{"id":109334,"date":"2022-05-13T07:08:00","date_gmt":"2022-05-13T05:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=109334"},"modified":"2022-05-11T11:27:04","modified_gmt":"2022-05-11T09:27:04","slug":"pilotanlage-fur-synthetisches-kerosin-kommt-nach-hessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pilotanlage-fur-synthetisches-kerosin-kommt-nach-hessen\/","title":{"rendered":"Pilotanlage f\u00fcr synthetisches Kerosin kommt nach Hessen"},"content":{"rendered":"\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>\u201eHessen wird Vorreiter beim Klimaschutz im Luftverkehr\u201c, sagte Al-Wazir. \u201eGemeinsam mit der Firma Ineratec und unserem hessischen Kompetenzzentrum f\u00fcr Klima- und L\u00e4rmschutz im Luftverkehr ist es gelungen, eine Pilotanlage im Industriepark H\u00f6chst zu konzipieren. Damit gehen wir hier in Hessen einen gro\u00dfen Schritt voran, um Klimaneutralit\u00e4t auch im Verkehrssektor zu erm\u00f6glichen, und st\u00e4rken den Standort beim \u00dcbergang zum klimafreundlichen Wirtschaften.\u201c<\/strong><\/p><cite>Tarek Al-Wazir&nbsp;Hessischer Verkehrsminister<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Synthetisches Kerosin senkt Luftschadstoffe<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Dies sei dringend notwendig, so der Minister, denn noch immer entfalle ein Viertel des gesamten hessischen Endenergieverbrauchs auf das am Frankfurter Flughafen vertankte Kerosin. Zwar werde der gr\u00f6\u00dfte Teil des Kraftstoffs, der hier vertankt wird, au\u00dferhalb Hessens im internationalen Flugverkehr verbraucht, aber als Standort des gr\u00f6\u00dften deutschen Flughafens habe Hessen ein besonderes Interesse an Alternativen zum fossilen Kerosin. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDie in der geplanten Pionieranlage hergestellten Mengen sind im Vergleich zum Kraftstoffbedarf am Flughafen Frankfurt noch gering\u201c, sagte <strong>Al-Wazir<\/strong>. \u201eEs geht bei der Pilotanlage darum, synthetisches Kerosin in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab als bisher herzustellen, um Erfahrungen f\u00fcr die Massenproduktion zu gewinnen.\u00a0Und jede nachhaltig hergestellte Tonne nicht-fossilen Kraftstoffs ist in mehrfacher Hinsicht wertvoll.\u00a0Denn es werden nicht nur CO<sub>2<\/sub>-Emissionen eingespart. Beim Verbrennen entstehen auch weniger Luftschadstoffe.\u201c <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mehr Klimaschutz im Luftverkehr sei es daher wichtig, in der Zukunft in die Herstellung solcher Kraftstoffe \u00fcber Testanlagen hinaus einzusteigen, um die notwendigen Erfahrungen f\u00fcr die weitere Hochskalierung und industrielle Produktion in- und au\u00dferhalb der EU zu sammeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>30 Mio. Euro f\u00fcr Pilotanlage<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Auf dem Gel\u00e4nde des Industrieparks H\u00f6chst wird das Karlsruher Unternehmen Ineratec GmbH eine Anlage errichten, in der von 2023 an j\u00e4hrlich bis zu 3.500 Tonnen eines Vorprodukts f\u00fcr synthetisches Kerosin produziert werden sollen. Das Vorprodukt kann anschlie\u00dfend in einer Raffinerie zum \u00fcberwiegenden Teil als Flugkraftstoff weiterverarbeitet werden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eWir brauchen synthetische Kraftstoffe, um in allen Sektoren die Erreichung der Klimaziele zu erm\u00f6glichen. Mit unserem Vorprodukt wollen wir f\u00fcnf Prozent des europ\u00e4ischen Roh\u00f6lbedarfs bis 2035 decken \u2013 diese Pionieranlage ist erst der Anfang. Wir werden die Technologie global ausrollen und so die Produktionskapazit\u00e4ten erh\u00f6hen\u201c, sagte Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer <strong>Philipp Engelkamp<\/strong>. Ineratec investiert rund 30 Mio. Euro in den Bau der neuen Anlage.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wichtiger Treiber des Projekts war neben dem hessischen Verkehrsministerium das Kompetenzzentrum f\u00fcr Klima- und L\u00e4rmschutz im Luftverkehr \u2013 kurz: CENA \u2013 , das Anfang 2020 vom Land Hessen gegr\u00fcndet wurde. