{"id":11210,"date":"2008-10-30T00:00:00","date_gmt":"2008-10-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20081030-04n"},"modified":"2008-10-30T00:00:00","modified_gmt":"2008-10-29T22:00:00","slug":"algen-und-bambus-beim-altran-innovationspreis-2008-im-finale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/algen-und-bambus-beim-altran-innovationspreis-2008-im-finale\/","title":{"rendered":"Algen und Bambus beim ALTRAN Innovationspreis 2008 im Finale"},"content":{"rendered":"<p><b>Wie k\u00f6nnen wir das CO<sub>2<\/sub>-Problem in den Griff bekommen? Kaum eine Frage besch\u00e4ftigt derzeit die Gem\u00fcter weltweit mehr als diese. Die &#8220;ALTRAN Foundation for Innovation&#8221; hat ihren Innovationspreis in diesem Jahr zum Thema &#8220;CO<sub>2<\/sub>-Reduktion &#8211; die technologische Herausforderung unserer Zeit&#8221; ausgeschrieben. Dem Gewinner-Projekt winken Beratungs-Leistungen durch die ALTRAN-Experten im Gegenwert von bis zu einer Million Euro. Unter den sechs Finalisten: Zwei Projekte mit Mikroalgen und eines zur Nutzung von Bambus.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Die Auswahl fiel der Jury angesichts der vielfach exzellenten und sehr innovativen Einreichungen wirklich schwer&#8221;, so Christian Le Liepvre, Direktor der ALTRAN Foundation. Zum diesj\u00e4hrigen Innovationspreis hatte es 159 Einreichungen aus der ganzen Welt gegeben, von denen die aus elf Experten bestehende internationale Jury in einem ersten Schritt die 28 vielversprechendsten in die engere Wahl genommen hatte. <\/p>\n<p>Aus Deutschland kommen die Jury-Mitglieder Prof. Dr. Dieter Oesterwind, Leiter des Zentrums f\u00fcr Innovative Energiesysteme in D\u00fcsseldorf sowie Prof. Dr. Peter Czermak, Direktor des Instituts f\u00fcr Biopharmazeutische Technologie in Gie\u00dfen. Nun werden die ausgew\u00e4hlten Finalisten in Paris der Jury ihre Projekte detailliert vorstellen. &#8220;Die breite thematische Spanne hat uns besonders beeindruckt&#8221;, betont Le Liepvre. &#8220;Sie reicht von der CO<sub>2<\/sub>-Speicherung \u00fcber innovative Technologien in der Architektur bis hin zu klimaneutralen K\u00fchlverfahren.&#8221; Bis zum Jahresende wird die Jury \u00fcber das Siegerprojekt abstimmen, das dann im Januar 2009 auf einer abschlie\u00dfenden Preisverleihung ausgezeichnet wird.<\/p>\n<p>ALTRAN, der europ\u00e4ische Marktf\u00fchrer unter den Technologieberatungen, besch\u00e4ftigt sich im Kundenauftrag schon seit vielen Jahren mit konkreten L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine Verringerung von Kohlenstoffdioxid. Beispiele daf\u00fcr sind die Entwicklung von Hybridmotoren und Technologie zur Bremsenergie-R\u00fcckgewinnung f\u00fcr mehrere namhafte Automobilhersteller oder die Optimierung der Energieeffizienz bei Geb\u00e4uden. &#8220;Das weltweite Bewusstsein f\u00fcr die Problematik des Treibhauseffekts ist stark gestiegen&#8221;, erl\u00e4utert Christian Le Liepvre. &#8220;Auch wenn nat\u00fcrlich noch viel zu tun ist, so hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Wir haben keine andere Wahl mehr, als das CO<sub>2<\/sub> in der Atmosph\u00e4re massiv zu verringern. Und dazu wollen wir mit diesem Innovationspreis beitragen, indem wir ein herausragendes Projekt ausw\u00e4hlen und ein ganzes Jahr lang intensiv f\u00f6rdern.