{"id":11138,"date":"2008-09-05T00:00:00","date_gmt":"2008-09-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080905-02n"},"modified":"2008-09-05T00:00:00","modified_gmt":"2008-09-04T22:00:00","slug":"energie-durch-gartenabfaelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/energie-durch-gartenabfaelle\/","title":{"rendered":"Energie durch Gartenabf\u00e4lle"},"content":{"rendered":"<p><b>Jeder Gartenbesitzer kennt das Problem: Wohin mit dem Rasenschnitt oder den Resten der zur\u00fcckgeschnittenen Hecken, Str\u00e4ucher und B\u00e4ume? In den meisten Haushalten wird die Entsorgung der Gartenabf\u00e4lle durch eine spezielle M\u00fclltonne gel\u00f6st. Je nach Gr\u00f6\u00dfe des Gartens reicht diese Tonne oft nicht aus und dar\u00fcber hinaus kostet sie auch noch Geb\u00fchren. Sehr viel gr\u00f6\u00dfer sind die Mengen, die zum Beispiel bei \u00f6ffentlichen Parks und Gr\u00fcnanlagen oder in Golfclubs anfallen. Die sinnvolle Entsorgung dieser Gr\u00fcnabf\u00e4lle stellt die Betreiber vor dementsprechend h\u00f6here Herausforderungen und Kosten. Jedes Jahr fallen in Deutschland etwa vier Millionen Tonnen Gr\u00fcnschnitt an. Die einzige Verwendung, die es landl\u00e4ufig daf\u00fcr gab, war die Kompostierung. Findige Experten f\u00fcr Garten und Landschaft bieten seit dem Fr\u00fchjahr 2007 eine Alternative an.<\/b><\/p>\n<p><b>Vorhandene Rohstoffe effizient nutzen<\/b><br \/>Die Klimadebatte und die CO<sub>2<\/sub>-Diskussion lassen die Menschen neu \u00fcber ihre Umwelt und ihren Umgang mit Energie nachdenken \u2013 Fachleute suchen nach Wegen zur umweltfreundlichen Energiegewinnung. Im Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL) wurde eine praxistaugliche L\u00f6sung entwickelt: Die GaLaBauEnergy AG (GEAG). Diese Gesellschaft mit Sitz im bayerischen Freising hat sich der Herausforderung gestellt, Biogas f\u00fcr Strom und W\u00e4rme aus nachwachsenden Rohstoffen zu gewinnen. <\/p>\n<p>Das Besondere dabei ist, dass diese Rohstoffe nicht erst angebaut werden m\u00fcssen und somit die Nahrungsmittelproduktion einschr\u00e4nken, vielmehr sind sie bereits im \u00dcberfluss vorhanden. Der Rohstoff, um den es geht, sind Gartenabf\u00e4lle, die hier allerdings &#8220;Gr\u00fcngut&#8221; genannt werden. Die GEAG hat sich Gro\u00dfes vorgenommen. In der ersten Stufe, die sich \u00fcber einen Zeitraum von vier Jahren erstreckt, sollen mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro bundesweit 50 Biogasanlagen errichtet werden. Dazu hat sich die GEAG die Zusammenarbeit zweier starker Partner gesichert: Die GaLaBau-Service GmbH in Bad Honnef sowie die in Waldm\u00fcnchen ans\u00e4ssige BIOFerm GmbH, ein Unternehmen der Viessmann-Gruppe.<\/p>\n<p><b>Gr\u00fcner Strom<\/b><br \/>Private Gartenbesitzer wie auch Kommunen oder Firmen und Sportvereine liefern ihr Gr\u00fcngut \u2013 nicht Biom\u00fcll! &#8211; an die Biogasanlagen. Mit einem patentierten Trockenfermentierungsverfahren wird daraus der Brennstoff Methangas (CO<sub>4<\/sub>) gewonnen. Das der Biogasanlage angegliederte Blockheizkraftwerk produziert aus dem Methangas dann Strom und W\u00e4rme. Das Ganze geschieht ohne Geruchsbel\u00e4stigung f\u00fcr die Umgebung und dank des besonderen Trockenfermentierungsverfahrens muss dazu auch kein kostbares Trinkwasser eingesetzt werden. Der verbleibende Rest kann schlie\u00dflich noch als hochwertiger organischer D\u00fcnger verwendet oder der Kompostierung zugef\u00fchrt werden. <\/p>\n<p>Der Grundst\u00fccksbedarf einer Biogasanlage liegt bei etwa 6.000 m<sup>2<\/sup>. Ab einer Menge von j\u00e4hrlich ca. 10.000 Tonnen Gr\u00fcngut kann eine solche Anlage wirtschaftlich betrieben werden. Die im Blockheizkraftwerk gewonnene Energie kann problemlos an beispielsweise Schwimmb\u00e4der, Fernw\u00e4rmeleitungen, Nahw\u00e4rmenetze oder Wohnsiedlungen abgegeben werden. Jede Biogasanlage produziert genug thermische Energie, um etwa 80 Haushalte ein ganzes Jahr lang zu versorgen. Am Ende der ersten Stufe, das hei\u00dft, wenn alle 50 Biogasanlagen arbeiten, wird die GEAG j\u00e4hrlich etwa 150 Megawatt &#8220;gr\u00fcnen&#8221; Strom aus Gartenabf\u00e4llen produzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Doppelter Vorteil<\/b><br \/>Die Lieferanten des Gr\u00fcnguts wie auch die Abnehmer des gr\u00fcnen GEAG-Stroms profitieren: Wer schon einmal den Gr\u00fcnschnitt einer Hecke entsorgen musste, wird die Einsparung der Entsorgungsgeb\u00fchren zu sch\u00e4tzen wissen. Der Stromerzeuger freut sich \u00fcber einen preiswerten Rohstoff. Dazu kommt f\u00fcr alle Beteiligten das gute Gef\u00fchl, einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. In der heutigen Zeit, in der von Unternehmen und \u00f6ffentlichen Verwaltungen zunehmend soziale Kompetenz gefordert wird, ist das mindestens so wichtig wie die direkten geldwerten Vorteile. Die zukunftsweisende Bedeutung des GEAG-Energiekonzeptes wurde bereits 2007 mit dem TASPO-Award ausgezeichnet. <\/p>\n<p>J\u00fcngst berichtete auch das ZDF-Umweltmagazin \u00fcber die Gesellschaft. Ernst Meerkamp, Vorsitzender der GaLaBauEnergy AG und Vizepr\u00e4sident des BGL: &#8220;Die GEAG ist offensichtlich zur rechten Zeit angetreten, denn sie l\u00f6st zwei Probleme gleichzeitig: Die Vorteile der Kooperation zur umweltfreundlichen Verwertung des Gr\u00fcnschnitts und der lokalen Nutzung der erzeugten Energie liegen deshalb auch f\u00fcr Kommunen auf der Hand. Landschaftsg\u00e4rtner und Kommunen werden einmal mehr zu erfolgreichen Partnern.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Jeder Gartenbesitzer kennt das Problem: Wohin mit dem Rasenschnitt oder den Resten der zur&uuml;ckgeschnittenen Hecken, Str&auml;ucher und B&auml;ume? 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