{"id":108450,"date":"2022-05-02T07:26:00","date_gmt":"2022-05-02T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=108450"},"modified":"2022-04-26T14:55:09","modified_gmt":"2022-04-26T12:55:09","slug":"der-engpass-bei-kunststoffrezyklaten-ist-uberwindbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/der-engpass-bei-kunststoffrezyklaten-ist-uberwindbar\/","title":{"rendered":"Der Engpass bei Kunststoffrezyklaten ist \u00fcberwindbar"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Mit fortschrittlichen Sortiertechnologien lassen sich mehr Kunststoffabfall als bisher nutzen und damit der Engpass bei Kunststoffrezyklaten \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_transparent_flakes-930x620-1.jpg\" alt=\"Hochwertige Sortieranlagen minimieren den Verschmutzungsgrad der Kunststoffrezyklarte und schaffen die Basis, um die Industrie mit hochwertigen Materialien zu versorgen, die zu neuwertigen Rezyklaten verarbeitet werden k\u00f6nnen. \" class=\"wp-image-108467\" width=\"782\" height=\"521\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_transparent_flakes-930x620-1.jpg 930w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_transparent_flakes-930x620-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_transparent_flakes-930x620-1-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_transparent_flakes-930x620-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_transparent_flakes-930x620-1-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 782px) 100vw, 782px\" \/><figcaption>Hochwertige Sortieranlagen minimieren den Verschmutzungsgrad der Kunststoffrezyklarte und schaffen die Basis, um die Industrie mit hochwertigen Materialien zu versorgen, die zu neuwertigen Rezyklaten verarbeitet werden k\u00f6nnen. Foto: Tomra<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Markeninhaber und Verpackungshersteller der Kunststoffindustrie sind die gro\u00dfen Engp\u00e4sse bei der Verf\u00fcgbarkeit von Kunststoffrezyklaten eine echte Herausforderung. Um dies zu meistern und die ehrgeizigen Recyclingziele zu erreichen, setzen Recycler und Materialsortieranlagen (MRFs) fortschrittliche Technologien ein, um recycelte Materialien f\u00fcr hochwertige Kunststoffanwendungen zu produzieren und ihre Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten zu erweitern.<\/p>\n\n\n\n<p>Da der Gesetzgeber die Reduzierung von Kunststoffabf\u00e4llen immer weiter vorantreibt, steigt die Nachfrage nach hochwertigen recycelten Kunststoffen auf ein Rekordhoch. Kunststoffe sind langlebig, effizient und praktisch, was sie f\u00fcr Verbraucher und Unternehmen gleicherma\u00dfen von gro\u00dfem Nutzen macht. Das derzeitige Ziel besteht darin, die Nachhaltigkeit von Kunststoffprodukten und -verpackungen zu verbessern. Markeninhaber, die den Recyclinganteil ihrer Produkte erh\u00f6hen wollen, um ihre Produktionsemissionen zu reduzieren und den Anspr\u00fcchen der Verbraucher gerecht zu werden, sehen sich mit einer Reihe neuer Herausforderungen konfrontiert. Hochwertige Anwendungen im Bereich der Automobil- und Verpackungsindustrie erfordern hochwertige Recyclingprozesse und fortschrittliche Sortiertechnologien, um effektiv recycelbares Material aus Postconsumer- und Postindustrial-Kunststoffabf\u00e4llen zu gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nachfrage nach Kunststoffrezyklaten \u00fcbersteigt Verf\u00fcgbarkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2020 belief sich die nach einer <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/plasticseurope.org\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Plastics-the-Facts-2021-web-final.pdf\" target=\"_blank\">Erhebung von Plastics Europe<\/a> weltweite Kunststoffproduktion auf 367 Mio t. Europa produzierte 55 Mio. t Kunststoff, wobei 70% der gesamten Marktnachfrage aus den gr\u00f6\u00dften L\u00e4ndern der EU stammte, die 40,5% des Materials f\u00fcr die Verpackungsproduktion verwendeten. In dem Bestreben, eine Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Kunststoffe zu schaffen, sollte der Anteil von Prim\u00e4rkunststoffen in der Herstellung reduziert und durch Sekund\u00e4rrohstoffe ersetzt werden. Das ist jedoch leichter gesagt als getan.