{"id":11245,"date":"2008-10-16T00:00:00","date_gmt":"2008-10-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20081016-03n"},"modified":"2008-10-16T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-15T22:00:00","slug":"biokunststoffe-im-visier-der-kritik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokunststoffe-im-visier-der-kritik\/","title":{"rendered":"Biokunststoffe im Visier der Kritik"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Kritik an den Biokunststoffen rei\u00dft nicht ab. Obwohl den Vorw\u00fcrfen des Guardian vor ein paar Monaten deutlich begegnet wurde, kommt in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden immer wieder Kritik auf. Nun reiht sich auch die deutsche Tageszeitung &#8220;Die Welt&#8221; in diesen Reigen ein und kritisiert unter Berufung auf das Umweltbundesamt fehlende \u00d6kobilanzen und Entsorgungsprobleme.<\/b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20081016-03\/Nokia_evolve_DW_Web_681687g.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Nokia Evolve 3110. &copy; Nokia\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">Nokia Evolve 3110. &copy; Nokia<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Ziel der Kritik der Zeitung sind in erster Linie Handyhersteller, die in den letzten Monaten vermehrt Meldungen zu neuen Handys mit Biokunststoffgeh\u00e4usen ver\u00f6ffentlichen. So stellen sie das &#8220;angeblich umweltfreundlichste Handy der Welt&#8221;, das Nokia Evolve 3110, in den Vordergrund und verweisen auch auf das Samsung E200 Eco, Fujitsu-Laptops und Forschungen von Motorola, NEC, Siemens und Sony-Ericsson im Bereich der Biokunststoffnutzung.<\/p>\n<p><b>Fehlende \u00d6kobilanzen<\/b><br \/>&#8220;Wir stehen den Biokunststoffen bisher skeptisch bis ablehnend gegen\u00fcber&#8221;, sagte Wolfgang Beier vom Umweltbundesamt gegen\u00fcber der &#8220;Welt&#8221;. Bisher habe niemand eine einwandfreie \u00d6kobilanz vorgelegt, die allen Anforderungen und Normen gen\u00fcge. Eine solche Bilanz belegt, wie viel CO<sub>2<\/sub> bei allen Produktionsschritten in die Atmosph\u00e4re entlassen wurde. Behauptungen, durch Biokunststoffe lie\u00dfe sich CO<sub>2<\/sub> einsparen, betrachtet der Umweltexperte daher als Sch\u00f6nrechnerei. Nicht einberechnet seien Bew\u00e4sserung, Anwendung von Pestiziden, D\u00fcngung und Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen und Transport beim Intensivanbau der Rohstoffpflanzen.<\/p>\n<p><b>Energieintensive Herstellung<\/b><br \/>Die Herstellung des Materials ist nach Angaben der Welt jedoch noch problematischer. Nach ihren Angaben gr\u00fcndete Siemens zusammen mit BASF und Partnern aus der Biotechbranche das Projekt BioFun, um herauszufinden, wie sich Bioplastik in der Elektronikindustrie einsetzen lie\u00dfe. &#8220;Das gr\u00f6\u00dfte Problem ist die Fermentierung von Zucker oder St\u00e4rke durch spezielle Bakterien zu Kunststoff, dabei brauchen wir noch zuviel Energie&#8221;, sagte der Projektleiter Reinhard Kleinert der Zeitung. Dieser Prozess ben\u00f6tigt Strom und Dampf und deren Erzeugung zieht fast zwangsl\u00e4ufig Emissionen nach sich. Rein rechnerisch w\u00e4ren Einsparungen von CO<sub>2<\/sub> m\u00f6glich, allerdings nur wenn mit \u00d6kostrom gerechnet w\u00fcrde.<\/p>\n<p><b>Entsorgungsprobleme<\/b><br \/>Entsorgungsprobleme standen schon mehrfach in der Kritik, vor allem in der Darstellung des Guardian vom Mai des Jahres. Auch der bvse-Bundesverband Sekund\u00e4rrohstoffe und Entsorgung e.V. schloss sich dieser Kritik an und stellte heraus, dass Biokunststoffe nur \u00fcber Verbrennung sinnvoll entsorgt werden k\u00f6nnen; Recyclingkonzepte existieren bislang nicht und die Kompostierung ist meistens nur unter besonderen Bedingungen m\u00f6glich. Selbst nach langen Zeitr\u00e4umen zersetzen sich diese Kunststoffe kaum. Leider gelte dies nicht nur bei der Eigenkompostierung umweltbewusster B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, sondern auch bei anderen professionellen Verfahren, wie beispielsweise den Biogas-Anlagen. Auch in diesen Anlagen w\u00fcrden sich die Biokunststoffe nicht zersetzen.<\/p>\n<p>Zudem stehen Nachwachsende Rohstoffe aktuell durch die &#8220;Teller-und-Tank&#8221;-Diskussion pauschal in der Kritik, die sich auch auf Biokunststoffe ausdehnen k\u00f6nnte. Technische Barrieren stellen weitere H\u00fcrden dar: &#8220;\u00d6lbasierte Kunststoffe sind den biologischen Alternativen noch qualitativ \u00fcberlegen und vielseitiger in der Anwendung,&#8221; stellte Ulrich Reifenh\u00e4user, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Reifenh\u00e4user &#038; Co. KG Maschinenfabrik gegen\u00fcber dem Handelsblatt dar. Zudem reagiere der Markt f\u00fcr Kunststoffe sehr tr\u00e4ge, da brauche es einige Jahre, bis Neuentwicklungen eine Marktreife erreichen.<\/p>\n<p>&#8220;Wir versuchen, einen Beitrag zur Rettung der Erde zu leisten, und werden weiter, wo immer es m\u00f6glich ist, auf Bioplastik setzen&#8221; hei\u00dft es als Antwort von Samsung gegen\u00fcber der &#8220;Welt&#8221;. Auch Reifenh\u00e4user ist optimistisch: &#8220;Der Markt befindet sich noch in der Er\u00f6ffnungsphase, die Branche erwartet in den n\u00e4chsten Jahren deutliche Wachstumsraten.&#8221;<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Maxim Kreev: <a href=\"\" > Bio-Handys sind eine Belastung f\u00fcr die Umwelt.<\/a> Die Welt online, 13. Oktober 2008.<\/li>\n<li>Rouben Bathke: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/mittelstand_aktuell\/natur-pur-bleibt-zukunftsvision;2061934\" >Natur pur bleibt Zukunftsvision.<\/a> Handelsblatt online, 15. Oktober 20088.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Kritik an den Biokunststoffen rei&szlig;t nicht ab. 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