{"id":11097,"date":"2008-06-26T00:00:00","date_gmt":"2008-06-25T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080626-05n"},"modified":"2008-06-26T00:00:00","modified_gmt":"2008-06-25T22:00:00","slug":"reformierte-eu-stuetzungsregelung-fuer-baumwolle-vom-rat-angenommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/reformierte-eu-stuetzungsregelung-fuer-baumwolle-vom-rat-angenommen\/","title":{"rendered":"Reformierte EU-St\u00fctzungsregelung f\u00fcr Baumwolle vom Rat angenommen"},"content":{"rendered":"<p><b>Mariann Fischer Boel, Kommissarin f\u00fcr Landwirtschaft und l\u00e4ndliche Entwicklung, begr\u00fc\u00dfte die Annahme der reformierten EU-St\u00fctzungsregelung f\u00fcr Baumwolle durch den Rat. Im Rahmen der Reform bleiben 65% der Beihilfen &#8220;entkoppelt&#8221; (d.h. nicht l\u00e4nger an die Erzeugung gebunden), w\u00e4hrend 35% weiterhin produktionsabh\u00e4ngig sind und in Form von Fl\u00e4chenzahlungen gew\u00e4hrt werden. Es werden nationale Restrukturierungsprogramme geschaffen, um eine Umstrukturierung der Baumwollentk\u00f6rnungsindustrie zu erleichtern und die Qualit\u00e4t und Vermarktung der erzeugten Baumwolle zu verbessern. Die neue Regelung wird die derzeitige St\u00fctzungsregelung ersetzen, die vom Europ\u00e4ischen Gerichtshof am 7. September 2006 annulliert wurde.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Ich freue mich, dass die langen Diskussionen und Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Reform des Baumwollsektors nun zu einem positiven Ergebnis gebracht wurden&#8221; erkl\u00e4rte Kommissarin Fischer Boel. &#8220;Die Reform bleibt bei der Aufteilung 65-35 zwischen entkoppelten und produktionsgebundenen Zahlungen, tr\u00e4gt unseren internationalen Verpflichtungen Rechnung und hat keine Auswirkungen auf den Haushalt.&#8221;<\/p>\n<p>Die Kommissarin hob hervor, dass die Reform mit den Zielen der GAP-Reformen einhergeht, den Erzeugern stabilere Einkommen zu bieten und ihnen gleichzeitig die Anpassung an k\u00fcnftige Marktentwicklungen zu erm\u00f6glichen. Au\u00dferdem wird die in den Beitrittsvertr\u00e4gen Griechenlands, Spaniens und Portugals verankerte Verpflichtung eingehalten, dass die EU die Baumwollerzeugung in Regionen unterst\u00fctzt, in denen diese f\u00fcr die Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielt.<\/p>\n<p>Der Rat hat beschlossen eine Umstrukturierung zu unterst\u00fctzen, um dem EU-Baumwollsektor eine Anpassung an ge\u00e4nderte Umst\u00e4nde zu erm\u00f6glichen. Nationale Finanzrahmen mit einem j\u00e4hrlichen Mittelansatz von 4 Mio. EUR f\u00fcr Griechenland und 6,134 Mio. EUR f\u00fcr Spanien k\u00f6nnen u.a. zur Finanzierung von Demontage und Investitionen in der Entk\u00f6rnungsindustrie, Qualit\u00e4ts- und Absatzf\u00f6rderung verwendet werden. Mit der Reform von 2004 wurden bereits zus\u00e4tzlich 22 Mio. EUR j\u00e4hrlich (von 2007 bis 2013) bereitgestellt, um die von der Reform betroffenen Regionen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die internationalen Verpflichtungen der EU werden insofern eingehalten, als der entkoppelte Teil der St\u00fctzung in der &#8220;Green Box&#8221; mit den St\u00fctzungsma\u00dfnahmen eingeordnet wird, die nicht handelsverzerrend wirken. Die verbleibenden 35% gekoppelte Beihilfen gelten als erzeugungsverringernde &#8220;Blue Box&#8221;-St\u00fctzung und beruhen auf festen Fl\u00e4chen und Ertr\u00e4gen. Diese Reform best\u00e4tigt die Abschaffung der handelsverzerrenden &#8220;Amber Box&#8221;-St\u00fctzungsma\u00dfnahmen. (PD)<\/p>\n<p><b>Hintergrund<\/b><br \/>Baumwolle ist eine Ackerkultur, die f\u00fcr ihren Samen, aber haupts\u00e4chlich f\u00fcr ihre Faser angebaut wird. Der Baumwollsektor ist f\u00fcr die beiden Haupterzeugermitgliedstaaten von gro\u00dfer regionaler Bedeutung. Rund 76% der Gesamterzeugung der EU (etwa 1,45 Mio. Tonnen Rohbaumwolle im Jahr 2005) werden in Griechenland angebaut. Im Jahr 2005 entfielen in Griechenland 9,1% der nationalen Gesamtagrarerzeugung auf Baumwolle, und in Spanien, dem anderen gro\u00dfen Baumwollerzeuger der EU, 1,3%. Baumwolle wird in kleinen Mengen auch in Bulgarien angebaut. Portugal hat seine Baumwollerzeugung eingestellt.<\/p>\n<p>In der EU sind die meisten Baumwollerzeugerbetriebe eher klein (Griechenland: 4,5 ha; Spanien: 11,0 ha), daf\u00fcr aber in gro\u00dfer Anzahl vorhanden (Griechenland: 79.700, Spanien: 9.500 Betriebe). In Griechenland sind die Baumwollbetriebe st\u00e4rker spezialisiert.<\/p>\n<p>Auf internationaler Ebene spielt die EU mit einem Anteil von nur etwa 1,4% (2007) an der Weltbaumwollerzeugung keine bedeutende Rolle. Daher hat die EU-Erzeugung auch keinen nennenswerten Einfluss auf die Entwicklung der Weltmarktpreise. Dieser Umstand wird noch dadurch verst\u00e4rkt, dass die EU im Baumwollsektor keine Ausfuhrsubventionen gew\u00e4hrt, aber zollfreien Marktzugang gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Betriebspr\u00e4mienregelung werden die nationalen Grundfl\u00e4chen, f\u00fcr die eine gekoppelte Beihilfe gew\u00e4hrt werden kann, in der neuen Verordnung wie folgt festgesetzt (Zahlen f\u00fcr die Reform 2004 in Klammern):<\/p>\n<ul>\n<li>Bulgarien: 3.342 ha (10.237 ha)<\/li>\n<li>Griechenland: 270.000 ha (370.000 ha)<\/li>\n<li>Spanien: 48.000 ha (70.000 ha)<\/li>\n<li>Portugal: 360 ha (360 ha)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die gekoppelte Beihilfe wird berechnet durch Multiplikation eines festen Ertrags mit Referenzbetr\u00e4gen. Die Referenzbetr\u00e4ge je Tonne nicht entk\u00f6rnter Baumwolle stellen sich wie folgt dar:<\/p>\n<ul>\n<li>Bulgarien: 671,33 EUR<\/li>\n<li>Griechenland: 251,75 EUR<\/li>\n<li>Spanien: 400,00 EUR<\/li>\n<li>Portugal: 252,73 EUR<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Mariann Fischer Boel, Kommissarin f&uuml;r Landwirtschaft und l&auml;ndliche Entwicklung, begr&uuml;&szlig;te die Annahme der reformierten EU-St&uuml;tzungsregelung f&uuml;r Baumwolle durch den Rat. 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