{"id":107857,"date":"2022-04-20T07:35:00","date_gmt":"2022-04-20T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=107857"},"modified":"2022-04-13T14:33:18","modified_gmt":"2022-04-13T12:33:18","slug":"riesengras-miscanthus-bioethanol-quelle-mit-negativer-co2-bilanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/riesengras-miscanthus-bioethanol-quelle-mit-negativer-co2-bilanz\/","title":{"rendered":"Riesengras Miscanthus: Bioethanol-Quelle mit negativer CO2-Bilanz"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/csm_20171025_Miscanthus_22__122348_print__5bab77d591.jpg\" alt=\"Bioethanol aus dem Riesengras Miscanthus in Kombination mit der Speicherung von Kohlenstoff in ausgebeuteten Erd\u00f6llagerst\u00e4tten kann einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des Aussto\u00dfes von Treibhausgas leisten. \" class=\"wp-image-107919\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/csm_20171025_Miscanthus_22__122348_print__5bab77d591.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/csm_20171025_Miscanthus_22__122348_print__5bab77d591-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/csm_20171025_Miscanthus_22__122348_print__5bab77d591-150x100.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2022\/04\/csm_20171025_Miscanthus_22__122348_print__5bab77d591-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Bioethanol aus dem Riesengras Miscanthus in Kombination mit der Speicherung von Kohlenstoff in ausgebeuteten Erd\u00f6llagerst\u00e4tten kann einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des Aussto\u00dfes von Treibhausgas leisten. | Bildquelle: Universit\u00e4t Hohenheim \/ Wolfram Scheible<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Eine deutliche Verringerung von Treibhausgas ist machbar. Zu diesem Schluss kommen Forschende der Universit\u00e4t Hohenheim in Stuttgart. Der Clou: Eine Kombination von Bioethanol-Produktion aus nachwachsenden Rohstoffen mit Technologien zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung. Je nach Berechnungsansatz ist so eine Reduktion von mehr als 100 Prozent gegen\u00fcber dem EU-Vergleichswert f\u00fcr fossile Kraftstoffe wahrscheinlich \u2013 und damit sogar eine negative CO<sub>2<\/sub>-Bilanz. Zum Einsatz kommt dabei das Riesengras Miscanthus, das so innerhalb des europ\u00e4ischen E<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.grace-bbi.eu\/\" target=\"_blank\">U-Verbundprojektes GRACE<\/a> erfolgreich seine Nutzbarkeit f\u00fcr diese Form der Biokraftstoffproduktion bewiesen hat.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine wichtige Ma\u00dfnahme zur Abschw\u00e4chung des Klimawandels ist, weniger Treibhausgas auszusto\u00dfen. Vor allem der Verkehrssektor kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten, beispielsweise indem aus fossilem Erd\u00f6l gewonnenes Benzin durch Bioethanol aus nachwachsenden Rohstoffen ersetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie diese bereits etablierte Technologie noch weiter optimiert werden kann, untersuchen derzeit Forschende innerhalb des Verbundprojektes \u201eGrowing Advanced industrial Crops on Marginal Lands for Biorefineries\u201d (GRACE) in einem neuen Ansatz: \u201eWenn man die Produktion von Bioethanol mit Technologien zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung kombiniert, k\u00f6nnte man dazu beitragen Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>) aus der Atmosph\u00e4re zu entfernen\u201c, ist Projektkoordinator Dr. Andreas Kiesel vom Fachgebiet Nachwachsende Rohstoffe in der Bio\u00f6konomie der Universit\u00e4t Hohenheim \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammen mit kroatischen Forschenden wird daf\u00fcr derzeit in Kroatien ein neuartiges Bioraffinerie-Projekt entwickelt: Eine Bioethanol-Anlage soll in eine bestehende \u00d6lraffinerie des \u00d6l- und Gasunternehmens INA in Sisak integriert werden. Ziel ist es, das bei der Bioethanol-Produktion entstehende CO<sub>2<\/sub> zu komprimieren, in die vorhandenen Hohlr\u00e4ume der ausgebeuteten Erd\u00f6llagerst\u00e4tten zu injizieren und dort f\u00fcr mehrere hundert Jahre zu speichern.