{"id":112394,"date":"2022-07-12T07:26:00","date_gmt":"2022-07-12T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=112394"},"modified":"2022-07-07T14:58:56","modified_gmt":"2022-07-07T12:58:56","slug":"ein-katalysator-fur-die-energiewende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ein-katalysator-fur-die-energiewende\/","title":{"rendered":"Ein Katalysator f\u00fcr die Energiewende"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/07\/csm_2022_60_Nanogold_Sietz_23dd4be2f8.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-112415\" width=\"433\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/07\/csm_2022_60_Nanogold_Sietz_23dd4be2f8.jpg 1000w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/07\/csm_2022_60_Nanogold_Sietz_23dd4be2f8-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/07\/csm_2022_60_Nanogold_Sietz_23dd4be2f8-150x113.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/07\/csm_2022_60_Nanogold_Sietz_23dd4be2f8-768x577.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/07\/csm_2022_60_Nanogold_Sietz_23dd4be2f8-360x270.jpg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><figcaption>Professor Dr. Manfred Sietz ist es gelungen, die Herstellung von Ethanol, also Alkohol, aus konzentrierten Zuckerl\u00f6sungen durch die Zugabe des Nanogoldkatalysators um mehr als 60% zu beschleunigen. Nun sucht er Partner f\u00fcr weitere Experimente im gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab. Foto: TH OWL<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Ob aus Zuckerr\u00fcben, mangelhaftem Getreide oder Holzabf\u00e4llen: Bioethanol kann einen Beitrag zur Energiewende leisten. Professor Dr. Manfred Sietz von der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe hat im Laborma\u00dfstab einen Katalysator entwickelt, der die Herstellung von Bioethanol nicht nur beschleunigen, sondern auch kosteng\u00fcnstiger und nachhaltiger machen kann. Jetzt sucht er Partner, um die Grundlagenforschung in einen industriellen Ma\u00dfstab zu \u00fcberf\u00fchren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDie ersten Autohersteller hatten nicht Benzin als Kraftstoff im Sinn, sondern Ethanol\u201c, sagt <strong>Professor Dr. Manfred Sietz vom Fachgebiet Chemie und Umweltmanagement<\/strong> der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Da Benzin dann jedoch preisg\u00fcnstiger hergestellt werden konnte, setzte es sich durch \u2013 bis heute, aber: \u201eDie Zeit hat sich ge\u00e4ndert, wir k\u00f6nnen uns den Aussto\u00df von Kohlenstoffdioxid und die enorme W\u00e4rmeabgabe in die Atmosph\u00e4re durch die Benzinverbrennung nicht mehr leisten\u201c, so Sietz. Bioethanol habe eine wesentlich bessere \u00d6kobilanz. Und: \u201eNeuwagen k\u00f6nnten komplett mit Bioethanol fahren \u2013 wir brauchen also dringend nicht nur das heute schon erh\u00e4ltliche E5 und E10, sondern E50 oder sogar E100\u201c, fordert der H\u00f6xteraner Chemiker. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Um das zu erm\u00f6glichen, hat er einen Katalysator entwickelt, der die Herstellung von Bioethanol um bis zu 60 Prozent oder mehr beschleunigen k\u00f6nnte. Bei seiner Forschung wurde er durch Bachelorabsolventen des gemeinsamen Fernstudiengangs Chemie der TH OWL mit Springer Nature unterst\u00fctzt. (\u201eKatalytische Beschleunigung der alkoholischen G\u00e4rung durch kristalline Oxidationskatalysatoren auf Basis von Nanogold\/ Kieselgel\u201c von Prof. Dr. Manfred Sietz und cand. B. Sc. Yvonne Siemens, TH OWL, gemeinsamer Fernstudiengang Chemie der TH OWL, Abt. H\u00f6xter, Fachbereich 8 mit Springer Nature, Heidelberg)<\/p>\n\n\n\n<p>Als Katalysator dient Nanogold, ein Stoff, der in der Natur vorkommt \u2013 im Meerwasser, wo es sich aus