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Recycling von Kunststoffen ist sicherlich viel in der Presse diskutiert worden, nicht zuletzt aufgrund des Downcyclings \u2013 schlie\u00dflich ist die Nachfrage nach Produkten wie Parkb\u00e4nken, Blument\u00f6pfen und Bremsschwellen begrenzt. Die Recyclingindustrie hat es in Zusammenarbeit mit den Stakeholdern der Wertsch\u00f6pfungskette f\u00fcr Kunststoffe nun m\u00f6glich gemacht, durch fortschrittliches mechanisches Recycling Kunststoffrezyklate herzustellen, die den Prim\u00e4rmaterialien qualitativ gleichgestellt sind. Dies erweist sich nicht nur als eine wirtschaftlich machbare und praktische Alternative zu Prim\u00e4rmaterialien, sondern bietet Recyclern und MRFs auch die M\u00f6glichkeit, neue Einnahmequellen zu erschlie\u00dfen. Selbst bei stark verunreinigten Kunststoffabf\u00e4llen, wie zum Beispiel kommunalen Feststoffabf\u00e4llen, ist es jetzt m\u00f6glich, hochwertiges Ausgangsmaterial zu gewinnen, das zur Herstellung neuer Produkte verwendet werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rezyklate oft nur f\u00fcr minderwertige Anwendungen verwendet<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_gemischter_kunsstoffabfall-1024x682-1.jpg\" alt=\"Um den Engpass bei Kunststoffrezyklaten zu \u00fcberwinden, m\u00fcssen auch stark verunreinigte Kunststoffabf\u00e4lle so aufbereitet werden, dass sie f\u00fcr hochwertige Produkte verwendet werden k\u00f6nnen.\" class=\"wp-image-108468\" width=\"392\" height=\"261\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_gemischter_kunsstoffabfall-1024x682-1.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_gemischter_kunsstoffabfall-1024x682-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_gemischter_kunsstoffabfall-1024x682-1-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_gemischter_kunsstoffabfall-1024x682-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_gemischter_kunsstoffabfall-1024x682-1-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 392px) 100vw, 392px\" \/><figcaption>Um den Engpass bei Kunststoffrezyklaten zu \u00fcberwinden, m\u00fcssen auch stark verunreinigte Kunststoffabf\u00e4lle so aufbereitet werden, dass sie f\u00fcr hochwertige Produkte verwendet werden k\u00f6nnen. Foto: Tomra<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nach Voraussagen von <a href=\"https:\/\/www.spglobal.com\/platts\/en\/market-insights\/blogs\/petrochemicals\/031121-recycled-plastics-global-market-commoditization-standards-pricing\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">S&amp;P Global Platts Analytics<\/a> werden bis zum Jahr 2030 mehr als 1,7 Mio. t neuer Polymere durch mechanisch recycelte Kunststoffe ersetzt werden \u2013 im Vergleich zu 688.000 t im Jahr 2020. Bis heute hat nur ein winziger Teil der Rezyklate seinen Weg in den Produktionsprozess f\u00fcr neue Materialien gefunden. Die meisten Rezyklate werden f\u00fcr minderwertige Anwendungen verwendet. Wie k\u00f6nnen also Branchen wie die Automobilindustrie, die Lebensmittel- und Getr\u00e4nkeindustrie und die Kosmetikindustrie eine zuverl\u00e4ssige Versorgung mit hochwertigem recycelten Ausgangsmaterial sicherstellen?