{"id":11255,"date":"2008-10-13T00:00:00","date_gmt":"2008-10-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20081013-03n"},"modified":"2008-10-13T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-12T22:00:00","slug":"forschung-fuer-alternative-kautschukressourcen-wird-mit-56-mio-euro-gefoerdert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forschung-fuer-alternative-kautschukressourcen-wird-mit-56-mio-euro-gefoerdert\/","title":{"rendered":"Forschung f\u00fcr alternative Kautschukressourcen wird mit 5,6 Mio. Euro gef\u00f6rdert"},"content":{"rendered":"<p><b>In dem Projekt &#8220;EU-PEARLS&#8221; (EU-based Production and Exploitation of Alternative Rubber and Latex Sources), das von der niederl\u00e4ndischen Universit\u00e4t Wageningen koordiniert wird, arbeiten universit\u00e4re Partner, Forschungszentren und Unternehmen aus f\u00fcnf EU-L\u00e4ndern sowie aus der Schweiz, Kasachstan und den USA zusammen, um alternative Kautschukquellen zu erschlie\u00dfen. Im Rahmen des Projekts werden auch Prof. Pr\u00fcfer und seine Mitarbeiter von der Universit\u00e4t M\u00fcnster die Mechanismen der Herstellung von Kautschuk durch den L\u00f6wenzahn erforschen.<\/b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20081013-03\/newsimage.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Russischer L\u00f6wenzahn. &copy; Christian Schulze Gronover\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">Russischer L\u00f6wenzahn. &copy; Christian Schulze Gronover<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Prof. Dr. Dirk Pr\u00fcfer und seine Mitarbeiter vom Institut f\u00fcr Biochemie und Biotechnologie der Pflanzen der WWU arbeiten daran, f\u00fcr die Gummiherstellung aus L\u00f6wenzahn die optimalen Voraussetzungen zu schaffen: Sie wollen eine L\u00f6wenzahnsorte z\u00fcchten, die aufgrund ihrer Eigenschaften f\u00fcr die Kautschukproduktion noch wesentlich besser geeignet ist als die herk\u00f6mmliche Pflanze. Zudem betreiben sie Grundlagenforschung, um die biologischen Mechanismen der Kautschukproduktion besser zu verstehen. Die Erforschung Kautschuk liefernder Pflanzen wird durch das neue EU-Projekt &#8220;EU-PEARLS&#8221; vorangetrieben. Das Projekt wird von der Europ\u00e4ischen Union mit 5,6 Millionen Euro gef\u00f6rdert. 682.000 Euro davon gehen an die m\u00fcnsterschen Forscher.<\/p>\n<p>&#8220;Durch die steigenden \u00d6lpreise wird Naturkautschuk wieder interessanter&#8221;, so Prof. Pr\u00fcfer. Allerdings hat der herk\u00f6mmliche Naturkautschuk, der aus dem Gummibaum gewonnen wird, zwei Nachteile: Die derzeit produzierte Menge ist kaum ausreichend und k\u00f6nnte auch kurzfristig nicht erh\u00f6ht werden. Zudem l\u00f6st Naturkautschuk, der aus dem Gummibaum gewonnen wird, h\u00e4ufig Allergien aus, im Gegensatz zu synthetisch hergestelltem Kautschuk &#8211; und im Gegensatz zu Kautschuk aus L\u00f6wenzahn.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der in Deutschland heimische L\u00f6wenzahn nur sehr geringe Mengen an Kautschuk produziert und daher f\u00fcr die Gummiherstellung uninteressant ist, liefert der aus Russland stammende L\u00f6wenzahn (<i>Taraxacum koksaghyz<\/i>) gro\u00dfe Mengen davon &#8211; der Kautschukanteil macht \u00fcber ein Drittel des Milchsaftes der Pflanze aus. Allerdings gibt es ein &#8220;Problem&#8221;: &#8220;Sobald die Pflanze verletzt wird und latexhaltiger Milchsaft austritt, wird der Saft braun und flie\u00dft nicht mehr&#8221;, erkl\u00e4rt Prof. Pr\u00fcfer. Diese Reaktion dient dem Verschluss von Verletzungen des Pflanzengewebes. Gleichzeitig behindert diese Eigenschaft jedoch die Kautschuk-Gewinnung.<\/p>\n<p>Die Forscher wissen, welches Enzym f\u00fcr die Gerinnung des austretenden Milchsafts verantwortlich ist. &#8220;Bei Pflanzen, in denen wir das zust\u00e4ndige Gen durch gentechnologische Methoden ausgeschaltet haben, gibt es diesen Flie\u00df-Stopp nicht. Sie sind f\u00fcr die Kautschuk-Produktion bestens geeignet. Allerdings untersuchen wir diese Pflanzen nur im Labor, sie sollen nicht in die Umwelt gelangen&#8221;, so Prof. Pr\u00fcfer. Die Forscher wollen daher durch klassische Z\u00fcchtung eine Pflanze erhalten, bei der der Flie\u00df-Stopp ebenfalls ausgeschaltet ist. Bis eine solche Zuchtlinie entstanden und &#8220;marktreif&#8221; ist, vergehen etwa f\u00fcnf Jahre, sch\u00e4tzt Prof. Pr\u00fcfer. Dann k\u00f6nnte der L\u00f6wenzahn den Rohstoff zur Reifenherstellung liefern, aber auch f\u00fcr Produkte wie antiallergene Handschuhe oder Kondome.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Vorteil des L\u00f6wenzahns ist seine Anspruchslosigkeit. Er w\u00e4chst auf B\u00f6den, die zur Produktion von Nutzpflanzen nicht geeignet sind, und er w\u00e4re problemlos auch in Deutschland anbaubar. Da der Russische L\u00f6wenzahn nicht so vermehrungsfreudig ist wie sein einheimischer Verwandter, bef\u00fcrchten die Forscher nicht, dass er sich massiv in der Natur ausbreiten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Der aus L\u00f6wenzahn gewonnene Kautschuk hat soweit bislang bekannt die gleichen Eigenschaften wie der synthetische; so ist zum Beispiel die Elastizit\u00e4t identisch. Die Idee, L\u00f6wenzahn zur Gummiproduktion zu verwenden, ist nicht neu. &#8220;Der Russische L\u00f6wenzahn wurde schon w\u00e4hrend des zweiten Weltkriegs genutzt, von Russland, den USA und auch von den deutschen Nationalsozialisten&#8221;, so Prof. Pr\u00fcfer.<\/p>\n<p>Sollte der Russische L\u00f6wenzahn k\u00fcnftig gro\u00dffl\u00e4chig angebaut werden, m\u00fcsste noch ein Problem gel\u00f6st werden: Der Appetit der Kaninchen. &#8220;Andererseits l\u00f6st sich das Problem vielleicht auch von selbst dadurch, dass die Kaninchen mit dem Fressen einfach nicht nachkommen&#8221;, sagt Prof. Pr\u00fcfer schmunzelnd. &#8220;Das wissen wir n\u00e4mlich von den Salatbauern: Die Menge macht&#8217;s.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>In dem Projekt &#8220;EU-PEARLS&#8221; (EU-based Production and Exploitation of Alternative Rubber and Latex Sources), das von der niederl&auml;ndischen Universit&auml;t Wageningen koordiniert wird, arbeiten universit&auml;re Partner,<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[100,292],"class_list":["post-11255","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-universitaet-wageningen","supplier-universitaet-muenster"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11255","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11255"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11255\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11255"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11255"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11255"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11255"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}