{"id":10909,"date":"2008-06-24T00:00:00","date_gmt":"2008-06-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080624-02n"},"modified":"2008-06-24T00:00:00","modified_gmt":"2008-06-23T22:00:00","slug":"erfolgreicher-workshop-zu-biokunststoffen-und-daraus-hergestellten-halbzeugen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erfolgreicher-workshop-zu-biokunststoffen-und-daraus-hergestellten-halbzeugen\/","title":{"rendered":"Erfolgreicher Workshop zu Biokunststoffen und daraus hergestellten Halbzeugen"},"content":{"rendered":"<p><b>180 Teilnehmer aus dem In- und Ausland haben am 1. ECOGEHR -Workshop der Gehr Kunststoffwerk am 13. Juni in Mannheim teilgenommen. Auch namhafte Rohstoffhersteller und Wissenschaftsinstitute waren durch kompetente Referenten vertreten. Unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang H\u00f6lderich, Ordinarius an der RWTH Aachen, standen Zukunft und Grundlagen der Biokunststoffe auf dem Pr\u00fcfstand.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Der in j\u00fcngster Zeit steigende \u00d6lpreis und eine erh\u00f6hte Zahlungsbereitschaft der Verbraucher f\u00fcr Bio-Alternativen auch im Kunststoffbereich erm\u00f6glichen Biokunststoffen und speziell unserer Biokunststofflinie ECOGEHR mit insgesamt 9 Werkstoffen auf Basis von PLA, Zellulose, Holzfasern oder Rizinus\u00f6l neue Perspektiven&#8221;, gibt sich Helmut Gehr, gastgebender Inhaber des zu den weltweit f\u00fchrenden Herstellern von thermoplastischen Halbzeugen z\u00e4hlenden Familienunternehmens GEHR Kunststoffwerk, optimistisch. &#8220;Wir sind der Erste in unserer Branche, der auf Biokunststoffe setzt und sehen uns in unserem Weg best\u00e4tigt.&#8221; W\u00e4hrend der K 2007 pr\u00e4sentierte GEHR die weltweit ersten extrudierten St\u00e4be und Platten des Biokunststoffs ECOGEHR PLA-L.<\/p>\n<p><b>Schwerpunkt des Workshops: Technische Halbzeuge aus Biokunststoffen<\/b><br \/>Unter den Teilnehmern waren Entscheider aus der Agrar-, Automobil-, Elektronik-, Kosmetik-, M\u00f6bel-, Nahrungsmittel-, Schreibger\u00e4te- und Spielwarenindustrie sowie dem technischen Handel und der Medizintechnik. &#8220;Je nach Anwendung sind die geringe Dichte, eine geringe Wasseraufnahme oder auch ein holz\u00e4hnliches Klangverhalten gute Gr\u00fcnde, einen Werkstoff aus der ECOGEHR-Familie zu w\u00e4hlen&#8221;, fasst Vertriebs- und Marketingleiter Thorsten F\u00fc\u00dfinger zusammen und betont die rege Musteranfrage an Rohren, Profilen, St\u00e4ben und Platten aus ECOGEHR in den letzten Monaten sowie die ersten Auftragseing\u00e4nge im Mai.<\/p>\n<p><b>Nachdenken \u00fcber Besteuerung erd\u00f6lbasierter Kunststoffe<\/b><br \/>Der aus Industriesicht fragw\u00fcrdige H\u00f6hepunkt des Workshops war die Forderung von Sylvia Kotting-Uhl, Mitglied des Bundestags und umweltpolitische Sprecherin von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen, nach einer Besteuerung der stofflichen Nutzung von Erd\u00f6l oder der Einf\u00fchrung einer entsprechenden Ressourcenabgabe, um indirekt die Nutzung von Biokunststoffen attraktiver zu gestalten. Au\u00dferdem sprach sie sich f\u00fcr die Einf\u00fchrung einer europ\u00e4ischen Zielvorgabe aus, um bis zum Jahr 2020 in Europa einen Anteil biobasierter Kunststoffe von 25% zu erreichen.