<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberwindung der Materialknappheit beginnt mit der effektiven Sammlung von Wertstoffen. Pfand- und R\u00fccknahmesysteme geh\u00f6ren beispielsweise zu den weltweit bew\u00e4hrten Methoden f\u00fcr das Recycling von Getr\u00e4nkeverpackungen in einem geschlossenen Kreislauf. Es gibt keine Musterl\u00f6sung: Um eine Kreislaufwirtschaft zu erm\u00f6glichen, sind weitere Schritte und L\u00f6sungen erforderlich, damit auch andere Kunststoffprodukte , wie zum Beispiel Folienverpackungen aus dem Post-Consumer-Bereich, gesammelt und recycelt werden k\u00f6nnen. Die Verringerung der Verunreinigung im Materialstrom und die Erh\u00f6hung der Mengen an wiedergewonnenen recycelbaren Materialien in allen Abfallstr\u00f6men ist dabei entscheidend f\u00fcr die Zukunft des Kunststoffrecyclings.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neue Entwicklungen in der Gesetzgebung<\/h3>\n\n\n\n<p>Um eine Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Kunststoffe und eine langfristige Versorgung mit Kunststoffrezyklaten zu erm\u00f6glichen und die Abh\u00e4ngigkeit von Prim\u00e4rmaterial zu reduzieren, ist ein einheitlicher Ansatz erforderlich. Viele L\u00e4nder ziehen beispielsweise die Einf\u00fchrung von Systemen der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) in Betracht oder haben diese bereits eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit diesen Systemen wird den Herstellern eine erhebliche Verantwortung f\u00fcr den gesamten Lebenszyklus des Produkts \u00fcbertragen \u2013 von Produktdesign bis zur Postconsumer-Phase des Produktlebenszyklus. Diese Ma\u00dfnahmen bieten den Herstellern Anreize, bei der Herstellung von Verpackungen Umweltfaktoren zu ber\u00fccksichtigen und somit zur Verringerung der Umweltauswirkungen der Produkte beizutragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gesetzgeber spielt eine grundlegende Rolle bei der F\u00f6rderung von Investitionen in die Infrastruktur, einschlie\u00dflich der effektiven Sammlung, Sortierung und des Recyclings von Kunststoffabf\u00e4llen. Richtlinien f\u00fcr Kunststoffe und verbindliche Zielvorgaben f\u00fcr den Recyclinganteil k\u00f6nnen den richtigen Rahmen schaffen, um die Kreislaufwirtschaft zu priorisieren und den Engpass bei der R\u00fcckgewinnung von Ausgangsmaterial zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verbindliche Rahmenbedingungen n\u00f6tig<\/h3>\n\n\n\n<p>Verbindliche Rahmenbedingungen sind ein wichtiger und notwendiger Eingriff in den Markt. Sie unterst\u00fctzen eine nachhaltige Abfallwirtschaft und veranlassen die Industrie, den Einsatz von Rezyklaten zu erh\u00f6hen und gleichzeitig die Nachfrage und Investitionen in die Infrastruktur sicherzustellen. Die Richtlinie \u00fcber Kunststoffverpackungen und Verpackungsabf\u00e4lle, die 1994 von der Europ\u00e4ischen Union eingef\u00fchrt wurde, geh\u00f6rt zu den Rechtsvorschriften, die Ziele f\u00fcr den Recyclinganteil festlegen und Endm\u00e4rkte f\u00fcr Sekund\u00e4rrohstoffe schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Richtlinie schreibt den Verpackungsherstellern vor, bei der Herstellung neuer Kunststoffverpackungen bis 2025 mindestens 50% und bis 2030 mehr als 55% Recyclinganteile zu verwenden. Im Jahr 2021 f\u00fchrte die EU eine <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/environment\/topics\/plastics\/single-use-plastics_de\" target=\"_blank\">Richtlinie f\u00fcr Einwegplastik<\/a> ein, die bis 2025 einen Mindestanteil von 25% Recyclinganteil bei PET-Flaschen und ein Ziel von 7 % f\u00fcr die getrennte Sammlung vorschreibt. L\u00e4nder mit Pfand- und R\u00fccknahmesystemen sind ein gutes Beispiel daf\u00fcr: Deutschland erreicht eine Sammelquote von 98% f\u00fcr PET und die Niederlande liegen mit 95% dicht dahinter.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Noch ein langer Weg bis zur Kreislaufwirtschaft<\/h3>\n\n\n\n<p>Wenngleich wir uns auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaft befinden, haben wir doch noch einen langen Weg vor uns. Nach Angaben von <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/zerowasteeurope.