&#8221;<\/p>\n<p><b>Die Projekte der Finalisten im Einzelnen<\/b><\/p>\n<p><b>Arnaud Muller-Feuga, Microphyt (Montpellier, Frankreich): Biofixierung von CO<sub>2<\/sub> durch Photobioreaktor-Sammelbecken<\/b><br \/>Ziel des Projektes &#8220;RUBISCO2&#8221; ist die Nutzung photosynthetischer Systeme als umfassende CO<sub>2<\/sub>-Sammelbecken, die wirksam das CO<sub>2<\/sub> binden (Biofixierung). Jede produzierte Tonne Trockenbiomasse bindet zwei Tonnen CO<sub>2<\/sub>; das Biofixierungspotenzial steigt mit der Produktion von Mikroalgen in geschlossenen Photobioreaktoren noch weiter an. Zuk\u00fcnftige Anwendungen gibt es insbesondere im Bereich der Biokraftstoffe. Hierbei kommt es zur Biofixierung des gesamten, in die geschlossenen photosynthetischen Produktionssysteme eingef\u00fchrten Kohlenstoffdioxids; im Gegensatz zur heutigen Praxis wird also nicht nur ein Teil des CO<sub>2<\/sub> gebunden und verwendet.<\/p>\n<p><b>Francisco Gallo Mej\u00eda, Universidad del Pa\u00eds Vasco UPV\/EHU (San Sebasti\u00e1n\/Donostia, Spanien): Nachhaltiger Hausbau durch Baustoffe aus Bambus<\/b><br \/>Im Mittelpunkt dieses Projektes steht die Gewinnung von im Hausbau verwendbaren Bio-Verbundstoffen aus der Bambusart Guadua angustifolia kunth. Die Verwendung dieses Verbundstofftyps erm\u00f6glicht einen niedrigeren Energie- und Wasserverbrauch als der anderer Baustoffe wie z.B. Holz, Metall und Ziegel. Auch die Herstellungs- und Transportkosten sind geringer. Diese deutlich umweltfreundlichere Bauweise zeichnet sich durch Recyclingf\u00e4higkeit, Haltbarkeit, gute Isoliereigenschaften, niedriges Gewicht sowie hohe CO<sub>2<\/sub>-Bindungsf\u00e4higkeit aus.<\/p>\n<p><b>Olivier L\u00e9pine, AlgoSource Technologies (Nantes, Frankreich): Nutzung von Mikroalgen als CO<sub>2<\/sub>-Speicher<\/b><br \/>Bei dem &#8220;AlgoSource Technologies&#8221;-Projekt wird in industriellen Prozessen anfallendes CO<sub>2<\/sub> gesammelt und ohne vorherige Konzentration in Mikroalgen-Kultursysteme eingebracht. Hieraus entsteht eine in verschiedenen Branchen &#8211; u.a. Lebensmittel, &#8220;Green Chemistry&#8221; und Energie &#8211; einsetzbare, wertvolle Biomasse. Diese wird in Bioraffinerien verarbeitet, in denen die Ressource umfassend genutzt wird. Durch industrielle Produktion von Mikroalgen wird es m\u00f6glich, fossilen Kohlenstoff &#8211; der die CO<sub>2<\/sub>-Konzentration in der Atmosph\u00e4re erh\u00f6ht &#8211; durch eine erneuerbare, klimaneutrale Ressource zu ersetzen.<\/p>\n<p><b>Weitere Schwerpunkte Solarenergie, Klimatechnologie und CO<sub>2<\/sub>-R\u00fcckgewinnung<\/b><br \/>Die weiteren drei Finalisten konzentrieren sich auf die Bereiche Solarenergie, Klimatechnologie sowie die CO<sub>2<\/sub>-R\u00fcckumwandlung in Kraftstoff:<\/p>\n<ul>\n<li><b>Casper van Oosten, Eindhoven University of Technology, Peer+Company (Eindhoven, Niederlande): &#8220;Switchable Window&#8221;-Fenstertechnologie.