<\/p>\n<p><b>Unterschiede zwischen &#8220;bioabbaubar&#8221; und &#8220;biobasiert&#8221;<\/b><br \/>MSc Karin Molenveld von der AFSG Universit\u00e4t Wageningen (NL) erl\u00e4uterte ausf\u00fchrlich die Unterschiede zwischen &#8220;bioabbaubar&#8221; und &#8220;biobasiert&#8221;. &#8220;Biobasiert&#8221; steht demnach f\u00fcr Kunststoffe, die zu mindestens 20% aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Allerdings k\u00f6nnen diese Biokunststoffe nach EN 13432 biologisch abbaubar sein (PLA, PHB), m\u00fcssen es aber nicht (Zellulose). <\/p>\n<p>Genauso existieren auf dem Markt fossile synthetische Kunststoffe, die biologisch abbaubar sind, ohne selbst aus nachwachsenden Rohstoffen zu bestehen (Ecoflex). Ein Einsatz bioabbaubarer Kunststoffe ist bspw. zu empfehlen, wenn ein Recycling nicht m\u00f6glich und ein Wegwerfen unumg\u00e4nglich ist bzw. entsprechende gesetzliche Vorschriften gelten.<\/p>\n<p><b>Innovationen der Rohstoffhersteller BASF, Arkema &#038; NatureWorks<\/b><br \/>Vertreter der Rohstoffhersteller zeigten j\u00fcngste Innovationen auf. Dr. Arnold Schneller, Forschungsleiter Biopolymere der BASF SE, pr\u00e4sentierte mit Ecoflex und Ecovio zwei biologisch abbaubare Werkstoffe, wobei nur Ecovio durch den Anteil an PLA zum Teil aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. F\u00fcr technische, industrielle Anwendungen empfahl Dr. Schneller Bioplaste aus nachwachsenden Rohstoffen, die nicht biologisch abbaubar sein. &#8220;Ich m\u00f6chte nicht, dass der Bremsschlauch in meinem Auto biologisch abbaubar ist.&#8221; Entsprechend fertigt GEHR aus BASF-Material ECOGEHR PA 6.10, ein technisch anspruchsvolles Polyamid, das nicht biologisch abbaubar ist, aber zu 60% aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Zu bedenken gab Dr. Schneller, dass aufgrund der Massenproduktionsvorteile bei &#8220;petro-based plastics&#8221; die &#8220;bio-based plastics&#8221; vorerst immer einen preislichen Nachteil haben werden.<\/p>\n<p>Eine &#8220;gr\u00fcne \u00dcberraschung&#8221; hatte Dr. Erwoan Pezron, Leiter Forschung und Entwicklung Polymere bei ARKEMA (Frankreich), parat. Der etablierte Werkstoff Polyamid 11 (Rilsan-B) basiert auf Rizinus\u00f6l und z\u00e4hlt somit bereits seit Jahrzehnten zu den sparsamsten Kunststoffen beim Verbrauch fossiler Brennstoffe und dient als Rohstoff f\u00fcr ECOGEHR PA 11.<\/p>\n<p>Salvador Ortega, Market Development Manager bei NatureWorks LLC (USA), hob die \u00f6kologischen Vorteile des Werkstoffs PLA (Ingeo) hervor, dessen Herstellung 65% weniger fossile Brennstoffe und 80% weniger Treibhausgase verbrauche. Der Rohstoff des weltweiten Marktf\u00fchrers bei Polylactid\/Polymilchs\u00e4ure (PLA) ist in Halbzeugen der ECOGEHR PLA-Familie enthalten. Bald werde PLA eine Schlagfestigkeit wie ABS und eine Temperaturbest\u00e4ndigkeit von 80\u00b0C erreichen und auch in langlebigen Gebrauchsg\u00fctern eingesetzt. Ortega wies darauf hin, dass es bereits ein Anfang w\u00e4re, wenn Gemische aus Biokunststoff und erd\u00f6lbasiertem Kunststoff eine weite Akzeptanz f\u00e4nden, was derzeit eher in Japan als in Europa als Verkaufsargument dient.<\/p>\n<p>Die Zukunft innerhalb der Biokunststoffe liegt wom\u00f6glich bei st\u00e4rkebasierten Kunststoffen. Dr. Waltraud Vorweg, Fraunhofer Institut f\u00fcr angewandte Polymerforschung (BRD), empfahl, k\u00fcnftig den sehr g\u00fcnstigen Rohstoff St\u00e4rke zu nutzen. Dieser k\u00f6nne sowohl synthetisch mit bestehenden Kunststoffen verbunden werden oder auch selbst Hauptbestandteil werden.<\/p>\n<p>Zu den Workshop ist auf Anfrage eine DVD in englischer\/deutscher Sprache erh\u00e4ltlich, Anfragen bitte an die <a href=\"http:\/\/www.gehrplastics.com\/\" >GEHR Kunststoffwerk<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>180 Teilnehmer aus dem In- und Ausland haben am 1. ECOGEHR -Workshop der Gehr Kunststoffwerk am 13. 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