuspension erlaubt die neue Anlage erstmals die Erprobung und den Einsatz der von der Jacobs University und Phytolutions angepassten und weiterentwickelten Technologie im industriellen Ma\u00dfstab.&#8221; Mit der Anlage k\u00f6nnen pro Jahr bis zu 6.000 Kilogramm Algen (Trockensubstanz) produziert werden. Dadurch werden 12.000 Kilogramm CO<sub>2<\/sub> eingebunden. &#8220;Es ist uns klar, dass es bis zur industriellen Nutzung ein weiter Weg ist, dennoch sehen wir gro\u00dfe Chancen f\u00fcr die Zukunft&#8221;, so Thomson abschlie\u00dfend im pressetext-Interview.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Diese Woche geht eine neuartige Algenzuchtpilotanlage zur CO<sub>2<\/sub>-Konversion in Industrieabgasen in Niederau&szlig;em bei K&ouml;ln in Betrieb. 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