{"id":11326,"date":"2008-12-10T00:00:00","date_gmt":"2008-12-09T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20081210-04n"},"modified":"2008-12-10T00:00:00","modified_gmt":"2008-12-09T22:00:00","slug":"waerme-und-duenger-aus-biomasse-mit-neuem-pyrolyseverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/waerme-und-duenger-aus-biomasse-mit-neuem-pyrolyseverfahren\/","title":{"rendered":"W\u00e4rme und D\u00fcnger aus Biomasse mit neuem Pyrolyseverfahren"},"content":{"rendered":"<p><b>Mit einem neuartigen f\u00fcr die Fachhochschule Bingen patentierten Verfahren k\u00f6nnen insbesondere biologische Abfall- und Reststoffe durch Pyrolyse mit nachgelagerter flammloser Oxidation (Flox) zur Energieerzeugung eingesetzt werden. Nebenprodukt dieses umweltschonenden Verfahrens ist ein wertvoller kohlenstoff- und mineralienhaltiger D\u00fcnger, der der Natur wieder zugef\u00fchrt werden soll. Die Pilotphase auf der Kl\u00e4ranlage Untere Selz in Ingelheim, bei der mit einem Pyrolysereaktor Kl\u00e4rschlamm energetisch verwertet wurde, ist abgeschlossen und lieferte \u00fcberzeugende Ergebnisse.<\/b><\/p>\n<p>Im landwirtschaftlich gepr\u00e4gten Rheinland-Pfalz gibt es viele Abfall- oder Nebenprodukte, die als regenerative Brennstoffe genutzt werden k\u00f6nnten. Dazu z\u00e4hlen Stroh, Rapspresskuchen, Gr\u00fcnschnitt, Trester oder Kl\u00e4rschlamm als kohlendioxidneutrale Bioenergietr\u00e4ger, wovon insbesondere Kl\u00e4rschlamm ganzj\u00e4hrig verf\u00fcgbar ist. &#8220;Problematisch bei der thermischen Verwertung solcher Biomassearten sind zum einen der hohe Ascheanteil, der f\u00fcr hohe Staubemissionen und Verschlackungsprobleme verantwortlich ist, und zum anderen der Stickstoffgehalt, der an der Oxidation teilnimmt und damit die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte erschwert&#8221;, wei\u00df Professor Dr. Winfried Sehn. Mit seinem Mitarbeiter Helmut Gerber suchte er nach Alternativen. <\/p>\n<p>In dem an der FH Bingen entwickelten Biomasse-Pyrolysereaktor werden die chemischen Verbindungen der Biomasse thermisch aufgespalten \u2013 pyrolysiert \u2013 und das dabei entstehende Pyrolysegas mit flammloser Oxidation im innovativen Flox-Brenner (Flox = flammlose Oxidation) bei geringen Emissionen verbrannt. Die W\u00e4rme kann \u00fcber Stirling- oder Dampfmotoren zur Stromerzeugung genutzt oder zur Trocknung der Biomasse eingesetzt werden. Das Verfahren erlaubt Optimierung in zwei Richtungen: Eine optimale Energieausbeute aus der Biomasse bei geringem Kohlenstoffanteil in der Asche oder einen hohen Kohlenstoffanteil bei reduzierter Energieerzeugung. Wird der Ertrag an thermischer Energie auf ein Drittel des Heizwertes der eingesetzten Biomasse abgesenkt, bleibt 27 Prozent des Kohlenstoffs in fester Form zusammen mit den Mineralstoffen in der Asche \u00fcbrig. <\/p>\n<p>Getestet wurde an einer Pilotanlage mit einer Leistung von 100 Kilowatt. Dieses Verfahren der energetischen Nutzung von Bioenergietr\u00e4gern eignet sich hervorragend zum dezentralen Einsatz, dort, wo die Brennstoffe verf\u00fcgbar sind und Energie ben\u00f6tigt wird. Das erspart weite Transportwege und entlastet zus\u00e4tzlich die Umwelt. Gerade f\u00fcr die Kl\u00e4rschlammentsorgung kleiner Kommunen b\u00f6te das neue Verfahren eine Alternative, da die M\u00f6glichkeiten der landwirtschaftlichen Nutzung erhalten und sogar verbessert w\u00fcrden, z\u00e4hlt Sehn weitere Vorteile auf. Die Reststoffe sind hygienisch unbedenklich und als D\u00fcnger verbessern sie die Bodenqualit\u00e4t. Als ein wesentlicher Zusatzeffekt wird ein Teil des durch Photosynthese in der Pflanze gebunden Kohlendioxids im Boden eingelagert (sequestriert).<\/p>\n<p>Dr. Sehn und seine Projektpartner sind sich einig: &#8220;Das patentierte Verfahren hat das Potenzial zur umweltgerechten und \u00f6konomischen Nutzung von Biomassereststoffen und bietet damit insbesondere eine Alternative zur bisherigen Kl\u00e4rschlammentsorgung&#8221;. Sie blicken optimistisch in die Zukunft, 2009 k\u00f6nnte die Anlage auf den Markt kommen. Anfragen von Kaufinteressenten gebe es bereits, so Sehn.<\/p>\n<p>Im Rahmen eines vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rderten Projekts wird an der FH Bingen unter Mitwirkung der Universit\u00e4ten Dortmund und Bayreuth sowie von Partnern aus dem Bereich der KMU die Anlage inzwischen als Blockheizkraftwerk aufgebaut . \u00dcber einen Dampfkraftprozess soll damit Strom erzeugt und die Pyrolysereste auf ihre Eignung als Terra Preta untersucht werden. Terra Preta wurde bereits von Indios vor 700 Jahren eingesetzt, um mit Holzkohle die Urwaldb\u00f6den dauerhaft fruchtbar zu machen und die Auswaschung von N\u00e4hrstoffen zu verhindern.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"http:\/\/www.pyreg.de\/\" >PYREG-Verfahren zur thermischen Verwertung von Biomasse<\/a><\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b> <br \/>FH Bingen <br \/>Professor Dr. Winfried Sehn<br \/>Tel.: 06721-40 94 44<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:sehn@fh-bingen.de\">sehn@fh-bingen.de<\/a><br \/>Helmut Gerber<br \/>Tel.: 06721-40 92 30<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:gerber@fh-bingen.de\">gerber@fh-bingen.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Mit einem neuartigen f&uuml;r die Fachhochschule Bingen patentierten Verfahren k&ouml;nnen insbesondere biologische Abfall- und Reststoffe durch Pyrolyse mit nachgelagerter flammloser Oxidation (Flox) zur Energieerzeugung eingesetzt<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[187,8091,655,911],"class_list":["post-11326","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-fachhochschule-bingen","supplier-universitaet-bayreuth","supplier-universitaet-dortmund"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11326","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11326"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11326\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11326"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11326"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11326"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}