{"id":110779,"date":"2022-06-13T07:05:00","date_gmt":"2022-06-13T05:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=110779"},"modified":"2022-06-09T12:38:10","modified_gmt":"2022-06-09T10:38:10","slug":"von-der-tute-ins-essen-welche-schadstoffe-sind-im-verpackungsmaterial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/von-der-tute-ins-essen-welche-schadstoffe-sind-im-verpackungsmaterial\/","title":{"rendered":"Von der T\u00fcte ins Essen: Welche Schadstoffe sind im Verpackungsmaterial?"},"content":{"rendered":"\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/06\/Lebensmittel-Kontaktmaterialien_1000x500-1.jpg\" alt=\"Die Basler Forschenden richten ihren Fokus auf Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff\" class=\"wp-image-110828\" width=\"750\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/06\/Lebensmittel-Kontaktmaterialien_1000x500-1.jpg 1000w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/06\/Lebensmittel-Kontaktmaterialien_1000x500-1-300x150.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/06\/Lebensmittel-Kontaktmaterialien_1000x500-1-150x75.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/06\/Lebensmittel-Kontaktmaterialien_1000x500-1-768x384.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/06\/Lebensmittel-Kontaktmaterialien_1000x500-1-400x200.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><figcaption>Die Basler Forschenden richten ihren Fokus auf Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff (Bild: iStock).<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Die Salatbox to go, die eingeschweisste Lasagne oder die Apfelschorle in der PET-Flasche: \u00dcberall begegnen wir verpackten Lebensmitteln. Welche dieser Verpackungen sch\u00e4dliche Stoffe enthalten, die sich auf die Lebensmittel \u00fcbertragen k\u00f6nnen, macht eine neue Datenbank ersichtlich. Darin eingeflossen sind auch Erkenntnisse von Forschenden der Universit\u00e4t Basel: Sie untersuchen Kunststoffmolek\u00fcle, die bisher nicht oder kaum bekannt waren.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber 3.000 nachgewiesene Chemikalien sind in der Datenbank des \u00abFood Packaging Forum\u00bb aufgef\u00fchrt. Ein internationales Team aus Expertinnen und Experten begleitete die Durchf\u00fchrung dieses mehrj\u00e4hrigen Projekts und trug zur Erstellung einer Datenbank mit bislang nicht erfassten Chemikalien bei, die \u00fcber Verpackungen in Lebensmittel gelangen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Darunter sind auch sogenannte Oligomere; Molek\u00fcle, bestehend aus mehreren Bausteinen (Monomeren), die bei der Herstellung von Kunststoffen verwendet werden und bei diesem Prozess als Nebenprodukte entstehen. Die Erfassung von Oligomeren in der Datenbank, wurde durch Dr. Verena Schreier und Prof. Dr. Alex Odermatt vom Departement Pharmazeutische Wissenschaften der Universit\u00e4t Basel, unterst\u00fctzt. Die beiden Molekular- und Systemtoxikologen untersuchen Kunststoffe und deren Schadstoffe, die unabsichtlich in Lebensmittel gelangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das grosse Problem dieser Stoffe: \u00abEs ist schwierig nach ihnen zu suchen, da diese Substanzen nicht bewusst zugesetzt werden, sondern unerwartete Nebenprodukte darstellen\u00bb, erkl\u00e4rt Odermatt. Daher sei auch nicht klar, in welcher Konzentration sie in den Kunststoffen vorhanden sind und ob sie freigesetzt werden k\u00f6nnen. Entsprechend werden die Kunststoffe auch nicht auf diese Stoffe untersucht und die Substanzen selbst werden bisher nicht auf ihre Sicherheit analysiert. Das soll die neue Datenbank \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Oligomere in Lebensmittelverpackungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Bekanntes Beispiel, das h\u00e4ufig als Verpackungsmaterial eingesetzt wird, ist Polyethylenterephthalat. \u00abBeim PET gibt es etwa 50 Oligomere, die in