{"id":11016,"date":"2008-07-30T00:00:00","date_gmt":"2008-07-29T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080730-01n"},"modified":"2014-07-25T15:34:35","modified_gmt":"2014-07-25T13:34:35","slug":"nova-bericht-rohstoffwende-und-biowerkstoffe-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-bericht-rohstoffwende-und-biowerkstoffe-teil-ii\/","title":{"rendered":"nova-Bericht: Rohstoffwende und Biowerkstoffe (Teil II)"},"content":{"rendered":"<p><b>Selten war es so schwierig wie heute, die Entwicklung auf den Rohstoffm\u00e4rkten einzusch\u00e4tzen. Dennoch m\u00fcssen t\u00e4glich in den Unternehmen Entscheidungen getroffen werden, auf welche Roh- und Werkstoffe sie zuk\u00fcnftig setzen sollen. Was aber ist die Basis f\u00fcr diese Entscheidungen? Welche Trends zeichnen sich tats\u00e4chlich ab? Der <a href=\"http:\/\/www.rohstoffwende.info\/\">Internationale Kongress Rohstoffwende &amp; Biowerkstoffe<\/a> am 3. und 4. Dezember im K\u00f6lner Maritim Hotel wird sich diesen Themen widmen.<\/b><\/p>\n<p>Wie im <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-bericht-globale-rohstoffwende-teil-i\/\">ersten Teil dieses Beitrags<\/a> im Biowerkstoff-Report Juni\/Juli 2008 dargestellt steigen seit etwa sechs Jahren die Preise f\u00fcr fossile und mineralische Rohstoffe scheinbar unaufhaltsam an, die Preise f\u00fcr Agrarprodukte seit etwa vier Jahren. Wir erleben hier den Beginn eines fundamentalen Wandels. Eine n\u00e4here Betrachtung zeigt, dass die Preisanstiege bei fossilen und mineralischen Rohstoffen deutlich st\u00e4rker ausfallen als bei Agrarrohstoffen. Aktuell nicht bewirtschaftete Agrarfl\u00e4chen in gro\u00dfem Umfang er\u00f6ffnen erhebliche Potenziale zur Ausweitung der Produktion. Richtig genutzt, k\u00f6nnen Agrarrohstoffe daher immer wichtigere Rohstoffe f\u00fcr die Industrie werden, ohne dass es dabei zu Engp\u00e4ssen bei der Lebens- und Futtermittelversorgung kommt.<\/p>\n<p><b>Biokraftstoffe<\/b><br \/>\nBiokraftstoffe haben &#8211; entgegen der allgemeinen Wahrnehmung &#8211; am Anstieg der Preise von Agrarrohstoffen und Lebensmitteln vermutlich nur einen geringen Anteil von ca. 10%. Einzelne Experten sehen Biokraftstoffe als die Hauptursache f\u00fcr die Preissteigerungen &#8211; die Fakten sprechen aber eine andere Sprache und man kann h\u00f6chstens sagen, dass die Biokraftstoffe den letzten Tropfen darstellten, der das &#8220;Preis-Fass&#8221; zum \u00fcberlaufen brachte. F\u00fcr die allermeisten Kulturen sind Nahrungs- und Futtermittel und selbst die (werk)stoffliche Nutzung weit wichtiger als die Nutzung als Biokraftstoff. Beispiel Pflanzen\u00f6le: 8 Mio. t (4,6 Mio. t Raps\u00f6l, 2,1 Mio. t Soja\u00f6l, 1 Mio. Palm\u00f6l) der weltweiten Pflanzen\u00f6lproduktion gehen aktuell in die Biodieselproduktion, ca. 1 Mio. t in die direkte energetische Nutzung als Pflanzen\u00f6l-Kraftstoff. Zusammengefasst sind dies jedoch nur 7 bis 8% der gesamten Pflanzen\u00f6lproduktion, weitere 10% gehen in die chemische Industrie z.B. in die Tensidproduktion, der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil, \u00fcber 80%, dient der menschlichen Ern\u00e4hrung. (Neue M\u00e4rkte, 2008-03-13)<\/p>\n<p>Besonders gering ist mit 1,8% der Biokraftstoff-Anteil bei Sojabohnen, die in den letzten Jahren eine ganz erhebliche Preis-Rally zeigten (USDA 2008). Da 76% der Sojabohnen als Futtermittel in der Fleischproduktion dienen, d\u00fcrfte der zunehmende Fleischkonsum, vor allem in den aufstrebenden Schwellenl\u00e4ndern, der eigentliche Preistreiber f\u00fcr Soja sein.