Goldsalzen bildet. Um das in Fl\u00fcssigkeit gel\u00f6ste Nanogold in eine stabile Form zu bringen, wurde es auf kristallines Kieselgel aufgebracht, eine Substanz ohne katalytische Eigenschaften, aber mit gro\u00dfer Oberfl\u00e4che, die als Tr\u00e4germedium fungiert: Es entstehen violette Kristalle, die sich nicht in Wasser l\u00f6sen, an der Luft haltbar sind und somit auch f\u00fcr den Handel geeignet w\u00e4ren. Zwei Jahre lang hat Sietz experimentiert, um die optimalen Versuchsbedingungen herauszuarbeiten: Am Ende konnte er die Herstellung von Ethanol, also Alkohol, aus konzentrierten Zuckerl\u00f6sungen durch die Zugabe des Nanogoldkatalysators um \u00fcber 60 Prozent beschleunigen. \u201eDie Ergebnisse sind im Laborma\u00dfstab deutlich reproduziert, also wissenschaftlich valide\u201c, sagt Sietz.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Professor rechnet vor: Die Zuckerindustrie ben\u00f6tigt derzeit drei bis vier Tage bei Temperaturen \u00fcber 30 Grad Celsius, um Bioethanol herzustellen. Durch den Nanogold-Katalysator brauche man weniger als die H\u00e4lfte der Zeit, k\u00f6nne also den Durchlauf deutlich erh\u00f6hen und mehr Kraftstoff produzieren \u2013 und das bei niedrigeren Temperaturen, denn optimal arbeitet der Katalysator bei 20 Grad Celsius, so die bisherigen Ergebnisse. Das spart schon in der Produktion Energie. Und: Der Katalysator l\u00e4sst sich vollst\u00e4ndig zur\u00fcckgewinnen und so immer wieder einsetzen. Bezahlbar ist der Katalysator auch!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Partner f\u00fcr Reproduktion im gro\u00dfen Ma\u00dfstab gesucht<\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Hergestellt werden kann Bioethanol aus Zuckerl\u00f6sung, aber auch durch Verg\u00e4rung aus Abfallholz. Oder aus Getreide \u2013 und das ohne Konflikt mit der Nahrungsmittelproduktion: \u201eWenn es zu schlechten Ernten kommt, weil etwa das Wetter zu trocken oder zu feucht war, kann das Getreide f\u00fcr die Lebensmittelherstellung nicht genutzt werden. Die Produktion von Bioethanol ist dann f\u00fcr die Landwirte ein zus\u00e4tzliches Potenzial, um den Verkauf ihrer Ernte zu sichern\u201c, erkl\u00e4rt <strong>Sietz<\/strong>. Anwendung finden kann Bioethanol im \u00dcbrigen nicht nur als Kraftstoff, sondern beispielsweise auch f\u00fcr Desinfektions- oder L\u00f6sungsmittel.<\/p><p>Der bisherige Versuchsaufbau war bewusst einfach gehalten, denn die Experimente mussten aufgrund der Corona-Pandemie weitestgehend au\u00dferhalb des Hochschul-Labors zuhause durchgef\u00fchrt werden. \u201eDie Grundlagenforschung ist gemacht, jetzt wollen wir den n\u00e4chsten Schritt gehen\u201c, sagt <strong>Sietz<\/strong> und richtet sich damit an Partner aus der Industrie: \u201eEs geht darum, die Experimente unter Technikumsbedingungen zu reproduzieren \u2013 sie also vom Ma\u00dfstab 500 Milliliter auf beispielsweise 500 Liter zu vergr\u00f6\u00dfern. Angesprochen ist vor allem die Bioethanol- aber auch die Holz- und Energiewirtschaft.\u201c<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Manfred Sietz<br>Tel.: +49-172\/5654542<br>E-Mail: <a href=\"mailto:manfred.sietz@th-owl.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">manfred.sietz@th-owl.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob aus Zuckerr\u00fcben, mangelhaftem Getreide oder Holzabf\u00e4llen: Bioethanol kann einen Beitrag zur Energiewende leisten. Professor Dr. Manfred Sietz von der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe hat im Laborma\u00dfstab einen Katalysator entwickelt, der die Herstellung von Bioethanol nicht nur beschleunigen, sondern auch kosteng\u00fcnstiger und nachhaltiger machen kann. 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