{"id":11180,"date":"2008-08-15T00:00:00","date_gmt":"2008-08-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080815-01n"},"modified":"2008-08-15T00:00:00","modified_gmt":"2008-08-14T22:00:00","slug":"thailand-herstellung-von-neuen-biokunststoffen-soll-gefoerdert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/thailand-herstellung-von-neuen-biokunststoffen-soll-gefoerdert-werden\/","title":{"rendered":"Thailand: Herstellung von neuen Biokunststoffen soll gef\u00f6rdert werden"},"content":{"rendered":"<p><b>Thailand will k\u00fcnftig vermehrt sogenannte Biokunststoffe herstellen. Die Regierung f\u00f6rdert deren Produktion mit umgerechnet rund 36 Mio. Euro, die in den kommenden Jahren in den Sektor flie\u00dfen werden. Das s\u00fcdostasiatische Land k\u00f6nnte damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Erstens w\u00fcrde sich die angespannte Umweltsituation in Thailand verbessern, zweitens k\u00f6nnte die Produktion von Tapioka k\u00fcnftig eine h\u00f6here Wertsch\u00f6pfung erzielen. Privatfirmen reagieren bereits und investieren in diesem Sektor.<\/b><\/p>\n<p>Das thail\u00e4ndische Kabinett verabschiedete Mitte 2008 ein Budget im Gesamtwert von 1,8 Mrd. Baht (B; circa 36 Mio. Euro; 1 Euro = rund 50 Baht), um in den kommenden f\u00fcnf Jahren den Ausbau der lokalen Biokunststoffindustrie voranzutreiben. Im Rahmen des F\u00fcnfjahresplans 2009 bis 2014 sind etwa 1 Mrd. B f\u00fcr den Kauf von Technologie vorgesehen, die im Ausland erworben werden soll. Weitere 475 Mio. B sind f\u00fcr den Aufbau der Industrie und 225 Mio. B f\u00fcr die Erarbeitung von Normen und Standards eingeplant. Als Biokunststoffe gelten alle Kunststoffe auf der Basis nachwachsender Rohstoffe, die biologisch abbaubar sind.<\/p>\n<p>Die Verwendung der Mittel liegt in H\u00e4nden der Regierungsagentur NIA (National Innovation Agency). Nach Aussagen von NIA-Direktor Supachai Lorlowhakarn in der thail\u00e4ndischen Presse sollen die ersten Projekte gem\u00e4\u00df der ausgearbeiteten &#8220;Road Map&#8221; voraussichtlich noch 2008 starten. Lorlowhakarn bekr\u00e4ftigt, dass die thail\u00e4ndische Kunststoffindustrie \u00e4u\u00dferst konkurrenzf\u00e4hig und in der Region sehr anerkannt sei. Durch das jetzt verabschiedete Programm werde die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Sektors weiter gest\u00e4rkt. Dar\u00fcber hinaus folge Thailand damit dem internationalen Trend, umweltfreundliche Technologien zu f\u00f6rdern. Derzeit bel\u00e4uft sich der Anteil von &#8220;Bioplastik&#8221; am gesamten weltweiten Kunststoffmarkt auf nur 0,25% mit einem Verbrauch von etwa 500.000 jato.<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend die Nachfrage nach herk\u00f6mmlichen Kunststoffen global im Schnitt in den vergangenen Jahren nur um rund 5% j\u00e4hrlich zulegen konnte, wird dem Segment Biokunststoffe ein Wachstumspotenzial von bis zu 30% j\u00e4hrlich zugeschrieben. Bis 2010 soll der Output nach Einsch\u00e4tzung von Experten 1 Mio. t erreichen. Als Triebfeder fungiert dabei vor allem die zunehmende Wahrnehmung der Klimaproblematik und die Erkenntnis, dass Umwelt- und Klimaschutz schnellstm\u00f6glich vorangetrieben werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>In Thailand k\u00f6nnte in diesem Zusammenhang der Anbau und die Verwendung von Tapioka eine h\u00f6here Wertsch\u00f6pfung erzielen. Tapioka ist eine geschmacksneutrale St\u00e4rke, die aus der Maniokwurzel hergestellt wird. W\u00e4hrend Kunststoffe, die auf Basis von petrochemischen Basisprodukten erzeugt werden, nur zu 30% wiederverwertet werden k\u00f6nnen, erreicht die Recycling-Quote bei Tapioka-Erzeugnissen bis zu 100%.