<\/p>\n<p>Die Anbaufl\u00e4chen f\u00fcr Bioenergie machen laut USDA und FAO insgesamt weniger als 2% der weltweiten Ackerfl\u00e4chen aus, die davon geernteten Mengen sind damit kleiner als die j\u00e4hrlichen Produktionsschwankungen (Zinke 2008). Hauptursachen f\u00fcr die bisherigen Preisanstiege sind demnach, daran lassen die Daten wenig Zweifel, die zunehmende Weltbev\u00f6lkerung und der steigende Wohlstand, der die Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten (und damit nach Futtermitteln) rapide anwachsen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"margin-right: 10px;\" alt=\"Grafik.jpg\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080730-01\/Grafik.jpg\" align=\"left\" border=\"0\" \/><br style=\"clear: left;\" \/><br \/>\nAllerdings decken beispielsweise Biokraftstoffe bislang nur weniger als 2% Prozent des weltweiten Kraftstoffbedarfs. Wollte man diese Rate deutlich auf z.B. 30% ausbauen, so g\u00e4be es tats\u00e4chlich erhebliche Probleme und einen Konkurrenzkampf um die Agrarfl\u00e4chen.<\/p>\n<p>Aber hierzu wird es kaum kommen. Denn bei der Nutzung anderer Erneuerbarer Energiequellen wie Fotovoltaik, Solarthermie oder Wind kann pro Fl\u00e4che das etwa 20-fache an Energie &#8220;geerntet&#8221; werden als mit Biokraftstoffen. Dies liegt an dem geringen Wirkungsgrad, mit dem Pflanzen die Solarenergie via Fotosynthese nutzbar machen. So nutzt Biodiesel aus Raps \u00fcber die ganze Prozesskette gerechnet nicht einmal 0,5% der einfallenden Sonnenstrahlung. Ein mit Solarenergie gespeistes Elektroauto nutzt dagegen schon bei heutiger Technik 5 bis 10% der einfallenden Solarenergie.<\/p>\n<p><b>Erneuerbare Energien<\/b><br \/>\nDie Erneuerbaren Energien befinden sich auf einem rasanten Wachstumskurs: Nach einem Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP wurden im Jahr 2007 weltweit 150 Mrd. US-Dollar (mehr als 90 Mrd. Euro) in diesen Sektor investiert &#8211; 60% mehr als 2006. Insgesamt wurden 31 Gigawatt (GW) neu installiert, so dass Erneuerbare Energien nun einen Anteil von 23% an den Stromkapazit\u00e4ten halten, zehnmal mehr als die Kernenergie.<\/p>\n<p>Mit 50 Mrd. Dollar floss am meisten Kapital in die Windenergie, die nun schon eine Kapazit\u00e4t von 100 GW bereit stellt. Mit einer Steigerung von durchschnittlich 250% pro Jahr seit 2004 wuchs die Solarenergie am schnellsten. Fast 30 Mrd. Dollar wurden hier investiert. (UNEP 2008).<\/p>\n<p>Auch wenn dies in der \u00d6ffentlichkeit noch nicht so wahrgenommen wird: Der Hebel ist umgelegt, wir sind bereits mitten in der Umstellung der Weltenergieversorgung auf Erneuerbare Energien; die Branche w\u00e4chst, so schnell sie eben kann.<\/p>\n<p>Und auch ein altes Dogma ger\u00e4t aktuell ins Wanken: So galt als unzweifelhaft, dass f\u00fcr Mobilit\u00e4t fl\u00fcssige oder gasf\u00f6rmige Energietr\u00e4ger notwendig sind. Die steile Karriere des Elektroautos in den Entwicklungsabteilungen s\u00e4mtlicher Automobilkonzerne zeigt, dass es auch anders geht. Martin Winterkorn, VW-Vorstandschef im Interview (FTD 2008-06-17): &#8220;Die Zukunft geh\u00f6rt dem Elektroauto &#8211; mit Strom aus der Steckdose.