{"id":11331,"date":"2008-12-08T00:00:00","date_gmt":"2008-12-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20081208-01n"},"modified":"2008-12-08T00:00:00","modified_gmt":"2008-12-07T22:00:00","slug":"eu-10-biokraftstoff-ziel-erweitert-auf-erneuerbare-mobilitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/eu-10-biokraftstoff-ziel-erweitert-auf-erneuerbare-mobilitaet\/","title":{"rendered":"EU: 10%-Biokraftstoff-Ziel erweitert auf Erneuerbare Mobilit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><b>Die EU hat im Rahmen der fortlaufenden Verhandlungen \u00fcber ihr Energie- und Klimapaket ein Abkommen geschlossen, in dem festgelegt wird, dass 10% des in der EU verwendeten Kraftstoffes aus erneuerbaren Quellen kommen muss. Dazu geh\u00f6ren unter anderem Biokraftstoffe, Wasserstoff und \u00f6kologisch erzeugter Strom. Mit diesem Beschluss entfernt sich die EU von ihrem urspr\u00fcnglichen Ziel, dass Biokraftstoffe allein 10% der in der EU verwendeten Kraftstoffe ausmachen sollen.<\/b> <\/p>\n<p>Bis tief in die Nacht dauerten am 3. Dezember 2008 die Verhandlungen zwischen den Vertretern der drei gro\u00dfen EU-Institutionen, bis ein Kompromissabkommen \u00fcber den Anteil von Biokraftstoffen zur Erreichung des Gesamtziels der EU f\u00fcr die Nutzung erneuerbarer Energien erzielt werden konnte. Darin ist vorgesehen, dass 20% des Energiebedarfs der EU bis 2020 mit Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden soll.<\/p>\n<p>Dem abschlie\u00dfenden Kompromiss zufolge soll die EU sicherstellen, dass Biokraftstoffe im Vergleich zu fossilen Brennstoffen mindestens 35% weniger CO<sub>2<\/sub>-Emissionen verursachen, wenn das Gesetz in Kraft tritt. Dieser Wert soll bis 2013 auf 45% und 2017 auf 50% erh\u00f6ht werden. Ab 2017 wird dieser Wert nochmals steigen und dann bei 60% liegen. Das Parlament hatte zuvor gefordert, dass das Ziel unmittelbar auf 45% festgelegt werden solle. <\/p>\n<p>Zwischenziele f\u00fcr Biokraftstoffe der ersten und zweiten Generation, die von den Europaabgeordneten gefordert, von den Mitgliedstaaten aber vehement abgelehnt wurden, wurden aufgegeben. Stattdessen gilt das 10%-Ziel f\u00fcr Biokraftstoffe nun nicht nur f\u00fcr Biokraftstoffe, sondern f\u00fcr alle erneuerbaren Energiequellen, die im Verkehrswesen verwendet werden. So werden beispielsweise elektrisch betriebene Fahrzeuge, die Energie aus erneuerbaren Quellen verwenden, bei der Erreichung der Zielvorgaben ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Bis ganz zum Schluss waren sich das Europ\u00e4ische Parlament und die EU-L\u00e4nder uneins \u00fcber die so genannten Nachhaltigkeitskriterien f\u00fcr Biokraftstoffe und insbesondere \u00fcber die Frage, ob die Auswirkungen der so genannten &#8220;indirekten Landnutzung&#8221; bei der Berechnung der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen, die insgesamt von Biokraftstoffen verursacht werden, ber\u00fccksichtigt werden sollten. Solche indirekten Faktoren sind unter anderem die zus\u00e4tzlichen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen, die durch Entwaldung verursacht werden, sowie h\u00f6her Lebensmittelpreise, wenn Land nicht mehr f\u00fcr die Nahrungsmittelproduktion, sondern f\u00fcr die Herstellung von Biokraftstoffen genutzt wird.<\/p>\n<p>In dem Kompromissabkommen verzichtete man darauf, rechtsverbindliche Aussagen zu den indirekten Auswirkungen der Landnutzung zu machen. Stattdessen wurde die Europ\u00e4ische Kommission dazu aufgefordert, Vorschl\u00e4ge vorzulegen, mit denen die indirekten Folgen der ver\u00e4nderten Nutzung des Landes f\u00fcr die Herstellung von Biokraftstoffen, begrenzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Hintergrund<\/b><br \/>Angesichts der steigenden \u00d6lpreise, der Frage der Energiesicherheit und des Klimawandels schlug die Europ\u00e4ische Kommission am 23. Januar 2008 vor, bis 2020 den Anteil von Biokraftstoffen im Verkehrswesen auf 10% zu erh\u00f6hen. Allerdings kamen sp\u00e4ter Bedenken auf, dass die Lebensmittelpreise steigen und die biologische Vielfalt bedroht werden k\u00f6nne, wenn Land f\u00fcr die Produktion von Biokraftstoffen verwendet wird. Diese Bedenken sowie fragw\u00fcrdige Werte zur Reduzierung von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen f\u00fchrten dazu, dass gefordert wurde, die Zielvorgaben herabzusetzen oder sogar g\u00e4nzlich aufzugeben.  <\/p>\n<p>Der Ausschuss f\u00fcr Industrie und Energie des Europ\u00e4ischen Parlaments, bekr\u00e4ftigte das Ziel von 10% f\u00fcr das Jahr 2020, forderte jedoch, dass mindestens 40% dieser Zielvorgabe durch die Verwendung von Biokraftstoffen der zweiten Generation oder mit Autos, die mit &#8220;gr\u00fcnem&#8221; Strom oder Wasserstoff betrieben werden k\u00f6nnen, erreicht werden m\u00fcssten. F\u00fcr die Herstellung dieser Biokraftstoffe d\u00fcrfen au\u00dferdem weder Land noch Rohstoffe verwendet werden, die auch zur Lebensmittelproduktion h\u00e4tten genutzt werden k\u00f6nnen. Die Europaabgeordneten sprachen sich au\u00dferdem f\u00fcr strenge &#8220;Nachhaltigkeitskriterien&#8221; aus. Unter anderem m\u00fcssen die Biokraftstoffe demnach mindestens 45% weniger CO<sub>2<\/sub>-Emissionen verursachen als fossile Brennstoffe im Vergleich.<\/p>\n<p><b>N\u00e4chste Schritte<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>8. Dezember 2008: Voraussichtliche Einigung bez\u00fcglich des Entwurfs der EU-Politik f\u00fcr Biokraftstoffe im Rat <\/li>\n<li>16. und 17. Dezember 2008: Erste Lesung, Debatte und Abstimmung \u00fcber das Dossier im Parlamentsplenum<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die EU hat im Rahmen der fortlaufenden Verhandlungen &uuml;ber ihr Energie- und Klimapaket ein Abkommen geschlossen, in dem festgelegt wird, dass 10% des in der<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[2317,1917],"class_list":["post-11331","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-european-commission","supplier-european-patent-office-epo"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11331","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11331"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11331\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11331"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11331"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11331"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11331"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}