{"id":113628,"date":"2022-08-02T07:26:00","date_gmt":"2022-08-02T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=113628"},"modified":"2022-07-27T14:08:51","modified_gmt":"2022-07-27T12:08:51","slug":"pflanzenbasierte-biookonomie-in-der-lausitz-veredlung-von-wirkstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pflanzenbasierte-biookonomie-in-der-lausitz-veredlung-von-wirkstoffen\/","title":{"rendered":"Pflanzenbasierte Bio\u00f6konomie in der Lausitz: Veredlung von Wirkstoffen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/07\/csm_IMG_7895_2f31ad1d35.jpg\" alt=\"Kamillenernte in Proschim. Wie Thymian ist Kamille ein Rohstoff, an dem die Wissenschaftler die Verfahren zur Herstellung \u00e4therischer \u00d6le testen\" class=\"wp-image-113652\" width=\"801\" height=\"534\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/07\/csm_IMG_7895_2f31ad1d35.jpg 900w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/07\/csm_IMG_7895_2f31ad1d35-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/07\/csm_IMG_7895_2f31ad1d35-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/07\/csm_IMG_7895_2f31ad1d35-768x512.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/07\/csm_IMG_7895_2f31ad1d35-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 801px) 100vw, 801px\" \/><figcaption>Kamillenernte in Proschim. Wie Thymian ist Kamille ein Rohstoff, an dem die Wissenschaftler die Verfahren zur Herstellung \u00e4therischer \u00d6le testen (Foto: Stephanie Schulz)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Pflanzenbasierte Wirkstoffe sind aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Grundlage f\u00fcr deren breite Anwendung ist die effiziente Gewinnung dieser Stoffe aus Arzneipflanzen. Arzneipflanzen unterliegen nat\u00fcrlichen Schwankungen in ihrem Gehalt an hochwirksamen Bestandteilen. Durch den Klimawandel und k\u00e4rgere B\u00f6den verringert sich zunehmend die Konzentration dieser Substanzen in den Rohstoffen. Die Qualit\u00e4t des konventionell gewonnenen \u00e4therischen \u00d6ls sinkt. Die Arbeitsgruppe Phytoextraktion des Fachgebiets Prozess- und Anlagentechnik der BTU Cottbus-Senftenberg entwickelt innovative Verfahren, die die vorhandenen Wirkstoffe nahezu vollst\u00e4ndig nutzbar machen und damit wertvolle Extrakte und Destillate erzeugen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In dem Projekt &#8220;Entwicklung eines Verfahrens zur gezielten strukturellen Beeinflussung \u00e4therischer \u00d6le unter Nutzung der Hydrolatphase am Beispiel der Modellpflanze Thymian <em>(Thymus vulgaris L.)<\/em>&#8221; untersuchen die Forschenden herk\u00f6mmliche Verfahren zur Herstellung \u00e4therischer \u00d6le wie die Destillation. In diesem Verfahren wird der erzeugte Wasserdampf durch den Rohstoff Thymian geleitet. Der Wasserdampf reichert sich an, wird abgef\u00fchrt und an anderer Stelle auskondensiert. Durch den Dichteunterschied sondert sich das wirkstoffreiche \u00d6l vom Wasser ab und kann gewonnen werden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8220;Das auskondensierte Wasser wird in diesem Verfahren bisher nicht genutzt&#8221;, sagt der <strong>Leiter der Arbeitsgruppe Dr.-Ing. Constantin Jurischka<\/strong>. &#8220;In diesem Wasser sind aber noch gel\u00f6ste Bestandteile des \u00e4therischen \u00d6ls enthalten.&#8221; Oft sind dies die eigentlichen Wertstoffe. Sie gehen bisher verloren. &#8220;Das in der herk\u00f6mmlichen Destillation anfallende Wasser kann bei unserem Verfahren im Kreislauf gef\u00fchrt werden, was zu einer Beeinflussung der Zusammensetzung des \u00e4therischen \u00d6ls f\u00fchrt&#8221;, beschreibt der Wissenschaftler. &#8220;Das entstandene \u00d6l kann so bis zu einem definierten Wirkstoffgehalt angereichert werden. Das Produkt entspricht dann wieder den vorgegebenen Normen.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dr.-Ing. Constantin Jurischka und sein Team greifen in ihrer Arbeit auf einen umfangreichen Baukasten an individuell anpassbaren Einzelverfahren zur\u00fcck und verkn\u00fcpfen diese Methoden miteinander. Die Forschung der Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Harvey Arellano-Garcia zielt darauf ab, wertgebende, pflanzenbasierte Stoffe und Stoffgruppen aus Arznei- und Gew\u00fcrzpflanzen mit weitreichendem Nutzen und hohem wirtschaftlichen Potential zu identifizieren und gleichzeitig eine stoffschonende Veredlungstechnologie innerhalb k\u00fcrzester Zeit zur Verf\u00fcgung stellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8220;Durch Unsicherheitsfaktoren wie den Klimawandel und die k\u00fcnftige Fl\u00e4chenf\u00f6rderpolitik kann der Anbau von oft an Boden und Standort anspruchslosen Arzneipflanzen mit interessanten Inhaltsstoffen eine Einkommensalternative darstellen&#8221;, so <strong>Jurischka<\/strong>. &#8220;Die Wertsch\u00f6pfung auf konventionell eher ertragskritischen Fl\u00e4chen wird intensiviert und strukturschwache Regionen werden gest\u00e4rkt. Zudem k\u00f6nnen Landwirte durch innovative Verfahren auf den Pestizid-Einsatz verzichten und damit die Biodiversit\u00e4t f\u00f6rdern.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>Das Projekt &#8220;Entwicklung eines Verfahrens zur gezielten strukturellen Beeinflussung \u00e4therischer \u00d6le unter Nutzung der Hydrolatphase am Beispiel der Modellpflanze Thymian (Thymus vulgaris L.)&#8221; wird bis Februar 2023 durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gef\u00f6rdert. Projekttr\u00e4ger ist das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakte<\/h3>\n\n\n\n<p>Prof. Dr.-Ing. Harvey Arellano-Garcia<br>Prozess- und Anlagentechnik&nbsp;<br>T&nbsp;+49 (0) 355 69-1111&nbsp;<br>E-Mail: <a href=\"mailto:arellano-garcia@b-tu.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">arellano-garcia@b-tu.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dr.-Ing. Constantin Jurischka<br>Prozess- und Anlagentechnik&nbsp;<br>T&nbsp;+49 (0) 355 69-4322&nbsp;<br>E-Mail: <a href=\"mailto:Constantin.Jurischka@b-tu.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Constantin.Jurischka@b-tu.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pflanzenbasierte Wirkstoffe sind aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Grundlage f\u00fcr deren breite Anwendung ist die effiziente Gewinnung dieser Stoffe aus Arzneipflanzen. Arzneipflanzen unterliegen nat\u00fcrlichen Schwankungen in ihrem Gehalt an hochwirksamen Bestandteilen. Durch den Klimawandel und k\u00e4rgere B\u00f6den verringert sich zunehmend die Konzentration dieser Substanzen in den Rohstoffen. 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