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eInnerhalb kurzer Zeit hat das CENA die wichtigsten Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft an einen Tisch gebracht, die technische Machbarkeit einer mittels Wasserstoffspeicherung erfolgenden Lastpufferung bei einem der Module der Pilotanlage f\u00fcr Power-to-Liquid pr\u00fcfen lassen und Projektpartner f\u00fcr die Umsetzung eines entsprechenden Forschungsprojekts gefunden\u201c, sagte <strong>Al-Wazir<\/strong>.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schwankungen bei Strom aus Erneuerbaren abpuffern<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Mit dem geplanten Bau der Pilotanlage im Industriepark H\u00f6chst h\u00f6rt das Engagement f\u00fcr Power-to-Liquid aus Hessen nicht auf: Hintergrund ist, dass synthetisches Kerosin nur dann einen Beitrag zum Klimaschutz und CO<sub>2<\/sub>-Einsparung leistet, wenn es mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Bernhard Dietrich<\/strong>, Leiter des CENA: \u201eWir planen gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft ein Forschungsprojekt, das untersucht, wie diese Schwankungen bei der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien bei der Produktion des synthetischen Kerosins abgepuffert werden k\u00f6nnen. Daf\u00fcr wird ein Teil der geplanten Pilotanlage im Industriepark H\u00f6chst genutzt. So k\u00f6nnen wir diese f\u00fcr die sp\u00e4tere industrielle Hochskalierung zentrale Fragestellung praxisnah untersuchen.\u201c <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Hessen unterst\u00fctzt das\u00a0Projekt mit bis zu 1,9 Mio. Euro als Kofinanzierung zur Bundesf\u00f6rderung.\u00a0Eine entsprechende Projektskizze des Projekts \u201eREPOSE\u201c wurde zur F\u00f6rderung beim Bundesministerium f\u00fcr Digitales und Verkehr empfohlen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hessen arbeitet an nationaler PtL-Strategie mit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das hessische Verkehrsministerium hat in den vergangenen Jahren daran gearbeitet, bei der Einwerbung von F\u00f6rdermitteln des Bundes zu unterst\u00fctzen, f\u00fcr die Kofinanzierung aus Landesmitteln zu sorgen sowie die bundesweite Strategiebildung zu alternativen Kraftstoffen im Luftverkehr f\u00fcr die L\u00e4nder verantwortlich mitzugestalten. Im Mai 2021 wurde die nationale Roadmap f\u00fcr Power-to-Liquid von Verkehrsminister Al-Wazir mit unterzeichnet. Ebenso hatte Hessen federf\u00fchrend die Stellungnahmen des Bundesrats zum EU-Klimaschutz-Paket \u201eEU fit for 55\u201c rund um das Thema Luftverkehr erarbeitet. \u201eWir setzen auf den Zweiklang aus Klimaschutz im Luftverkehr sowie wettbewerbsf\u00e4higen L\u00f6sungen f\u00fcr die Branche\u201c, sagte Al-Wazir. Auch durch das Engagement und die Mitarbeit Hessens an der PtL-Roadmap sei dieser Grundsatz in die bundesweite Strategie f\u00fcr strombasierte Kraftstoffe im Luftverkehr aufgenommen worden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Luftverkehr gilt in Deutschland von 2026 an eine verpflichtende Mindestquote in H\u00f6he von 0,5 Prozent f\u00fcr erneuerbare, strombasierter Kraftstoffe. Bis 2030 wird diese PtL-Mindestquote schrittweise auf zwei Prozent erh\u00f6ht. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eWir sind zuversichtlich, dass der dringend ben\u00f6tigte Markthochlauf f\u00fcr synthetisches Kerosin gelingen wird. Unsere hessische Pilotanlage und unsere begleitenden Forschungsprojekte werden einen wichtigen Beitrag hierzu leisten\u201c, sagte <strong>Al-Wazir<\/strong>. Parallel werde mit anderen Unternehmen an weiteren Anlagenprojekten gearbeitet, die andere Technologiepfade zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen aus erneuerbaren Energien verfolgen. \u201eUnser Ziel ist es, Hessen als Pionierland auf diesem Gebiet zu etablieren.\u201c<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eHessen wird Vorreiter beim Klimaschutz im Luftverkehr\u201c, sagte Al-Wazir. \u201eGemeinsam mit der Firma Ineratec und unserem hessischen Kompetenzzentrum f\u00fcr Klima- und L\u00e4rmschutz im Luftverkehr ist es gelungen, eine Pilotanlage im Industriepark H\u00f6chst zu konzipieren. 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