{"id":11223,"date":"2008-10-24T00:00:00","date_gmt":"2008-10-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20081024-04n"},"modified":"2008-10-24T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-23T22:00:00","slug":"projekt-arbocar-entwickelt-naturstoff-fuers-auto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/projekt-arbocar-entwickelt-naturstoff-fuers-auto\/","title":{"rendered":"Projekt ARBOCAR entwickelt Naturstoff f\u00fcrs Auto"},"content":{"rendered":"<p><b>Sieben Partner aus Industrie und Forschung entwickeln im Cluster Biopolymere\/Biowerkstoffe Baden-W\u00fcrttemberg einen neuen Kunststoff auf Ligninbasis. Lignin ist ein Naturstoff, der vor allem in Holz vorkommt. Ziel des Projekts ist, Lignin und Naturfasern durch enzymatische Verfahren so aufzubereiten, dass daraus hochwertige Lignincompounds hergestellt werden k\u00f6nnen, die die besonderen Anforderungen der Automobilindustrie erf\u00fcllen. Geleitet wird das Projekt vom Kunststoff- und Biopolymerspezialisten TECNARO aus Ilsfeld-Auenstein.<\/b><\/p>\n<p>Die Automobilindustrie stellt hohe Anspr\u00fcche an Kunststoffe: sie m\u00fcssen gut formbar, dennoch thermisch und mechanisch langzeitstabil sein, d\u00fcrfen nicht splittern und keine unangenehmen Ger\u00fcche absondern. Dar\u00fcber hinaus sollten sie attraktiv aussehen \u2013 man will sich schlie\u00dflich wohlf\u00fchlen im Auto.<\/p>\n<p><b>Lignincompounds &#8211; Holzstoff mit Kunststoffeigenschaften<\/b><br \/>Der neue Werkstoff ARBOCAR, dessen Entwicklung der Cluster Biopolymere\/Biowerkstoffe derzeit vorantreibt, k\u00f6nnte den Materialeinsatz im Auto revolutionieren und Kunststoffe an vielen Stellen im Auto ersetzen. ARBOCAR ist ein Lignincompound, wird also aus Ligninderivaten und Naturfasern wie Sisal oder Hanf aufgebaut. Die meisten Eigenschaften solcher Lignincompounds sind wesentlich besser als die von Holz oder Kunststoff. Sie haben eine vergleichsweise geringe Dichte von 1,3 bis 1,4 g\/cm<sup>3<\/sup> und sind daher etwa 20 Prozent leichter als Glasfaserstoffe. Sie haben hervorragende akustische Eigenschaften wie gute D\u00e4mpfung und niedrige Eigenfrequenzen, hohe Elastizit\u00e4t und k\u00f6nnen wie Kunststoffe im Spritzgie\u00dfverfahren verarbeitet werden. Etwa zehn Serienanwendungen mit Lignincompounds sind aktuell am Markt.<\/p>\n<p><b>Lignin &#8211; Wertstoff aus Holz<\/b><br \/>Lignin ist ein hochmolekularer, aromatischer Stoff aus verschiedenen monomeren Bausteinen, der sich in die Zellwand von Pflanzen einlagern kann und dadurch zur Verholzung f\u00fchrt. Es wird auch als &#8220;Holzstoff&#8221; bezeichnet, da es mit etwa 30 Prozent Anteil einer der Hauptbestandteile von Holz ist. Mehr als 300.000 Tonnen Lignin fallen in Deutschland j\u00e4hrlich bei der Papierherstellung an, 95 Prozent davon werden verbrannt.<\/p>\n<p><b>Clusterprojekt will Eigenschaften von Lignin verbessern<\/b><br \/>Lignin und somit auch Lignincompounds haben derzeit aber noch einige gravierende Nachteile, die ihren Einsatz einschr\u00e4nken. Die thermische Best\u00e4ndigkeit von Lignin ist begrenzt, die technisch interessanten Ligninderivate sind teuer, ihre Geruchsemissionen sind hoch und die Schlagz\u00e4higkeit ist gering. Diese Nachteile wollen die Akteure des Clusterprojekts &#8220;ARRBOCAR&#8221; durch Biotechnologie nutzen. <\/p>\n<p>Am Projekt beteiligt sind: TECNARO (Ilsfeld-Auenstein), ASA Spezialenzyme GmbH (Wolfenb\u00fcttel), BAFA Badische Naturfaseraufbereitung GmbH (Malsch), Bosch Formenbau GmbH (M\u00fchlhausen), Fischer Automotive Systems GmbH, (Horb a.N.), Takata-Petri AG (Aschaffenburg), Institut f\u00fcr Technische Biochemie der Universit\u00e4t Stuttgart und die Daimler AG (Sindelfingen) als assoziierter Partner. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Sieben Partner aus Industrie und Forschung entwickeln im Cluster Biopolymere\/Biowerkstoffe Baden-W&uuml;rttemberg einen neuen Kunststoff auf Ligninbasis. 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