{"id":11247,"date":"2008-10-15T00:00:00","date_gmt":"2008-10-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20081015-08n"},"modified":"2008-10-15T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-14T22:00:00","slug":"2-stufe-der-bioliqreg-btl-anlage-wird-in-karlsruhe-gebaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/2-stufe-der-bioliqreg-btl-anlage-wird-in-karlsruhe-gebaut\/","title":{"rendered":"2. Stufe der bioliq&amp;reg;-BtL-Anlage wird in Karlsruhe gebaut"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Abteilungsleiter im Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Herr Clemens Neumann, \u00fcberreichte heute den Zuwendungsbescheid f\u00fcr den 2. Bauabschnitt einer Anlage zur Herstellung von synthetischen Biokraftstoffen an Professor Eckhard Dinjus vom Forschungszentrum Karlsruhe (FZK). Die \u00dcbergabe fand im Rahmen des 3. internationalen BtL-Kongresses in Berlin statt, auf dem zahlreiche Vertreter der Branche noch bis morgen versammelt sind.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Bereits der 1. Bauabschnitt, der ebenfalls vom BMELV gef\u00f6rdert wurde, konnte in Karlsruhe erfolgreich umgesetzt werden. Ich freue mich sehr, dass die Pilotanlage in Karlsruhe, die mit der bioliq&reg;-Route ein neues Verfahren demonstriert, ihrer Gesamtumsetzung wieder einen Schritt n\u00e4her kommt&#8221;, erkl\u00e4rte Herr Neumann. Gleichzeitig rief er die Industrie auf, sich noch st\u00e4rker beim Bau von BtL-Pilotanlagen zu engagieren. &#8220;Die Bundesregierung ist willens, dies zu unterst\u00fctzen, aber ohne die Wirtschaft geht es nicht&#8221;, so Neumann. Nur so k\u00f6nne die technologische Vorreiterrolle Deutschlands im Bereich BtL aufrechterhalten werden.<\/p>\n<p>Mit 12,4 Mio. Euro wird die Errichtung eines Flugstromvergasers im Forschungszentrum Karlsruhe gef\u00f6rdert. Dieser wandelt thermisch aufbereitete Biomasse, so genannten &#8220;Bioslurry&#8221;, aus der bereits existierenden 1. Stufe der Pilotanlage in Synthesegas um.<\/p>\n<p>Das Synthesegas wird in einer weiteren Prozessstufe zu Methanol und anschlie\u00dfend \u00fcber ein geeignetes Syntheseverfahren zu hochwertigen Kraftstoffen weiter verarbeitet. Diese Route verspricht eine Reihe von Vorteilen, zum Beispiel bei der Umwandlung zu Ottokraftstoffen, die mit h\u00f6herem Wirkungsgrad und h\u00f6herer Oktanzahl hergestellt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Flugstromvergaser mit einer Brennstoffw\u00e4rmeleistung von 5 MWth, einer Vergasungstemperatur von 1.200 Grad Celsius sowie einem maximalen Betriebsdruck von 80 bar wurde in Kooperation mit der Lurgi GmbH aus Frankfurt\/Main geplant, die ihn auch bauen wird. In der Anlage k\u00f6nnen pro Stunde eine Tonne des Bioslurry zu Synthesegas umgewandelt und sp\u00e4ter zu gut 150 Liter Kraftstoff weiter verarbeitet werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend andere BtL-Konzepte Rohstoffe direkt vergasen, dient die bereits am Forschungszentrum existierende erste Pyrolyse-Stufe dazu, Biomasse zun\u00e4chst zu konditionieren. Mit ihrer Hilfe wird der Energiegehalt der Biomasse quasi aufkonzentriert, der fl\u00fcssige homogene Bioslurry hat dann einen mit Kohle vergleichbaren Energiegehalt. In Zukunft sollen dezentrale Pyrolysestationen nach diesem Ansatz st\u00fcndlich bis zu 20 Tonnen Biomasse oder gute 150.000 Tonnen j\u00e4hrlich verarbeiten. Der Bioslurry wird dann aus diesen Anlagen zur Weiterverarbeitung in gro\u00dfe Industriekomplexe zur Synthesegas- und Kraftstofferzeugung gebracht.<\/p>\n<p>&#8220;Statt Biomasse mit riesigem Aufwand zu einer zentralen Anlage zu transportieren, wollen wir mit einem gut verteilten Netz unserer Pyrolyseeinheiten die Logistik minimieren&#8221;, erkl\u00e4rte Projektleiter Professor Eckhard Dinjus den anwesenden Journalisten. &#8220;Wo also sonst 15 LKW voll Stroh unterwegs w\u00e4ren, reicht nun ein &#8216;Bioslurry-Transport'&#8221;. Zudem stellt die heterogene Zusammensetzung von Stroh, Holz oder Energiepflanzen den Vergaser vor gro\u00dfe Herausforderungen. Der fl\u00fcssige und homogene Bioslurry l\u00e4sst sich hingegen einfacher in den unter Druck arbeitenden Vergaser eintragen. Dieses effiziente Konzept haben sich die Karlsruher unter der Bezeichnung bioliq sch\u00fctzen lassen.<\/p>\n<p>Mit 12,4 Mio. Euro ist die 2. Ausbaustufe der Karlsruher bioliq-Anlage das umfangreichste Vorhaben, das das BMELV jemals im Bereich Nachwachsende Rohstoffe gef\u00f6rdert hat. Die hohe F\u00f6rdersumme verdeutlicht die gro\u00dfe Bedeutung, die die Bundesregierung BtL-Kraftstoffen als zuk\u00fcnftige Kraftstoffalternative beimisst. Die Abwicklung der F\u00f6rderung erfolgt \u00fcber den Projekttr\u00e4ger des BMELV, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Die weiteren Bauabschnitte sollen sukzessive in den n\u00e4chsten Jahren folgen.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/btl-congress2008\" >3. BtL-Kongress<\/a> vom 15.-16.11.2008 (veranstaltet von BMELV, FNR, Volkswagen AG, Daimler AG), in K\u00fcrze mit Kongressbeitr\u00e4gen<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.btl-plattform.de\/\" >BtL-Plattform der FNR<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) <br \/>Hofplatz 1 <br \/>18276 G\u00fclzow<br \/>Tel.: 03843-69-30-101 <br \/>Fax: 03843-69-30-102<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:info@fnr.de\">info@fnr.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Abteilungsleiter im Bundesministerium f&uuml;r Ern&auml;hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Herr Clemens Neumann, &uuml;berreichte heute den Zuwendungsbescheid f&uuml;r den 2. 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