{"id":11059,"date":"2008-07-14T00:00:00","date_gmt":"2008-07-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080714-02n"},"modified":"2008-07-14T00:00:00","modified_gmt":"2008-07-13T22:00:00","slug":"nachwachsende-rohstoffe-fr-die-industrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachwachsende-rohstoffe-fr-die-industrie\/","title":{"rendered":"&#8220;Nachwachsende Rohstoffe f&uuml;r die Industrie&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><b>F\u00fcr Mittwoch, den 9. Juli 2008 haben die Landesinitiative Life Sciences Niedersachsen &#8211; BioRegioN und Solvay, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zum gemeinsamen Austausch auf den 6. Nieders\u00e4chsischen Life Science-Tag in das Solvay Congress Center nach Hannover eingeladen. Gemeinsam gingen die Besucher anhand hochkar\u00e4tig besetzter Vortr\u00e4ge und einer spannenden Podiumsdiskussion der Frage auf den Grund, inwieweit nachwachsende Rohstoffe die herk\u00f6mmlich verwendeten Stoffe f\u00fcr chemische und pharmazeutische Prozesse in der Industrie ersetzen k\u00f6nnen. Die zahlreich aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Experten brachten dabei viele neue Kenntnisse und Erfahrungen aus Wirtschaft und Wissenschaft mit ein.<\/b><\/p>\n<p>Auf der Podiumsdiskussion zum Thema &#8220;Nachwachsende Rohstoffe &#8211; Zukunft f\u00fcr die Chemische Industrie?&#8221; diskutierte die Vertreterin aus der Politik, Frau Edelgard Bulmahn, Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bundesforschungsministerin, mit Wirtschaftsvertretern von Solvay, Dow Wolff Cellulosics und der Henkel GmbH &#038; Co.KGaA und Prof. Dr. Klaus Vorlop vom Johann Heinrich von Th\u00fcnen-Institut.<\/p>\n<p>Walter Hirche, Niedersachsens Minister f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Verkehr und Schirmherr der Veranstaltung, betonte die Bedeutung der nachwachsenden Rohstoffe, die Niedersachsen bereits vor Jahren erkannt habe. Mit der durch das Land gef\u00f6rderten Vernetzung der Akteure w\u00fcrden die vorhandenen Strukturen in den Bereichen Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe intelligent miteinander verkn\u00fcpft. &#8220;In der Biotechnologie ist Niedersachsen exzellent aufgestellt&#8221;, so Hirche. &#8220;Der Branche ist es zunehmend gelungen, wissenschaftliche St\u00e4rken in eine wirtschaftliche Verwertung zu f\u00fchren.&#8221; Dies zeigten auch die erfreulichen Ergebnisse des Life Science-Reportes f\u00fcr Niedersachsen 2008.<\/p>\n<p>Dr. Thomas Wagner, BioRegioN, zeigte den Besuchern anhand seines Vortrages, wo Niedersachsens Potenziale im Bereich der Life Sciences liegen. Aufgrund zahlreicher erfolgreicher Projekte habe die Branche in Niedersachsen in den letzten Jahren vor allem in den Kompetenzfeldern der Pharma-Biotechnologie und BioMedizintechnik deutliche Vorspr\u00fcnge im regionalen Vergleich herausarbeiten k\u00f6nnen. &#8220;Die klare Fokussierung auf die inhaltlichen St\u00e4rken und vor allem die vernetzte, interdisziplin\u00e4re und \u00fcberregionale Zusammenarbeit der Akteure miteinander, werden Niedersachsens Biotechnologie in den n\u00e4chsten Jahren kr\u00e4ftigen Aufwind geben&#8221;, so Dr. Thomas Wagner.