{"id":11161,"date":"2008-08-26T00:00:00","date_gmt":"2008-08-25T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080826-01n"},"modified":"2008-08-26T00:00:00","modified_gmt":"2008-08-25T22:00:00","slug":"hopfen-als-faserpflanze-nutzbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hopfen-als-faserpflanze-nutzbar\/","title":{"rendered":"Hopfen als Faserpflanze nutzbar"},"content":{"rendered":"<p><b>Hopfenpflanzen erreichen eine H\u00f6he von bis zu acht Metern, zum Bierbrauen werden allerdings nur die Fr\u00fcchte verwendet w\u00e4hrend die Stengel in der Regel kompostiert werden. Nun m\u00f6chten zwei Ingenieure aus Hallertau, Bayern, den Hopfen als Faserpflanze etablieren.<\/b><\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080826-01\/2008-08_Hopfenfaser.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"2008-08_Hopfenfaser.jpg\"\/>Bei n\u00e4herer Betrachtung der ungenutzten Pflanzenteile und unter Ber\u00fccksichtigung der damit umsetzbaren technischen Eigenschaften zeigen sich diese Produkte als hochinteressanter Werkstoff. Besonders die Hopfenreben mit Aufleitdraht k\u00f6nnen als technischer Grundstoff f\u00fcr die Fertigung von Platten und Formteilen aus Verbundwerkstoffen mit unterschiedlichen technischen Eigenschaften (je nach Verarbeitung) Verwendung finden.<\/p>\n<p>Eine Rebe besteht aus einer im getrockneten Zustand harten Deckschicht, darunter befindet sich eine Schicht aus d\u00fcnnen Kapillaren (Saftleiter) und im Inneren eine hohle R\u00f6hre. Die Reben werden von den Pflanzern so angelegt, dass sich normalerweise drei Reben um einen Aufleitdraht wickeln. Die Reben erreichen bei der Ernte eine L\u00e4nge von 7m, das hei\u00dft, es stehen 7m lange Pflanzenfasern mit St\u00fctzdraht und einer sehr hohen Zugfestigkeit f\u00fcr technische Anwendungen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Bisher werden die Pflanzenteile wegen der darin enthaltenen Dr\u00e4hte weder f\u00fcr die Kompostierung noch f\u00fcr eine andere Anwendung genutzt. Die Hopfenbauern zerh\u00e4ckseln daher Reben, Dr\u00e4hte und Bl\u00e4tter, und entsorgen diese Stoffe durch Ausbringen auf ihren eigenen Feldern. Eine unangenehme Nebenerscheinung stellen dabei die sogenannten &#8220;Hopfenspikes&#8221; dar. Darunter versteht man kleingeh\u00e4ckselte Drahtst\u00fccke die zur Erntezeit des Hopfens von den Anh\u00e4ngern der Hopfenbauern auf die Stra\u00dfen fallen und dort f\u00fcr zahlreiche platte Reifen sorgen. Meist verbleiben solche Drahtst\u00fccke unbemerkt in den Autoreifen und k\u00f6nnen jederzeit zu gef\u00e4hrlichen Verkehrssituationen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die allj\u00e4hrliche Einbringung von mehreren tausend Tonnen Eisen in den Boden wird mit Besorgnis gesehen, da die B\u00f6den im Laufe der Zeit doch erheblich mit Eisen angereichert werden. Auch der wirtschaftliche Verlust des mittlerweile sehr teuer gewordenen Rohstoffes Eisen k\u00f6nnte durch einen geeigneten Wirtschaftskreislauf vermieden werden.<\/p>\n<p><b>Vielf\u00e4ltige Verwendungsm\u00f6glichkeiten<\/b><br \/>Eine bessere Nutzung dieser Pflanzenreste ist von allen Seiten erw\u00fcnscht. Vorgeschlagen wird deshalb eine weitere Nutzung der Bl\u00e4tter und der Hopfenreben mit Dr\u00e4hten. Die nach der Ernte vorliegenden Ausgangsformen dieser Abfallmaterialien beinhalten bereits eine technische Vorverarbeitung. So hat die Mehrzahl der Hopfenanbauer in ihre Pfl\u00fcckmaschinen bereits H\u00e4ckselwerke mit eingebaut, die das Ausgangsmaterial in L\u00e4ngen von 1 bis 5 cm zerkleinert. Aber auch Rebenst\u00fccke in ganzer L\u00e4nge stehen von kleineren Hopfenbauern zur Verf\u00fcgung und bei Bedarf lassen sich H\u00e4ckselwerke relativ einfach stilllegen.