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/HCIP_V13-1.pdf\" target=\"_blank\">Zero Waste Europe<\/a> enthalten neue Flaschen im Durchschnitt nur 17% recyceltes PET (rPET). Unterdessen werden 69% der anderen PET-Produkte aus rPET hergestellt, das urspr\u00fcnglich aus Getr\u00e4nkeflaschen stammt. In Anbetracht dessen tritt das recycelte PET aus dem angestrebten Bottle-to-Bottle-Recyclingkreislauf heraus und wird f\u00fcr die Produktion anderer Kunststoffprodukte eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Idealerweise sollten Kunststoffe jedoch mehrfach in der gleichen Anwendung recycelt werden, um eine ausreichende Versorgung der Produktion so lange wie wirtschaftlich machbar sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Richtlinien sind ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung, allerdings gibt es noch Verbesserungspotenzial. So gibt es zum Beispiel kaum Rechtsvorschriften, die die Verwendung von Post-Consumer Recyclingmaterialien (PCR) vorschreiben, was die L\u00fccke zwischen Angebot und Nachfrage schlie\u00dfen k\u00f6nnte. In den USA ist der Bundesstaat Kalifornien f\u00fchrend bei den ehrgeizigen PCR-Zielen f\u00fcr Getr\u00e4nkeflaschen. Die vor kurzem erlassenen kalifornischen Gesetze (<a href=\"https:\/\/leginfo.legislature.ca.gov\/faces\/billTextClient.xhtml?bill_id=201920200AB793\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">California Recycled Content Laws<\/a>) legen die PCR-Ziele auf 15% bis 2022, 25% bis 2025 und 50% bis 2030 fest.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Modernes mechanisches Recycling unverzichtbar<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_sortierung_kunststoffabfall-768x432-1.jpg\" alt=\"Um aus Kunststoffabf\u00e4llen wertvollere Produkte herstellen zu k\u00f6nnen, ist eine Kombination aus Vorsortierung (hier im Bild) und Flakesortierung erforderlich. \" class=\"wp-image-108469\" width=\"476\" height=\"268\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_sortierung_kunststoffabfall-768x432-1.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_sortierung_kunststoffabfall-768x432-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_sortierung_kunststoffabfall-768x432-1-150x84.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_sortierung_kunststoffabfall-768x432-1-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 476px) 100vw, 476px\" \/><figcaption>Um aus Kunststoffabf\u00e4llen wertvollere Produkte herstellen zu k\u00f6nnen, ist eine Kombination aus Vorsortierung (hier im Bild) und Flakesortierung erforderlich. Foto: Tomra<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Um die Nutzung von Recyclinganteilen zu erh\u00f6hen, muss die gesamte Branche aktiv werden, recycelbare Verpackungen entwickeln und die Versorgung mit hochwertigen Rezyklaten sowohl mit neuen als auch mit bestehenden Mechanismen verbessern. Die Umsetzung des Ansatzes der ganzheitlichen Ressourcensysteme in der Abfallwirtschaft kombiniert Pfand- und R\u00fccknahmesysteme, die getrennte Sammlung f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Materialstr\u00f6me und die Restabfallsortierung, um die R\u00fcckgewinnung von Kunststoffen f\u00fcr fortschrittliches mechanisches Recycling zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben den speziellen Sammelstr\u00f6men liefert auch die Restabfallsortierung nachweislich hochwertige Kunststoffe f\u00fcr das Recycling. Eine Fallstudie bei AVR, einer Restabfallsortieranlage in den Niederlanden, hat gezeigt, dass die Restabfallsortierung mit leistungsstarken Sortiertechnologien 12-mal mehr Kunststoffe zur\u00fcckgewinnen und damit gleichzeitig die CO2-Emissionen senken kann. Andere Sortieranlagen, wie die norwegischen Unternehmen Ivar IKS oder Roaf, zeigen ebenfalls das enorme Potenzial, das die Restabfallsortierung bietet, wenn Kommunen und Unternehmen in fortschrittliche Technologien und Prozesse investieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Recycler und Betreiber von Sortieranlagen stehen heute vor der