{"id":10967,"date":"2008-06-02T00:00:00","date_gmt":"2008-06-01T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080602-03n"},"modified":"2008-06-02T00:00:00","modified_gmt":"2008-06-01T22:00:00","slug":"fao-und-oecd-preise-fuer-landwirtschaftliche-erzeugnisse-bleiben-hoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fao-und-oecd-preise-fuer-landwirtschaftliche-erzeugnisse-bleiben-hoch\/","title":{"rendered":"FAO und OECD: Preise f\u00fcr landwirtschaftliche Erzeugnisse bleiben hoch"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Preise f\u00fcr landwirtschaftliche Erzeugnisse d\u00fcrfen die j\u00fcngsten H\u00f6chstst\u00e4nde wieder verlassen, aber in den kommenden zehn Jahren im Schnitt weit \u00fcber dem Mittelwert der vergangenen Dekade liegen. Zu dieser Einsch\u00e4tzung kommt die aktuelle Ausgabe des <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/document\/4\/0,3343,de_34968570_34968855_40709124_1_1_1_1,00.html\" >OECD-FAO Agricultural Outlook<\/a>, der heute in Paris von der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (<a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/\" >OECD<\/a>) und der Weltern\u00e4hrungsorganisation (<a href=\"http:\/\/www.fao.org\/\" >FAO<\/a>) vorgestellt wurde.<\/b><\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080602-03\/40642121Outlook_Cover_Image_BIG.gif\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"40642121Outlook_Cover_Image_BIG.gif\"\/>Dem Bericht zufolge sind die gegenw\u00e4rtigen Preisspr\u00fcnge bei Agrarprodukten weder die einzigen noch die st\u00e4rksten, die es in den letzten vier Jahrzehnten gegeben hat. Dennoch treffen die hohen Preise vor allem arme und hungernde Menschen hart. Am st\u00e4rksten betroffen ist die urbane Bev\u00f6lkerung in armen L\u00e4ndern, die sich nicht selbst mit Nahrungsmitteln versorgen kann. Kurzfristig ist humanit\u00e4re Hilfe der beste Weg, diese Situation zu lindern. Auf lange Sicht sollten sich die L\u00e4nder aber darauf konzentrieren, die Produktivit\u00e4t der Betriebe sowie die Voraussetzungen f\u00fcr Wachstum und wirtschaftliche Entwicklung zu verbessern.<\/p>\n<p>&#8220;Steigenden Lebensmittelpreisen kann man nicht durch Protektionismus beikommen. Der richtige Weg ist eine \u00d6ffnung der Agrarm\u00e4rkte und Freisetzung der produktiven Kapazit\u00e4ten der Landwirte, die wiederholt bewiesen haben, dass sie auf Marktsignale reagieren,&#8221; sagte OECD-Generalsekret\u00e4r Angel Gurr\u00eda bei der Vorstellung des Berichts in Paris. &#8220;Au\u00dferdem k\u00f6nnen Regierungen mehr tun, um Wachstum und Entwicklung in armen L\u00e4ndern zu f\u00f6rdern und so die Kaufkraft der schw\u00e4chsten Nahrungsmittelk\u00e4ufer verbessern.&#8221;<\/p>\n<p>Die Lebensmittelpreise und ihr Einfluss auf die Weltwirtschaft wird auch eines der Themen sein, das beim OECD Ministerratstreffen vom 4. bis 5. Juni in Paris behandelt wird. Bei einem gesonderten Treffen vom 3. bis 5. Juni in Rom werden Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt dar\u00fcber beraten, wie die Nahrungsmittelsicherheit auf der Welt verbessert und Landwirtschaft in l\u00e4ndlichen Gegenden der Entwicklungsl\u00e4nder angekurbelt werden kann.<\/p>\n<p>&#8220;Ein abgestimmtes Vorgehen der internationalen Gemeinschaft ist dringend erforderlich, um auf die Auswirkungen h\u00f6herer Preise auf die Hungernden und Armen zu reagieren,&#8221; sagte Jacques Diouf, Generaldirektor der FAO, bei der Pressekonferenz in Paris. &#8220;Heute leiden rund 860 Millionen Menschen an Hunger und Mangelern\u00e4hrung \u2013 das zeigt, wie wichtig es ist, wieder st\u00e4rker in Landwirtschaft zu investieren. Landwirtschaft muss wieder auf die Entwicklungs-Agenda gesetzt werden.&#8221;<\/p>\n<p>In den kommenden zehn Jahren werden die realen (um die Inflation bereinigten) Preise f\u00fcr Reis und Zucker in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von knapp zehn Prozent, f\u00fcr Weizen von knapp 20 Prozent f\u00fcr Butter, \u00d6lsaaten und Grobgetreide von rund 30 Prozent und f\u00fcr Pflanzen\u00f6l von gut 50 Prozent \u00fcber den Durchschnittswerten der vergangenen Dekade liegen, so der Bericht.