{"id":112809,"date":"2022-07-19T07:37:00","date_gmt":"2022-07-19T05:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=112809"},"modified":"2022-07-14T14:46:17","modified_gmt":"2022-07-14T12:46:17","slug":"materialien-auf-pilzbasis-vielversprechend-fur-die-praxis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/materialien-auf-pilzbasis-vielversprechend-fur-die-praxis\/","title":{"rendered":"Materialien auf Pilzbasis vielversprechend f\u00fcr die Praxis"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/fungifacturing\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.4col.large.jpg\/1656652612078\/PI-FungiFacturing-3D-druck-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/fungifacturing\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1656652612078\/PI-FungiFacturing-3D-druck-3.jpg\" alt=\"3D-Druck der biobasierten Paste\" width=\"360\" height=\"270\" title=\"3D-Druck der biobasierten Paste\"\/><\/a><figcaption>3D-Druck der biobasierten Paste\u00a0\u00a9 Fraunhofer UMSICHT<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Weg von fossilen Rohstoffen und deren Knappheit \u2013 hin zu bisher ungenutzten Rohstoffen aus Pflanzen und Pilzen. Um diesen Wandel zu nachwachsenden Roststoffen zu unterst\u00fctzen, hat das Fraunhofer UMSICHT im Projekt \u00bbFungiFacturing\u00ab Pilzwerkstoffe untersucht, die aus Reststoffen wie Stroh oder Holzsp\u00e4ne bestehen. Zum Abschluss des Vorhabens zeigen die Forschenden, dass sie neben einem Schallabsorber auf Pilzbasis auch weitere biobasierte L\u00f6sungen f\u00fcr die Bauindustrie entwickelt haben.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Werkstoff aus pflanzlichen Rohstoffen und Pilzmyzel als Double-Porosity-Schallabsorber &#8211; so lautete das Ziel des Projektes FungiFacturing von August 2019 bis Juli 2021. \u00bbPilzwerkstoffe stellen eine biobasierte Alternative zu konventionellen Materialien wie Polyestersch\u00e4umen oder Verbundstoffen auf Mineralbasis dar\u00ab, erkl\u00e4rt Julia Krayer, Biodesignerin am Fraunhofer UMSICHT. \u00bbDer Schallabsorber besteht aus Pilzen und pflanzlichen Reststoffen. S\u00e4gesp\u00e4ne, Treber aus der Bierproduktion oder Stroh nutzen wir als N\u00e4hrboden, um die Pilze zu z\u00fcchten und nutzen zu k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die richtige Rezeptur f\u00fcr Paste und 3D-Druck<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/fungifacturing\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent2\/image.img.4col.large.jpg\/1656652612078\/PI-nachhaltige-baustoff-styropor-pilzmyzelien.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/fungifacturing\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent2\/image.img.jpg\/1656652612078\/PI-nachhaltige-baustoff-styropor-pilzmyzelien.jpg\" alt=\"Nach dem Trocknen im Ofen hat der nachhaltige Baustoff \u00e4hnliche D\u00e4mmwerte wie Styropor\" width=\"360\" height=\"270\" title=\"Getrockneter Pilzwerkstoff\"\/><\/a><figcaption>Nach dem Trocknen im Ofen hat der nachhaltige Baustoff \u00e4hnliche D\u00e4mmwerte wie Styropor.\u00a0\u00a9 Fraunhofer UMSICHT<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Gestartet haben die Forschenden des Fraunhofer UMSICHT das Projekt mit der Entwicklung einer pilzbasierten Paste, die mittels eines 3D-Druckverfahrens in die gew\u00fcnschte Form gebracht werden konnten. Parallel dazu haben sie die Bewachsbarkeit der Paste untersucht. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbWir haben dabei festgestellt, dass der Pilz erfolgreich auf dem Treber w\u00e4chst\u00ab, erl\u00e4utert <strong>Lina Vieres, Biologin am Fraunhofer UMSICHT<\/strong>. \u00bbAllerdings behindert der Treber den Druckvorgang durch die enthaltenen Spelzen. Daher verzichten wir auf ihn als Substratzugabe und haben weitere Rezepturen mit Stroh und Holzsp\u00e4nen getestet.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Rezeptur und Grundsubstrat haben gleichzeitig auch Auswirkungen auf die akustische Leistung des Materials. Hier stellte sich beispielsweise heraus, dass sich die sehr feinen Fasern f\u00fcr den Druck sehr vorteilhaft zeigen. F\u00fcr die Akustik sind die Fasern aber eher hinderlich. Ebenso behinderten sie das Pilzwachstum, da dieser auf einen Gasaustausch in dem Material angewiesen ist. Mithilfe einer genauen Abstimmung zwischen Paste, Pilzwachstum, Eigenschaften und 3D-Druck haben die Forschenden eine L\u00f6sung gefunden: eine durchwachsbare, druckbare Paste.