{"id":11263,"date":"2008-10-08T00:00:00","date_gmt":"2008-10-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20081008-05n"},"modified":"2008-10-08T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-07T22:00:00","slug":"oeko-schuhe-als-trend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oeko-schuhe-als-trend\/","title":{"rendered":"\u00d6ko-Schuhe als Trend"},"content":{"rendered":"<p><b>Wer sein Naturmode-Outfit mit nachhaltig produzierten Schuhen komplettieren will, kann heute aus einer gro\u00dfen Vielfalt ausw\u00e4hlen. Pflanzlich oder mineralisch gegerbtes Leder, umweltfreundliche F\u00e4rbungen und individuelles Design stehen bei den \u00f6kologischen Herstellern im Vordergrund. Was aber hei\u00dft hier eigentlich \u00f6kologisch? Die gr\u00fcne EU-Blume, das europ\u00e4ische Umweltsiegel, ist auf dem Schuhmarkt eine echte Rarit\u00e4t. Schuhe, die den Anforderungen dieses G\u00fctesiegels entsprechen, gibt es bislang nur in Italien, Portugal und Spanien.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Camper&#8221;, ein spanisches Unternehmen mit Sitz auf Mallorca, ist eine dieser Ausnahmen. F\u00fcr sein Modell &#8220;Camele\u00f3n&#8221; erhielt Inhaber Lorenzo Fluxa 1999 als erster Schuhproduzent in Europa das EU-Umweltsiegel. Er kopierte die selbstgebastelte Fu\u00dfbekleidung der Insel-Bauern und vern\u00e4hte grobe Leinwand- und Lederst\u00fccke mit Resten alter Autoreifen. Heute sind Schuhe von Camper weltweit in \u00fcber 70 L\u00e4ndern erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20081008-05\/inga-thomas01.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Modellschuhe von Inga Thomas, Foto: Justin Winz\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">Modellschuhe von Inga Thomas, Foto: Justin Winz<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>F\u00fcr das EU-Umweltsiegel gelten festgelegte Kriterien. So sind Obergrenzen f\u00fcr chemische R\u00fcckst\u00e4nde wie Chrom, Arsen und Blei definiert. Der Einsatz von Formaldehyd und fl\u00fcchtigen L\u00f6semitteln, wie man sie zum Beispiel in Klebern findet, ist eingeschr\u00e4nkt. Azo-Farbstoffe und Krebs erregende Konservierungsmittel wie Pentachlorphenol sind nicht erlaubt. Auch m\u00fcssen die Abw\u00e4sser der Gerberei aufbereitet werden, die Schuhe einer Mindestbelastbarkeit standhalten, und die Schuhkartons aus Recyclingmaterial hergestellt sein.<\/p>\n<p><b>Das Feinste, was die Natur zu bieten hat<\/b><br \/>Die gesundheitlichen und \u00f6kologischen Vorteile von Naturtextilien sind im Bewusstsein breiter Bev\u00f6lkerungsschichten weitestgehend angekommen. F\u00fcr \u00f6kologische Schuhe gilt das bislang nicht. Gesundheitsaspekte spielten bei den Schuhen in der Vergangenheit eindeutig die Hauptrolle &#8211; vor allem bei den Kinderschuhen. Mit dem Import billiger Massenware aus Asien hat auch die Qualit\u00e4t der Schuhe gelitten. Laut Einsch\u00e4tzung von Christian L\u00f6we, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich nachhaltiger Konsum beim Umweltbundesamt in Dessau-Rosslau, mangelt es &#8211; wie Studien der letzten Jahre belegen &#8211; zunehmend bei vielen Kinderschuhen an fu\u00dfgerechter Gestaltung und Passgenauigkeit. Zus\u00e4tzlich kommt das Problem hinzu, dass Kinder bei der Anprobe keine verl\u00e4sslichen Angaben machen k\u00f6nnen, ob der Schuh wirklich passt. Folge dieser Entwicklung: Kinder w\u00fcrden deshalb viel zu oft zu kleine Schuhe tragen. Die daraus resultierenden Gesundheitssch\u00e4den und erheblichen Folgekosten sind abzusehen. Mit \u00f6kologischen Schuhen, die viel Wert auf gute Passformen, qualitativ hochwertiges nat\u00fcrliches Material und individuelles Design legen, soll sich das \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Wesentlich