{"id":11028,"date":"2008-07-24T00:00:00","date_gmt":"2008-07-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080724-05n"},"modified":"2008-07-24T00:00:00","modified_gmt":"2008-07-23T22:00:00","slug":"biogas-aus-reststoffen-der-getraenke-und-lebensmittelindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biogas-aus-reststoffen-der-getraenke-und-lebensmittelindustrie\/","title":{"rendered":"Biogas aus Reststoffen der Getr\u00e4nke- und Lebensmittelindustrie"},"content":{"rendered":"<p><b>Gro\u00dfer Erfolg f\u00fcr die Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen: Ein Forscherteam ihres Wissenschaftszentrums Weihenstephan hat gestern den E.ON Bayern Umweltpreis 2008 bekommen. Mit 50.000 Euro ausgezeichnet wurde ihr innovatives Verfahren, Reststoffe der Getr\u00e4nke- und Lebensmittelindustrie umweltschonend in Energie umzuwandeln. Die Entwicklung der TU-Forscher ist somit ein doppelter Gewinn &#8211; f\u00fcr die Natur wie f\u00fcr die Wirtschaft.<\/b><\/p>\n<p>Ein Forscherteam der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) darf feiern: Der bayerische Umweltminister Dr. Otmar Bernhard zeichnete es heute Abend zusammen mit E.ON-Vorstandsmitglied Dr. Stefan Vogg mit dem E.ON Bayern Umweltpreis 2008 aus. Der Hauptpreis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird den TUM-Forschern in der Allerheiligen-Hofkirche der M\u00fcnchner Residenz verliehen. Entgegengenommen wurde er durch Professor Karl Sommer und Dr. Jens Voigt vom Lehrstuhl f\u00fcr Maschinen- und Apparatekunde in Weihenstephan sowie von Professor Martin Faulstich und Dr. Doris Schieder vom Lehrstuhl f\u00fcr Rohstoff- und Energietechnologie in Straubing. Der E.ON Bayern Umweltpreis geh\u00f6rt zu den wichtigsten Auszeichnungen f\u00fcr \u00f6kologisches Handeln in Deutschland und f\u00f6rdert mit einer j\u00e4hrlichen Gesamtsumme von 250.000 Euro energiesparende und umweltschonende Projekte.<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080724-05\/newsimage.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"newsimage.jpg\"\/>Das Team, das in Weihenstephan und Straubing an der TU M\u00fcnchen forscht, \u00fcberzeugte die Jury mit einer bestechenden Idee: Aus Brauereir\u00fcckst\u00e4nden, M\u00e4lzerei- und M\u00fchlenabf\u00e4llen saubere Bioenergie erzeugen. Auf diese Weise kann die Lebensmittel- und Getr\u00e4nkeindustrie ihre biogenen Reststoffe wie K\u00f6rnerspelzen, Biertreber und Malzreste in Zukunft gewinnbringend verwerten, anstatt sie wie bisher aufw\u00e4ndig als eher unbeliebtes Rinderfutter zu entsorgen. Gleichzeitig profitiert die Umwelt: Denn mit dem neuen Verfahren kann Bioenergie erzeugt werden, ohne dass daf\u00fcr Energiepflanzen angebaut werden, die Feldfl\u00e4che f\u00fcr Nahrungsmittel in Anspruch nehmen.<\/p>\n<p>Die TUM-Forscher haben zun\u00e4chst auf ein bew\u00e4hrtes Verfahren zur\u00fcckgegriffen: die Biogasherstellung. Normalerweise werden dabei extra angebaute Pflanzen in einem G\u00e4rbeh\u00e4lter durch die dort vorhandenen Mikroorganismen in F\u00e4ulnisgase umgewandelt. Wenn man in bisherige Anlagen Biertreber, Malzreste und K\u00f6rnerspelzen einf\u00fcllt, k\u00f6nnen die Bakterien diese Rohstoffe nicht &#8211; oder nur viel zu langsam &#8211; verarbeiten. Die findigen Wissenschaftler gingen dieses Problem auf zwei Wegen an: Der Straubinger Lehrstuhl f\u00fcr Rohstoff- und Energietechnologie entwickelte ganz gezielt einen Mix an Mikroorganismen, der biogene Reststoffe aus Brauerei und M\u00fchle besonders gut &#8220;verdaut&#8221;.<\/p>\n<p>Die Weihenstephaner Kollegen vom Lehrstuhl f\u00fcr Maschinen- und Apparatekunde schauten sich in der Zwischenzeit die verarbeitende Mechanik beim Pflanzenfresser Rind ab. &#8220;Die Kuh kaut ihr Futter vor dem Verdauen und k\u00e4ut dann noch einmal wieder,&#8221; erl\u00e4utert Dr. Jens Voigt, einer der Projektleiter. &#8220;Also dachten wir: Auch wir m\u00fcssen das verwendete Substrat zerkleinern und in mehreren Stufen arbeiten, damit der G\u00e4rprozess intensiver wird.&#8221; Die Verfahrenstechniker haben die industriellen Reststoffe in Spezialm\u00fchlen auf eine Gr\u00f6\u00dfe von 10 mm zermahlen, ein einzelnes K\u00f6rnchen ist damit nur noch ein hundertstel Millimeter gro\u00df. Durch diese Aufbereitung beschleunigt sich &#8211; im Zusammenspiel mit den Straubinger Spezialbakterien &#8211; der gesamte G\u00e4rprozess.<\/p>\n<p>Das Ergebnis dieser standort\u00fcbergreifenden Zusammenarbeit an der TUM: Eine deutlich schnellere Erzeugung von Biogas als bisher &#8211; und dabei gleichzeitig eine verbesserte Methanausbeute. Das erzeugte Biogas kann als Brennstoff direkt im Kessel oder in einem Blockheizkraftwerk eingesetzt werden, mit den \u00dcberbleibseln der vergorenen Reststoffe k\u00f6nnte man sogar noch die Felder d\u00fcngen. Diese elegante Methode zur Verwertung biogener industrieller Reststoffe funktioniert bisher allerdings nur in der Pilotanlage, die 100 Liter fasst. Bevor das Verfahren in Serie gehen kann, m\u00f6chten die Forscher noch den Wirkungsgrad verbessern, auch die Auslegungsparameter f\u00fcr gro\u00dftechnische Anlagen mit kurzer Verweilzeit fehlen noch. Die Industrie hat aber bereits gro\u00dfes Interesse signalisiert &#8211; und wartet auf den ersten gro\u00dfen Prototypen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Gro&szlig;er Erfolg f&uuml;r die Technische Universit&auml;t M&uuml;nchen: Ein Forscherteam ihres Wissenschaftszentrums Weihenstephan hat gestern den E.ON Bayern Umweltpreis 2008 bekommen. 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