{"id":108738,"date":"2022-05-06T07:35:00","date_gmt":"2022-05-06T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=108738"},"modified":"2022-05-02T15:37:15","modified_gmt":"2022-05-02T13:37:15","slug":"grune-tenside-abfall-der-papierindustrie-kann-erdol-ersetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/grune-tenside-abfall-der-papierindustrie-kann-erdol-ersetzen\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcne Tenside: Abfall der Papierindustrie kann Erd\u00f6l ersetzen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>In zahlreichen Produkten des t\u00e4glichen Lebens finden sich Bindungsmittel aus Erd\u00f6l. Die Kommission der Europ\u00e4ischen Union f\u00f6rdert nun ein von einem Forschungsteam der Universit\u00e4t Graz entwickeltes Verfahren, das auf nat\u00fcrlich anfallende Abfallstoffe setzt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/05\/95DB93BA-1CF3-4999-95F7-A52338CA87BD_1650636161809280.jpg\" alt=\"Katalin Barta Weissert und Markus Hochegger entwickeln an der Universit\u00e4t Graz \u201egr\u00fcne\u201c Tenside aus Lignin. \" class=\"wp-image-108773\" width=\"800\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/05\/95DB93BA-1CF3-4999-95F7-A52338CA87BD_1650636161809280.jpg 1600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/05\/95DB93BA-1CF3-4999-95F7-A52338CA87BD_1650636161809280-300x180.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/05\/95DB93BA-1CF3-4999-95F7-A52338CA87BD_1650636161809280-1024x614.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/05\/95DB93BA-1CF3-4999-95F7-A52338CA87BD_1650636161809280-150x90.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/05\/95DB93BA-1CF3-4999-95F7-A52338CA87BD_1650636161809280-768x461.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/05\/95DB93BA-1CF3-4999-95F7-A52338CA87BD_1650636161809280-1536x922.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/05\/95DB93BA-1CF3-4999-95F7-A52338CA87BD_1650636161809280-400x240.jpg 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/05\/95DB93BA-1CF3-4999-95F7-A52338CA87BD_1650636161809280-1320x792.jpg 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Katalin Barta Weissert und Markus Hochegger entwickeln an der Universit\u00e4t Graz \u201egr\u00fcne\u201c Tenside aus Lignin. (c) Uni Graz\/Tzivanopoulos<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Tenside befinden sich in einer Vielzahl an Artikeln, in Seifen, Waschmitteln, Shampoos, Lackmischungen, aber auch in der Lebensmittelindustrie und in Impfstoffen. Es handelt sich dabei um Substanzen, die die Oberfl\u00e4chenspannung einer Fl\u00fcssigkeit herabsetzen und so ein Vermischen von zwei sonst nicht mischbaren Fl\u00fcssigkeiten bewirken. So k\u00f6nnen sie zum Beispiel mit etwas Wasser Fett- und Schmutzverunreinigungen leicht l\u00f6sen. \u201eTenside ben\u00f6tigt man f\u00fcr zahlreiche Applikationen in der chemischen Industrie und im Alltag\u201c, erkl\u00e4rt die Chemikerin Katalin Barta Weissert von der Universit\u00e4t Graz.<\/p>\n\n\n\n<p>Synthetische Tenside werden aus Erd\u00f6l erzeugt, und gerade deswegen pr\u00fcft man alternative Herstellungsvarianten. An der Uni Graz ist dazu das Projekt \u201eGr\u00fcne Tenside\u201c angelaufen. Barta Weissert und ihrem Team vom Institut f\u00fcr Chemie wurde f\u00fcr ihr Forschungsvorhaben Anfang dieses Jahres eine EU-F\u00f6rderung in der H\u00f6he von 2,5 Millionen Euro zugesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGr\u00fcne Chemie\u201c bedeutet die Entwicklung von umweltfreundlichen L\u00f6sungen. Im Fall der Tenside hat man in Graz mit Lignin eine Alternative gefunden, mit der neuartige Tenside hergestellt werden. Lignin f\u00e4llt als Abfallprodukt der Papierindustrie an. W\u00e4hrend Zellulose f\u00fcr das Papier genutzt wird, wird das f\u00fcr die Holzstabilit\u00e4t ma\u00dfgebliche Lignin als Restprodukt verbrannt. Bei der Papierherstellung fallen weltweit, so eine Statistik, pro Jahr bis zu 70 Millionen Tonnen an.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Lignin, Alt\u00f6le und Fette werden erprobt<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Holzverwertung ist gerade in der Steiermark ein bedeutender Industriezweig. Das Grazer Forschungsteam weitet jetzt seine Untersuchungen noch aus. Neben Lignin werden auch weitere Abfallprodukte wie Alt\u00f6le und Fette aus der Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft f\u00fcr den Einsatz als gr\u00fcne Tenside erprobt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Grazer Chemieinstitut hat sich der ressourcenschonenden und umweltfreundlichen Chemieforschung verschrieben \u2013 mit einem Fokus auf nachhaltigen Methoden, nachwachsenden Rohstoffen und umweltvertr\u00e4glichen Verfahren. Als die geb\u00fcrtige Slowakin Katalin Barta Weissert Anfang 2020 hier eine Professur annahm, brachte sie einen mit 1,5 Millionen Euro dotierten ERC Grant der EU-Kommission von ihrer bisherigen Universit\u00e4t Groningen (Niederlande) mit. Damals konzentrierte sich ihre Forschung auf die Ressource Holz und die Katalyse von Biomasse.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der ERC Grant auf die Grundlagenforschung ausgerichtet ist, zielt die neue F\u00f6rderung des \u201eEIC Transition\u201c, den Barta Weissert und ihr Kollege Markus Hochegger heuer eingeworben haben, auf das Vorantreiben der Marktreife ab. Die Europ\u00e4ische Kommission vergibt 2022 \u00fcber diese F\u00f6rderschiene insgesamt 131,6 Millionen Euro an Projekte, mit denen \u201ebahnbrechende Technologien aus dem Labor\u201c umgesetzt werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Fall der gr\u00fcnen Tenside erfolgt der n\u00e4chste Schritt \u00fcber den \u201eUnicorn\u201c, der im April 2021 vom damaligen Rektor und heutigen Wissenschaftsminister, Martin Polaschek,auf dem Grazer Uni-Campus als Start-up- und Innovationszentrum er\u00f6ffnet wurde. In der Nonprofit-Gr\u00fcndung vernetzen sich Wissenschaft und Wirtschaft, sie ist zugleich Anlaufstelle f\u00fcr Studierende, Forschende und Unternehmen. Unter dem Titel Pure Surf soll hier auch ein Start-up gegr\u00fcndet werden. Dort will man die Tensideforschung f\u00fcr eine Anwendung in der Wirtschaft weiterentwickeln und die kommerzielle Anwendung beschleunigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In zahlreichen Produkten des t\u00e4glichen Lebens finden sich Bindungsmittel aus Erd\u00f6l. Die Kommission der Europ\u00e4ischen Union f\u00f6rdert nun ein von einem Forschungsteam der Universit\u00e4t Graz entwickeltes Verfahren, das auf nat\u00fcrlich anfallende Abfallstoffe setzt. Tenside befinden sich in einer Vielzahl an Artikeln, in Seifen, Waschmitteln, Shampoos, Lackmischungen, aber auch in der Lebensmittelindustrie und in Impfstoffen. 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