&#8221;<\/p>\n<p><b>Wie k\u00f6nnten die n\u00e4chsten Jahre nun aussehen? Erd\u00f6l und Biomasse zu schade zum Verbrennen<\/b><br \/>\n&#8220;Ich bin \u00fcberzeugt, dass die Zukunft bereits in der Gegenwart verankert ist. Wir sind stets und \u00fcberall von der Zukunft umgeben. Wer es schafft, genau hinzusehen, kann die Zukunft klar erkennen.&#8221; (Naisbitt 2008)<\/p>\n<p>Welche unmittelbaren Folgerungen lassen sich aus der Bestandsaufnahme ziehen? Die Zeiten preiswerter Energie scheinen vorbei zu sein. Wie ernst die Lage am Energiemarkt tats\u00e4chlich ist, wissen auch die besten Analysten nicht. Entscheidend sind die Erd\u00f6lvorr\u00e4te in Saudi-Arabien, die eines der am besten geh\u00fcteten Staatsgeheimnisse darstellen. In letzter Zeit h\u00e4ufen sich allerdings die Hinweise, dass Erd\u00f6l tats\u00e4chlich knapp und sehr teuer werden k\u00f6nnte. Seit Ende 2007 sind die Prognosen der Internationalen Energieagentur (IAE) von nahenden Engp\u00e4ssen gepr\u00e4gt, wie man dies nie zuvor von der IAE vernahm. Im Mai diesen Jahres kam die deutsche &#8220;Energy Watch Group&#8221; nach einer detaillierten Analyse der weltweit wichtigsten \u00d6lfelder zu der Aussage: &#8220;Das wichtigste Ergebnis &#8230; ist die Erkenntnis, dass die weltweite \u00d6lf\u00f6rderung im Jahr 2006 ihren H\u00f6chststand erreicht hat. Die \u00d6lf\u00f6rderung wird k\u00fcnftig um einige Prozentpunkte j\u00e4hrlich zur\u00fcckgehen. Bis 2020 und erst recht bis 2030 ist ein dramatischer R\u00fcckgang der weltweiten \u00d6lf\u00f6rderung zu erwarten. Dadurch wird eine Versorgungsl\u00fccke entstehen, die innerhalb dieses Zeitrahmens kaum durch die wachsenden Beitr\u00e4ge anderer fossiler, nuklearer oder alternativer Energiequellen geschlossen werden kann. &#8230; Die Weltwirtschaft steht am Anfang eines tiefen Strukturwandels.&#8221; (EWG 2008)<\/p>\n<p>Ob das Erd\u00f6l-F\u00f6rdermaximum (&#8220;Peak Oil&#8221;) tats\u00e4chlich schon 2006 erreicht wurde oder erst in den n\u00e4chsten Jahren erreicht wird, ist dabei kaum von Bedeutung, denn die Nachfrage w\u00e4chst weiter und es scheint von daher nur eine Frage der Zeit, wann der Erd\u00f6lpreis 200, 300 oder sogar 500 $\/Barrel erreichen wird.<\/p>\n<p>Parallel zu dieser Entwicklung zeigt sich ein sehr starkes und weiter steigendes Wachstum bei den Erneuerbaren Energien, vor allem der Sonnen- und Windenergie, so dass es wenig Phantasie bedarf zu erkennen, dass diese in den n\u00e4chsten Jahrzehnten das Erd\u00f6l als wichtigsten Energietr\u00e4ger abl\u00f6sen werden &#8211; man spricht hier von einer &#8220;Energiewende&#8221;. Etliche Weltkonzerne verschieben aktuell Milliardenstr\u00f6me in Richtung Erneuerbare Energien, wie z.B. die Bosch AG, die im Fr\u00fchsommer 2008 f\u00fcr 550 Mio. \u20ac die Mehrheit der Firma Ersol, einen der f\u00fchrenden Solarzellenproduzenten, kaufte (FTD 2008-06-03) oder die Investorengruppe Blackstone, die bis zu 1,2 Mrd. \u20ac in deutsche Offshore-Windparks investieren m\u00f6chte (FTD 2008-07-16). Auch die gro\u00dfen Energieversorger planen die Erneuerbaren Energien fest und mit gro\u00dfen Anteilen in ihre Zukunftsstrategien ein.