<\/b><br \/>&#8220;Smart Energy-Glas&#8221; ist eine neue Variante der &#8220;Switchable Window-Technologie&#8221;, bei der nicht nur die Menge des eintretenden Lichts dosiert, sondern auch Solarenergie gespeichert wird. Am Fenster sind drei Modi einstellbar: dunkel, hell und &#8220;Privacy&#8221;-Modus (starke T\u00f6nung). Das vom Fenster absorbierte Licht wird in Energie umgewandelt. Wichtiger Vorteil ist, dass laufend &#8211; und architektonisch &#8220;unsichtbar&#8221; &#8211; Solarenergie gesammelt wird. Daraus, dass Klimaanlagen durch den nat\u00fcrlichen Beleuchtungszyklus wesentlich seltener genutzt werden, resultieren betr\u00e4chtliche Energie- wie auch Kosteneinsparungen.<\/li>\n<li><b>Christian Muller, Holtzheim, Cooltech Applications (Holtzheim, Frankreich): &#8220;MagCool&#8221;: Magnetokalorische Klimatechnologie f\u00fcr den Hausbau.<\/b><br \/>Das Projekt beinhaltet die Weiterentwicklung eines reversiblen Auto-Klimasystems auf Basis einer technologischen Innovation, die als &#8220;magnetokalorischer Effekt&#8221; bekannt ist. Durch eine \u00c4nderung der Magnetisierung erw\u00e4rmt sich die betreffende Intermetalllegierung und k\u00fchlt dann wieder ab; dies wird \u00fcber mehrere Zyklen wiederholt. Diese innovative Technologie basiert auf einem reversiblen System magnetokalorischer und hochgradig \u00f6kologischer Klimatechnologie bei hoher Energieeffizienz. Im Zuge des &#8220;MagCool&#8221;-Projekts wird diese Anwendung so angepasst, dass sie f\u00fcr Klimaanlagen im Hausbau einsetzbar ist. Auf den Einsatz von K\u00fchlgasen kann v\u00f6llig verzichtet werden. Der Nutzen: Senkung des Energieverbrauchs und der CO<sub>2<\/sub>-Emission.<\/li>\n<li><b>Siglinda Perathoner, Universit\u00e4t Messina (Messina, Italien): R\u00fcckumwandlung von CO<sub>2<\/sub> in Kraftstoff.<\/b><br \/>Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung einer photoelektrokatalytischen (PEC) Vorrichtung, die CO<sub>2<\/sub> bei Raumtemperatur und unter Druck mit Hilfe von Sonnenlicht und Wasser wieder in Kraftstoff verwandeln kann. Der Einsatz dieses Ger\u00e4tes erm\u00f6glicht dann die Entwicklung &#8220;k\u00fcnstlicher B\u00e4ume&#8221;, die das CO<sub>2<\/sub> sammeln und es in Fl\u00fcssigkraftstoffe (Kohlenwasserstoffe, Alkohole) zur\u00fcckverwandeln k\u00f6nnen. So kann der CO<sub>2<\/sub>-Gehalt in der Atmosph\u00e4re gesenkt und gleichzeitig eine erneuerbare Energiequelle (Sonnenstrahlen) daf\u00fcr genutzt werden, das CO<sub>2<\/sub> in Fl\u00fcssigkraftstoffe umzuwandeln, die sich speichern, nutzen und umwandeln lassen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>\u00dcber die ALTRAN Foundation for Innovation<\/b><br \/>Die gemeinn\u00fctzige Stiftung wurde 1996 in Paris gegr\u00fcndet und schreibt j\u00e4hrlich zu einem aktuellen Thema einen internationalen Preis aus. Damit m\u00f6chte ALTRAN seiner gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen, technologische Entwicklungen im Dienste der Allgemeinheit zu f\u00f6rdern. Die Weiterentwicklung des Siegerprojekts wird von Consultants der Technologieberatung \u00fcber die Dauer von einem Jahr fachlich und strategisch unterst\u00fctzt. Au\u00dferdem erhalten die Sieger eine Pr\u00e4mie von 16.000 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wie k&ouml;nnen wir das CO<sub>2<\/sub>-Problem in den Griff bekommen? Kaum eine Frage besch&auml;ftigt derzeit die Gem&uuml;ter weltweit mehr als diese. 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