Aufgabe, verunreinigte Abf\u00e4lle so weit zu reinigen, dass sie f\u00fcr die Weiterverarbeitung oder den lokalen Handel geeignet sind. Gleichzeitig verlangen Markeninhaber und Verarbeiter, die PCR kaufen, hochreine Monofraktionen, die nach Polymertyp und Farben sortiert sind. Durch den Einsatz einer neuen sensorbasierten Sortiertechnologie k\u00f6nnen die Anlagenbetreiber hochwertige Kunststoffe aus Abfallstr\u00f6men effektiv sortieren und reinigen, um den Markt mit PET- oder PO-Fraktionen zu versorgen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kombination aus Vorsortierung und Flakesortierung sichert hohe Rezyklatqualit\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_autosort-flake_anwendung-768x512-1.jpg\" alt=\"Mit solchen hochpr\u00e4zisen Systemen zur Flakesortierung lassen sich Flakes bis zu einer Gr\u00f6\u00dfe von nur 2 mm nach Polymertyp und\/oder Farbe sortieren.\" class=\"wp-image-108470\" width=\"425\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_autosort-flake_anwendung-768x512-1.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_autosort-flake_anwendung-768x512-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_autosort-flake_anwendung-768x512-1-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_autosort-flake_anwendung-768x512-1-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 425px) 100vw, 425px\" \/><figcaption>Mit solchen hochpr\u00e4zisen Systemen zur Flakesortierung lassen sich Flakes bis zu einer Gr\u00f6\u00dfe von nur 2 mm nach Polymertyp und\/oder Farbe sortieren. Foto: Tomra<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Um wertvollere Produkte herzustellen, ist eine Kombination aus Vorsortierung und Flakesortierung erforderlich. Zun\u00e4chst trennen Nahinfrarot-(NIR)-Sortierer die gew\u00fcnschten Kunststoffe von Verunreinigungen wie unerw\u00fcnschten Polymeren und Fremdk\u00f6rpern. Die gereinigten Kunststoffe werden dann zerkleinert, gewaschen und getrocknet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die entstandenen Kunststoff-Flakes werden anschlie\u00dfend in einem zweiten Schritt mit einem hochpr\u00e4zisen System zur Flakesortierung verarbeitet, mit dem Flakes bis zu einer Gr\u00f6\u00dfe von nur 2 mm sortieren werden k\u00f6nnen. Mit diesen ultraflexiblen Systemen k\u00f6nnen Betreiber festlegen, ob sie Materialien nach Polymertyp und\/oder Farbe sortieren m\u00f6chten, und so Produkte schaffen, die selbst den anspruchsvollsten Anforderungen gerecht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit solchen Systemen kann eine breite Palette von Farben sortiert werden, einschlie\u00dflich der stark nachgefragten nat\u00fcrlichen, klaren und hellblauen Flakes sowie aller hellen Farben, wobei eine maximale Reinheit der Polymere sichergestellt wird. Auf diese Weise erhalten die Betreiber die M\u00f6glichkeit, den Verschmutzungsgrad zu minimieren und die Industrie mit hochwertigen Materialien zu versorgen, die zu neuwertigen Rezyklaten verarbeitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auch st\u00e4rker kontaminierte Abfallstr\u00f6me aufbereiten<\/h3>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die meisten Recycler Kunststoffe aus einzelnen Materialstr\u00f6men mit geringerem Verunreinigungsgrad bevorzugen, k\u00f6nnen weitaus mehr Materialien zur Befriedigung der Nachfrage zur\u00fcckgewonnen werden, wenn selbst st\u00e4rker kontaminierte Abfallstr\u00f6me aufbereitet und recycelbare Materialien in reinen Fraktionen zur\u00fcckgewonnen werden. Verpackungsabf\u00e4lle von Verbrauchern stellen zum Beispiel eine hervorragende Quelle f\u00fcr recycelbare Polymere dar und sind in gro\u00dfen Mengen verf\u00fcgbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl sie im Vergleich zu Postindustrial-Kunststoffabf\u00e4llen st\u00e4rker verunreinigt sind, k\u00f6nnen hochentwickelte Sortiersysteme die Materialien durch den Einsatz fortschrittlicher