<\/p>\n<p>Viel schwieriger und offener ist dagegen die Situation bei der Chemie- und Kunststoffindustrie, die bislang keine entsprechenden Strategien f\u00fcr die immer teurer werdenden Rohstoffe Erd\u00f6l und Erdgas entwickelt hat, von denen sie in hohem Ma\u00dfe abh\u00e4ngig ist. F\u00fcr viele Hersteller von Industrieg\u00fctern sei es hingegen &#8220;viel schwieriger, auf \u00d6l und Gas zu verzichten&#8221;, so der Chef des spanischen Energieversorgers Iberdrola, Ignacio S\u00e1nchez Gal\u00e1n. Dank der technologischen Fortschritte bei erneuerbaren Energien wie Windkraft und Solarenergie sei die Stromindustrie besser ger\u00fcstet, sich allm\u00e4hlich von \u00d6l und Gas zu trennen, als beispielsweise Hersteller von Kunststoffprodukten oder D\u00fcngermitteln. &#8220;K\u00f6nnen wir k\u00fcnftig ohne Dinge wie D\u00fcnger, Kunststoff und bestimmte Arten von Polymeren leben?&#8221;, fragte er. &#8220;Wie sollen Harnstoff oder die meisten Industrieg\u00fcter ohne Erd\u00f6l hergestellt werden? Momentan gibt es f\u00fcr diese Produkte keine Alternative. Es gibt jedoch Alternativen f\u00fcr die Energieerzeugung.&#8221; Besonders betroffene Branchen seien Chemie-, Kunststoff- und Reifenindustrie. &#8220;Wir sehen momentan keine Chance, Kunststoff durch etwas nicht \u00d6lbasiertes zu ersetzen&#8221; so Gal\u00e1n. (FTD 2008-06-11)<\/p>\n<p><b>Rohstoffwende &amp; Biowerkstoffe<\/b><br \/>\nAus welchen Rohstoffen sollen in Zeiten knapper und teurer werdenden Erd\u00f6ls und Erdgases zuk\u00fcnftige Werkstoffe hergestellt werden? Mit welchen Rohstoffen soll die Chemische Industrie mittel- bis langfristig versorgt werden? Wer sind die &#8220;Erneuerbaren&#8221; der Chemie- und Kunststoff-Industrie? Wie k\u00f6nnte eine &#8220;Rohstoffwende&#8221; analog zur &#8220;Energiewende&#8221; aussehen?<\/p>\n<p>Strategen aus der Chemie- und Kunststoffindustrie sind sich heute einig: &#8220;Erd\u00f6l und Erdgas sind eigentlich zu schade zum Verbrennen&#8221;. Die weltweite Energieversorgung sollte sich so schnell wie m\u00f6glich von diesen Energietr\u00e4gern abkoppeln und die wertvollen Rohstoffe Erd\u00f6l und Erdgas der Chemie- und Kunststoffindustrie \u00fcbrig lassen.<\/p>\n<p>Es zeichnet sich aber noch ein weiterer Ausweg ab, die &#8220;Rohstoffwende&#8221;: Schon heute sind Agrarrohstoffe mit \u00fcber 11,2% Anteil wichtige Rohstoffe der Chemischen Industrie in Deutschland, mit j\u00e4hrlich steigenden Anteilen (FNR 2007). Weltweit werden heute bereits 1,4 Mrd. t Biorohstoffe stofflich als &#8220;Nachwachsende Rohstoffe&#8221; genutzt, allen voran das Holz f\u00fcr die Bau- und M\u00f6belindustrie, aber auch gro\u00dfe Mengen an pflanzlichen \u00d6len f\u00fcr die Chemische Industrie und Baumwolle f\u00fcr die Textilindustrie.