{"id":10836,"date":"2008-05-08T00:00:00","date_gmt":"2008-05-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080508-03n"},"modified":"2008-05-08T00:00:00","modified_gmt":"2008-05-07T22:00:00","slug":"gabriel-und-seehofer-demonstrieren-einigkeit-bei-bioenergie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gabriel-und-seehofer-demonstrieren-einigkeit-bei-bioenergie\/","title":{"rendered":"Gabriel und Seehofer demonstrieren Einigkeit bei Bioenergie"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Anbau von Lebensmitteln und Energiepflanzen bedeutet keinen Widerspruch. Aber nur mit nachhaltiger Landwirtschaft kriegt man Weltern\u00e4hrung und Klimaschutz auf einen Nenner, sind sich der Bundeslandwirtschaftsminister und der Bundesumweltminister einig.<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr die weltweit explodierenden Lebensmittelpreise ist der Biokraftstoff jedenfalls nach der \u00dcberzeugung beider Minister nicht verantwortlich. Das befinden Horst Seehofer und Sigmar Gabriel anl\u00e4sslich der aktuellen Diskussion um Lebensmittelpreise, Biosprit und Agrarpolitik unabh\u00e4ngig voneinander.<\/p>\n<p>Gabriel berichtete vor Journalisten von seiner mehrt\u00e4gigen Brasilienreise. Dort hat sich der Minister in der vergangenen Woche ein Bild von der biologischen Vielfalt im Land gemacht. Begleitet von Bundestagsabgeordneten aller Parteien und Vertretern deutscher Umweltverb\u00e4nde hatte er in politischen Gespr\u00e4chen f\u00fcr internationale Nachhaltigkeitskriterien zur Bioenergieerzeugung geworben.<\/p>\n<p>Offenbar mit Erfolg: Schon kommende Woche werde Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch in Brasilien ein entsprechendes Abkommen zur umweltvertr\u00e4glichen Produktion von Biokraftstoffen unterzeichnen, k\u00fcndigte Gabriel an.<\/p>\n<p><b>Schutz der Ressourcen verlangt wirtschaftliches Engagement<\/b> <br \/>Trotz der k\u00fcrzlich ver\u00e4nderten Beimischungspl\u00e4ne will der Bundesumweltminister am tropischen Biosprit festhalten. Bei differenzierter Sicht auf die Dinge werde deutlich, dass Brasilien sehr viel unternehme, um seinen Regenwald zu erhalten, sagte Gabriel.<\/p>\n<p>Nun vollst\u00e4ndig auf die Einfuhr zu verzichten, k\u00e4me bei dem Partner in S\u00fcdamerika deshalb nur als Abschottung an. Den Raubbau am Regenwald aufhalten k\u00f6nnten allein \u00f6kologisch wie sozial nachhaltige Nutzungskonzepte, die sich f\u00fcr die Bewohner der Regionen auszahlen: &#8220;Solange man an der Zerst\u00f6rung der W\u00e4lder mehr Geld verdient als an ihrem Schutz, wird der Erhalt der W\u00e4lder schwer bleiben.&#8221;<\/p>\n<p>Platz sei noch genug. Allein in Brasilien l\u00e4gen derzeit \u00fcber 100 Millionen Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Fl\u00e4che brach. Weltweit w\u00fcrden nur 36 Prozent der nutzbaren Fl\u00e4chen \u00fcberhaupt genutzt \u2013 und nicht einmal zwei Prozent davon f\u00fcr die Herstellung von Bioenergie.<\/p>\n<p><b>Weniger Biosprit, mehr Wind<\/b> <br \/>Um die Klimaschutzziele trotz einer geringeren Nutzung von Biokraftstoff zu erreichen, will der Bundesumweltminister in Deutschland den Anteil der Windenergie erh\u00f6hen. Zehn bis elf Millionen Tonnen Kohlendioxid sollen so eingespart werden. Daf\u00fcr soll der garantierte Abnahmepreis f\u00fcr den Windstrom geringf\u00fcgig auf 9,1 Cent steigen, k\u00fcndigte Gabriel an. \u00c4ltere Windkraftanlagen sollten leistungsf\u00e4higeren neuen Anlagen weichen.<\/p>\n<p><b>Seehofer: Herausforderung Bev\u00f6lkerungswachstum<\/b><br \/>Auch f\u00fcr Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer geht der Anbau von Energiepflanzen und der Lebensmittelanbau gut zusammen. Biosprit und Agrarsubventionen seien sicher nicht f\u00fcr die weltweite Explosion der Lebensmittelpreise verantwortlich, betonte Seehofer am selben Tag wie Gabriel in Berlin.<\/p>\n<p>&#8220;Die Kernherausforderung ist der steigende Nahrungsmittelbedarf weltweit und nicht der Ausbau erneuerbarer Energien&#8221;, so der Minister. Und in den kommenden zwei Jahrzehnten werde dieser Bedarf, so sch\u00e4tzten die Experten, noch einmal um 60 Prozent steigen. Die Antwort k\u00f6nne nur eine h\u00f6here Produktion sein \u2013 und zwar vor allem in jenen L\u00e4ndern, wo der Bedarf ist.<\/p>\n<p><b>&#8220;Masse mit Klasse&#8221;<\/b><br \/>Das eine zu tun, bedeute eben nicht, das andere zu lassen: So h\u00e4tten etwa die USA ihren Maisanbau f\u00fcr die Energieproduktion \u00fcber Jahre hinweg stark gesteigert \u2013 und gleichzeitig auch noch die Maisexporte. &#8220;Wir dr\u00e4ngen sehr auf die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien beim Anbau erneuerbarer Energien&#8221;, stellte Seehofer klar. Wie Gabriel legte er ein klares Bekenntnis zur vor einem Jahr vereinbarten Klimaschutzstrategie der Europ\u00e4ischen Union ab: 20 Prozent weniger Treibhausgase, 20 Prozent Anteil erneuerbare Energien, 10 Prozent Biokraftstoffe bis 2020.<\/p>\n<p>Von der vor Jahren f\u00fcr die Landwirtschaft ausgegebenen Losung &#8220;Klasse statt Masse&#8221; distanzierte sich Seehofer dagegen: Weil hohe Versorgungssicherheit f\u00fcr Preisstabilit\u00e4t sorge, m\u00fcsse stattdessen gelten: &#8220;Masse mit Klasse&#8221;. Effizienter solle die Landwirtschaft in der Welt werden, vor allem in den Entwicklungsl\u00e4ndern: f\u00fcr die Ern\u00e4hrung der Menschen und f\u00fcr den Klimaschutz.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mariann-fischer-boel-verteidigt-biokraftstoffe-in-der-diskussion-um-hohe-lebensmittelpreise\/\" >2008-05-08<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Anbau von Lebensmitteln und Energiepflanzen bedeutet keinen Widerspruch. 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