{"id":113858,"date":"2022-08-04T07:35:00","date_gmt":"2022-08-04T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=113858"},"modified":"2022-08-01T14:24:00","modified_gmt":"2022-08-01T12:24:00","slug":"sun-to-liquid-kerosin-direkt-aus-dem-solarturm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sun-to-liquid-kerosin-direkt-aus-dem-solarturm\/","title":{"rendered":"Sun-to-Liquid: Kerosin direkt aus dem Solarturm"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfe Hoffnung der Luftfahrt ist synthetisches, \u00fcber gr\u00fcnen Wasserstoff erzeugtes Kerosin, um auch in Zukunft m\u00f6glichst klimafreundlich fliegen zu k\u00f6nnen. Denn rein elektrische Antriebe werden wegen des hohen Gewichts und mangelnder Energiedichte selbst bester Lithium-Ionen-Batterien h\u00f6chstens f\u00fcr kleine Sportflieger gen\u00fcgen. Gro\u00dfe Passagierjets bleiben dagegen weiterhin auf fl\u00fcssige Treibstoffe angewiesen. Das begehrte Kerosin erzeugte nun eine europ\u00e4ische Forschergruppe allein aus Wasser, Kohlendioxid und solarer Hitze.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/heise.cloudimg.io\/v7\/_www-heise-de_\/imgs\/18\/3\/5\/8\/2\/4\/5\/0\/Solar_tower_fuel_plant_during_operation_CREDIT_IMDEA_Energy.jpg-b853de72fe5cfc79.jpeg?org_if_sml=1&amp;q=85&amp;width=610\" alt=\"\"\/><figcaption>(Bild:&nbsp;IMDEA Energy Institute)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>&#8220;Wir sind die Ersten, die&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.cell.com\/joule\/fulltext\/S2542-4351(22)00286-0?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS2542435122002860%3Fshowall%3Dtrue\" target=\"_blank\">die gesamte thermochemische Prozesskette von Wasser und CO2 bis zum Kerosin in einem Solarturmsystem<\/a>&nbsp;demonstrierten\u201c, sagt Aldo Steinfeld von der Eidgen\u00f6ssischen Technischen Hochschule Z\u00fcrich. Dazu nutzte er mit seinen Kollegen ein Solarkraftwerk in M\u00f3stoles nahe Madrid. 169 Spiegel \u2013 so genannte Heliostate mit jeweils drei Quadratmeter Spiegelfl\u00e4che \u2013 lenken dazu einfallendes Sonnenlicht geb\u00fcndelt auf die Spitze eines Solarturms. Dort befindet sich der Reaktorraum, in dem extrem hohe Temperaturen von bis zu 1.500 Grad Celsius erreicht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_ein_gasgemisch__0\">Ein Gasgemisch im Solarturm<\/h3>\n\n\n\n<p>Herzst\u00fcck des Solarreaktors ist ein gut 18 Kilogramm schwerer Block aus einer hochpor\u00f6sen Ceriumoxid-Keramik. Durch diese Kammer lie\u00dfen die Forscher Kohlendioxid und Wasserdampf str\u00f6men. Dank der hohen Temperatur gab das Ceriumoxid zuerst etwas Sauerstoff ab. Darauf reagierte es sowohl mit Wasser als auch Kohlendioxid und entriss diesen Molek\u00fclen wieder Sauerstoff. Das Ergebnis: ein Gasgemisch aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Dieses Syngas leiteten die Forscher in einen weiteren chemischen Reaktor am Fu\u00dfe des Solarturms. Dort wurde es \u00fcber ein Fischer-Tropsch-Verfahren zu fl\u00fcssigen Treibstoffen wie Kerosin oder Diesel umgewandelt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/3\/5\/8\/2\/4\/5\/0\/The_reactor_contains_a_reticulated_porous_structure_made_of_ceria_CREDIT_ETH_Zurich-c5de74bc3521897d.