{"id":11176,"date":"2008-08-19T00:00:00","date_gmt":"2008-08-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080819-02n"},"modified":"2008-08-19T00:00:00","modified_gmt":"2008-08-18T22:00:00","slug":"naturschutz-durch-nutzung-energiepflanzen-machens-mglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/naturschutz-durch-nutzung-energiepflanzen-machens-mglich\/","title":{"rendered":"&#8220;Naturschutz durch Nutzung&#8221; &#8211; Energiepflanzen machens m&ouml;glich"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Institut f\u00fcr angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Fachhochschule Trier untersuchte in den letzten Monaten die theoretische Machbarkeit eines extensiven Anbaus nachwachsender Rohstoffe auf Naturschutz-Ausgleichsfl\u00e4chen. Im Forschungsprojekt ELKE (&#8220;Etablierung einer extensiven Landnutzungsstrategie auf der Grundlage einer Flexibilisierung des Kompensationsinstrumentariums der Eingriffsregelung&#8221;) pr\u00fcften die Wissenschaftler die \u00f6kologische, \u00f6konomische und naturschutzrechtliche Tragf\u00e4higkeit dieses Ansatzes. Da die Ergebnisse sehr vielversprechend ausfielen, soll ELKE II nun den Beweis der Praxistauglichkeit f\u00fchren. Sollte sich das Konzept bew\u00e4hren, k\u00f6nnte dies einen Gewinn f\u00fcr Naturschutz und Landwirtschaft gleicherma\u00dfen bedeuten. Gef\u00f6rdert wird ELKE II wie schon das Vorg\u00e4ngervorhaben mit Mitteln des Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).<\/b><\/p>\n<p>Der Fl\u00e4chenverbrauch in Deutschland ist enorm &#8211; weit \u00fcber 100 Hektar betr\u00e4gt er pro Tag. Aufgrund des Bundesnaturschutzgesetzes m\u00fcssen zudem jegliche, z.B. durch Bauma\u00dfnahmen verursachte Eingriffe in Natur und Landschaft ausgeglichen werden. Dies geschieht in der Praxis meist durch eine \u00f6kologische Aufwertung anderer Fl\u00e4chen, wobei die Kosten dieser Ma\u00dfnahme vom Verursacher zu tragen sind. Die Regelung f\u00fchrt zu einem doppelten Verlust an wertvoller landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4che; einerseits durch die Bauma\u00dfnahme selbst, andererseits durch die Kompensationsma\u00dfnahme.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund einer wachsenden weltweiten Nachfrage nach Nahrungsmitteln, Bioenergie und pflanzlichen Rohstoffen gewinnt dieser Tatbestand weiter an Brisanz.<\/p>\n<p>Was aber, wenn der extensive Anbau von Energiepflanzen Landwirtschaft und Naturschutz vers\u00f6hnen k\u00f6nnte, in dem er einen Kompromiss zwischen den Anspr\u00fcchen beider Seiten darstellte? Wenn Ausgleichsfl\u00e4chen so weiterhin landwirtschaftlich zu nutzen und dennoch \u00f6kologisch aufzuwerten w\u00e4ren? Wenn sie dank des Energiepflanzenanbaus wesentlich gro\u00dffl\u00e4chiger und miteinander vernetzt werden k\u00f6nnten und auch unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten mehr Vorteile b\u00f6ten? Dass so ein L\u00f6sungsansatz grunds\u00e4tzlich funktionieren kann, hat ELKE I theoretisch dargestellt. Auch prinzipiell geeignete Kulturen und Anbauverfahren haben die Wissenschaftler des IfaS identifiziert. Nun gilt es, das Konzept praktisch zu erproben, um so Anregungen f\u00fcr eine Flexibilisierung der Ausgleichspraxis zu geben.<\/p>\n<p>Dazu sollen im Laufe eines Jahres bundesweit einige Modellprojekte ausgew\u00e4hlt und wissenschaftlich begleitet werden. Gefragt ist eine optimale Verbindung von Landbau, Natur- und Umweltschutz sowie Wertsch\u00f6pfungsketten vor Ort, denn die Bioenergieprodukte sollen m\u00f6glichst regional vermarktet werden. Ziel sind g\u00e4nzlich neue Kooperationen zwischen Landwirten, Natursch\u00fctzern, Kommunen und lokalem Handwerk. W\u00e4hrend die Fl\u00e4chenetablierung aus Ausgleichszahlungen finanziert wird, wird die wissenschaftliche Begleitforschung mit Mitteln des BMELV von der FNR gef\u00f6rdert. Die Forschung soll zeigen, dass ein extensiver Energiepflanzenanbau tats\u00e4chlich einen \u00f6kologischen Wert darstellt, der einen Status als Ausgleichsfl\u00e4che rechtfertigen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Damit w\u00e4re bewiesen, dass Mehrfach- und Koppelnutzungen einer Fl\u00e4che sehr wohl m\u00f6glich sind. Ein ganzheitlicherer Ansatz, auf den die Landwirtschaft vor dem Hintergrund der Fl\u00e4chenverknappung ohnehin st\u00e4rker setzen sollte. Weitere Informationen finden Sie auf <a href=\"http:\/\/www.landnutzungsstrategie.de\/\" >www.landnutzungsstrategie.de<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Das Institut f&uuml;r angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) der Fachhochschule Trier untersuchte in den letzten Monaten die theoretische Machbarkeit eines extensiven Anbaus nachwachsender Rohstoffe auf Naturschutz-Ausgleichsfl&auml;chen. 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