<\/p>\n<p>Die Produktion von Biowerkstoffen aus Agrar- und Forstrohstoffen und ihren Nebenprodukten w\u00e4chst in einigen Bereichen j\u00e4hrlich zweistellig: Biokunststoffe aus Zucker, St\u00e4rke, Lignin oder Cellulose, Naturfaser- und Holzwerkstoffe, Kautschuk &#8211; um nur die wichtigsten zu nennen, werden eine gro\u00dfe Zukunft haben &#8211; auch ohne in Konflikt mit der Lebens- und Futtermittelproduktion geraten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><b>Stoffliche Nutzung braucht wenig Fl\u00e4che und nutzt diese effizienter<\/b><br \/>\nDer potenzielle Fl\u00e4chenbedarf der Rohstoffwende ist schon deshalb geringer als bei der Ausweitung der Bioenergie, da man f\u00fcr die Abl\u00f6sung von Erd\u00f6l durch Agrarrohstoffe bei der stofflichen Nutzung sehr viel weniger Fl\u00e4che ben\u00f6tigt als bei der energetischen Nutzung. Dies leitet sich auch von den derzeitigen Anteilen der Nutzungsarten beim Erd\u00f6l ab, von dem nur etwa 6% stofflich aber 94% energetisch genutzt werden. Zudem wird die Biokraftstoffproduktion langfristig zunehmend von der direkten Nutzung der Sonnen- und Windenergie abgel\u00f6st werden, die einen weitaus h\u00f6heren Anteil der Solareinstrahlung nutzbar machen kann. Hierdurch werden erhebliche Fl\u00e4chen f\u00fcr die stoffliche Nutzung Nachwachsender Rohstoffe frei.<\/p>\n<p>Szenarien des nova-Instituts zeigen, dass auch auf lange Sicht ausreichend Agrarfl\u00e4chen f\u00fcr Lebens- und Futtermittel, Fleischproduktion und Biorohstoffe f\u00fcr die Industrie zur Verf\u00fcgung stehen. Zudem k\u00f6nnen auch die Nebenprodukte und Reststoffe der Nahrungsmittelproduktion einen erheblichen Teil der Rohstoffversorgung der Industrie gew\u00e4hrleisten. Hier k\u00f6nnte die Industrielle Biotechnologie ein gro\u00dfes Potenzial entfalten, indem sie minderwertige Reststoffe zu hochwertigen Roh- und Werkstoffen veredelt.<\/p>\n<p>Biowerkstoffe k\u00f6nnen dabei durchaus auch aus potenziellen Nahrungsmitteln wie St\u00e4rke und Zucker hergestellt werden, wie dies im Falle moderner Biopolymere geschieht. Man sollte hier nicht reflexartig die aktuellen Vorbehalte gegen\u00fcber Biokraftstoffen auf Biowerkstoffe \u00fcbertragen. Zum einen werden Fl\u00e4che und Solarstrahlung bei Biowerkstoffen in der Regel erheblich effizienter genutzt als bei der Produktion von Biokraftstoffen, da bei letzteren nur der Energiegehalt der Biomasse z\u00e4hlt. Zum anderen sollte es schlichtweg um die optimale Nutzung von Fl\u00e4che und Solarstrahlung gehen &#8211; und dies kann auch die Nutzung von potenziellen Nahrungsmitteln sein. Eine f\u00fcr die Rohstoffproduktion weniger effiziente nicht-essbare Ackerpflanze w\u00fcrde ja dem Nahrungsmittelanbau mehr Fl\u00e4che entziehen, als die Nutzung einer potenziell f\u00fcr Nahrungsmittel nutzbaren, fl\u00e4cheneffizienteren Kultur.<br \/>\nRessourcenmanagement<\/p>\n<p>Die eigentliche Aufgabe der Zukunft hei\u00dft Ressourcenmanagement. Wie kann man die endlichen fossilen und mineralischen Rohstoffe \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume vor allem f\u00fcr hochwertige werkstoffliche Anwendungen verf\u00fcgbar halten und gleichzeitig die &#8211; f\u00fcr Menschenzeitr\u00e4ume &#8211; unendliche Ressource Solarstrahlung in Form von Erneuerbaren Energien und Biomasse f\u00fcr Nahrungs- und Futtermittel sowie Biowerkstoffe rasch, effizient und nachhaltig nutzen?<\/p>\n<p>Solange die Erde von der Sonne t\u00e4glich das 20.000-fache an Energie empf\u00e4ngt wie die Menschheit verbraucht, ist dieser grundlegende Umbau der Rohstoffbasis der weltweiten Industrien, die Energie- und Rohstoffwende, machbar und nur eine Frage von Erfindergeist (Technik) und Willen (Investment und Rahmenbedingungen).