{"id":11192,"date":"2008-08-08T00:00:00","date_gmt":"2008-08-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080808-04n"},"modified":"2008-08-08T00:00:00","modified_gmt":"2008-08-07T22:00:00","slug":"direkte-gewinnung-von-furanbasierten-biokraftstoffen-aus-cellulose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/direkte-gewinnung-von-furanbasierten-biokraftstoffen-aus-cellulose\/","title":{"rendered":"Direkte Gewinnung von furanbasierten Biokraftstoffen aus Cellulose"},"content":{"rendered":"<p><b>Unabh\u00e4ngigkeit von den Erd\u00f6l exportierenden L\u00e4ndern, Reduzierung der freigesetzten Treibhausgase, Schonung der zur Neige gehenden Ressourcen: Viele Gr\u00fcnde sprechen f\u00fcr einen Abschied von der Nutzung fossiler Brennstoffe. Wasserstofftechnologie und Solarenergie werden h\u00f6chstwahrscheinlich die Antwort auf das globale Energieproblem sein &#8211; aber erst auf l\u00e4ngere Sicht. F\u00fcr eine erste, rasche Abhilfe k\u00f6nnte Bioenergie sorgen. Aus Biomasse lassen sich alternative kohlenstoffbasierte fl\u00fcssige Kraftstoffe herstellen und so die g\u00e4ngige Technik automobiler Verbrennungsmotoren und die vorhandene Infrastruktur weiter nutzen. Gleichzeitig w\u00fcrde die chemische Industrie mit den als Rohstoffe ben\u00f6tigten Kohlenstoffverbindungen beliefert.<\/b><\/p>\n<p>Mark Mascal und Edward B. Nikitin von der University of California, Davis (USA), haben jetzt eine interessante neue Methode entwickelt, Cellulose direkt in furanbasierte Biokraftstoffe umzusetzen. Wie sie in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, liefert das einfache, kosteng\u00fcnstige Verfahren Furanverbindungen in bisher beispielloser Ausbeute.<\/p>\n<p>Atmosph\u00e4risches Kohlendioxid sollte die ultimative Kohlenstoffquelle der Zukunft sein. Am effektivsten &#8220;geerntet&#8221; wird es durch die pflanzliche Photosynthese. Biotreibstoffe werden derzeit vor allem aus St\u00e4rke gewonnen, die zu Zuckern abgebaut und zu Ethanol fermentiert wird. Die am weitesten verbreitete Form von photosynthetisch fixiertem Kohlenstoff ist aber Cellulose. Das Problem: Die Spaltung von Cellulose in seine einzelnen Zuckerbausteine, die dann fermentiert werden k\u00f6nnten, ist ein langsamer, kostenintensiver Prozess. &#8220;Ein weiteres Problem ist die geringe Kohlenstoff-Wirtschaftlichkeit der Glucose-Fermentation,&#8221; erl\u00e4utert Mascal, &#8220;f\u00fcr 10 g produziertes Ethanol werden zus\u00e4tzlich 9,6 g CO<sub>2<\/sub> freigesetzt.&#8221;<\/p>\n<p>K\u00f6nnte man auf Cellulosespaltung und Fermentation verzichten? Man kann, wie Mascal und Nikitin zeigen. Sie haben ein einfaches Verfahren entwickelt, mit dem Cellulose direkt in &#8220;Furanics&#8221; (Furan-basierte organische Fl\u00fcssigkeiten) umgewandelt werden k\u00f6nnen. Furane sind Molek\u00fcle, deren Grundk\u00f6rper von einem aromatischen Ring aus vier Kohlenstoffatomen und einem Sauerstoffatom gebildet wird. Hauptprodukt unter den von den Forschern entwickelten Reaktionsbedingungen ist 5-Chlormethylfurfural (CMF).<\/p>\n<p>CMF l\u00e4sst sich mit Ethanol zu Ethoxymethylfurfural (EMF) verkn\u00fcpfen oder mit Wasserstoff zu 5-Methylfurfural umsetzen. Beide Verbindungen eignen sich als Kraftstoffe. EMF wurde bereits fr\u00fcher in Mischungen mit Diesel von Avantium Tecnologies, einem Spin-off von Shell, untersucht und als interessant eingestuft.<\/p>\n<p>&#8220;Unsere Methode scheint die effektivste bisher beschriebene Umsetzung von Cellulose in einfache, hydrophobe organische Verbindungen zu sein,&#8221; so Mascal. &#8220;Au\u00dferdem wird die Kohlenstoffausbeute der Glucose- und Sucrose-Fermentation bei weitem \u00fcbertroffen. Furanics k\u00f6nnten sich sowohl als Autokraftstoffe als auch als chemische Rohstoffquelle der Zukunft etablieren.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Unabh&auml;ngigkeit von den Erd&ouml;l exportierenden L&auml;ndern, Reduzierung der freigesetzten Treibhausgase, Schonung der zur Neige gehenden Ressourcen: Viele Gr&uuml;nde sprechen f&uuml;r einen Abschied von der Nutzung<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[19411,742,418],"class_list":["post-11192","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-angewandte-chemie-journal","supplier-avantium-technologies-bv","supplier-wiley-interscience"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11192","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11192"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11192\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11192"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11192"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11192"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11192"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}