{"id":11032,"date":"2008-07-23T00:00:00","date_gmt":"2008-07-22T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080723-03n"},"modified":"2008-07-23T00:00:00","modified_gmt":"2008-07-22T22:00:00","slug":"wwf-eu-importiert-90-prozent-des-weltweiten-illegalen-holzeinschlags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wwf-eu-importiert-90-prozent-des-weltweiten-illegalen-holzeinschlags\/","title":{"rendered":"WWF: EU importiert 90 Prozent des weltweiten illegalen Holzeinschlags"},"content":{"rendered":"<p><b>Illegal geschlagenes Holz landet in gro\u00dfen Mengen in der Europ\u00e4ischen Union. Zu diesem Schluss kommt der WWF nach einer Analyse der EU-Au\u00dfenhandelsdaten von 2006. Fast ein F\u00fcnftel des in die EU importierten Holzes, mindestens 26,5 Millionen Kubikmeter, wurde nach Berechnungen der Natursch\u00fctzer unter Missachtung geltender Gesetze gef\u00e4llt und gehandelt. Die mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Menge, 10,4 Millionen Kubikmeter im Wert von mindestens 120 Millionen Euro, stammte aus Russland. Weitere wichtige Herkunftsl\u00e4nder sind Indonesien und China. Mit einem Anteil von zehn Prozent steht Deutschland nach Finnland und Gro\u00dfbritannien auf Platz 3 der Hauptabnehmerl\u00e4nder f\u00fcr das Raubbau-Holz.<\/b> <\/p>\n<p>Johannes Zahnen, WWF-Waldexperte: &#8220;Es handelt sich schlicht um Hehlerware, f\u00fcr die riesige Urw\u00e4lder vernichtet wird. Wenn diese Gesch\u00e4ftemacherei auf Kosten der Natur endlich unter Strafe gestellt w\u00fcrde, k\u00f6nnten wir den Markt f\u00fcr solche Produkte in der gesamten EU austrocknen.&#8221; Die Verbraucher ahnten meist nicht, dass sie mit dem Kauf von Parkett oder Tischen die weltweite Holzmafia unterst\u00fctzen. &#8220;Konsumenten k\u00f6nnen nicht erkennen, ob f\u00fcr ihren Wunschartikel illegal Wald vernichtet wurde. Die Unternehmen lassen die Kunden mit dem Problem allein und profitieren davon, dass der Handel mit illegalem Holz nicht bestraft wird.&#8221;    <\/p>\n<p>Der WWF fordert seit langem ein Gesetz, das den illegalen Holzhandel verbietet und den Unternehmen eine Nachweispflicht auferlegt \u2013 wie im Lebensmittelbereich schon lange \u00fcblich. Die EU diskutiert seit 2003 \u00fcber m\u00f6gliche Aktivit\u00e4ten (so genannter FLEGT-Prozess). Andernorts ist man da schon erheblich weiter: Die Schweiz bereitet derzeit eine Deklarationspflicht f\u00fcr Holz und Holzprodukte vor, in den USA wurde im Juni ein Gesetz verabschiedet, das den Import und den Handel mit illegalem Holz verbietet und eine Deklaration der Holzart und Herkunft vorschreibt. Der WWF hofft nun, dass die EU diesen Beispielen folgt und ein eigenes Gesetz entwirft. Laut Kommission soll im September dar\u00fcber beraten werden.  <\/p>\n<p>Bislang sind die Aktionen der EU gegen illegales Holz aus WWF-Sicht l\u00fcckenhaft. So wurden zwar Abkommen zwischen Produzenten- und K\u00e4uferl\u00e4ndern abgeschlossen, doch gerade mit den Staaten, aus denen das meiste illegale Holz stammt \u2013 wie China und Russland \u2013 , gibt es diese nicht. Au\u00dferdem werden viele Produkte nicht erfasst. &#8220;Kommt kein vern\u00fcnftiges Gesetz, werden trotz des bisherigen Aktionsplans \u00fcber 90 Prozent des illegalen Holzes weiter in die EU flie\u00dfen&#8221;, kritisiert WWF-Waldexpertin Nina Grieshammer, die die aktuelle WWF-Analyse betreut hat. <\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>WWF: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080723-03\/illegal_wood_july_2008.pdf\" >Illegal wood for the European market \u2013 An analysis of the EU import and export of illegal wood and related products<\/a>, 2008-07. (PDF-Dokument)<\/li>\n<li>WWF: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080723-03\/WWF_Holzimporte_April2008k.pdf\" >Illegaler Holzeinschlag und Deutschland \u2013 Eine Analyse der Au\u00dfenhandelsdaten<\/a>, 2008-04. (PDF-Dokument) <\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Illegal geschlagenes Holz landet in gro&szlig;en Mengen in der Europ&auml;ischen Union. Zu diesem Schluss kommt der WWF nach einer Analyse der EU-Au&szlig;enhandelsdaten von 2006. 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