<\/p>\n<p>Thailand ist drittgr\u00f6\u00dfter Produzent von Tapioka weltweit, das derzeit in erster Linie als Nahrungsmittel konsumiert oder zu Ethanol weiterverarbeitet wird. Der Gesamtumsatz des Sektors liegt bei etwa 60 Mrd. B pro Jahr. Gleichzeitig enden j\u00e4hrlich rund 2,2 Mio. t Plastik auf den Deponien. Mit der zunehmenden Verarbeitung zu Biokunststoff k\u00f6nnte sich das Marktvolumen der Tapioka-Industrie nach Sch\u00e4tzungen von NIA-Experten auf fast 150 Mrd. B mehr als verdoppeln.<\/p>\n<p>Die Privatwirtschaft hat das Potenzial des Sektors in Thailand bereits erkannt und will kr\u00e4ftig investieren. Die renommierte englischsprachige Tageszeitung &#8220;Bangkok Post&#8221; berichtete Mitte 2008, dass die lokale Charoen Pokphand (CP) Group gemeinsam mit dem US-Partner NatureWorks ein 2-Mrd.-Baht-Engagement pr\u00fcft. Mit den Geldern sollen die Aktivit\u00e4ten des Unternehmens im Biokunststoffsektor Thailands gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>Das Joint Venture sieht eine j\u00e4hrliche Produktion von 24.000 t Polylactiden (PLA) vor, das im Moment noch vollst\u00e4ndig importiert werden muss. Das Vorprodukt wird in erster Linie in der Verpackungsindustrie verwendet. Im Rahmen der Kooperation zwischen CP und Nature Works w\u00fcrden die US-Amerikaner die entsprechende Technologie bereitstellen. Auf der anderen Seite k\u00f6nnte der thail\u00e4ndische Partner sein Know-how im Bereich &#8220;Farm Crops&#8221; (Anbau von Feldfr\u00fcchten) mit einbringen, die als Rohmaterial dienen sollen.<\/p>\n<p>Bisher hatten in Thailand hohe Produktionskosten aufgrund geringer Skalenertr\u00e4ge die Entwicklung des Sektors gehemmt. Auch sind noch keine Regelungen in Kraft, die die Konsumenten zum Kauf umweltfreundlicher Produkte in diesem Segment animieren k\u00f6nnten. Nach Angaben von Branchenvertretern liegen die Herstellungskosten von Biokunststoffen derzeit noch um das 1,5- bis Zweifache \u00fcber denen von konventionellen Plastikerzeugnissen. Aus diesen Gr\u00fcnden fordern Branchenvertreter von der Regierung weitere Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung des Sektors, wie beispielsweise die Senkung von Importz\u00f6llen auf PLA oder die Erh\u00f6hung von Steuern auf umweltbelastende Produkte. Das nun verabschiedete Ma\u00dfnahmenpaket wird von Experten als &#8220;erster Schritt in die richtige Richtung&#8221; gewertet.<\/p>\n<p><b>Kontaktanschrift:<\/b><br \/>National Innovation Agency (NIA)<br \/>73\/1 Yothee Building 3rd floor, Rama IV Road<br \/>Thungphyathai Ratchathevi<br \/>Bangkok 10400, Thailand<br \/>Tel.: 0066\/2\/644 60 00; Fax: -84 44<br \/>info@nia.or.th www.nia.or.th<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Thailand will k&uuml;nftig vermehrt sogenannte Biokunststoffe herstellen. Die Regierung f&ouml;rdert deren Produktion mit umgerechnet rund 36 Mio. 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