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/heise.cloudimg.io\/v7\/_www-heise-de_\/imgs\/18\/3\/5\/8\/2\/4\/5\/0\/The_reactor_contains_a_reticulated_porous_structure_made_of_ceria_CREDIT_ETH_Zurich-c5de74bc3521897d.jpg?org_if_sml=1&amp;q=85&amp;width=610\" alt=\"Hochpor\u00f6ses Ceriumoxid-Keramik bildet das Kernst\u00fcck des Solarturms\"\/><\/a><figcaption>Hochpor\u00f6ses Ceriumoxid-Keramik bildet das Kernst\u00fcck des Solarturms. (Bild:&nbsp;ETH Z\u00fcrich)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Noch ist die Effizienz dieser &#8220;Sun to Liquid&#8221;-Methode gering. Aber immerhin konnten 4,1 Prozent der Energie des Sonnenlichts in das Syngas-Gemisch \u00fcberf\u00fchrt werden. Dieser Wirkungsgrad nimmt allerdings bis zum Endprodukte Kerosin noch etwas ab. Steinfeld und Kollegen halten es aber f\u00fcr m\u00f6glich, durch weitere Optimierungen der Prozessschritte und des Keramikblocks einen Wirkungsgrad von bis zu 15 Prozent zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/3\/5\/8\/2\/4\/5\/0\/Solar_reactor_after_exposure_to_concentrated_solar_radiation_CREDIT_ETH_Zurich-4ea6bab17f4d03a6.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/heise.cloudimg.io\/v7\/_www-heise-de_\/imgs\/18\/3\/5\/8\/2\/4\/5\/0\/Solar_reactor_after_exposure_to_concentrated_solar_radiation_CREDIT_ETH_Zurich-4ea6bab17f4d03a6.jpg?org_if_sml=1&amp;q=85&amp;width=610\" alt=\"Der Solarreaktor nach Bestrahlung mit der konzentrierten Solarkraft.\"\/><\/a><figcaption>Der Solarreaktor nach Bestrahlung mit der konzentrierten Solarkraft.(Bild:&nbsp;ETH Z\u00fcrich)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_klimaneutrales__1\">Klimaneutrales Fliegen mit Solarenergie?<\/h3>\n\n\n\n<p>Schritt f\u00fcr Schritt k\u00f6nnte auf den Erfolgen dieses von der EU gef\u00f6rderten Projekts aufgebaut und gr\u00f6\u00dfere Solarturmanlagen konzipiert werden, um die noch hohen Kosten f\u00fcr solar erzeugtes Kerosin drastisch zu senken. Und in nicht allzuferner Zukunft w\u00e4re es ebenfalls m\u00f6glich, ausreichende Mengen an Kohlendioxid f\u00fcr diese Treibstoff-Produktion direkt aus der Luft zu entnehmen. Erste Pilotanlagen f\u00fcr&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Abscheidung-und-Speicherung-So-sieht-der-groesste-CO-Filter-der-Welt-aus-6662049.html\">dieses &#8220;Direct-Air-Capturing&#8221; (DAC) installierte das schweizerische Unternehmen Climeworks bereits auf Island<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Verbrennt das Kerosin danach wieder in den Flugzeugtriebwerken, wird das zuvor entnommene Kohlendioxid wieder in die Atmosph\u00e4re freigesetzt. &#8220;Die \u00d6kobilanz der Produktionskette von solaren Treibstoffen zeigt, dass die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilem Kerosin zu 80 Prozent vermieden werden k\u00f6nnen und dass sie gegen Null gehen, wenn die Materialien f\u00fcr den Bau der Produktionsanlagen wie Glas und Stahl mit erneuerbaren Energien hergestellt werden&#8221;, sagt Steinfeld. Unterm Strich w\u00e4re so ein klimaneutrales Fliegen mit Solarenergie m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gro\u00dfe Hoffnung der Luftfahrt ist synthetisches, \u00fcber gr\u00fcnen Wasserstoff erzeugtes Kerosin, um auch in Zukunft m\u00f6glichst klimafreundlich fliegen zu k\u00f6nnen. Denn rein elektrische Antriebe werden wegen des hohen Gewichts und mangelnder Energiedichte selbst bester Lithium-Ionen-Batterien h\u00f6chstens f\u00fcr kleine Sportflieger gen\u00fcgen. Gro\u00dfe Passagierjets bleiben dagegen weiterhin auf fl\u00fcssige Treibstoffe angewiesen. Das begehrte Kerosin erzeugte nun [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"Eine Pilotanlage in Spanien erzeugt aus Wasser, Kohlendioxid und Solarkraft klimaneutrale, fl\u00fcssige Treibstoffe. 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