mechanischer Recyclingprozesse automatisch zur\u00fcckgewinnen und s\u00e4ubern. Auch dadurch lie\u00dfe sich das Angebot an PCR-Material auf dem Markt erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zusammenarbeit als Schl\u00fcssel zum Erfolg<\/h3>\n\n\n\n<p>Zusammenarbeit ist der Schl\u00fcssel zum erfolgreichen Recycling von Kunststoffen. Die Verbesserung der Recyclingf\u00e4higkeit und die Erh\u00f6hung des Recyclinganteils setzen voraus, dass die Industrie schon in der Designphase der Produkte die Notwendigkeit eines qualitativ hochwertigen Recyclings ber\u00fccksichtigt. Markeninhaber haben einen Anreiz, \u201eDesign-for-Recycling\u201c umzusetzen, um den Sortierprozess zu erleichtern.<\/p>\n\n\n\n<p>Je komplexer und bunter das Design eines Produkts ist, desto schwieriger l\u00e4sst es sich sortieren und recyceln. Um die Ressourcenr\u00fcckgewinnung zu maximieren, m\u00fcssen also Produktdesign, Sortiertechnologie und der gesamte Prozess aufeinander abgestimmt sein. Da alle Verfahren, vom Produktdesign bis zum End-of-Life-Management, Hand in Hand gehen, ist es offensichtlich, dass der Wandel nicht von einem einzelnen Beteiligten an der Wertsch\u00f6pfungskette ausgehen kann. Um die Branche zu modernisieren und umzugestalten, m\u00fcssen alle Stakeholder ihren Teil dazu beitragen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Enormes Potential f\u00fcr Recyclingbranche<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_alberto-piovesan_segment-manager-plastics-300x233-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-108471\" width=\"225\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_alberto-piovesan_segment-manager-plastics-300x233-1.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/tomra_alberto-piovesan_segment-manager-plastics-300x233-1-150x117.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption>Autor Alberto Piovesan ist Segment Manager Plastics bei Tomra. Foto: Tomra<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Recyclingbranche bietet ein enormes Potenzial, doch die begrenzte Verf\u00fcgbarkeit von qualitativ hochwertigen Rezyklaten und fehlende finanzielle Anreize hemmen ihre Entwicklung. Die Gesetzgebung und das wachsende Bewusstsein der Verbraucher lassen erkennen, dass es an der Zeit ist, Abf\u00e4lle zu reduzieren und dem Recycling eine h\u00f6here Priorit\u00e4t einzur\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hocheffiziente Sortierverfahren, die es MRFs und Recyclern erm\u00f6glichen, selbst aus den am st\u00e4rksten verunreinigten Abfallstr\u00f6men hochreine Monofraktionen zu gewinnen, stellen eine langfristige Versorgung mit Recyclinganteilen sicher. Als Teil des Konzepts f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen er\u00f6ffnet die F\u00e4higkeit, neuwertigen Recyclinganteil zu erzeugen, neue Einnahmequellen f\u00fcr Sortieranlagen und Recycler und st\u00e4rkt gleichzeitig den lokalen Handel. Dar\u00fcber hinaus bietet der Einsatz sensorbasierter Sortiertechnologien wirtschaftliche Vorteile f\u00fcr die gesamte Kunststoff-Wertsch\u00f6pfungskette.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wesentliches Unternehmensziel von Tomra ist eine Welt ohne Abfall. Auf welche Strategien das Unternehmen dabei setzt,<a href=\"https:\/\/www.k-zeitung.de\/tomra-wird-50-und-strebt-eine-welt-ohne-abfall-an\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> lesen Sie in diesem Beitrag der K-ZEITUNG<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit fortschrittlichen Sortiertechnologien lassen sich mehr Kunststoffabfall als bisher nutzen und damit der Engpass bei Kunststoffrezyklaten \u00fcberwinden. F\u00fcr Markeninhaber und Verpackungshersteller der Kunststoffindustrie sind die gro\u00dfen Engp\u00e4sse bei der Verf\u00fcgbarkeit von Kunststoffrezyklaten eine echte Herausforderung. 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