<\/p>\n<p>Die Preise werden zudem st\u00e4rker schwanken, da zu erwarten ist, dass Lagerbest\u00e4nde niedrig bleiben und die Nachfrage nach landwirtschaftlichen G\u00fctern z.T. in nur geringem Umfang auf Preisver\u00e4nderungen reagieren wird. Das gr\u00f6\u00dfere Gewicht von Investmentfonds auf den Terminm\u00e4rkten f\u00fcr Agrarprodukte k\u00f6nnte ein zus\u00e4tzlicher Faktor f\u00fcr zunehmende Preisschwankungen werden. Ebenso k\u00f6nnten Klimaver\u00e4nderungen Anbau und Versorgung auf unvorhersehbare Weise beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Dem Bericht zufolge waren D\u00fcrren in einigen der wichtigsten Getreideanbaugebieten der Welt in Kombination mit niedrigen Lagerbest\u00e4nden ein bedeutender, aber vor\u00fcbergehender Faktor, f\u00fcr die drastischen Preissteigerungen der letzten beiden Jahre. Dauerhaftere Faktoren wie der hohe \u00d6lpreis, sich ver\u00e4ndernde Ern\u00e4hrungsgewohnheiten, Urbanisierung, Wirtschafts- und Bev\u00f6lkerungswachstum spielen ebenfalls eine Rolle und sind der Grund daf\u00fcr, dass in den kommenden zehn Jahren h\u00f6here Durchschnittspreise zu erwarten sind.<\/p>\n<p>Auch die wachsende Nachfrage nach Biokraftstoffen ist eine der Ursachen f\u00fcr die gestiegenen Preise. So hat sich die weltweite Ethanolproduktion zwischen 2000 und 2007 verdreifacht, und sie d\u00fcrfte sich zwischen heute und 2017 noch einmal verdoppeln, um dann j\u00e4hrlich 127 Billionen Liter zu erreichen. Die Biodieselproduktion d\u00fcrfte von 11 Billionen Litern j\u00e4hrlich im Jahr 2007 auf ungef\u00e4hr 24 Billionen Liter im Jahr 2017 ansteigen. Dieses Wachstum bei Biokraftstoffen wird die Nachfrage nach Getreide, \u00d6lsaat und Zucker noch weiter erh\u00f6hen und tr\u00e4gt so zu weiteren Preissteigerungen bei Agrarprodukten bei.<\/p>\n<p>Der Boom bei den Biokraftstoffen geht zumindest in den OECD-L\u00e4ndern auf politische Ma\u00dfnahmen zur\u00fcck, und es ist nicht klar, ob die Energiesicherheit sowie die \u00f6kologischen und wirtschaftlichen Ziele dieser Ma\u00dfnahmen mit den gegenw\u00e4rtigen Produktionstechnologien erreicht werden k\u00f6nnen. Der Bericht legt deshalb eine \u00dcberpr\u00fcfung der bestehenden Biokraftstoffpolitik nahe.<\/p>\n<p>Unter anderem kommt der Bericht zu folgenden Ergebnissen:<\/p>\n<ul>\n<li> Mit Ausnahme von Weizen wachsen Verbrauch und Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse in den Entwicklungsl\u00e4ndern schneller als in den Industriel\u00e4ndern. Bis 2017 d\u00fcrften die Entwicklungsl\u00e4nder deshalb den Handel mit den meisten landwirtschaftlichen Produkten dominieren.<\/li>\n<li>Hohe Preise werden f\u00fcr viele kommerzielle Landwirte in den Industrie- und Entwicklungsl\u00e4ndern von Vorteil sein. Dagegen sind viele Landwirte in den Entwicklungsl\u00e4ndern nicht an die M\u00e4rkte angebunden und werden deshalb kaum von den vorhergesagten Preissteigerungen profitieren.<\/li>\n<li>Die Getreidem\u00e4rkte werden angespannt bleiben, da es unwahrscheinlich ist, dass die Lagerbest\u00e4nde auf das hohe Niveau der vergangenen Dekade zur\u00fcckkehren werden.<\/li>\n<li>Der Verbrauch von Pflanzen\u00f6len, sowohl aus \u00d6lsaat als auch aus Palmen, wird in den n\u00e4chsten zehn Jahren schneller wachsen als bei anderen Pflanzen. Die Nachfrage nach Nahrung und Biokraftstoffen ist f\u00fcr den Anstieg verantwortlich.<\/li>\n<li>Brasiliens Anteil am weltweiten Fleischexport d\u00fcrfte bis 2017 auf 30 Prozent ansteigen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Weitere Informationen:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080602-03\/08-05_Agriculltural_Outlook_2008-2010-FAO_OECD.pdf\" >Agricultural Outlook 2008-2010 (Krzfassung)<\/a> (PDF)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/document\/4\/0,3343,de_34968570_34968855_40709124_1_1_1_1,00.html\" >Bezugsquellen und Grafiken<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ufop-pauschale-kritik-der-oecd-an-biokraftstoffen-unbegruendet\/\" >2007-09-20<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutsche-bank-research-zeiten-billiger-nahrungsmittel-sind-vorbei\/\" >2007-08-22<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Preise f&uuml;r landwirtschaftliche Erzeugnisse d&uuml;rfen die j&uuml;ngsten H&ouml;chstst&auml;nde wieder verlassen, aber in den kommenden zehn Jahren im Schnitt weit &uuml;ber dem Mittelwert der vergangenen<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-10967","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10967","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10967"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10967\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10967"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10967"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10967"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=10967"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}