{"id":11135,"date":"2008-09-05T00:00:00","date_gmt":"2008-09-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080905-04n"},"modified":"2008-09-05T00:00:00","modified_gmt":"2008-09-04T22:00:00","slug":"holzpellets-als-staerkung-der-konjunktur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/holzpellets-als-staerkung-der-konjunktur\/","title":{"rendered":"Holzpellets als St\u00e4rkung der Konjunktur"},"content":{"rendered":"<p><b>In der aktuellen Debatte \u00fcber Reaktionen auf die massiven Preissteigerungen raten Experten vor Herbstbeginn nun zu Ma\u00dfnahmen beim Heizen. Ein Wechsel von fossilen Brennstoffen zu Biomasse kann die Heizkosten deutlich senken und damit vor allem private Haushalte entlasten. Weil sich in \u00d6sterreich bereits eine international erfolgreiche Pelletsindustrie entwickelt hat, w\u00fcrde ein forcierter Umstieg von \u00d6l auf Pellets in erster Linie heimischen Unternehmen zugute kommen, die Konjunktur sp\u00fcrbar beleben und neue Jobs schaffen. Dies ergab eine soeben abgeschlossene Studie des Wirtschaftsforschers und Energieexperten Kurt Kratena.<\/b><\/p>\n<p>In den vergangenen beiden Jahren ist der Studie zufolge der Kostenvorteil f\u00fcr das Heizen mit Pellets stetig gestiegen. Der \u00d6lpreis hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt und bewegt sich immer noch \u00fcber 100,- Dollar je Fass. Nicht nur Heiz\u00f6l, sondern auch Gas und Strom haben sich dadurch deutlich verteuert. Damit sind Pellets, die in diesem Zeitraum sogar billiger wurden, heute der mit Abstand kosteng\u00fcnstigste Brennstoff f\u00fcr Haushalte.<\/p>\n<p><b>Heizkosten f\u00fcr Einfamilienhaus um rund EUR 1.800,- pro Jahr gesenkt<\/b><br \/>Durch die Umstellung einer alten \u00d6lheizung mit einem Jahresverbrauch von ca. 3.000 Liter Heiz\u00f6l auf eine Pelletsheizung k\u00f6nnen die Brennstoffkosten f\u00fcr ein typisches Einfamilienhaus um rund EUR 1.800,- pro Jahr gesenkt werden (aktuelle Annahme: Pelletpreis von EUR 200,- \/t und ein Heiz\u00f6lpreis von EUR 1,- pro Liter). Die CO<sub>2<\/sub> Emissionen verringern sich dabei um rund 8.000 kg pro Jahr.<\/p>\n<p>Der Biomasse-Aktionsplan sieht bis 2020 den Austausch von rund 400.000 konventionellen Heizkesseln durch Biomasseheizungen vor. Dieses Ziel ist laut Kratena auch seitens der verf\u00fcgbaren Rohstoffe realistisch. Die wichtigste Barriere f\u00fcr die Erreichung dieses Ziels sind die hohen Investitionskosten f\u00fcr die Haushalte und das vergleichsweise niedrige F\u00f6rderniveau. Haushalte bekommen, je nach Bundesland 10-20% der Investitionskosten ersetzt, w\u00e4hrend Gewerbebetriebe in den Genuss einer 30%igen Bundesf\u00f6rderung kommen (Umweltf\u00f6rderung im Inland).<\/p>\n<p>Unterstellt man eine 30%ige F\u00f6rderung f\u00fcr Haushalte, w\u00fcrde die Ansto\u00dffinanzierung f\u00fcr 400.000 Heizungen rund EUR 1,7 Mrd. betragen. Die \u00f6konomischen Effekte einer solchen F\u00f6rderung w\u00e4ren sehr positiv: Bei der Annahme eines Roh\u00f6lpreises von 240,- US-Dollar je Barrel (159 Liter) &#8211; laut Kratena ein plausibles Szenario &#8211; w\u00fcrde die Energiekostenersparnis dann im Jahr 2020 etwas \u00fcber EUR 800 Mio. pro Jahr betragen. &#8220;Das d\u00e4mpft die Inflation 2020 um bis zu 0,8 Prozentpunkte und erh\u00f6ht den privaten Konsum f\u00fcr nicht-energetische Produkte um 0,5 bis 0,6%. Das Bruttoinlandsprodukt wird um rund 0,3% stimuliert. Die Zahl der Besch\u00e4ftigten steigt dadurch im Jahr 2020 um bis zu 11.000 Personen an. Die Arbeitslosigkeit geht um 1,4 Prozentpunkte zur\u00fcck. Bis zum Ende der Lebensdauer der zuletzt installierten Anlagen (bis 2040) w\u00fcrde die kumulierte Einsparung in diesem Szenario \u00fcber EUR 40 Mrd. betragen&#8221;, betont der WIFO-Experte.<\/p>\n<p><b>Bis zu 2 Mio. t weniger CO<sub>2<\/sub> emittiert<\/b><br \/>Gleichzeitig w\u00fcrden die Umweltkosten sinken. &#8220;Durch die Umstellung auf Pellets werden 2020 bis zu 2 Mio. t weniger CO<sub>2<\/sub> emittiert, das entspricht knapp einem F\u00fcnftel der gesamten CO<sub>2<\/sub>-Emissionen im Kleinverbrauch beziehungsweise kumuliert bis 2040 rund 100 Mio. t. Unter Ber\u00fccksichtigung der Ansto\u00dffinanzierung ergeben sich damit Kosten von rund EUR 17,00 je t vermiedenem Kohlendioxid, das w\u00e4re deutlich weniger als f\u00fcr den Einkauf von CO<sub>2<\/sub>-Zertifikaten ausgegeben werden muss&#8221;, so Kratena.<\/p>\n<p>Die verst\u00e4rkte F\u00f6rderung des Umstiegs auf Heizsysteme, die Holzbrennstoffe nutzen, sei damit eine der \u00f6konomisch und \u00f6kologisch sinnvollsten Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Inflation und zur Unterst\u00fctzung der Konjunktur. Gleichzeitig biete sie relativ kosteng\u00fcnstig eine signifikante Reduktion der CO<sub>2<\/sub> Emissionen, res\u00fcmiert der Wirtschaftsforscher. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>In der aktuellen Debatte &uuml;ber Reaktionen auf die massiven Preissteigerungen raten Experten vor Herbstbeginn nun zu Ma&szlig;nahmen beim Heizen. 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