<\/p>\n<p>Unternehmen, welche die fundamentalen \u00c4nderungen der Rohstoffsituation ignorieren, k\u00f6nnen schon bald von Rohstoff-Engp\u00e4ssen, -Preisrallys und unerwarteten Konkurrenzsituationen \u00fcberrascht werden. Neue Wege zu gehen und mutige Entscheidungen zu treffen, ist das Gebot der Stunde.<\/p>\n<p><b>Der Kongress &#8220;Rohstoffwende &amp; Biowerkstoffe&#8221;<\/b><br \/>\nDie im Text angesprochenen Fragen und Thesen werden umfassend auf dem Kongress &#8220;Rohstoffwende &amp; Biowerkstoffe&#8221; am 3. und 4. Dezember 2008 im K\u00f6lner Maritim Hotel pr\u00e4sentiert und diskutiert. \u00dcber zwanzig Experten aus der Ressourcenforschung, Finanzwelt, Solarenergie, Agrarwirtschaft und Biotechnologie sowie Biowerkstoffexperten aus der Automobil-, Bau- und M\u00f6bel- sowie Konsumg\u00fcterindustrie werden die Frage nach der zuk\u00fcnftigen Rohstoffversorgung der Industrie aus ihrer Sicht beantworten und zur Diskussion stellen. Dabei wird die Frage &#8220;Was k\u00f6nnen Agrarrohstoffe in der Zukunft leisten?&#8221; im Mittelpunkt stehen.<\/p>\n<p><b><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080730-01\/08-08-04_Rohstoffstrategien_Carus_nova-Institut.pdf\">Beitrag als pdf-Dokument<\/a><\/b><\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>\nnova-Institut GmbH<br \/>\nChemiepark Knapsack, Industriestra\u00dfe<br \/>\n50354 H\u00fcrth, Deutschland<br \/>\nTel 02233-48 14 40<br \/>\nFax 02233-48 14 50<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:contact@nova-institut.de\">contact@nova-institut.de<\/a><\/p>\n<p><b>Weitere Informationen<\/b><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.rohstoffwende.info\/\">Informationen zum Thema und Anmeldung zum Kongress<\/a><\/p>\n<p><b>Quellen<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>BP Statistical Review of World Energy, Juni 2008.<\/li>\n<li>Energy Watch Group (EWG): Zukunft der weltweiten Erd\u00f6lversorgung, dt. Ausgabe, Mai 2008.<\/li>\n<li>Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (2007): Daten und Fakten zu nachwachsenden Rohstoffen. G\u00fclzow.<\/li>\n<li>FTD: Financial Times Deutschland, mit jeweiliger Tagesangabe.<\/li>\n<li>Naisbitt, J. (Zukunftsforscher) in Technology Review, Januar 2008.<\/li>\n<li>UNEP 2008, zitiert nach: R\u00f6tzer, F.: &#8220;UN-Umweltprogramm spricht von einem &#8220;Goldfieber der gr\u00fcnen Energie&#8221;&#8221;. In: Telepolis vom 2008-07-03.<\/li>\n<li>Zinke, O.: &#8220;Die Welt ist ein Markt&#8221;. In: ZMP Spezial, 28. Juni 2008.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Selten war es so schwierig wie heute, die Entwicklung auf den Rohstoffm&auml;rkten einzusch&auml;tzen. Dennoch m&uuml;ssen t&auml;glich in den Unternehmen Entscheidungen getroffen werden, auf welche Roh-<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[4],"class_list":["post-11016","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-nova-institut-gmbh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11016","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11016"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11016\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11016"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=11016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}