{"id":10832,"date":"2008-05-08T00:00:00","date_gmt":"2008-05-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20080508-08n"},"modified":"2008-05-08T00:00:00","modified_gmt":"2008-05-07T22:00:00","slug":"volkswagen-technologien-zur-biomass-to-liquid-btl-produktion-stehen-zur-verfuegung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/volkswagen-technologien-zur-biomass-to-liquid-btl-produktion-stehen-zur-verfuegung\/","title":{"rendered":"Volkswagen: Technologien zur Biomass to Liquid- (BTL) Produktion stehen zur Verf\u00fcgung"},"content":{"rendered":"<p>In dem von <a href=\"http:\/\/www.volkswagen.de\/\" >Volkswagen<\/a> koordinierten EU-Projekt RENEW \u2013 renewable fuels for advanced powertrains, haben sich 32 Partner aus acht L\u00e4ndern zusammengetan. Unter ihnen vier Automobilhersteller, die Energieunternehmen <a href=\"http:\/\/www.deutschebp.de\/\" >BP<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.total.de\/\" >Total<\/a> und EDF sowie eine Reihe Anlagenentwickler und Forschungsinstitute, die Verfahren realisieren, in denen Biokraftstoffe nicht aus Lebensmitteln, sondern aus Holz und Stroh gewonnen werden. Im Projekt wurden sechs Verfahren zur Herstellung von Kraftstoffen der 2. Generation untersucht und weiterentwickelt, die Waldrestholz, Stroh, Kurzumtriebsholz oder Schilfgr\u00e4ser bei 800 bis 1300\u00b0C zu Synthesegas verschwelen. <\/p>\n<p>Die im RENEW Projekt vertretenen Anlagenentwickler sind <a href=\"http:\/\/www.choren.de\/\" >CHOREN<\/a>, die Mitte April in Freiberg, Sachsen, mit dem Anfahren der sogenannten Beta-Anlage mit 15.000 Jahrestonnen Diesel begonnen hat, <a href=\"http:\/\/www.chemrec.se\/\" >Chemrec<\/a>, mit einem in die Zellstoffherstellung integrierten Prozess, die <a href=\"http:\/\/www.tuwien.ac.at\/\" >TU Wien<\/a>, mit einem auf kleineren Heizkraftwerken basierendem Verfahren, das Forschungszentrum Karlsruhe mit einem auf Pyrolyse\u00f6l basierenden Verfahren, das Unternehmen Abengoa mit einem Verfahren zur Ethanolherstellung und das <a href=\"http:\/\/www.cutec.de\/\" >CUTEC-Institut<\/a> mit einem Biomasse-flexiblem Verfahren. Die Verfahren wurden f\u00fcr 500 MW Leistung geplant, was einem Biomassebedarf von 1 Mio. Tonnen Trockenmasse entspricht.  <\/p>\n<p>Volkswagen untersuchte die Eigenschaften der Fischer-Tropsch Kraftstoffe BtL-Diesel und BtL-Naphtha in Motoren aus der Serienfertigung und f\u00fcr zuk\u00fcnftige Konzepte mittels Forschungseinzylinder. Dabei wurde festgestellt, dass der BtL-Diesel durch eine sehr hohe Cetan-Zahl sowie durch Schwefel- und Aromatenfreiheit Premiumqualit\u00e4t hat und somit konventionellem Diesel \u00fcberlegen ist. Dazu sagt Dr. Frank Seyfried, Leiter der Abteilung Brennstoffzelle und Kraftstoffe von Volkswagen: &#8220;BtL-Diesel kann schon heute in beliebigem Mischungsverh\u00e4ltnis problemlos in allen Dieselmotoren eingesetzt werden und erzeugt dabei weniger CO<sub>2<\/sub>, HC, CO sowie Ru\u00df bei ann\u00e4hernd gleichen NOx-Emissionen. Zudem weist BtL als Designer-Kraftstoff den Weg zu den Verbrennungsmotoren der Zukunft&#8221;.  <\/p>\n<p>BtL-Naphtha f\u00e4llt in der Fischer-Tropsch-Synthese als Nebenprodukt der Dieselherstellung an. Es ist ein Benzin mit geringer Oktanzahl, das allerdings ein vielversprechender Kraftstoff f\u00fcr zuk\u00fcnftige Motorenkonzepte (HCCI, Homogeneous charged compression ignition) sein k\u00f6nnte.  <\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde im RENEW Projekt das Biomassepotential f\u00fcr BtL-Kraftstoffe bestimmt, sowie die Herstellungsverfahren anhand technischer und \u00f6kologischer Kriterien verglichen und die Produktionskosten berechnet. <\/p>\n<p>Bei der Bewertung des Biomassepotentials wurde die Erzeugung von Nahrungsmitteln, Futter und Fasern ber\u00fccksichtigt. Reststoffe wie Getreide-, Raps- und Maisstroh aus der Landwirtschaft sowie Kron- und D\u00fcnnholz aus der Forstwirtschaft wurden untersucht. Dar\u00fcber hinaus wurden das Anbaupotential der Geh\u00f6lze Saalweide, Pappel und Eucalyptus der mehrj\u00e4hrigen Gr\u00e4ser China-Schilf (Miscanthus) oder Rohrglanzgras sowie einj\u00e4hriger Energiepflanzen analysiert. Nach Abzug der f\u00fcr die Nahrungsmittel- und Faserherstellung reservierten Fl\u00e4chen ergab sich f\u00fcr 2005 ein Potential von ca. 4 EJ oder 95 mio. tOE (Tonnen \u00d6l-\u00c4quivalent). <\/p>\n<p>In 