{"id":111365,"date":"2022-06-27T07:26:00","date_gmt":"2022-06-27T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=111365"},"modified":"2022-06-23T12:23:03","modified_gmt":"2022-06-23T10:23:03","slug":"mogelpackung-bio-einwegplastik-unokologisch-ungesund-unnutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mogelpackung-bio-einwegplastik-unokologisch-ungesund-unnutz\/","title":{"rendered":"Mogelpackung &#8220;Bio&#8221;-Einwegplastik: un\u00f6kologisch, ungesund, unn\u00fctz"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p><strong>Sogenanntes Bio-Plastik t\u00e4uscht Verbraucher*innen. Es hat keinen \u00f6kologischen Mehrwert und sollte insbesondere im Verpackungsbereich vermieden werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Arbeitskreis Abfall und Rohstoffe des Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz (BUND) in seinem <a href=\"https:\/\/www.bund.net\/fileadmin\/user_upload_bund\/publikationen\/chemie\/chemie_biokunststoffe_hintergrund.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">neu ver\u00f6ffentlichten Papier<\/a> zu &#8220;Bio&#8221;-Kunststoffen. Anders als es das Bio-Label nahelegt, hat Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen nichts mit Bio-Lebensmitteln zu tun. Es hat keine bessere \u00d6kobilanz als herk\u00f6mmliche Kunststoffe.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;&#8216;Bio&#8217; bedeutet, dass diese Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrohr hergestellt wurden oder, dass sie theoretisch kompostierbar sind. Dass &#8216;Bio&#8217;-Plastik in der Realit\u00e4t aber zu langsam verrottet, das meiste nicht recycelt, sondern verbrannt wird, und die Rohstoffe in Monokulturen angebaut werden, wird von der Industrie verschwiegen. Das Label f\u00fchrt also absolut in die Irre&#8221;, erkl\u00e4rt Janine Korduan, BUND-Expertin f\u00fcr Kreislaufwirtschaft. Viele &#8220;Bio&#8221;-Plastik-Produkte enthalten Schadstoffe und sind aus toxikologischer Sicht nicht besser als herk\u00f6mmliche Kunststoffe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die schlechte Umweltbilanz von &#8220;Bio&#8221;-Plastik hat verschiedene Gr\u00fcnde. Weil es in der Regel f\u00fcr Einwegprodukte hergestellt wird, landet es schnell im M\u00fcll. Dabei kommen die Rohstoffe zu seiner Herstellung \u00fcberwiegend aus der industriellen Landwirtschaft und verursachen einen hohen D\u00fcnger- und Pestizideinsatz sowie Wasserverbrauch. Das alles tr\u00e4gt zum Artensterben bei. Wenn &#8220;Bio&#8221;-Plastik in die Umwelt gelangt, verrottet es nicht oder nur schlecht. Mit ihm gelangen jede Menge sch\u00e4dliche Chemikalien in die Umwelt. Nur etwa ein Viertel der Produkte aus einer aktuellen Studie enthielt keine toxischen Stoffe. In industriellen Kompostierungsanlagen wird es aufw\u00e4ndig aussortiert und verbrannt, weil es zu langsam verrottet. Viele Entsorger wollen deshalb keine &#8220;Bio&#8221;-T\u00fcten und -Produkte in den Biotonnen haben.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;F\u00fcr die Umwelt bringt &#8216;Bio&#8217;-Plastik gar nichts: Die Herstellung verbraucht viele Ressourcen und bei der Zersetzung entstehen keine Pflanzenn\u00e4hrstoffe. Das ist kein Recycling, sondern Ressourcenverschwendung&#8221;, so Korduan. \u00d6kologisch sinnvoller w\u00e4re es aus Sicht des BUND, weniger Einweg-Verpackungen zu produzieren und konsequent auf Mehrweg zu setzen \u2013 in allen Bereichen: Getr\u00e4nke, Lebensmittel, Online-Handel und Business-to-Business. J\u00e4hrlich werden \u00fcber drei Millionen Tonnen Plastik-Verpackungen in Deutschland produziert.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8220;Mehrweg muss selbstverst\u00e4ndlich werden und f\u00fcr Verbraucher*innen immer die g\u00fcnstigste L\u00f6sung sein&#8221;, erkl\u00e4rt die BUND-Expertin. Die ab Januar 2023 kommende Mehrweg-Angebotspflicht werde daf\u00fcr nicht ausreichen. Daher fordert der BUND eine zus\u00e4tzliche bundesweite Einwegabgabe von mindestens 50 Cent pro Verpackung und 20 Cent pro Einmal-Besteck. Das Beispiel T\u00fcbingen hat gezeigt, dass eine solche Abgabe zu weniger M\u00fcll im \u00f6ffentlichen Raum und mehr Mehrweg-Angeboten f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mehr Informationen<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong> Aktuell laufen auf EU-Ebene wichtige Verhandlungen f\u00fcr die Neuregelung des Umgangs mit Verpackungen. Im Rahmen der Verpackungsrichtlinie besteht nun die Chance, die Einwegverpackungs-Flut politisch endlich einzud\u00e4mmen. Daf\u00fcr m\u00fcsste die EU aus BUND-Sicht klare politische Rahmenbedingungen setzen und daf\u00fcr sorgen, dass sich einheitliche Mehrwegverpackungen durchsetzen. Aber auch auf nationaler Ebene gibt es jede Menge nachzuholen. Die im Verpackungsgesetz verankerte Mehrwegquote f\u00fcr Getr\u00e4nke von 70 Prozent muss endlich umgesetzt und ausgeweitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kompostierung von &#8220;Bio&#8221;-Plastik ist aus Sicht des BUND eine reine Entsorgung. Es entstehen keine Pflanzenn\u00e4hrstoffe und die Produkte werden auch dabei nicht recycelt. Dies widerspricht dem Gedanken der Kreislaufwirtschaft \u2013 auch, weil so immer neue Rohstoffe und Energie f\u00fcr immer neue Einweg-Produkte ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.bund.net\/fileadmin\/user_upload_bund\/publikationen\/chemie\/chemie_biokunststoffe_hintergrund.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Der BUND-Hintergrund &#8220;&#8216;Bio\u2019 Kunststoffe&#8221;<\/a> beleuchtet das Ph\u00e4nomen &#8220;Bio&#8221;-Kunststoff, nennt seine kritischen Aspekte und stellt Forderungen zum Umgang mit diesen Stoffen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt <\/h3>\n\n\n\n<p>Janine Korduan<br>BUND-Expertin f\u00fcr Kreislaufwirtschaft<br>Tel. (030) 2 75 86-433<br>E-Mail: <a href=\"mailto:janine.korduan@bund.net\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">janine.korduan@bund.net<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sogenanntes Bio-Plastik t\u00e4uscht Verbraucher*innen. 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