{"id":11196,"date":"2008-08-07T00:00:00","date_gmt":"2008-08-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080807-04n"},"modified":"2008-08-07T00:00:00","modified_gmt":"2008-08-06T22:00:00","slug":"energieholz-von-ackerflaechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/energieholz-von-ackerflaechen\/","title":{"rendered":"Energieholz von Ackerfl\u00e4chen"},"content":{"rendered":"<p><b>Landwirte bestellen Felder, Forstleute bewirtschaften W\u00e4lder. Was bislang als selbstverst\u00e4ndlich galt, k\u00f6nnte sich bald \u00e4ndern. B\u00e4ume sollen k\u00fcnftig auch auf \u00c4ckern wachsen &#8211; mit kurzen Umtriebszeiten und hoher Rentabilit\u00e4t. Die seit Jahren steigende Nachfrage nach Nutzholz f\u00fcr die S\u00e4ge- und Holzindustrie bzw. als Brennstoff macht &#8220;Holzanbau&#8221; f\u00fcr Landwirte attraktiv und wirft gleichzeitig neue Fragen auf. Die Wissenschaftler der Forschungsverb\u00fcnde Agrowood (Tharandt\/TU Dresden), Dendrom (Eberswalde) und Agroforst (Universit\u00e4t Freiburg und Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg) untersuchen die Bedingungen, die Vor- und Nachteile sowie die verschiedenen Modelle der Plantagenwirtschaft. Das Laborgespr\u00e4ch VII des Helmholtz-Zentrums f\u00fcr Umweltforschung (UFZ) stellt die Projekte und ihre ersten Ergebnisse vor.<\/b><\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080807-04\/newsimage.jpeg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"newsimage.jpeg\"\/>Das Projekt der Forschungsgruppe Agrowood ist ausgesprochen praxisnah angelegt. In den Modellregionen Freiberg und Schradenland sollen auf rund 200 Hektar Fl\u00e4che schnellwachsende Pappeln und Weiden angebaut und geerntet sowie die \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Chancen und Risiken bewertet werden. <\/p>\n<p>Vorteile der Holzplantagen, die sich bereits im Vorfeld abzeichnen: weniger Pflanzenschutzmittel, weniger D\u00fcnger als in der Landwirtschaft \u00fcblich, geringere Belastungen f\u00fcr die Gew\u00e4sser, deutlich vermindert Bodenerosion aufgrund der ganzj\u00e4hrigen Durchwurzelung der Fl\u00e4chen und h\u00f6here Ertr\u00e4ge als in der Waldwirtschaft. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich der Ackerboden erholen kann, da er seltener befahren wird. Gleichzeitig reichert der Boden Humus aus Laub und Wurzeln an, was wiederum die Fruchtbarkeit erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Die bedeutendste Voraussetzung f\u00fcr eine rentable Plantage ist der hohe Wassergehalt der gesamten Landschaft, da schnell wachsende B\u00e4ume einen starken Wasserverbrauch aufweisen. Die durchschnittliche j\u00e4hrliche Niederschlagsmenge muss mehr als 500 Millimeter betragen, von denen mindestens 300 Millimeter in der Vegetationszeit fallen. In niederschlagsarmen Regionen ist der Holzanbau nur m\u00f6glich, wenn der Grundwasserspiegel entsprechend hoch ist.<\/p>\n<p>Als rentabel gilt der Holzanbau, wenn pro Hektar im Mittel mehr als acht Tonnen Holz pro Jahr nachwachsen. Ertragstafeln f\u00fcr Plantagen existieren allerdings noch nicht, der Verbund Dendrom, der den Agrarholzanbau systematisch analysiert, betont zudem, dass die exakten Ertr\u00e4ge der unterschiedlichen Klone von Pappeln, Weiden oder Robinien ermittelt werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Einem spannenden Ansatz f\u00fcr Holzplantagen widmet sich der Verbund Agroforst. Landwirtschaftliche Fl\u00e4chen k\u00f6nnten kombiniert genutzt werden, z. B. durch das parallele Anpflanzen von jungen B\u00e4umen und \u00fcberwinternden Ackerkulturen. Bis die B\u00e4ume Bl\u00e4tter tragen, sind die \u00fcberwinternden Ackerkulturen weit entwickelt. Die B\u00e4ume bieten Wind- und Erosionsschutz, erst wenn sie \u00e4lter sind, entsteht die Konkurrenz um Licht und Wasser. Doppelt genutzte Ackerfl\u00e4chen eignen sich laut den Wissenschaftlern hervorragend zum ertragreichen Anbau von Wertholz.<\/p>\n<p>Die Forschungsverb\u00fcnde Agroforst, Agrowood und Dendrom geh\u00f6ren zu den 25 Verbundprojekten, die im F\u00f6rderschwerpunkt &#8220;Nachhaltige Waldwirtschaft&#8221; vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rdert werden. Das Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ) betreut in der wissenschaftlichen Begleitung und Koordinierung den F\u00f6rderschwerpunkt &#8220;Nachhaltige Waldwirtschaft&#8221;, den das BMBF im Zeitraum 2005 bis 2009 mit rund 30 Millionen Euro finanziert. Aufgabe des Koordinierungsb\u00fcros am UFZ ist es, auf nationaler und europ\u00e4ischer Ebene ein Netzwerk f\u00fcr Wissenschaft und Praxis zu schaffen. Der F\u00f6rderschwerpunkt widmet sich bis 2009 vor allem drei Feldern: Wie kann die Wertsch\u00f6pfungskette Forst-Holz sowohl gewinnorientiert als auch \u00f6kologisch vertr\u00e4glich und sozial gerecht optimiert werden? Wie k\u00f6nnen Waldlandschaften so genutzt werden, dass die Lebensqualit\u00e4t der Menschen verbessert wird und gleichzeitig die Ressourcen langfristig gew\u00e4hrleistet sind? Wie sieht der Wald der Zukunft aus?<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080807-04\/08_Laborgespraech_07.pdf\" >Laborgespr\u00e4ch VII: Turbob\u00e4ume f\u00fcr den Acker?<\/a>(PDF-Dokument)<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Andreas Werntze, Msc.<br \/>Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung &#8211; UFZ<br \/>Tel.: 0341-235-18 16<br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.ufz.de\/\" >www.ufz.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Landwirte bestellen Felder, Forstleute bewirtschaften W&auml;lder. Was bislang als selbstverst&auml;ndlich galt, k&ouml;nnte sich bald &auml;ndern. 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