f\u00fcr \u00d6ko-Schuhe ist, dass sie im Gegensatz zur herk\u00f6mmlichen Chromgerbung aus pflanzlich gegerbtem Leder produziert werden. Die Ecopell GmbH ist Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Hersteller. Ihre Lederrichtlinien f\u00fcr weiche, pflanzliche gegerbte Leder gelten laut eigener Aussage als die konsequentesten und diejenigen mit den niedrigsten Schadstoffwerten weltweit. Daf\u00fcr kommen nur die feinsten Materialien aus der Natur in Frage: rein pflanzliche Gerbstoffe wie Tara (aus den Fruchtschoten des peruanischen Tarabaumes), Valonea (Fruchtbecher von Eichenarten) und Rhabarber. Mit Letzterer k\u00f6nnen auch Farbstoffe in Currygelb, Braun und Rot erzeugt werden.<\/p>\n<p><b>Lohas erreicht den Schuhmarkt<\/b><br \/>Seit der letzten Diskussion in der Schuhindustrie um die Einf\u00fchrung der Kriterien des EU-Umweltzeichens in den Jahren 2003\/04, h\u00f6rte man in dieser Sache wenig. Jetzt aber tut sich wieder etwas. Die &#8220;Lohas-Bewegung&#8221;, die inzwischen fast branchen\u00fcbergreifend Wirkung zeigt, hat den Schuhmarkt erreicht. Erstmals wurde auf der internationalen Schuhmodemesse in D\u00fcsseldorf im September ein Extra-Bereich f\u00fcr nachhaltige Schuhe geschaffen.<\/p>\n<p>Unter dem Namen &#8220;urban spirit labels&#8221; pr\u00e4sentierten sich Unternehmen, die sich mit ihren Marken dem Respekt gegen\u00fcber Mensch und Natur verschrieben haben, darunter Labels wie El naturalista aus Spanien, Terra Plana aus Gro\u00dfbritannien, Simple aus Kalifornien. Aber auch im deutschsprachigen Raum gibt es Schuhhersteller, die &#8211; teilweise schon seit vielen Jahren &#8211; konsequent eine nachhaltige Unternehmenspolitik betreiben. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise das kleine Schweizer Schuhatelier Vabene, Grand Step Shoes in Hessen oder Haflinger in Niedersachsen.<\/p>\n<p>Auch konventionelle Schuhhersteller haben den Lohas-Konsumenten f\u00fcr sich entdeckt. Die Marc Shoes GmbH in Hessisch-Oldenburg hat mit &#8220;Marc nature&#8221; zus\u00e4tzlich eine \u00f6kologische Schuhlinie entwickelt. &#8220;Um im \u00f6kologischen Schuhsegment erfolgreich agieren zu k\u00f6nnen, ist aus unserer Sicht Konsequenz unabdingbar&#8221;, ist Ursula Homm, verantwortlich f\u00fcr Kommunikation bei der Marc Shoes GmbH, \u00fcberzeugt. &#8220;F\u00fcr unsere nat\u00fcrliche Linie haben wir eigens eine neue Designerin eingestellt.&#8221; Die Futterleder sind pflanzlich gegerbt, die Textilstoffe \u00f6kologisch. Gefertigt wird in Rum\u00e4nien. Anschlie\u00dfend werden die Schuhe in Kartons aus Naturpapier verpackt. Der Fachhandel wurde geschult, um anspruchsvolle \u00d6ko-Kunden kompetent beraten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Modellschuhe ohne tierische Rohstoffe<\/b><br \/>Konsequent \u00f6kologisch sind auch die Modellschuhe der Schuhdesignerin Inga Thomas. F\u00fcr ihre nachhaltige Gesch\u00e4ftidee wurde sie 2005 mit dem Existenzgr\u00fcnderpreis der Hamburger Wirtschaftsjunioren pr\u00e4miert. Ihre Materialien kommen ohne tierische Rohstoffe aus, sind atmungsaktiv, biologisch abbaubar und f\u00fcr direkten Hautkontakt geeignet. Die Modelle zeigen einmal mehr, dass &#8220;\u00d6ko-Schuhe&#8221; alles andere als langweilig sind. Das Design ist raffiniert und hat Anlehnungen an die Couture. &#8220;Br\u00e4ute finden bei ihr drei Farben wei\u00df, Entdeckerinnen ein Sortiment an originellen Accessoires und Highheel-Fans die Qual der Wahl.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wer sein Naturmode-Outfit mit nachhaltig produzierten Schuhen komplettieren will, kann heute aus einer gro&szlig;en Vielfalt ausw&auml;hlen. 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