<\/p>\n<p>Dr. Frank Schneider, der Vorsitzende der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Solvay GmbH griff die momentane politische Diskussion auf und unterstrich: &#8220;Dort, wo wir die Syntheseleistung der Natur am intelligentesten nutzen, bringen Nachwachsende Rohstoffe am meisten. Diese als reinen Brennstoff zu sehen, ist deutlich zu kurz gedacht.&#8221; So sei etwa KREON\u00ae \u00fcber eine organisch-chemische Totalsynthese gar nicht herstellbar. Das lebenswichtige Enzympr\u00e4parat bei Unterfunktion der Bauchspeicheldr\u00fcse wird vielmehr aus Schweinepankreas gewonnen, das bei der Schlachtung von zum Verzehr bestimmten Schweinen zwangsl\u00e4ufig anf\u00e4llt. &#8220;KREON\u00ae ist nur ein Beispiel, wo wir die exzellente F\u00e4higkeit der Natur, auch komplizierteste Molek\u00fcle aufzubauen, gut nutzen k\u00f6nnen. Gro\u00dfindustriell eingesetzt werden u.a. biotechnologische Verfahren zur Herstellung von Vitaminen und Waschmittel-Enzymen. Alle diese Verfahren f\u00fchren gleichzeitig auch zu Einsparungen fossiler Rohstoffe.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Doch auch die Nutzung Nachwachsender Rohstoffe erfordert viel Energie&#8221;, unterstrich Dr. Schneider. Entscheidend f\u00fcr die Entwicklung neuer Einsatzfelder und die tats\u00e4chliche industrielle Verwendung seien daher wettbewerbsf\u00e4hige Energiepreise. Die neue europ\u00e4ische Emissionshandelsrichtlinie sieht aber vor, ab 2013 die Kohlendioxid-Emissionszertifikate zu versteigern, um sie Unternehmen zuzuteilen. Der europ\u00e4ische Chemie-Verband erwartet, dass die Chemische Industrie allein in Deutschland dann j\u00e4hrlich zus\u00e4tzlich mit einer Milliarde Euro belastet wird, ab 2020 sogar mit 1,8 Milliarden. &#8220;Die derzeitige Politik, Energie in Europa k\u00fcnstlich zu verteuern, erf\u00fcllt mich daher mit gro\u00dfer Sorge. Sie erzwingt f\u00f6rmlich das Abwandern energieintensiver Branchen wie der Stahl-, Papier- und Chemie-Industrie in L\u00e4nder mit g\u00fcnstigeren Energiepreisen &#8211; allen voran China. Damit verschlie\u00dfen wir uns auch den Zugang zu neuen Einsatzfeldern Nachwachsender Rohstoffe.&#8221;<\/p>\n<p>Ankn\u00fcpfend daran erl\u00e4uterte Bruno Jestin, Solvay Br\u00fcssel, wo auch einfachere, nat\u00fcrliche Molek\u00fcle wichtige Ausgangsstoffe f\u00fcr die Chemische Industrie sein k\u00f6nnen: So hat Solvay das so genannte EPICEROL\u00ae-Verfahren entwickelt, um aus Bioglycerin den Epoxidharz-Grundstoff Epichlorhydrin gewinnen zu k\u00f6nnen. Diente bisher petrochemisch gewonnenes Propylen als Ausgangsstoff, so basiert das EPICEROL\u00ae-Verfahren auf Glycerin, das bei der Herstellung von Biodiesel als Nebenprodukt anf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Prof. Dr. J\u00fcrgen O. Metzger von der Universit\u00e4t Oldenburg zeigte im Rahmen seines Vortrages die zunehmende Bedeutung der stofflichen Nutzung von \u00d6len und Fetten als nachwachsende Rohstoffe f\u00fcr die chemische und verarbeitende Industrie und er\u00f6rterte die aktuellen Entwicklungen ihrer chemischer Transformationen durch moderne Synthesemethoden.<\/p>\n<p>Auch die Frage, welche Rolle die Biotechnologie f\u00fcr die traditionelle Entwicklung von Therapeutika und Diagnostika spielt, wurde auf dem Life Science-Tag aufgegriffen. Prof. Dr. Siegfried Sch\u00e4fer, Solvay Pharmaceuticals, zeigte mit welchen biotechnologischen Methoden ein traditionelles Arzneimittel sozusagen auf neuem Wege gewonnen werden kann.