den Produkten bislang nachgewiesen werden konnten\u00bb, erz\u00e4hlt Odermatt. Mit seiner Forschung im Projekt ToxOligo, das vom Bund unterst\u00fctzt wird, will er mit seinem Team diese speziellen Stoffe und ihre Wirkung bekannter machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn viele dieser Oligomere kommen im Verpackungsmaterial vor und damit in Kontakt mit Lebensmitteln. Von dort gelangen sie in den menschlichen K\u00f6rper. \u00abSehr viele dieser Substanzen konnten beim Menschen bereits nachgewiesen werden\u00bb, sagt Odermatt. Zwar gibt es mit der REACH-Verordnung der EU (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) eine politische Grundlage f\u00fcr den Umgang mit chemischen Substanzen. Aber diese greift erst, wenn die Stoffe und entsprechende Testsysteme bekannt sind. \u00abDanach liegt es an der Industrie, daf\u00fcr zu sorgen, dass nur unbedenkliche Stoffe in Lebensmittelverpackungen gelangen\u00bb, so Odermatt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die bisherigen Erkenntnisse \u00fcberraschen den Toxikologen nicht: \u00abEs ist immer so, dass die Einf\u00fchrung neuer Produkte gegen\u00fcber der Sicherheitsabkl\u00e4rung einen Vorsprung hat.\u00bb Gerade deshalb sei es so wichtig, diese Neben- und Abbauprodukte zu identifizieren, um besser mit ihnen umgehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Kunststoff-Oligomeren kommt hinzu, dass es bisher oft technisch gar nicht m\u00f6glich war, sie nachzuweisen. Deswegen arbeitet Odermatts Team auch eng mit der Gruppe Computational Pharmacy am Departement zusammen, um Computersimulationen durchzuf\u00fchren, bevor sie mit in vitro-Tests starten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auswirkung auf die Gesundheit abkl\u00e4ren<\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00abMit unserem Projekt sind wir noch ganz am Anfang der Frage, wie Oligomersubstanzen wirken\u00bb, sagt Odermatt. Bisher ging man davon aus, dass diese sich gleich verhalten wie Monomere. \u00abDie Annahme war: Weil es gr\u00f6ssere Molek\u00fcle sind, gelangen sie wohl schlechter in den menschlichen K\u00f6rper oder werden im K\u00f6rper schnell zu ihren Monomeren abgebaut \u2013 bewiesen wurde das aber noch nicht.\u00bb<\/p><p>Mittelfristig sei das Ziel klar: \u00abKunststoffe mit gesundheitssch\u00e4digenden Substanzen d\u00fcrfen nicht mehr verwendet werden\u00bb, sagt Odermatt. Gerade weil viele von ihnen sich im K\u00f6rper akkumulieren oder gegenseitig verst\u00e4rken k\u00f6nnten. R\u00fcckenwind erhalten die Forscher f\u00fcr ihre Arbeit auch von den Herstellern dieser Stoffe: \u00abAuch die Industrie strebt wiederverwertbare oder biologisch abbaubare Produkte an\u00bb, weiss Odermatt.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die neue\u00a0<a href=\"https:\/\/www.foodpackagingforum.org\/fccmigex\">FCCmigex-Datenbank<\/a>\u00a0sammelt derweil weiterhin Informationen \u00fcber chemische Stoffe, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Bei Kunststoffen wurden bisher 1976 verschiedene Chemikalien nachgewiesen, wie die Forschenden in einem Artikel in Magazin <em>\u00abCritical Reviews in Food Science and Nutrition<\/em>\u00bb schreiben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Originalpublikation<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Birgit Geueke et al.; <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/10408398.2022.2067828\">Systematic Evidence on migrating and extractable Food Contact Chemicals: Most Chemicals detected in Food Contact Materials are not listed for Use<\/a>; <em>Critical Reviews in Food Science and Nutrition<\/em> (2022), doi: 10.1080\/10408398.2022.2067828<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Salatbox to go, die eingeschweisste Lasagne oder die Apfelschorle in der PET-Flasche: \u00dcberall begegnen wir verpackten Lebensmitteln. 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