{"id":10956,"date":"2008-06-04T00:00:00","date_gmt":"2008-06-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080603-08n"},"modified":"2008-06-04T00:00:00","modified_gmt":"2008-06-03T22:00:00","slug":"urwaldrodungen-fuer-palmoel-aufgedeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/urwaldrodungen-fuer-palmoel-aufgedeckt\/","title":{"rendered":"Urwaldrodungen f\u00fcr Palm\u00f6l aufgedeckt"},"content":{"rendered":"<p><b>Lange Zeit haben die beiden s\u00fcdostasiatischen L\u00e4nder Malaysia und Indonesien bestritten, Urw\u00e4lder wegen der Palm\u00f6l-Produktion zu roden. Nach einem Bericht von Forschern auf <a href=\"http:\/\/www.newscientist.com\/\" >New Scientist Online<\/a> scheinen die Staaten aber der L\u00fcge \u00fcberf\u00fchrt. Die \u00d6lpalmen sind n\u00e4mlich ein eintr\u00e4gliches Gesch\u00e4ft &#8211; und das nicht nur f\u00fcr die Herstellung von Agrotreibstoffen, sondern auch f\u00fcr die Nahrungsmittel- und Kosmetik-Industrie. Die Nachfrage nach dem \u00d6l steigt stetig.<\/b><\/p>\n<p>Zwischen 1990 und 2005 hat die Zahl der Palm\u00f6l-Plantagen in Malaysia um 1,87 Mio. Hektar zugenommen, in Indonesien sogar um mehr als drei Mio. Hektar. Die beiden Forscher Lian Pin Koh von der <a href=\"http:\/\/www.ethz.ch\/\" >ETH-Z\u00fcrich<\/a> und David Wilcove von der <a href=\"http:\/\/www.princeton.edu\/\" >Princeton University<\/a> haben in ihren Studien nachweisen k\u00f6nnen, dass mehr als die H\u00e4lfte der Palm\u00f6l-Plantagen dort angelegt wurde, wo vorher Regenw\u00e4lder waren. Der Rest der Plantagen wurde auf ehemaligem Farmland oder auch anstelle von Kautschuk-Plantagen errichtet. Die Wissenschaftler nutzten f\u00fcr ihre Datenanalyse Aufzeichnungen der UN-Food and Agriculture Organisation (<a href=\"http:\/\/www.fao.org\/\" >FAO<\/a>).<\/p>\n<p>&#8220;\u00d6lpalmen geh\u00f6ren zu den am st\u00e4rksten expandierenden tropischen Pflanzen. F\u00fchrende Lieferanten am Weltmarkt sind die beiden Staaten Malaysia und Indonesien&#8221;, so Bernhard Obermayr, Klimasprecher von <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.at\/\" >Greenpeace<\/a>, gegen\u00fcber <a href=\"http:\/\/www.pressetext.at\/\" >pressetext<\/a>. &#8220;Beide Staaten geh\u00f6ren aber auch zu den Regionen der Erde, in denen eine unglaubliche Vielzahl an Arten &#8211; Pflanzen und Tieren &#8211; heimisch ist&#8221;, berichten die Forscher. Die steigende Nachfrage nach dem Rohstoff Palm\u00f6l lasse nun auch andere tropische L\u00e4nder laut dar\u00fcber nachdenken, auf den Anbau dieser Pflanzen zu setzen, erkl\u00e4rt Obermayr. Dazu geh\u00f6ren etwa Kolumbien oder auch die Demokratische Republik Kongo. Die Einsatzm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Palm\u00f6l sind vielf\u00e4ltig und reichen von der Lebensmittelproduktion \u00fcber die Kosmetik bis hin zur Verwendung als Treibstoffe.<\/p>\n<p>&#8220;Allein in \u00d6sterreich ist in den vergangenen Jahren der Import von Palm\u00f6l um das drei bis vierfache gestiegen. Der Grund daf\u00fcr ist, dass Soja und andere \u00d6le als Agrotreibstoffe verwendet werden und die Lebensmittelindustrie daher Palm\u00f6l zukaufen muss&#8221;, meint der Experte. Die Palmproduzenten hatten in den vergangenen Jahren immer wieder beschworen f\u00fcr die Expansion der Anbaufl\u00e4chen keine Regenw\u00e4lder mehr abzuholzen. &#8220;Indonesien, der weltweit gr\u00f6\u00dfte Palm\u00f6lproduzent, will die derzeitigen Anbaufl\u00e4chen um weitere 20 Mio. Hektar erweitern. Das entspricht einer Gr\u00f6\u00dfe von England, den Niederlanden und der Schweiz zusammen.&#8221; Durch die Brandrodung des Torfbodens werden hunderte Mio. Tonnen CO<sub>2<\/sub> freigesetzt, was Indonesien zum weltweit drittgr\u00f6\u00dften CO<sub>2<\/sub>-Emittenten macht.<\/p>\n<p>Die Forscher hatten die Ver\u00e4nderung der Biodiversit\u00e4t bei Schmetterlingen und V\u00f6geln untersucht. Dabei wurde klar, dass die Rodung von bestehenden Regenw\u00e4ldern und die Errichtung von Palm\u00f6l-Plantagen zu einer rapiden Abnahme der Artenvielfalt f\u00fchrten. Die Umwandlung von Kautschuk-Plantagen in Palm\u00f6l-Plantagen verursachte hingegen einen geringeren Verlust. &#8220;Um die Auswirkungen des Biodiversit\u00e4ts-Verlusts genauer beschreiben zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen aber noch mehr Daten gesammelt werden&#8221;, schreiben die Forscher, die auch meinen, dass die W\u00e4lder der Region gesch\u00fctzt und nicht zu Monokulturen umgewandelt werden sollten. Die Schaffung weiterer Anbaufl\u00e4chen f\u00fcr Palm\u00f6l sollte auf vorhandenes Farmland oder auf brachliegende Fl\u00e4chen beschr\u00e4nkt sein.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltigkeitszertifikat-fuer-palmoelprodukte-kurz-vor-markteinfuehrung\/\" >2008-05-20<\/a>, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gabriel-nur-nachhaltig-angebautes-palmoel-kann-beitrag-zum-klimaschutz-leisten\/\" >2008-02-26<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/landrodung-fuer-palmoel-gefaehrdet-regenwald-und-weltklima\/\" >2007-11-09<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Lange Zeit haben die beiden s&uuml;dostasiatischen L&auml;nder Malaysia und Indonesien bestritten, Urw&auml;lder wegen der Palm&ouml;l-Produktion zu roden. 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