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Ansicht von Dr. Jan Lask, der dieses Teilprojekt an der Universit\u00e4t Hohenheim betreut, bietet der Standort zwei gro\u00dfe Vorteile: \u201eZum einen liegt die Raffinerie in unmittelbarer N\u00e4he zu ausgebeuteten Erd\u00f6llagerst\u00e4tten, die f\u00fcr die CO<sub>2<\/sub>-Speicherung eingesetzt werden k\u00f6nnen und laut Expertenmeinung f\u00fcr die n\u00e4chsten 1.000 Jahre und auch dar\u00fcber hinaus langfristig stabil sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen befinden sich Sch\u00e4tzungen zufolge in der Gespannschaft Sisak-Moslavina rund 60.000 Hektar ungenutzter landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen, die zum Teil zur Produktion der f\u00fcr die Bioethanol-Herstellung notwendigen Biomasse verwendet werden k\u00f6nnen. Gro\u00dfe Teile dieser Fl\u00e4chen wurden in der Vergangenheit landwirtschaftlich genutzt, aber w\u00e4hrend des Jugoslawien-Krieges in den 1990er Jahren aufgegeben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Miscanthus \u2013 mehr als nur eine Alternative zu fossilen Rohstoffen<\/h3>\n\n\n\n<p>Das besondere Augenmerk der Forschenden gilt Miscanthus x giganteus. Dieses urspr\u00fcnglich aus S\u00fcdostasien stammende Riesengras wird bis zu drei Meter hoch und ist ausgesprochen gen\u00fcgsam. \u201eMiscanthus kann auf sogenannten marginalen Fl\u00e4chen kultiviert werden, die f\u00fcr einen profitablen Anbau anderer Kulturen nicht geeignet sind. So kann ungenutztes Land wieder bewirtschaftet werden, ohne dabei in Konkurrenz mit Nahrungs- und Futterpflanzen oder anderweitigen Produkten zu treten\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Lask.<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal etabliert, senkt zudem Miscanthus als Dauerkultur nicht nur das Erosionsrisiko und stabilisiert den Boden, es unterdr\u00fcckt auch wirksam das Wachstum von Unkr\u00e4utern. Denn in dem betreffenden Gebiet breitet sich derzeit der Bastard-Indigo (Amorpha fruticosa) stark aus, eine aus Nordamerika stammende invasive Pflanze. \u201eDer gro\u00dffl\u00e4chige Anbau von Miscanthus k\u00f6nnte eine Option sein, um die Ausbreitung dieser Art zu verringern\u201c, sagt Dr. Lask.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nicht nur eine vielversprechende Energiepflanze<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach Berechnungen der Forschenden kann die Bioethanol-Produktion aus Miscanthus in Kombination mit der Kohlenstoffspeicherung erheblich zur Verringerung der Treibhausgasemissionen im europ\u00e4ischen Verkehrssektor beitragen: \u201eJe nach Bilanzierungsansatz f\u00fcr die biologische Kohlenstoffspeicherung ist ein Reduktionspotenzial von mehr als 100 Prozent gegen\u00fcber dem EU-Vergleichswert f\u00fcr fossile Kraftstoffe wahrscheinlich\u201c, fasst Dr. Lask die Ergebnisse zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei aller Begeisterung f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten der Bio\u00f6konomie untersuchen die Partner aber auch, ob es negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt geben k\u00f6nnte und in welcher Intensit\u00e4t der Anbau von Biomasse sinnvoll und risikofrei ist: Negativ w\u00e4re es beispielsweise, wenn durch die verst\u00e4rkte Biomasseproduktion andere Nutzungen verdr\u00e4ngt w\u00fcrden. Im besten Falle entstehen