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Rudi Balling vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung in Braunschweig stellte den Besuchern die f\u00fchrende Position Niedersachsens in der Infektionsforschung vor. Dabei verwies er auf die zahlreichen interdisziplin\u00e4ren und instituts\u00fcbergreifenden Forschungsprojekte und -verb\u00fcnde.<\/p>\n<p>Auf der anschlie\u00dfenden Podiumsdiskussion kristallisierte sich klar die hohe gesellschaftliche, \u00f6kologische und \u00f6konomische Relevanz heraus, die die Biotechnologie und der Einsatz regenerativer Rohstoffe in der Industrie heute bereits besitzen. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass die Nutzung von Energiepflanzen in ihrer breiten Vielfalt, noch immer einen gro\u00dfen Forschungsbedarf aufweist.<\/p>\n<p>Landesinitiative Life Sciences Niedersachsen &#8211; BioRegioN ist die zentrale Kontaktstelle f\u00fcr Life Sciences in Niedersachsen und verbindet Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit dem Ziel das gro\u00dfe Potenzial an exzellenten Forschungsergebnissen einer fr\u00fchzeitigen Vermarktung zuzuf\u00fchren, Ansiedlungen zu f\u00f6rdern und den Life Science-Standort Niedersachsen nachhaltig zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die internationale Solvay-Gruppe mit Sitz in Br\u00fcssel ist in mehr als 50 L\u00e4ndern t\u00e4tig. In den Unternehmensbereichen Pharma, Chemie und Kunststoffe arbeiten rund 29.000 Besch\u00e4ftigte. Im Jahr 2007 wurde ein konsolidierter Umsatz von 9,6 Mrd. Euro erreicht. Solvay in Deutschland (Sitz: Hannover) leistet einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Gesamtunternehmens: 2007 wurde hier ein konsolidierter Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro erzielt.<\/p>\n<p>Solvay hat in Deutschland rund 4.000 Besch\u00e4ftigte. Von Hannover aus werden z.B. Solvays weltweite Gesch\u00e4fte mit Fluorprodukten sowie mit Barium- und Strontiumverbindungen gesteuert. Au\u00dferdem ist hier die Solvay Pharmaceuticals GmbH ans\u00e4ssig, die f\u00fcr das internationale operative Gesch\u00e4ft und in ausgew\u00e4hlten Gebieten auch f\u00fcr Produktion sowie Forschung und Entwicklung im Pharmabereich zust\u00e4ndig ist. Als Hersteller von Fluorprodukten ist Solvay auf dem Weltmarkt die Nummer 2. Diese werden etwa bei der Polyurethand\u00e4mmstoffherstellung oder auch als chirale Synthesebausteine eingesetzt. Im Pharmabereich ist Solvay u.a. f\u00fchrend bei Enzymmedikamenten gegen die Unterfunktion der Bauchspeicheldr\u00fcse. Diese Arzneimittel, die nach Umsatz zu den wichtigsten Solvay-Medikamenten z\u00e4hlen, werden rund 40 Kilometer von Hannover entfernt in Neustadt hergestellt.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Gesch\u00e4ftsstelle der Landesinitiative<br \/>Life Sciences Niedersachsen &#8211; BioRegioN<br \/>c\/o Corvay GmbH<br \/>Sophienstra\u00dfe 6<br \/>D-30159 Hannover<br \/>Sibylla Schwarz<br \/>Tel.: 0511\/ 449895-35<br \/>Fax: 0511\/ 449895-99<br \/>Email: <a href=\"mailto:bioregion@bioregion.de\">bioregion@bioregion.de<\/a> und <a href=\"mailto:sibylla.schwarz@bioregion.de\">sibylla.schwarz@bioregion.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>F&uuml;r Mittwoch, den 9. 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