{"id":11166,"date":"2008-08-22T00:00:00","date_gmt":"2008-08-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080822-04n"},"modified":"2008-08-22T00:00:00","modified_gmt":"2008-08-21T22:00:00","slug":"oekobilanz-von-bioethanol-besser-als-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oekobilanz-von-bioethanol-besser-als-gedacht\/","title":{"rendered":"\u00d6kobilanz von Bioethanol besser als gedacht"},"content":{"rendered":"<p><b>Der positive Klimaeffekt und die Energiebilanz von Bioethanol aus Getreide und Zuckerr\u00fcben aus europ\u00e4ischem Anbau wurden bislang deutlich untersch\u00e4tzt. Diese Schlussfolgerung legt eine Studie nahe, die das Institut f\u00fcr Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) im Auftrag des Verbandes Landwirtschaftliche Biokraftstoffe (LAB) durchgef\u00fchrt hat. Danach k\u00f6nnen mit Bioethanol aus Getreide oder Zuckerr\u00fcben zwischen 25 und 33 t CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalent pro Hektar und Jahr eingespart werden. Das IFEU kommt damit zu einer bis zu viermal h\u00f6heren Einsparung an Treibhausgasen als andere Untersuchungen. Die Klimabilanz f\u00e4llt vor allem deshalb deutlich besser aus, weil die Wissenschaftler die bei der Ethanolproduktion anfallenden Futtermittel und deren Fl\u00e4cheneffekt ber\u00fccksichtigt haben.<\/b><\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080822-04\/Bildschirmfoto_2008-08-22_11-17-32.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Bildschirmfoto_2008-08-22_11-17-32.jpg\"\/>So werden von 1 ha Weizen nicht nur 2.700 l Bioethanol, sondern auch etwa 2.700 kg Futtermittel gewonnen. Diese k\u00f6nnen rund 1,3 ha Sojabohnen ersetzen, deren Schrot nach Europa verschifft wird. Nils Rettenmaier vom IFEU-Institut erl\u00e4uterte, in bisherigen Studien seien die Nebenprodukte nie genauer untersucht oder angerechnet worden. Beziehe man jedoch alle Faktoren in die Bilanz ein, \u00fcberraschten Biokraftstoffe der sogenannten ersten Generation mit positiven Treibhausgas- und Energiebilanzen. <\/p>\n<p>Die Wissenschaftler schr\u00e4nken allerdings ein, ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen w\u00fcrden allein f\u00fcr die betrachteten 13 Verfahren der Bioenergiegewinnung gelten. F\u00fcr Biodiesel aus Raps oder Biogas aus Mais k\u00f6nnten die Resultate deutlich anders ausfallen. Auch k\u00f6nnten die Aussagen \u00fcber die Energie- und Treibhausgasbilanzen nicht auf andere Umweltwirkungen wie Versauerung oder N\u00e4hrstoffeintrag \u00fcbertragen werden. Diese m\u00fcssten im Rahmen einer gesamt\u00f6kologischen Bewertung zus\u00e4tzlich untersucht werden.<\/p>\n<p><b>Station\u00e4re Nutzung effektiver<\/b><br \/>Die Heidelberger Forscher kommen auch zu dem Ergebnis, dass Biosprit der ersten Generation mindestens ebenso viel Treibhausgas einspart und eine vergleichbare Energiebilanz aufweist, wie Biokraftstoff aus Ganzpflanzen. Die mit Abstand besten Ergebnisse wurden erzielt, wenn das Bioethanol weiterverarbeitet wurde zu dem Kraftstoffzusatz Ethyl-Terti\u00e4r-Butyl-Ether (ETBE). Die Wissenschaftler raten daher, zun\u00e4chst das fossile Additiv MTBE vollst\u00e4ndig durch ETBE zu ersetzen und erst anschlie\u00dfend Benzin durch Bioethanol zu substituieren. Des Weiteren kommt die Studie zu dem Schluss, dass sich bei einer station\u00e4ren Nutzung von Triticale oder Stroh zur Strom- und W\u00e4rmegewinnung mehr Energie einsparen und Treibhausgasemissionen vermeiden lassen als bei mobiler Nutzung in Form von Biokraftstoffen der zweiten Generation.<\/p>\n<p><b>Objektive Kriterien gefordert<\/b><br \/>Der CDU-Bundestagsabgeordnete und LAB-Vorsitzende Norbert Schindler forderte, die Nebeneffekte von Biokraftstoffen in der Bilanzierung zu ber\u00fccksichtigen. Auch direkte und indirekte \u00c4nderungen der Landnutzung durch die Umwandlung von Naturfl\u00e4chen zu Ackerland f\u00fcr den Energiepflanzenanbau in Drittl\u00e4ndern m\u00fcssten angerechnet werden. &#8220;Es geht nicht an, die Regenwaldabholzung und die Verdr\u00e4ngung von Sojaanbau oder Viehwirtschaft aus herk\u00f6mmlichen Erzeugungsregionen auf Naturfl\u00e4chen au\u00dfen vor zu lassen&#8221;, betonte Schindler. Eine sachgerechte Bewertung setze voraus, dass alle Biokraftstoffe &#8211; ob aus Europa oder aus S\u00fcdamerika &#8211; nach denselben objektiven Kriterien beurteilt w\u00fcrden.<\/p>\n<p><b>Weitere Informationen:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080822-04\/IFEU_-_Bioenergie_LAB_-_Kurzversion.pdf\" >Bioenergie aus Getreide und Zuckerr\u00fcbe: Energie- und Treibhausgasbilanzen<\/a> (Endbericht, Kurzversion; PDF)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der positive Klimaeffekt und die Energiebilanz von Bioethanol aus Getreide und Zuckerr&uuml;ben aus europ&auml;ischem Anbau wurden bislang deutlich untersch&auml;tzt. 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