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ein Gesch\u00e4ftsmodell f\u00fcr Pilzrohstoffe<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Ergebnis haben die Forschenden anschlie\u00dfend auf einem Workshop im Impact Hub Essen interessierten Personen pr\u00e4sentiert. So pr\u00fcften die Projektmitarbeitenden die gesellschaftliche Akzeptanz f\u00fcr alternative Rohstoffe. Mit einer \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Bewertung des Produktes identifizierten sie au\u00dferdem die energiereichen Schritte und ordneten das Produkt in den bereits bestehenden Markt. Basierend auf allen Ergebnissen haben die Forschenden abschlie\u00dfend ein Gesch\u00e4ftsmodell f\u00fcr Pilzmaterialien erstellt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mehr als ein Schallabsorber<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/fungifacturing\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent3\/image.img.4col.large.jpg\/1656652612078\/PI-Prototyp-daemmplatte-myzelien.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/pressemitteilungen\/2022\/fungifacturing\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent3\/image.img.jpg\/1656652612078\/PI-Prototyp-daemmplatte-myzelien.jpg\" alt=\"Prototyp einer D\u00e4mmplatte aus Myzelien\" width=\"360\" height=\"270\" title=\"Prototyp einer D\u00e4mmplatte aus Myzelien\"\/><\/a><figcaption>Prototyp einer D\u00e4mmplatte aus Myzelien \u00a9 Fraunhofer UMSICHT<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die im Projekt FungiFacturing getesteten Werkstoffe besitzen weiterhin vielversprechende Eigenschaften in Bezug auf Druckfestigkeit, W\u00e4rmed\u00e4mmung und Brandverhalten. \u00bbMit diesen Eigenschaften eigenen sich Pilzwerkstoffe f\u00fcr weit mehr als nur Schallabsorber\u00ab, betont Krayer. Die Werkstoffe seien beispielsweise druckstabil und besitzen gute w\u00e4rmed\u00e4mmende Eigenschaften, die mit Holzfaserd\u00e4mmplatten vergleichbar sind. In Brandversuchen sind keine offenen Flammen aufgetreten, und der Pilzwerkstoff l\u00e4sst sich leicht am Anwendungsort anbringen. Pilzwerkstoffe k\u00f6nnen also auch in der Praxis leicht angewendet werden z.B. auch als W\u00e4rmed\u00e4mmstoffe.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weiterentwicklung des FungiFacturing-Ansatzes<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Projektergebnisse zeigen, dass sich der entwickelte Prozess auf viele verschiedene Anwendungen und Werkstoffe \u00fcbertragen l\u00e4sst. Neben 3D-Druck sind weitere Herstellungsprozesse sowohl f\u00fcr pilzbasierte, als auch rein pflanzliche Pastenwerkstoffe denkbar. Das Fraunhofer UMSICHT pr\u00fcft dazu nun verschiedene Produktionsverfahren und deren Ergebnisse.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber ein Fraunhofer-internes Projekt entwickeln die Forschenden Pilzprodukte nun im Hinblick auf Rezeptur und Fertigungstechnik weiter. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf der Nutzung lokaler Reststoffe und der Auswirkung von brandhemmenden Mitteln auf das Pilzwachstum.<strong>&nbsp;<\/strong>Auch eine Praxisanwendung in der Industrie ist aufgrund gro\u00dfer wirtschaftlicher Interessen nicht auszuschlie\u00dfen. Dabei steht aber weiterhin eine \u00f6kologisch vertr\u00e4gliche Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mehr erfahren<\/h3>\n\n\n\n<p>Wer mehr \u00fcber Pilzstoffe und deren Eigenschaften erfahren m\u00f6chte, findet Antworten in der aktuellen Podcast-Folge von Ausgesprochen UMSICHTig. Hier erkl\u00e4ren die Forscherinnen Julia Krayer und Lina Vieres, warum ihr Projekt doppelt nachhaltig ist und wie sie den Forschungsprozess selbst erlebt haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weg von fossilen Rohstoffen und deren Knappheit \u2013 hin zu bisher ungenutzten Rohstoffen aus Pflanzen und Pilzen. Um diesen Wandel zu nachwachsenden Roststoffen zu unterst\u00fctzen, hat das Fraunhofer UMSICHT im Projekt \u00bbFungiFacturing\u00ab Pilzwerkstoffe untersucht, die aus Reststoffen wie Stroh oder Holzsp\u00e4ne bestehen. 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