2020 wird das Potential zwischen 4.7 EJ (112 mio. tOE) und 7.2 EJ (172 mio. tOE) liegen. Neben diesen Europa-weiten Zahlen wurde die r\u00e4umliche Dichte der Biomasseresourcen in regionaler Aufl\u00f6sung (z.B. Bundesl\u00e4nder in Deutschland) grafisch dargestellt. Ein hohes Potential haben in Deutschland die Anbaugebiete Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, die zusammen mit dem westlichen Polen zu den vielversprechenden europ\u00e4ischen Regionen geh\u00f6ren. Allein das Stroh in dieser und den Regionen Westfrankreich sowie Gebieten an den Fl\u00fcssen Po und Donau ergibt zusammen 380 PJ pro Jahr, genug um den Bedarf von 23 Anlagen zu decken, bzw. 4.6 mio. Tonnen Treibstoff zu produzieren.  <\/p>\n<p>Die \u00d6kobilanzen der RENEW-Verfahren wurden in einer nach DIN 14040\/44 durchgef\u00fchrten und von unabh\u00e4ngigen Wissenschaftlern begutachteten LCA-Studie (Life Cycle Assessment) erstellt. Obwohl die Konversionsverfahren im Fokus standen, wurde die ganze Kette von Biomasseerzeugung, dem Transport zur Fabrik, der Umwandlung zu Treibstoff und dessen Lieferung an die Tankstelle in einer sogenannten Well-to-Tank Analyse ber\u00fccksichtigt. Im Ergebnis wird die \u00d6kobilanz dominiert durch die Herstellung der Biomasse. <\/p>\n<p>Das liegt unter anderem an der Emission von Treibhausgasen in der D\u00fcngemittelherstellung und \u2013verwendung sowie am Spritverbrauch der Traktoren. Deshalb wird die Verwendung von Stroh und Waldrestholz empfohlen. Plantagen der Energiepflanzen Weide oder Chinaschilf haben eine Lebensdauer von 20 Jahren. Sie m\u00fcssen nicht j\u00e4hrlich gepfl\u00fcgt werden und brauchen wenig D\u00fcnger bei gleichzeitig hohem Ertrag. Die Kraftstofffabrik ist eine autarke Anlage, die ihren gesamten Energiebedarf aus der Biomasse deckt.  <\/p>\n<p>Die Bewertung der sechs unterschiedlichen BtL-Konzepte zur Produktion von synthetischem Diesel, DME (Dimethylether) und Ethanol nach technischen Kriterien ergab, dass die zwei am weitesten fortgeschrittenen Verfahren reif f\u00fcr Demonstrationsanlagen in der Gr\u00f6\u00dfe von 50 MW oder 15.000 t Treibstoff sind. Dabei handelt es sich um das Verfahren zur Herstellung von BtL-Diesel von CHOREN und um das Konzept der schwedischen Chemrec zur Erzeugung von DME aus Schwarzlauge, einem Abfallprodukt der Zelluloseherstellung. <\/p>\n<p>Es stehen also sowohl Holz und Stroh als Biomasse zur Verf\u00fcgung, wie auch Verfahren um diese zu hochwertigen, voll kompatiblen Treibstoff umzuwandeln. BtL-Diesel und DME k\u00f6nnen f\u00fcr unter 1 \u20ac\/l hergestellt werden. Dr. Frank Seyfried, Leiter des RENEW Projektes: &#8220;Industrie, Wissenschaftler und Politiker m\u00fcssen jetzt die Weichen stellen, um dieses Ziel zu erreichen, im Schaffen von Rahmenbedingungen, dem Anbau von Rohstoffen, dem Sichern der Finanzierung f\u00fcr den Bau der ersten Produktionsanlagen&#8221;.  <\/p>\n<p>Ausf\u00fchrliche Details finden Sie im folgenden Dokument (PDF): <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20080508-08\/renew-executive_summary-080422.pdf\" >Renew Executive Summary<\/a><\/p>\n<p>Weiteres Informationsmaterial steht Ihnen unter <a href=\"http:\/\/www.renew-fuel.com\/\" >www.renew-fuel.com<\/a> zur Verf\u00fcgung. <\/p>\n<p>(Vgl. Meldug vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/choren-startet-erste-kommerzielle-anlage-fuer-biosprit-aus-holz\/\" >2008-04-17<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/volkswagen-beteiligt-sich-am-biokraftstoffunternehmen-choren\/\" >2007-10-12<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/volkswagen-ag-forciert-biokraftstoffe-der-2-generation\/\" >2007-01-30<\/a>.)<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b> <br \/><a href=\"http:\/\/www.volkswagen-media-services.com\/\" >Volkswagen Konzernkommunikation<\/a> <br \/>Umwelt und Nachhaltigkeit <br \/>Kontakt: Ines Roessler <br \/>Telefon: 0 53 61 \/ 9-8 62 67 <br \/>Telefax: 0 53 61 \/ 9-7 46 29 <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:Ines.Roessler@volkswagen.de\">Ines.Roessler@volkswagen.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem von Volkswagen koordinierten EU-Projekt RENEW &ndash; renewable fuels for advanced powertrains, haben sich 32 Partner aus acht L&auml;ndern zusammengetan. 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