dadurch jedoch in den seit dem Krieg unterbev\u00f6lkerten Regionen Kroatiens neue Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">HINTERGRUND: \u201eGrowing Advanced industrial Crops on Marginal Lands for Biorefineries\u201d (GRACE)<\/h3>\n\n\n\n<p>Im europ\u00e4ischen Bio\u00f6konomie-Projekt \u201eGrowing Advanced industrial Crops on Marginal Lands for Biorefineries (GRACE)\u201c f\u00fchrt die Universit\u00e4t Hohenheim 22 Projektpartner aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Industrie aus ganz Europa zusammen. Darunter auch die Wageningen University and Research, die ebenso wie die Universit\u00e4t Hohenheim Teil der European Bioeconomy University (EBU) ist. Ziele: Kooperationen zwischen Biomasse-Produzenten und weiterverarbeitenden Unternehmen in Europa f\u00f6rdern, l\u00fcckenlose Wertsch\u00f6pfungsketten aufzeigen und den Biomasseanbau mit neuen Sorten, innovativen Anbaumethoden und der Erschlie\u00dfung bislang ungenutzter Fl\u00e4chen attraktiver machen.<\/p>\n\n\n\n<p>GRACE startete am 1. Juni 2017 und l\u00e4uft bis 31. Dezember 2022. Gef\u00f6rdert wird das Projekt mit 12,3 Millionen Euro durch die privat-\u00f6ffentliche Forschungskooperation (Public-Private Partnership) \u201eBio-based Industries Joint Undertaking (BBI JU)\u201c zwischen der Europ\u00e4ischen Union und dem Bio-based Industries Consortium (BIC), einem Zusammenschluss aus Gro\u00dfunternehmen der Bio\u00f6konomie. Weitere 2,7 Millionen Euro bringen die privaten Projektpartner ein.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weitere Informationen<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Pressemitteilung zu Projektstart mit <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.uni-hohenheim.de\/pressemitteilung?tx_ttnews[tt_news]=36106\" target=\"_blank\">Gesamt-\u00dcbersicht \u00fcber das Verbund-Projekt GRACE<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">HINTERGRUND: Bio\u00f6konomie \u2013 Leitthema der Universit\u00e4t Hohenheim<\/h3>\n\n\n\n<p>Bio\u00f6konomie ist das Leitthema der Universit\u00e4t Hohenheim in Forschung und Lehre \u2013 \u00fcbergreifend \u00fcber alle drei Fakult\u00e4ten. Um diesen Schwerpunkt strategisch weiterzuentwickeln, hat die Universit\u00e4t Hohenheim Prof. Dr. Iris Lewandowski zum Chief Bioeconomy Officer (CBO) berufen. Das Thema gezielt und nachhaltig an der Universit\u00e4t umzusetzen, ist Aufgabe des Forschungszentrums f\u00fcr Bio\u00f6konomie.<\/p>\n\n\n\n<p>International vernetzt ist die Universit\u00e4t Hohenheim unter anderem \u00fcber die European Bioeconomy University (EBU), in der sie sich mit f\u00fcnf anderen in der Bio\u00f6konomie f\u00fchrenden Universit\u00e4ten Europas zusammengeschlossen hat.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakte<\/h3>\n\n\n\n<p>Dr. Jan Lask<br>Fachgebiet Nachwachsende Rohstoffe in der Bio\u00f6konomie,<br>T 0711 459 24486<br>E <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"mailto:jan.lask@uni-hohenheim.de\" target=\"_blank\">jan.lask@uni-hohenheim.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Andreas Kiesel<br>Fachgebiet Nachwachsende Rohstoffe in der Bio\u00f6konomie,<br>T 0711 459 22379<br>E <a href=\"mailto:a.kiesel@uni-hohenheim.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">a.kiesel@uni-hohenheim.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Iris Lewandowski<br>Leiterin des Fachgebiets Nachwachsende Rohstoffe in der Bio\u00f6konomie,<br>T 0711 459 22221<br>E <a href=\"mailto:Iris_Lewandowski@uni-hohenheim.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Iris_Lewandowski@uni-hohenheim.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine deutliche Verringerung von Treibhausgas ist machbar. 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