{"id":11243,"date":"2008-10-16T00:00:00","date_gmt":"2008-10-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20081016-04n"},"modified":"2008-10-16T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-15T22:00:00","slug":"neue-standards-fuer-nachhaltige-waldbewirtschaftung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-standards-fuer-nachhaltige-waldbewirtschaftung\/","title":{"rendered":"Neue Standards f\u00fcr nachhaltige Waldbewirtschaftung"},"content":{"rendered":"<p><b>PEFC und FSC, die beiden f\u00fchrenden Warenzeichen f\u00fcr Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft, \u00fcberarbeiten ihre Richtlinien. Die Arbeitsgruppe Deutschland des Forest Stewardship Council (FSC) hat nach einer \u00fcber 2-j\u00e4hrigen Revision einen neuen Deutschen FSC-Standard verabschiedet. Mit einer \u00f6ffentlichen Online-Konsultation hat das Programm zur Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen PEFC die f\u00fcr das Jahr 2010 erforderliche zweite Revision seiner deutschen Waldbewirtschaftungsstandards begonnen.<\/b> <\/p>\n<p><b>Forest Stewardship Council (FSC)<\/b><br \/>Auf der 15. FSC-Vollversammlung wurde ein neuer Deutscher FSC-Standard mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit verabschiedet. &#8220;Der FSC hat damit das Knowhow von Forstwirtschaft, Naturschutz und Gewerkschaften geb\u00fcndelt und erneut seine Integrationskraft unter Beweis gestellt&#8221;, so Erwin Hussend\u00f6rfer, Professor f\u00fcr Waldbau und Vorsitzender der FSC Arbeitsgruppe Deutschland. <\/p>\n<p>Der Standard wurde in vielerlei Hinsicht angepasst: So greift er beispielsweise die Vorgaben der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt auf, die j\u00fcngst von der Bundesregierung verabschiedet wurde. Dar\u00fcber hinaus orientiert er sich an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem Naturschutz. So ist der Waldbewirtschafter verpflichtet, zuk\u00fcnftig langfristig 10 Biotopb\u00e4ume pro Hektar zu erhalten und dar\u00fcber hinaus Totholz anzureichern. Erschlie\u00dfungslinien im Wald sollen im Regelfall im Abstand von 40 m angelegt werden. <\/p>\n<p>Die Einbringung von nicht-heimischen Baumarten bleibt weiterhin begrenzt und das Ziel der Ann\u00e4herung an die nat\u00fcrlichen Waldgesellschaften erhalten. In FSC-Forstbetrieben bleiben weiterhin 5% der Betriebsfl\u00e4che sich selbst \u00fcberlassen. Waldbesitzer d\u00fcrfen zuk\u00fcnftig in Ausnahmef\u00e4llen den Humus vom Waldboden abziehen, um die nat\u00fcrliche Verj\u00fcngung von heimischen Baumarten zu erleichtern. <\/p>\n<p>Schlie\u00dflich ist ein Standard entstanden, der f\u00fcr moderne Forstbetriebe gut machbar ist und gleichzeitig die berechtigten Anspr\u00fcche der Gesellschaft an Waldwirtschaft in Deutschland widerspiegelt. Der aufw\u00e4ndige basisdemokratische Prozess der Revision hat insgesamt \u00fcber zwei Jahre gedauert. Jetzt wird es darum gehen Holzindustrie und Waldbesitzer von der Umsetzung der FSC-Standards zu \u00fcberzeugen um Verbrauchern vermehrt FSC-Produkte anzubieten. Vor allem die gro\u00dfen Forstverwaltungen der L\u00e4nder sind nun aufgerufen, \u00fcber eine FSC-Zertifizierung den gesellschaftlichen Beweis f\u00fcr Nachhaltigkeit im Wald zu erbringen.<\/p>\n<p>Der FSC ist eine internationale gemeinn\u00fctzige Organisation mit Sitz in Bonn und nationalen Arbeitsgruppen in 43 L\u00e4ndern. Er wird von Umweltorganisationen (WWF, Greenpeace, NABU, Robin Wood, u.a.), Sozialverb\u00e4nden (IG BAU, IG Metall, u.a.), sowie zahlreichen Unternehmen unterst\u00fctzt. Der FSC hat zehn verbindliche Prinzipien und 56 Kriterien f\u00fcr eine gute Forstwirtschaft festgelegt. Durch eine Bewirtschaftung von Wald unter diesen Rahmenbedingungen wird erreicht, dass die Waldfunktionen erhalten bleiben. In L\u00e4ndern mit nationalen FSC Arbeitsgruppen werden diese Regelungen an nationale Gegebenheiten wie z.B. klimatische und geologische Rahmenbedingungen oder nationale Gesetze angepasst. Seit der Gr\u00fcndung wurden bereits \u00fcber 85 Millionen Hektar weltweit nach den Regeln des FSC zertifiziert.