<\/p>\n<p>Nach Ansicht von Horst Korger, der eine bessere stoffliche Nutzung der Hopfenfaser etablieren m\u00f6chte, lassen sich f\u00fcr die Fasern und der Zellulose im Hopfen eine Reihe von stofflichen Verwendungsformen finden. So k\u00f6nnen sie nach seinen Erkenntnissen \u00e4hnlich wie Hanf als H\u00e4user-D\u00e4mmstoff, bei der M\u00f6bel-Herstellung oder f\u00fcr die Produktion von Kunststoffen verwendet werden. Tr\u00e4nke man beispielsweise das Faser-Vlies mit Harz, k\u00f6nne man den Stoff in Form pressen &#8211; beispielsweise zur Innenverkleidung f\u00fcr Autos. Bislang seien diese Teile vor allem mit Fasern aus importierten Pflanzen hergestellt. Au\u00dferdem eigne sich Hopfen sehr gut als D\u00e4mmmaterial durch die im Stengel vorhandenen Zelluloser\u00f6hrchen.<\/p>\n<p>Auch Kunststoff-Faser-Gemische lassen sich laut Korger mit dem Hopfen fertigen. 70 Prozent des Kunststoffes liesse sich durch Hopfenfasern ersetzen und w\u00fcrde zudem ein wesentlich stabileres Kompositmaterial erhalten, weil sich die Pflanzenfasern ineinander verhakten. Koger hat bereits einige Prototypen angefertigt, neben einigen Formteilen existieren bereits einige Kugelschreiber aus Hopfen-Kunststoff-Mischungen.<\/p>\n<p>Bl\u00e4tter und kleinere Ver\u00e4stelungen werden beim maschinellen Pfl\u00fccken in den Pfl\u00fcckmaschinen aussortiert und liegen innerhalb der Maschine in getrennter Form vor. Wenn die Bl\u00e4tter in getrennter Form aus der Maschine ausgebracht werden, lassen sie sich als Biomasse weiterverarbeiten z.B. zur Erzeugung von Biogas und Verrottungsw\u00e4rme mit anschlie\u00dfender Kompostierung. Die Bl\u00e4tter w\u00fcrden somit auf mehrfache Weise genutzt.<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080826-01\/Bildschirmfoto_2008-08-26_10-44-08.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Bildschirmfoto_2008-08-26_10-44-08.jpg\"\/><b>Interessenten?<\/b><br \/>Interessenten f\u00fcr seine Erfindungen hat Korger schon &#8211; allerdings nur f\u00fcr die fertigen Produkte. &#8220;Die wollen weder Zeit noch Kosten investieren, um das Produkt zu entwickeln&#8221;, so Korger. Mit seinem Partner Christian Peter hat eine Firma gegr\u00fcndet, sie suchen nun einen Sponsor. Mit einer halben Million Euro k\u00f6nnten sie erste Produkte auf den Markt bringen, sch\u00e4tzt der 57-J\u00e4hrige. Georg Weber, Vize-Vorsitzender der Interessengemeinschaft Qualit\u00e4tshopfen Niederlauterbach (IGN) glaubt an die Vision: &#8220;Das ist in meinen Augen ein gutes Konzept\u00bb, betont er. Die 58 Mitglieder, allesamt Hopfenbauern, erw\u00e4gen, eine Firma zu gr\u00fcnden und die Ideen der beiden Ingenieure mit umzusetzen.<\/p>\n<p><b>Kontakt und weitere Informationen:<\/b><br \/>Christian Peter<br \/>Herzogring 29<br \/>D-85283 Wolnzach<br \/>Tel.: 08442 \/ 953520<br \/>Fax.: 08442 \/ 953518<br \/>Mail: <a href=\"mailto:christian.peter@hopfenfaser.de\">christian.peter@hopfenfaser.de<\/a><\/p>\n<p>Dipl.Ing. Horst Korger<br \/>Peretkundst. 6<br \/>D-85296 Rohrbach<br \/>Tel.:08442 \/ 958249<br \/>Fax.: 08442-958250<br \/>Mail: <a href=\"mailto:horst.korger@hopfenfaser.de\">horst.korger@hopfenfaser.de<\/a><\/p>\n<p>Internet: <a href=\"http:\/\/www.hopfenfaser.de\/\" >www.hopfenfaser.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Hopfenpflanzen erreichen eine H&ouml;he von bis zu acht Metern, zum Bierbrauen werden allerdings nur die Fr&uuml;chte verwendet w&auml;hrend die Stengel in der Regel kompostiert werden.<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[483,484],"class_list":["post-11161","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-hopfenfaserde","supplier-interessengemeinschaft-qualitaetshopfen-niederlauterbach-ign"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11161","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11161"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11161\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11161"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}