<\/p>\n<p>Zur Kontrolle, ob die FSC-Prinzipien eingehalten werden, pr\u00fcft der FSC die einzelnen Forstbetriebe nicht selbst, sondern bevollm\u00e4chtigt hierf\u00fcr unabh\u00e4ngige Zertifizierungsorganisationen. Der FSC selbst \u00fcberpr\u00fcft einmal j\u00e4hrlich die Zertifizierungsorganisationen darauf, ob sie die Arbeit im Sinne des FSC ausf\u00fchren.<\/p>\n<p><b>PEFC<\/b>  <br \/>Die deutschen Waldbewirtschaftungsstandards wurden in der Vergangenheit bereits zweimal vom PEFC-Council International anerkannt. Eine Bedingung f\u00fcr die Anerkennung ist, im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses alle f\u00fcnf Jahre die nationalen Anforderungen zu \u00fcberarbeiten. Nach 2005 beginnt nun die zweite Revision des deutschen Standards mit einer ersten \u00f6ffentlichen Online-Konsultation. <\/p>\n<p>Unter <a href=\"http:\/\/www.pefc.de\/\" >www.pefc.de<\/a> kann sich jeder beteiligen. Bis Anfang 2010 m\u00fcssen die nationalen Waldstandards in Deutschland \u00fcberarbeitet werden. Dies ist alle f\u00fcnf Jahre f\u00e4llig. Bei der \u00dcberarbeitung sind neue <br \/>wissenschaftliche Erkenntnisse und ge\u00e4nderte gesellschaftliche Anspr\u00fcche zu ber\u00fccksichtigen. Aus diesem Grund werden auch alle interessierten Gruppen an dem Revisionsprozess beteiligt. <\/p>\n<p>Im ersten Quartal 2009 sollen vier Runde Tische durchgef\u00fchrt werden. Diese sollen folgende <br \/>Themenkomplexe behandeln: <br \/>1. PEFC-Wald als Arbeitsplatz und Erholungsraum <br \/>2. PEFC-Wald als Lebensraum<br \/>3. PEFC-Wald als Wirtschaftsgut <br \/>4. Zertifizierung \u00fcber den Waldrand hinaus <\/p>\n<p>Das Internetforum auf <a href=\"http:\/\/www.pefc.de\/\" >www.pefc.de<\/a> erlaubt es allen Interessierten mitzubestimmen, welche konkreten Themen schwerpunktm\u00e4\u00dfig bei diesen Runden Tischen behandelt werden sollen. <\/p>\n<p>Mit einer zertifizierten Waldfl\u00e4che von mehr als 200 Mio. Hektar ist PEFC das weltweit gr\u00f6\u00dfte forstliche Siegel, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu etablieren und damit die Sicherung von Wald\u00f6kosystemen f\u00fcr nachfolgende Generationen zu gew\u00e4hrleisten. Seit der Gr\u00fcndung von PEFC Deutschland im Jahr 1999 wurden mit mehr als 7 Mio. Hektar rund zwei Drittel der deutschen Waldfl\u00e4che zertifiziert.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Standards lauten: <\/p>\n<ul>\n<li>F\u00f6rderung von Mischbest\u00e4nden aus standortgerechten Baumarten <\/li>\n<li>Kahlschl\u00e4ge sind verboten<\/li>\n<li>Pflanzenschutzmittel sollen vermieden werden<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unabh\u00e4ngige Zertifizierungsgesellschaften kontrollieren in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden die Einhaltung dieser Vorschriften.  <\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>PEFC Deutschland e.V.  <br \/>Philipp Bahnm\u00fcller  <br \/>Tel.: 0711-24 86 18 20  <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:bahnmueller@pefc.de\">bahnmueller@pefc.de<\/a>  <\/p>\n<p>FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V.<br \/>Tel. 0761-386 53 50<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:info@fsc-deutschland.de\">info@fsc-deutschland.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>PEFC und FSC, die beiden f&uuml;hrenden Warenzeichen f&uuml;r Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft, &uuml;berarbeiten ihre Richtlinien. 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